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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Ein Liebesbrief
Eingestellt am 18. 05. 2004 23:28


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Hetära
Manchmal gelesener Autor
Registriert: May 2003

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Lieber L.,

als ich das letzte Mal einen Liebesbrief geschrieben habe, war ich ungefähr neunzehn, wenn ich mich recht erinnere. Aber Du weißt, ich habe ein schlechtes Gedächtnis. Sicher bin ich mir jedoch, dass Du noch niemals einen solchen von mir bekommen hast. Und in der Zeit von Handy und Internet ist es irgendwie auch aus der Mode gekommen, Liebesbriefe zu schreiben.

Man k√∂nnte meinen, jetzt sei ein schlechter Zeitpunkt, um damit anzufangen, denn im Moment herrscht Krieg zwischen uns. Und vielleicht hast Du ja recht, wenn Du meinst, dass wir √ľber einen Waffenstillstand nicht mehr hinauskommen werden. Und doch kann ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgeben, dass wir es noch schaffen k√∂nnten, nicht mehr gegeneinander zu k√§mpfen sondern miteinander um eine bessere gemeinsame Zeit in der Zukunft.

Liebe ist ein gro√ües Wort, das nicht nur ich scheue. Ob wir uns geliebt haben, ob das Liebe war, was uns all die Jahre nun doch nicht voneinander loskommen lie√ü, vielleicht k√∂nnen wir uns auch da nicht einigen. Sicher ist jedoch, dass uns Leidenschaft verbunden hat. Eine Leidenschaft, die uns durchgesch√ľttelt hat und die vielleicht auch die Vernunft zu kurz kommen lie√ü. Abstand im guten Sinne haben wir selten gehabt.

Gestern bist Du weggefahren, ich wei√ü nicht, wohin. Beide sind wir sehr verletzt und die gemeinsame Wohnung unertr√§glich. Und doch. Du warst gerade gegangen, da sp√ľrte ich wieder einen Hauch der Sehnsucht nach Dir, die mich all die Jahre schon begleitet. Ich sp√ľrte ein tiefes Ziehen im Bauch und es war, als fehltest Du meiner Haut. So, als erinnere sich meine Haut an Deine und w√ľnsche sie sich herbei. Ich stand vor dem Bett, atmete Deinen Duft ein, ein nur leichter Duft aus dieser Entfernung. Ich wagte nicht, mein Gesicht in den Kissen zu begraben. Zu √ľberm√§chtig w√§re die Sehnsucht dann geworden. Zu einem Brennen, dass mich Dir h√§tte hinterher telefonieren lassen und das wollte ich nicht.





Erst am Abend konnte ich in dieses Bett steigen, in dem wir so viele Jahre schon nebeneinander einschlafen, lange Zeiten auch ohne Verlangen nacheinander, weil die Alltagshektik es aufgefressen hatte. So wie Du in den letzten Tagen nahm ich den Fifi in den Arm und er tr√∂stete mich. Nur wir beide k√∂nnen verstehen, dass der Fifi ein gro√üer Pl√ľschb√§r ist und kein kleiner Hund. Der Fifi, die Erinnerung an besseren Zeiten.

Oft, wenn ich nach einem Meeting sp√§tabends nach Hause kam und die T√ľr zum Schlafzimmer √∂ffnete, schliefst Du schon. Ich sah nur Deinen R√ľcken und W√§rme und Z√§rtlichkeit, Verlangen und Dankbarkeit durchstr√∂mten mich sofort. Am liebsten h√§tte ich Dich umarmt und auf der Stelle Sex mit Dir gehabt. Ich habe jedes Mal verzichtet, der Schlaf h√§tte Dir am n√§chsten Tag beim Arbeiten gefehlt, und auch die Wehmut habe ich genossen.

So vieles fällt mir ein und ich möchte die Momente bewahren. Ich beschäftige mich jetzt nicht mit dem Schwierigen, Du hast recht. Vieles ist zerbrochen und vielleicht sind die Scherben auch nur noch klein und hässlich und man kann sich an ihnen auch noch einmal verletzten. Aber ein bisschen habe ich doch die Hoffnung, auch da noch etwas Glitzerndes zu entdecken, das es wert wäre, aufgehoben, und wieder zusammengesetzt zu werden.

