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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein Mietshaus voller Frauen
Eingestellt am 08. 08. 2001 23:21


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lazarus
Hobbydichter
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Ein Mietshaus voller Frauen!


Was sind denn das heute f├╝r Br├Âtchen? Die sind so cross gebacken, dass die Tischdecke vollends mit Semmelbr├Âssel eingesaut wird und das Zahnfleisch zu bluten beginnt. Ich muss mir doch bald einen neuen B├Ącker suchen. Vierzig Pfennig verlangt der Halsabschneider mittlerweile f├╝r eine seiner Teigkugeln, die selten die Gr├Âsse eines Golfballes ├╝berschreiten. Das grenzt ja schon an Betrug! Daf├╝r ist aber der Schinken von dem neuen Metzger in der Goethestrasse wirklich lecker. Den muss man sich merken.
Na, dann schauen wir eben mal in der Zeitung nach, was so alles geschehen ist. Da schau her! Sie haben den Bankr├Ąuber geschnappt, der vor zwei Wochen die Sparkasse im Nachbarort ├╝berfallen hat. Das ist ja klar, wenn sich einer so doof anstellt. Er h├Ątte dem Fillalleiter gleich die Visitenkarte unter die Nase halten k├Ânnen. Dieser Trottel hat doch tats├Ąchlich zehn Minuten bevor er die Bank ├╝berfallen hat, Kontoausz├╝ge aus dem Automaten gel├Âst. Dann hat er sich eine Schim├╝tze ├╝ber die Nase gezogen und wollte mit einer Schreckschusspistole Geld abheben, dass ihm nicht geh├Ârte. Das das nicht gut gehen konnte, war ja klar.
Der Verein in dem ich bis vor f├╝nf Jahren noch Fussball gespielt habe, hat schon wieder verloren. Ist ja auch logisch, wenn man eine Mannschaft nur mit Weicheier und verw├Âhnte Mamabubis besetzt. Zu meiner Zeit war das noch ganz anders. Da wurde einem Tag vor dem Spiel gesoffen, bis die Leber Kr├Ąmpfe bekam, aber im Match wurde Gras gefressen und gek├Ąmpft bis zum umfallen. W├Ąre ich damals nicht von diesem beschissenen Ger├╝st gefallen, w├╝rde ich mit meinen achtundreissig Jahren den Halbstarken zeigen wo der Platz am K├Ârper ist unter dem man Feuer machen kann.
F├╝nf Jahre ist das nun schon her. Aber die Schmerzen werden einfach nicht besser. Der Arzt der Berufsgenossenschaft war schon damals der Meinung, dass ich mein Leben lang mit R├╝ckenproblemen fertig werden m├╝sse. Deshalb wurde ich auch berufsunf├Ąhig geschrieben und beziehe mittlerweile eine respektable Invalidenrente. Vor zwei Jahren hab ich dann den Hausmeisterposten in unserem Mietshaus ├╝bernommen. Er war zwar nur als Nebenjob ausgeschrieben, er h├Ąlt mich aber trotzdem ziemlich auf Trab.
Ich hole die Liste mit den f├╝r heute eingeplanten Arbeiten von der Pinnwand.
Bei Frau Poborsky l├Ąuft das Wasser im Sp├╝lbecken nicht ab. Aber zu der gehe ich erst gegen Mittag.
Sie hat bestimmt wieder einen saftigen Schweinebraten in der R├Âhre.
Bei Frau Buchmann hat sich im Bad ein Kachel von der Wand gel├Âst. Die wird am Nachmittag besucht, sie hat mir schon gestern versprochen, dass sie eine Sahnetorte backen w├╝rde.
Als erstes muss ich aber zu Frau Schmitts. Bei ihr ist die Toilette verstopft. Schon wieder! Ich m├Âchte nicht wissen, was die nette Frau immer in den Lokus wirft. Vielleicht macht sie das auch absichtlich. Denn seit ihr Mann von ihr weggelaufen ist, verbringt sie jeden Tag ganz allein in ihrer Wohnung. Besuch bekommt sie eigentlich selten. Das verstehe wer will! Zu diesem h├╝bschen Weibsbild w├╝rde ich jedenfalls nicht Nein sagen. Ich glaube aber kaum, dass sie von solch einen Kr├╝ppel etwas will.
