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Leselupe.de > Gereimtes
Ein Mann und eine Frau
Eingestellt am 13. 12. 2003 19:04


Autor
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gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

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Da sitzt mir gegen├╝ber eine Dame
in strengem Kleid mit schimmernd sch├Ânen Haaren
es fehlt zu deren Braun mir der Vergleich
auch f├╝r die Art wie es geordnet liegt

Ich wage nicht sie einfach anzusehen
so wie es sonst bei Frauen meine Art
das liegt an ihrer Haltung und am Blick
mit dem der meine k├╝hl zur├╝ckgewiesen
nein, willentlich nicht wahrgenommen war
als rasch ich sie erkundet kurz zuvor

Ein Luxusweib denk ich, gediegen, einfach
dem Anschein nach, doch anspruchsvoll und teuer
das scheint gewiss nach dem was man so h├Ârt

Schon wie ihr Haar kunstvoll gelegt, verwoben,
mit kleinen K├Ąmmen dort wo sie vonn├Âten,
ein edles weiches Flie├čen, Gold und Braun
umweben sie die hohe, blasse Stirn

Die Beine h├Ąlt sie eng und fest geschlossen
die H├Ąnde ruh┬┤n feingliedrig still im Scho├č
ein makelloses Antlitz blickt nach vorne
mag sein an manchen Stellen sanft get├Ânt

und regelm├Ą├čig schlie├čen schwere Lider
f├╝r einen Wink die klaren, grauen Augen
die manchmal auch ins st├Ąhlern Blaue spielen
wenn nur das Sonnenlicht im rechten Winkel f├Ąllt
und dann harmonisch jenen Stoff erg├Ąnzen
der ihren schlanken K├Ârper eng umgibt

Das l├Ąsst sie gelten, scheint┬┤s, dass ihre Knie
vom Stoff des engen Rockes nicht bedeckt
ein wenig Freiheit geben, Raum f├╝r die Gedanken
die M├Ąnner gerne sch├Ânen Frauen widmen

So denk┬┤ ich denn, was ist, wenn sie sich ├Âffnen?
Und wem? und wann? und nicht zuletzt wie weit?
Und was gilt es zu tun, dies zu bewirken?
Ist Z├Ąrtlichkeit der Schl├╝ssel, ist es H├Ąrte?
L├Ąsst Reichtum oder Sprache sie willfahren?
Was ├Âffnet ihre Beine? Was ihr Herz?

Wie sieht sie aus, wenn feuchte Str├Ąhnen haften
an ihrer Stirn und ihre Wangen gl├╝hen?
Und was wird sie ihm sagen, fl├╝stern, schreien?
Und was dem tu┬┤n, die H├Ąnde die da liegen?
Was mit den blassen exquisiten Lippen
dem, der den Weg zu ihren Sinnen kennt?

So fahren still wir hin zu unser┬┤n Zielen
nichts l├Ąsst an ihr erkennen was sie denkt
wir seh┬┤n an uns vorbei wie all┬┤ die vielen
die mit uns fahren, nun den Blick gesenkt

Nie werd┬┤ ich von ihr wissen Stand noch Name
f├╝r einen Augenblick w├╝nscht┬┤ ich es sehr

Sie sitzt mir gegen├╝ber, eine Dame
ich sitz ihr gegen├╝ber als ein Herr

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Inu
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Aug 2002

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Hallo gareth

ein sch├Ânes Gedicht, irgendwie "old fashioned", als sei es in alter Zeit geschrieben... dennoch auf seltsame Art erotisch...

quote:
Schon wie ihr Haar kunstvoll gelegt, verwoben,
mit kleinen K├Ąmmen dort wo sie vonn├Âten,
ein edles weiches Flie├čen, Gold und Braun
umweben sie die hohe, blasse Stirn

Die Beine h├Ąlt sie eng und fest geschlossen
die H├Ąnde ruh┬┤n feingliedrig still im Scho├č
ein makelloses Antlitz blickt nach vorne
mag sein an manchen Stellen sanft get├Ânt


Das klingt mir nach Nostalgie pur.

quote:
Sie sitzt mir gegen├╝ber, eine Dame
ich sitz ihr gegen├╝ber als ein Herr

Doch, der Text hat etwas, was mir gef├Ąllt.