Erinnerst Du Dich an die Nacht in den Bergen w√§hrend unserer Marokkoreise? Es war kalt und wir haben lange nach einer Unterkunft gesucht. In dem Hotel, das wir dann fanden, gab es schlie√ülich nur ein Zimmer mit zwei getrennten Betten und ohne Bad. Trotzdem f√ľhlten wir uns ganz miteinander und geborgen. Das Essen war einfach, aber gut. Gab es einen Kamin? Mir ist so, aber ich wei√ü es nicht mehr genau. Du wirst Dich wahrscheinlich erinnern.

Das Landgut in Irland f√§llt mir ein und dieses schreckliche Auto ohne Servolenkung, mit dem es schwierig war, √ľber die schmalen Landstra√üen zu fahren. Und die gr√ľnen Wiesen im Regen, die wir an einem Abend von unserem Hotelzimmer aus stundenlang einfach nur ansahen, aneinander gekuschelt.

Es gibt viele Erinnerungen an unsere Reisen, auch an Autofahrten. Ganz besonders erinnere ich die Fahrt auf der Route 66 in die untergehende Sonne hinein.

‚Ich geh jetzt nach Hause’ sagtest Du oft, wenn wir eigentlich schon in unserer Wohnung, also unserem Zuhause waren. Es ist ironisch und voller Wehmut. Warum konnten wir nicht miteinander zuhause sein?

Lieber L., gerade habe ich Dich angerufen. Du warst w√ľtend und wolltest nicht mit mir sprechen. Als ich es noch einmal versucht habe, hast Du aufgelegt. Dann bekam ich die SMS: 'Bitte ruf nicht mehr an. Bin gleich da.'Ich m√∂chte mit Dir reden, aber ich habe im Moment das Gef√ľhl, es ist besser, nicht in der Wohnung zu sein, die noch die gemeinsame ist, wenn Du kommst. Eigentlich wollte ich noch viel mehr schreiben. Und ganz spontan habe ich vorhin gedacht, ich kann Dir diesen Brief gar nicht geben, jetzt, in dieser Situation. Ich m√∂chte trotzdem, dass Du ihn bekommst, unfertig, mit vielen losen Enden.

Immer noch in Liebe

S.



__________________
Wo gehen wir hin - immer nach Hause (Novalis)

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Aceta
???
Registriert: Apr 2002

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unspektakulär emotional treffend

Liebe Hetära,

"unspektakulär", dachte ich, als ich den Text las.
Ich finde darin sehr treffend die Zerrissenheit wieder, die Traurigkeit √ľber einen Streit, die Sehnsucht, welche langatmig ist und g√ľtig und gn√§dig ...
einfach gut gelungen, finde ich!
Du vermittelst Emotionen treffend und weckst in Leserin oder Leser - jedenfalls in mir - Zustimmung und Betroffenheit! (9P)
*lächel*

Aceta


__________________
mit dem Herzen sehen ... (der kleine Prinz)

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Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

An Hetära

Ein Brief an den fernen Liebsten - ok. Aber warum hier in diesem Forum?

Im Tagebuch w√§re er besser aufgehoben, weil ich ihn da unter anderen Pr√§missen lesen kann und die Bewertung dann entsprechend anders ausfallen w√ľrde.

Die einzelnen Rechtschreibfehler:

die Vernunft zu kurz kommen lies

all die Jahre nun doch nicht voneinander loskommen lies


und die hölzernen Sätze

Man könnte meinen, jetzt sei ein schlechter Zeitpunkt, um damit anzufangen, denn im Moment herrscht Krieg zwischen uns.

Eine Leidenschaft, die uns durchgesch√ľttelt hat und die auch vielleicht die Vernunft zu kurz kommen lies, die uns manchmal h√§tte Abstand nehmen lassen


oder Gemeinplätze

Und in der Zeit von Handy und Internet ist es irgendwie auch aus der Mode gekommen, Liebesbriefe zu schreiben

mit denen du ihn gespickt hast, sind nun mal typisch f√ľr ein Tagebuch, dem man spontan und ungefiltert seine Gedanken anvertraut.

Wenn es eine erotische Geschichte sein soll, muss der Text √ľberarbeitet werden.