Was gibts sonst noch auf meiner Liste? Das Laub hab ich schon vor dem Fr├╝hst├╝ck von der Eingangst├╝r gekehrt. Der Rasen m├╝sste noch einmal geschnitten wereden, bevor der erste Frost kommt. Mal sehen, vielleicht komme ich heute nachmittag noch dazu.
Ich zw├Ąnge mich in meinen Arbeitsmantel. Verdammt! Schon wieder ein Loch in der Tasche. Darum hab ich mein Feuerzeug nirgends gefunden. Frau Knoblich wird sich freuen das n├Ąhen zu d├╝rfen. Es hat schon sein Gutes, Hausmeister in einem Haus zu sein, von dem f├╝nfzehn Mieter weiblicher Natur sind.
Dann greife ich eben mal an! Meinen Wekzeugkasten und die Spirale werde ich kaum brauchen. Der einfache Gummikl├Âppel wird f├╝r die Kosch├╝ssel wohl reichen.Ich werfe noch schnell einen Blick in den Spiegel. Rasiert habe ich mich heute morgen. Beim Fris├Âr war ich letzte Woche. Ach du Schande! Da spriesen schon wieder Nasenhaare aus meinen N├╝stern. Wo hab ich denn meine kleine Schere? Ach was, der Nagelzwicker tut es auch. F├╝r irgendetwas muss es ja gut sein, das ich Nasenl├Âcher habe, die so gross sind, das sich ein Specht einnisten k├Ânnte. Kommt da nicht Schweisgeruch aus meinen Axeln hervorgekrochen? Ich h├Ątte mich doch noch duschen sollen. Macht nichts. Warum hat mir denn Frau Bergbauer das teure Eau de Toilette zu Weihnachten geschenkt? Mit ein paar Spritzer aus der h├╝bschen Flasche ist auch dieses Problem gel├Âst.
Ich werfe noch schnell einen Blick durch den Spion. Och! Nicht doch! Da steht doch tats├Ąchlich Frau Huber im Flur. Die wird mich jetzt wieder volls├╝lzen, mit ihren Problemen mit den Nachbarn und ihren kleinen Wehwechen. Naja, ein bischen habe ich schon Zeit. Allzu lange kann es ja diesmal nicht dauern.
Ich habe die Wohnungst├╝re noch nicht mal halb ge├Âffnet, da kommt mir auch schon das Gekreische von Frau Hubers Kreiss├Ągenstimme entgegen.
"Das ist ja unser Hausmeister! Guten Morgen. Stellen sie sich vor, gestern brannte schon wieder die ganze Nacht das Licht im Keller. Es gibt Leute in dem Haus, die sich anscheinend nichts aus Geld machen und es deshalb mit vollen H├Ąnden rauswerfen. Aber ich, mit meiner kleinen Witwenrente kann mir diese Verschwendung nicht leisten. Ausserdem wird es Mode, die T├╝re zum Fahrradkeller nicht mehr abzuschliessen. Durch diesen Leichtsinn werde ich irgendwann mausetot mit durchgeschnittener Kehle aufwachen. Und daf├╝r f├╝hle ich mich einfach zu jung!"
Wenn diese Frau weiter so schnell redet ohne Luft zu holen, wird sie kein Einbrecher mehr abmurksen m├╝ssen. Geschlagene f├╝nf Minuten stehe ich schon da und h├Âre ihr zu. Meine gute Laune ist schon fast beim Teufel und macht nun Platz f├╝r die Wut auf die Mieter. Es muss sich doch mittlerweile rumgesprochen haben, welche Giftspritze diese Frau Huber ist. Aber immer wieder wird dieser alten Kneifzange ein Grund f├╝r Beschwerden geliefert. Und wer ist der Leidtragende? Nat├╝rlich der doofe Hausmeister.
"......und stellen sie sich vor, schmeisst doch dieses freche Frauenzimmer die brennende Zigarette auf den frischgebohnerten Fussboden und tritt auch noch darauf. Als ich ihr dann die Leviten lesen wollte, streckt sie mir doch tats├Ąchlich den Mittelfinger entgegenund sagt einen Spruch zu mir, den ich gar nicht in den Mund nehmen kann. H├Ątte ich an dem Tag nicht schon meine Herztropfen genommen, ich w├Ąre glatt tot umgefallen!"
