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Leselupe.de > Experimentelle Lyrik
Ein Meer aus Wolken
Eingestellt am 27. 06. 2002 17:16


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Melani Raasch
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Ein Meer aus Wolken:

Wie die Wolken des Meeres, die sich in einer stürmischen Seenacht aufbäumen, ragen die Berge nun vor meinen Augen aus dem Meer der Täler. Dicht bewaldet, nur durchschnitten von den riesigen Masten der Überlandleitungen. Ich stehe mit meinem Fahrrad am Rand eines Stoppelfeldes. Hier und da liegen noch Heureste auf einer gemähten Wiese, verfault und gelb vom gestrigen Regen. Auf einer Weide weiter unten grasen Kühe. Kein Auto weit und breit. Die Sonne klettert gerade über den Rücken einer Berges, bleich und hell scheint sie mir noch recht verschlafen zu sein. Goldene Strahlen fallen auf den Dunst und den Nebel, die sich langsam aus den Tälern erheben. Schneeweiß bis himmelblau wie Watte, über die man mühelos hinüber zur anderen Seite des großen, weiten Tals schreiten könnte, wie es scheint. Die dichte, wabernde Masse versperrt mir den Blick in die Tiefe. Ich bin allein und doch fühle ich mich nicht so. Die sanfte Morgenbriese, die mir durch das Haar weht, scheint mir etwas zuzuflüstern. Ich bleibe noch und sehe, wie der Wind nun beginnt das Meer aus weißer Watte zu zerreißen. Einzelne Wolken steigen hoch und immer mehr treiben davon. Die Ruhe scheint vorüber zu sein, denn nun ähnelt das ganze Tal einem brodelnden Hexenkessel, aus dem langsam und bedächtig Blasen aufsteigen und heißer Dunst davon treibt. Wie lange es wohl noch dauern wird, bis der Wind das Tal vollständig von den Schleiern der Nacht befreit haben wird? Aber solange kann ich nicht mehr warten. Seufzend schwinge ich mich wieder auf mein Fahrrad und radle mit der frischen Milch hinunter ins Tal, direkt in die dichte Wand aus weißem Nebel hinein.
__________________
"Ein Buch ist ein Spiegel:
Wenn ein Affe hineinguckt, so kann freilich kein Apostel heraussehen."
Georg Christoph Lichtenberg

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undine
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schön...

..nur bin ich mir nicht ganz sicher: ist das alles eifel? ja, oder? ich war mir nicht ganz sicher, ob die eifeltäler tief genug für soviel nebel sind.
auf jeden fall schöne bilder!
deine undine
__________________
"gather ye rosebuds while ye may
old time is still a flying
and this same flower that smiles today

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Melani Raasch
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Hallo Undine!
Schön von dir zu hören. Ja, dass ist alles Eifel. Süd-Eifel um genau zu sein und wenn du's noch genauer wissen willst:
Fahr von Keppeshausen die Serpentienen hoch und schau dir vom ende des alten Wegens aus das Ourtal an, wenn's ganz früh am Morgen ist und ein nassdiesiges Herbstwetter herrscht. Ich glaube, zu der Jahreszeit habe ich das mal geschrieben.
Nur mit dem Unterschied, dass ich nicht Milch holen war, sondern mit dem Hund unterwegs, aber das ist ja Pott wie Deckel, nicht!
Bis dann,
Melani!
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