Lotte Werther

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freifrau von löwe
Routinierter Autor
Registriert: Mar 2004

Werke: 47
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hallo hetära,

als erstes muss ich lotte zustimmen, dass der brief hier verkehrt ist, weil er nichts erotisches enthält. den vorschlag tagebuch-rubrik finde ich passend.

schreibfehler und kommafehler hab ich auch noch welche gefunden (aber dies nur am rande).

verwirrend ist der wechsel der zeitform:
Erst am Abend konnte ich in dieses Bett steigen, in dem wir so viele Jahre schon nebeneinander einschlafen
warum ist das auf einmal pr√§sens? alles andere beschreibst du in der vergangenheit, du blickst doch zur√ľck...?

und der satz geht weiter - wieder gesprungen:
auch ohne Verlangen nacheinander, weil die Alltagshektik es aufgefressen hatte ==> Vergangenheit.

diese, wie auch andere dinge wie:
ein vergleiche schaffen mit wiederholtem: "es ist wie", "es wäre als", "als fehltest du" usw. (ich fand etliche) sind grobe fehler. warum relativierst du deine aussagen so?
es ist doch wichtig, was du in diesem augenblick empfindest und nicht, wie es wäre.....
dadurch wird die aussage verwaschen und ein text leblos.
aber das √ľbt sich, wenn man will....

von mir ebenfalls eine 3.


__________________
Freifrau von Löwe

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gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

Werke: 132
Kommentare: 783
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Liebe Lotte Werther und Freifrau von Löwe,

um es vorweg zu sagen, die vollst√§ndige Ablehnung dieses Textes, die Eure Kommentare und vor allem die Bewertungen erkennen lassen, ist f√ľr mich nicht nachvollziehbar.

Aus den Begr√ľndungen dr√§ngen sich doch S√§tze in den Vordergrund, wie:

schreibfehler und kommafehler hab ich auch noch welche gefunden (aber dies nur am rande)

und

Die einzelnen Rechtschreibfehler:
die Vernunft zu kurz kommen lies
all die Jahre nun doch nicht voneinander loskommen lies


die dann doch am Versuch einer objektiven Wertung gewisse Zweifel aufkommen lassen.

Was die Kritik des Handwerklichen betrifft, will ich als Beispiel den von Freifrau beanstandeten Zeitenwechsel im Satz

Erst am Abend konnte ich in dieses Bett steigen, in dem wir so viele Jahre schon nebeneinander einschlafen

nennen. Das k√∂nnte ein Anf√§ngerfehler sein, ist es aber nicht. Es scheint mir v√∂llig klar zu sein, dass er so gewollt und richtig ist, weil er zeigt, dass f√ľr die Briefschreiberin das Einschlafen neben dem Mann in diesem Moment eben subjektiv (noch) nicht zu Ende ist. Sie ordnet es unwillk√ľrlich weiterhin ihrer Gegenwart zu.

Ich habe diesen Satz gew√§hlt, weil er m.E. ein typisches Beispiel liefert f√ľr die Art der Kritik. Es ist eben manchmal von Bedeutung, zu wissen, mit wem man es zu tun hat und ich verweise deshalb auf andere Werke Het√§ras (dankbar w√§r ich, wenn sich aus diesem Hinweis keine Grundsatzdiskussion dar√ľber entwickeln w√ľrde, ob ein Text in Kenntnis anderer Texte des Autors anders zu bewerten sei oder nicht).

Was den Inhalt betrifft:

In allen Gedanken dieses Briefes ist die Sehnsucht nach k√∂rperlicher N√§he, nach Ber√ľhrung, die Erinnerung an das einfache Zusammensein ebenso wie die gemeinsam erlebte Leidenschaft lebendig und wird aufgeschrieben in einem Gef√ľhl der Unsicherheit und des Schmerzes und dem Bewusstsein, dies gerade eben alles verloren zu haben. Der Text umfasst damit den ganzen Bereich der Erotik, wenn auch in einer sehr sanften und zur√ľckhaltenden Weise. Und manchmal, Lotte Werther, darf auch ein allgemein bekannter Sachverhalt, wie das Verschwinden des Briefeschreibens, in einem Text noch einmal ausgedr√ľckt werden, wenn er ein Motiv liefert f√ľr die Handlung eines Protagonisten.

Mit freundlichen Gr√ľ√üen
gareth





__________________
Wie hässlich ist ein schräges Treiben,
da lob ich mir mein träges Schreiben.

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lapismont
Foren-Redakteur
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Registriert: Jul 2001

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Hallo Hetära,

gefällt mir sehr. Deine Figuren werden sehr lebendig. Das Hölzerne zu Beginn passt perfekt zur Situation des Briefschreibens.

Vielleicht wirklich nicht unbedingt eine erotische, aber eine gute Geschichte,

sagt
lap
__________________
Kunst passiert.

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