Im Stillen verfluche ich die Pharmaindustrie f├╝r die glorreiche Erfindung und stelle mir mein Leben vor, wenn es diesem frechen Frauenzimmer, das eigentlich nur Frau Niedermeier sein kann, gelungen w├Ąre, Frau Huber ins Jenseits zu bef├Ârdern.
"Wie sp├Ąt ist es eigentlich, Herr Hausmeister?" Es ist wieder die Kreiss├Ągenstimme, die mich aus meinen Gedanken reisst. " Was! Schon Zwanzig nach Zehn! Da komm ich ja zu sp├Ąt zu meiner Bestrahlung. Also auf Wiederehen Herr Hausmeister. Und nehmen sie sich zu Herzen, was ich gesagt habe! Diese Mieter bringen mich noch ins Grab."
Ich warte bis die Haust├╝r hinter Frau Huber ins Schloss gefallen ist und atme erleichtert auf. Gott sei Dank war diese Klatschtante in Eile, sonst h├Ątte ich mir noch die neuesten Geschichten ├╝ber ihre H├Ąmorhiden und der schwachen Blase anh├Âren m├╝ssen. Aber jetzt muss ich so schnell wie m├Âglich zu Frau Schmitts, bevor noch jemand den Flur betritt und mir uninterressante Storys aufdr├╝ckt.
Nach dem dritten Klingeln wird mir endlich die T├╝re ge├Âffnet. Die etwas f├╝nfunddreissig j├Ąhrige Frau steht mit einem Bademantel bekleidet und klatschnassen, schulterlangen Haaren vor mir. Sie entschuldigt sich das sie mir so entgegen tritt, aber sie f├╝hlte sich schmutzig und brauchte dringend eine Dusche. Diese werde ich auch gleich brauchen, wenn sie denn G├╝rtel ihres Bademantels nicht bald fester zieht und somit mir den Blick auf ihren Prachtbusen verwehrt. Als k├Ânnte sie Gedanken lesen, befolgte sie meinen Wunsch, was mich aber dann doch ein wenig entt├Ąuscht.
"Wenn sie nichts dagegen haben gehe ich noch kurz ins Bad und ziehe mich an. In der K├╝che ist frischer Kaffee. Bedienen sie sich bitte selbst. Ich bin gleich wieder bei ihnen!"
Mit diesen Worten huscht sie ins Badezimmer und l├Ąsst mich schwitzend in der Diele stehen. Kaffee ist eigentlich nicht das, wonach ich mich jetzt sehen. Aber ein Schluck von der Br├╝he l├Âst wahrscheinlich den beklemmenden Kloss in meinem Hals.
Die K├╝che macht einen sehr heimischen Eindruck. Alles blitzt vor Sauberkeit und der Fussboden ist so rein, das man von ihm essen k├Ânnte. Wenn nur alle der Mieterinnen so einen Sinn f├╝r Reinlichkeit h├Ątten. Manche Wohnungen sind so eingesaut, das mich schon beim betreten der Ekel erschauern l├Ąsst.
Was liegt denn da f├╝r ein Brief auf dem Tisch? Aha, der ist von ihrem Rechtsanwalt. Ich ├Âffne kurz die T├╝re und h├Âre ein lautes Summen aus dem Bad. Sie wird wahrscheinlich ihre Haare f├Âhnen, das kann bei der extremen L├Ąnge ihres Kopfschmuckes noch eine Zeit dauern. Ich schliesse also wieder die T├╝r und schleiche mich zur├╝ck zum Tisch. Ich verstehe zwar nicht viel von dieser mit Paragraphen ├╝bers├Ąten Amtssprache, aber trotzdem kann ich einiges aus dem Geschriebenen herausfinden. So haben sich die Anw├Ąlte der Scheidungsparteien darauf geeinigt, das Frau Schmitts von ihrem Mann eine einmalige Zahlung von einhundertrf├╝nfzigtausend Mark erh├Ąlt. Ausserdem bekommt sie noch einen monatlichen Unterhalt von draitausendf├╝nfhundert D-Mark.
Mir verschl├Ągts die Spucke! Das der Schmitts eine gutbezahlte Stelle hat, habe ich schon immer geahnt,das er aber so viel verdient, das er ohne M├╝he diese Summen zahlen kann, ├╝berrascht mich doch sehr.