Anmerkung: Ich hab Dir dieses mickrige Bewertungsb├Ąlkchen nicht gegeben, das hat das Gedicht meiner Meinung nach auch nicht verdient.


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gareth
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Dec 2003

Werke: 132
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Sch├Ân, dass Du Dich so ausf├╝hrlich mit dem Text besch├Ąftigst hast, Inu und nat├╝rlich danke, dass Du das nicht warst, mit dem kleinen Balken :o)

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Venus
H├Ąufig gelesener Autor
Registriert: Oct 2003

Werke: 99
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Lieber Gareth,

dieses Werk hat gewaltig viel syn├Ąsthetisches!
Erst recht nach wiederholtem Lesen leben sie f├Ârmlich, die "Dame und der Herr".

Die "sachliche Unnahbarkeit" und der "Gedankenkampf" in prickelndem Gegensatz.
Beides ist absolut f├╝hl- und lebensnah. Beinahe bin ich versetzt in diesen Zug, Bus, Stra├čen- oder UBahn.

Die bewusst gew├Ąhlte Sprache, die Worte, die die sanfte Eleganz unterstreichen und damit den beiden Figuren ihre wirkliche Glaubhaftigkeit schenkt. Das ist die hohe Kunst!

Du bist ein wahrhafter Zauberer, Gareth!

Durch deine Kraft in Buchstaben erfahren wir die sp├╝rbare Definition einer Dame und die, eines Herren.

- und die Gedanken sind frei...

Ein sehr, sehr gelungenes Werk!

Herzliche Gr├╝├če,
Venus



__________________
den wind im r├╝cken, sterb ich mich ein
in den gro├čpassat -
und lebe erst recht

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Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

An Gareth

Manche Dinge brauchen l├Ąnger, um entdeckt zu werden.
So hab ich heute erst dieses Gedicht hier gelesen.

Es zeugt von deiner Vorliebe, so scheint es mir, Erotik auf der Fantasieebene abspielen zu lassen. Die Unbekannte oder der Unbekannte, der gegen├╝bersitzt, fasziniert und doch unnahbar und unerreicht bleibt.

Was die Ausf├╝hrung angeht, hast du die richtige Art des Ausdrucks gefunden.
Eine kleine Geschichte erz├Ąhlt in ungereimten Zeilen und doch so bildhaft stark.

Mich hast du f├╝r einige Augenblicke entf├╝hrt in meine Fantasie, wo ich dem Herrn und der Dame begegnet bin. Aber mit gen├╝├člichem Grinsen stelle ich fest, dass du ein wenig doch geflunkert hast, gesteh es lieber gleich. Zuerst hast nicht gewagt, sie einfach so anzusehen, dann aber kennst du selbst das Farbenspiel ihrer Augenfarbe von Grau ins st├Ąhlerne Blau.

Lotte Werther

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gareth
Fast-Bestseller-Autor
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Liebe Lotte Werther,

danke f├╝r┬┤s Aufsp├╝ren und Deine positive Einsch├Ątzung.
Zu Deiner Analyse ist Folgendes zu sagen:

1. nie hab ich gesagt, dass ich das war :o)
2. man kann sehr viel sehen, wenn man will, in sehr kurzer
Zeit :o)
3. nie hab ich gesagt, dass der "Protagonist" sie nicht
heimlich die ganze Zeit weiter beobachtet hat :o)

Liebe Gr├╝├če, gareth

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Minouche
Guest
Registriert: Not Yet

Das ist einfach nur Poesie.

Hallo Gareth.

Zu dir gekommen bin ich durch deinen Text "Schuld und S├╝hne". Du hast mich neugierig gemacht auf mehr.

Ich wurde nicht entt├Ąuscht.

Denn das hier ist wieder ganz anders. Wundersch├Ân. Du hast soviel Gef├╝hl her├╝bergebracht in deinen Versen, ich kannte vieles wieder. Ein wunderbar gef├╝hliges Reimen, sozusagen.

Dankesch├Ân, ein wunderbares Gedicht, ich mag es sehr.

Liebe Gr├╝├če
Minouche

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