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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Ein Krimi mit hoher literarischer Qualität und Tiefgang
Eingestellt am 01. 11. 2011 15:06


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Winfried Stanzick
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2011

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Rezension zu:

Jan Costin Wagner, Das Licht in einem dunklem Haus, Galiani 2011, ISBN 978-3-86971-016-7


Der in Frankfurt und in Finnland lebende Schriftsteller und Musiker Jan Costin Wagner hat mit seiner Figur des finnischen Polizisten Kimmo Joentaa aus Turku einen Protagonisten für seine außergewöhnlichen und von der Literaturkritik hoch gelobten Romane geschaffen, wie ich sie sonst in noch keinem Krimi gefunden habe, auch nicht bei den skandinavischen Meistern ihrer Klasse wie etwa Henning Mankell oder Hakan Nesser.

Kimmo Joentaa löst nicht nur Mordfälle zusammen mit seinem sympathischen Team, sondern er ist so etwas wie ein Philosoph, der melancholisch gelassen die Schicksalsschläge annimmt, von denen das Leben ihm einige verpasst hat, ohne mit dem Saufen zu beginnen, wie nahezu alle seiner anderen Kollegen des Genres.

Seit Kimmo vor Jahren seine Frau Sanna durch einen langsamen Krebstod verlor( nachzulesen in „Eismond“, dem ersten Band der Reihe) trauert er um sie und hat sich in seine eigene Welt zurückgezogen. Doch seit im letzten Band der Reihe mit dem Titel“ Im Winter der Löwen“ sich eine Prostituierte bei ihm einquartiert hat, ist die Liebe zu ihm zurückgekehrt. Doch es scheint sein Schicksal zu sein, dass ihm alles Wertvolle wieder genommen wird. Seine Freundin Larissa, mehr als diesen Vornamen kennt er nicht von ihr, verschwindet eines Tages spurlos. Etwa zeitgleich wird in einer Klinik eine Frau getötet, die kurz vor ihrem natürlichen Tod stand, nachdem sie einige Zeit davor schwer verletzt in einem Straßengraben aufgefunden und eingeliefert wurde. Die Identität dieser Frau ist unbekannt, die Spurensicherung stellt nur fest, dass der Täter Tränen auf ihrer Krankenhauskleidung zurückgelassen hat.

Immer wieder gebeutelt von dem Verschwinden von Larissa, macht sich Kimmo mit seinem Team auf die Spur eines Täters, der in der Folge noch mehrere andere Menschen tötet. Irgendwann gibt ihm die abwesende Larissa einen Tipp, als sie endlich auf seine zahllosen Mails antwortet: „Eure Tote, das hat mit männlicher Gewalt zu tun.“ Durch die spannend angeordnete Handlung mit Tagebuchrückblicken einer zunächst noch völlig unbekannten Person, deren Bedeutung sukzessive aufgeschlüsselt wird, hatte auch der aufmerksame und immer mehr vom melancholisch-philosophischen und regelrecht poetischen Stil Wagners faszinierte Rezensent diesen Gedanken schon für sich ventiliert.

Dieser Hinweis Larissas lässt Kimmo einer Spur nachgehen, die schon zu den Akten gelegt worden war, und die nun erfolgreich für die Lösung des Falles zu werden scheint. Eine psychisch kranke Frau hatte sich aus einer Klinik gemeldet und behauptet, die Tote aus dem Krankenhaus zu kennen. Kimmo fährt in die finnische Provinz, um mit der psychisch kranken Frau zu sprechen und trifft dort auf zwei Kollegen aus Helsinki, die am gleichen Ort in einer anderen Mordsache ermitteln. Langsam ergeben sich die Verbindungen.

Mit großer Sprachkunst und geschicktem Aufbau nimmt Wagner seinen Leser hinein in ein verwirrendes Spiel von Tätern, die Opfer sind, und von Opfern, die zu Tätern werden. Wie Kimmo Joentaas ganz private Geschichte weitergeht, soll hier offen bleiben – bis zum nächsten, von einer wachsenden Lesergemeinde mit Spannung erwartetem Buch.

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