Einhundertf├╝nfzigtausend Mark! Was k├Ânnte man mit dem Geld alles anstellen?
Das Ger├Ąusch der schliessenden Badezimmert├╝r l├Ąsst mich mich aus meinen Gedanken zur├╝ck in die Gegenwart rutschen. Schnell lege ich den Brief wieder auf den Tisch und schnappe meine Kaffeetasse. Verdammt! Das war wohl zu heftig! Denn ein Schwall der Br├╝he schwappte aus den Beh├Ąlter und ergoss sich auf die wertvoll aussehnde Tischdecke. In diesem Moment betritt Frau Schmitts die K├╝che und ich laufe rot im Gesicht an. Ich entschuldige mich f├╝r die Sauerei die ich angerichtet habe und w├╝rde mich freuen, wenn ich die Reinigung des kostbaren St├╝cks ├╝bernehmen d├╝rfe. Aber s├Ąmtliche Entschuldigungen helfen nichts. Wie eine Wahnsinnige f├Ąngt sie zu schreien an.
"Um Gottes willen! Was haben sie denn da angerichtet? Das ist ein Erbst├╝ck meiner Grossmutter! Sie ist aus reiner Seide und unbezahlbar. Diese Flecken werden nie mehr rausgehen!"
Wie angewurzelt stehe ich da und verstehe die Welt nicht mehr. Wie kann man nur so ein Theater um ein uraltes St├╝ck Stoff machen? Als die Frau w├Ąhrend des Jammerns auch noch zu Weinen beginnt, wird mein Verst├Ąndnis f├╝r das Verschwinden von Herrn Schmitts immer gr├Âsser.
Langsam verlasse ich die K├╝che und gehe ins Badezimmer. Dreimal dr├╝cke ich den Gummikl├Âppel mit aller Kraft in den Ablauf. Das dadurch Wasser auf den blitzsauberen Fliesenboden tropft ist mir jetzt auch egal.
Soll doch diese Furie noch einen Nervenkrampf bekommen. Was k├╝mmerts mich? Ein Gurgeln aus der Toilette zeigt mir das der Ablauf wieder frei ist. Ich dr├╝cke noch einmal auf die Sp├╝lung, packe meine Sachen und verlasse auf Zehenspitzen das Bad. In der Diele bleibe ich kurz stehen und vernehme ein lautes Schluchzen aus der K├╝che. Kopfsch├╝ttelnd und so leise wie nur irgend m├Âglich, stehle ich mich aus der Wohnung.
Im Flur hole ich erst mal tief Luft. Ich war noch nie so froh wie jetzt etwas versch├╝ttet zu haben. Eigentlich habe ich mir vorgenommen einen Ann├Ąherungsversuch bei ihr zu starten. Doch mein kleines Missgeschick hat mir bewiesen, dass ein Zusammenleben mit dieser Frau keine einhundertf├╝nfzigtausend Mark wert sind.
Aber jetzt brauche ich einen Schnaps. Soll ich noch schnell in meine Wohnung? Ach was! Frau Poborsky hat bestimmt ihren leckeren Kr├Ąuterlik├Âr im K├╝hlschrank. Ausserdem ist der Schweinebraten bestimmt schon gar. Also steig ich hinauf in den vierten Stock. Da riecht doch etwas angebrannt! Frau Poborsky wird doch nicht schon wieder am K├╝chentisch eingeschlafen sein, w├Ąhrend der Braten vor sich hin schmort? Nach dem dritten mal Klingeln bin ich mir sicher, das dem so ist. Mit dem Generalschl├╝ssel ├Âffne ich die Wohnungst├╝re und st├╝rze in die K├╝che. Es w├Ąre doch schade, wenn das leckere St├╝ck Fleisch ein verkohlter schwarze Klumpen w├╝rde.
