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Leselupe.de > Humor und Satire
Ein Kind, ein Vater, ein Abend...
Eingestellt am 28. 02. 2010 18:49


Autor
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AndreaKrone
Hobbydichter
Registriert: Feb 2010

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Es war nicht irgendein Feierabend, nein, es war DER Tag im Fussballherz eines Mannes und er konnte an nichts anderes denken und jetzt DAS???...


Endlich Feierabend, er freut sich schon auf das Feierabendbierchen gem├╝tlich auf dem Sofa und dann zusammen mit dem Nachbarn bei einem weiteren Bier das Fussball - WM - Finale genie├čen.
Zu Hause angekommen, freudig die T├╝r ge├Âffnet, Tasche in die Ecke, Jacke auf dem Fu├čboden fallengelassen, K├╝hlschrank auf, Bierchen raus und...
\"Papa, Papa! Wir sind heut Abend ganz alleine! Mama muss nochmal auf Arbeit! Das wird ein Spa├č!\" aufgeregt h├╝pft die kleine Lotta von einem Bein auf das andere. Er glaubt jeden Moment einen Fieberkrampf zu erleiden oder warum ist ihm pl├Âtzlich so schrecklich hei├č? Okay, nur die Ruhe bewahren, das ist sicher alles nur ein Scherz und seine Frau will ihn ├Ąrgern und macht sich einen Spa├č daraus, sie musste schlie├člich noch nie um diese Uhrzeit auf Arbeit...

Kein Scherz, kein Witz, kein Irrtum, nein, bittere Wahrheit! An dem wichtigsten Tag des Fussballs, seinem wichtigsten Tag. Er war noch nie allein mit seiner 5j├Ąhrigen Tochter. Naja, wenn seine Frau das schafft, dann schafft er das schon lange und punkt sieben wird er Lotta ins Bett schaffen und sich dann dem Fussball widmen.

15:00 Uhr, 2 Stunden Verstecken und Barbie spielen.

17 Uhr, Lotta hat Hunger.
Mama wird doch sicher etwas zu Essen vorbereitet haben...
Nein, hat sie nicht. Okay, R├╝hreier will Lotta, kann ja nicht so schwer sein. Pfanne auf den Herd, ├ľl rein, Zwiebeln und Eier, r├╝hren... Lotta schreit pl├Âtzlich erb├Ąrmlich auf, was einer heulenden Sirene gleichkommt: leise und tief beginnend und sich dann in grell und laut ausdehnend. Schnell die Treppe hoch, in ihr Zimmer, da sitzt sie weint was das Zeug h├Ąlt und in der einen Hand ihren Teddy und in der anderen ein Auge aus Filz.
N├Ąchste Aufgabe: Lotta beruhigen. Nach ca. 10 Minuten dringt ein stark bei├čender Geruch nach oben: DIE EIER! Fenster auf, Pfanne raus, neue Pfanne auf den Herd und das Ganze von vorn.

18:00 Uhr, Abendbrot.
Er ist schon seid gut 20 Minuten damit besch├Ąftigt alle einzelnen kleinen Zwiebelst├╝cke aus dem R├╝hrei zu fummeln, denn: Lotta mag keine \"wei├čen Dinger\" im Ei!

Eine Stunde noch, dann muss sie endlich schlafen. Gott, das Kinder auch immer soviel reden m├╝ssen beim Essen: Das die Lisa aus der gro├čen Gruppe jetzt die gleichen Hausschuhe hat wie sie und deshalb muss sie unbedingt neue haben. Das der Johannes jetzt schon den 3. Papa hat und Richard beim Mittagessen immer popelt, und und und...

18:45 Uhr, endlich Schlafenszeit.
Baden f├Ąllt heut aus, dazu ist keine Zeit mehr. Gut, Z├Ąhneputzen muss wohl sein, aber das reicht dann auch.
Wo zum Teufel hat Mama nur Lottas Schlafanzug. Einen Schrank auf, ahnungsloser Blick hinein. Ein ihm unverst├Ąndliches System in diesem Kleiderschrank, aber kein Schlafanzug. Lotta kommt mit der Zahnb├╝rste im Mund hinein und sagt: \"Dasch isch mein Puuuppenschrank!\" Was? Der Lumpenschrank? Ja, so sieht es auch aus. Egal, es ist Sommer und Unterw├Ąsche macht es auch...

19:00 Uhr, Einmarsch ins Stadion schon mal verpasst.
\"Mama singt mir immer ein Lied!!\" Ein Lied, ein Lied, was f├╝r ein Lied denn jetzt nur. Aha: \"Schlaf Kindchen...\"

Nachdem 3. Lied war Lotta endlich zufrieden. Das erste war was f├╝r Babys, dass zweite verstand sie nicht, dass dritte war gerade so okay.

19:15 Uhr, Ansto├č verpasst, der Drops ist nun auch gelutscht.
\"Gute Nacht Lotta!\" T├╝r zu, die Treppe hinuntergerannt, um die Kurve, zwischendurch in seiner Jacke auf dem Fu├čboden h├Ąngengeblieben, aber mit einem Sprung aufs Sofa gerettet... Fernseh an. Waaas? 1:0 in der 3. Minute!! Warum gerade heute? Bierchen geholt, zur├╝ckgelehnt, genie├čen...

19:45 Uhr, leises Klatschen auf dem Laminat. Das werden doch nicht?... Oh doch, es sind kleine nackte Kinderf├╝├čchen, daran h├Ąngt ein kleines verschlafenes Kind und an diesem h├Ąngt wiederum ein gro├čer verzottelter Teddy mit einem schiefen Auge auf der rechten Seite, dass er vorhin mit etwas Kleber angeleimt hat, da er keine Ahnung vom N├Ąhen hat.

20:00 Uhr, Geschichten auf dem Sofa vorlesen und hoffen das sie bald einschl├Ąft, nebenbei Fu├čball laufen lassen, um festzustellen, dass man in den richtigen Momenten gerade etwas von Hugo dem Schaf gelesen hat.

20:30 Uhr, Lotta schl├Ąft, jetzt nur nicht bewegen. der Arm schl├Ąft ein, egal, Opfer m├╝ssen gebracht werden. Das Bier in unerreichbarer N├Ąhe vor ihm auf dem Tisch. Hauptsache Fussball zu Ende schauen...

22:00 Uhr, Mama kommt heim, in einer Hand eine Pfanne, welche sie im Garten vor dem Fenster gefunden hat. Die Wohnung ein Chaos, verbrannter Dunst in K├╝che und Esszimmer, Lottas Zimmer leer, ein schlafender Mann und Kind auf dem Sofa. Als sie die Kleine gerade auf dem Arm hat und ins Bett tragen will murmelt er nur: \"Haben wir gewonnen?\"

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