Verdammt! Was ist denn das? Ich kann mein Tempo gerade noch abbremsen, sonst w├Ąre ich, der am Boden liegenden Frau Poborsky ins Gesicht gestiegen. Mir wird ├╝bel! Die Frau ist ganz blau angelaufen und ich habe das Gef├╝hl, als w├╝rde sie nicht mehr atmen. Was haben wir gelernt, was man bei solchen Symptomen machen muss? Mann, ist das lange her, als ich Sanit├Ąter bei der Bundeswehr war. Ja, jetzt f├Ąllt es mir wieder ein. Als erstes Atmung ├╝berpr├╝fen. Ich lege eine Hand auf ihren Rippenbogen und die andere auf die Brust. Da r├╝hrt sich ja tats├Ąchlich nichts. Da hilft nur eines, Herz- Lungen- Wiederbelebung. Wie ging das denn noch? Ach ja! Als erstes Kopf ├╝berstrecken, aber vorsichtig, sonst knackse ich die Wirbel an. Als n├Ąchstes Mund ├Âffnen und nachsehen, ob da noch irgendwelche Dinge darin sind, die die Luftr├Âhre versperren k├Ânnten. Ahh, hat die alte Mundgeruch! Gegen ├ťbelkeit ank├Ąmpfend beginne ich nun mit der Reanimation. Ist das anstrengend! F├╝nf mal pumpen und einmal pusten. Oha! jetzt ist eine Rippe gebrochen. Hoffentlich steckt sie jetzt nicht in einem Lungenfl├╝gel. Denn dann w├Ąre fast alles f├╝r die Katz.
Gott sei Dank! Sie atmet wieder. Zwar unregelm├Ąssig, aber immerhin! Der Puls ist schwach aber sp├╝rbar. Ich glaub, ich habs geschafft. Langsam ziehe ich mich an einem Stuhl hoch. Jetzt sp├╝re ich schon wieder diese stechenden Schmerzen in meinem R├╝cken.
Wo hat diese Frau ihr Telefon? Ach, da steht es ja! Wie war die Nummer von der Rettungsleitsstelle? Ach ja, 19222. Dauert das, bis da mal einer ran geht. So, jetzt endlich hat einer abgehoben. Ich gebe meinen Namen, die Adresse, die Symptome, und den Namen der Daliegenden an und erkl├Ąre nochmals, dass es sich um einen Notfall handelt und sich die Sanit├Ąter gef├Ąlligst beeilen sollen.
Tief durchatmend lege ich den H├Ârer auf die Gabel und ├╝berlege was noch zu tun ist. Verdammt der Braten. ich reisse den Backofen auf und hole mit einem K├╝chentuch bewaffnet den Br├Ąter aus dem Rohr. Stinkt das vielleicht! Ich brauche frische Luft. Warum klemmt denn das Fenster? Da muss ich demn├Ąchst mal ein Auge darauf werfen. Mit ein bischen Schmierfett d├╝rfte das wieder funktionieren.
Wo bleibt denn bloss der Notarzt? Diese Leute haben ja wohl die Ruhe weg. Die werden wahrscheinlich am Mittagstisch sitzen und einen Schweinebraten verzehren, der mir ja heute leider verwehrt bleibt. Die Welt ist doch ungerecht!
Da f├Ąllt mir ein, das Frau Poborsky im Krankenhaus doch Kleider und Toilettenartikel braucht. Da kann nur Frau Buchmann helfen. Denn ich sehe nicht ein, dass ich in der Unterw├Ąsche einer Frau herumkrame. Ich bin doch nicht pervers.
Wenige Augenblicke sp├Ąter ├Âffnet mir Frau Buchmann ├╝berrascht die T├╝r.
"Sie Herr Hausmeister? Mit ihnen hab ich erst heute nachmittag gerechnet. Die Sahnetorte ist ja noch gar nicht fertig!"
Hastig erkl├Ąre ich der kleinen, dicklichen Frau, was sich schreckliches zugetragen hat und bitte sie, das Packen zu ├╝bernehmen, da ich ja wenig Ahnung habe was so ein weibliches Wesen alles ben├Âtigt. Wie ich gehofft habe, erkl├Ąrt sie sich sofort bereit und eilt mit mir in die Nachbarswohnung. Dort angekommen kontrolliere ich sofort bei Frau Poborsky die Atmung und den Puls. Gott sei Dank ist alles noch regelm├Ąssig.
Frau Buchmann steht an der T├╝rschwelle und sieht kopfsch├╝ttelnd auf die Ohnm├Ąchtige herab.
"Und das in dem Alter!" stottert sie mit kreidebleichem Gesicht, reisst sich aber gleich wieder zusammen."Dann packe ich mal ein paar Sachen zusammen. Sie kommen ja alleine zurecht!" Ich nicke und sie verschwindet ins Bad!
Allein gelassen denke ich dar├╝ber nach, welch unversch├Ąmtes Gl├╝ck Frau Poborsky doch hatte. Denn h├Ątte mir die Schmitts nicht so ein Theater wegen der paar Kaffeeflecken gemacht, w├╝rde ich jetzt noch in ihrer Wohnung sein und ihr Gesellschaft leisten, oder wie man das sonst nennen m├Âchte.
Was w├╝rde wohl mit den Sachen geschehen, wenn ich nicht rechtzeitig gekommen w├Ąre? Soviel ich weiss, hatte, oder hat sie keine n├Ąheren Verwandten. Zumindest habe ich nichts Gegenteiliges geh├Ârt. Es gibt da n├Ąmlich ein paar Dinge in der Wohnung, die ich sehr gut gebrauchen k├Ânnte. Warten wir mal ab, was im Krankenhaus geschieht!
Warum f├╝hle ich mich jetzt so schmutzig? Sind die Gedanken ├╝ber den Verbleib der Wohnungseinrichtung mit Leichenfl├Ądderei zu vergleichen? Ach was! Es sind doch nur Gedanken. Aber trotzdem wasche ich mir jetzt schnell die H├Ąnde. Schaden kann das schliesslich nie!
Im Bad komme ich gerade hinzu, wie Frau Buchmann intensiv eine Schachtel betrachtet.
"Sehen sie sich das mal an, Herr Hausmeister!" sagt sie und streckt mir den Karton entgegen. "Ist das nicht merkw├╝rdig?"
Ich erwidere, das daran nichts merkw├╝rdig sei, schliesslich ist es ganz normal, das Frauen Tampon's benutzen.
"Aber Frau Poborsky ist schon dreiundf├╝nfzig Jahre alt und bekommt immer noch ihre Tage. Ich bin mit siebenundvierzig in die Wechseljahre gekommen und damals hat mein Arzt behauptet das dies schon ein relativ sp├Ąter Zeitpunkt sei. Ich kann gar nicht sagen, was ich damals alles aushalten musste, es war schrecklich."
Bumm! Jetzt ist es passiert. Mir wird ├╝bel. Es geht mir jedesmal so, wenn Frauen meinen, vor mir ├╝ber ihre Menstruations- oder Wechselbeschwerden reden zu m├╝ssen. Was geht mich an, welche Fl├╝ssigkeiten sie ausscheiden und wie sie sich dabei f├╝hlen. Mit der Bemerkung, das jeden Augenblick der Krankenwagen eintreffen k├Ânnte, halte ich Frau Buchmann gerade noch davon ab, mir von ihren Hitzewellen und Krampfadern zu erz├Ąhlen.
"Um Gottes Willen!" ruft sie erschrocken aus. "Sie haben Recht! Und ich habe die W├Ąsche noch nicht eingepackt."
Endlich verl├Ąsst sie das Bad und eilt ins Schlafzimmer. Ich drehe den Wasserhahn auf und schwappe mir eiskaltes Wasser ins Gesicht. Das hat gut getan. H├Ąndewaschen allein h├Ątte nicht mehr gerreicht.
Es klingelt, und ich atme erleichtert auf. Das k├Ânnen nur die Sanit├Ąter sein. Endlich! Ich ├Âffne die T├╝r und die Retter rasen grusslos an mir vorbei in Richtung K├╝che. Woher sie wissen, das dort die Patientin liegt, verbl├╝fft mich doch etwas. Wahrscheinlich nennt man das berufliche Intuition. Der letzte der die Wohnung betritt ist der Notarzt. Er fragt mich sofort, wann ich die Frau gefunden habe, in welchem Zustand sie war und was f├╝r Erste- Hilfe- Masnahmen ich angewandt habe. Kurz und b├╝ndig erz├Ąhle ich dem Mediziner alles was sich zugetragen hat, w├Ąhrend er sich an die Arbeit macht. Bei der Vorbereitung einer Infusionsflasche sieht er mich mit einem anerkennenden Blick an. "Sie haben ihre Sache wirklich hervorragend gemacht!"sagt er und rammt kurz darauf eine ziemlich lange Nadel in die Handfl├Ąche der Bewusstlosen. In diesem Moment betritt Frau Buchmann die K├╝che. Sie stellt sich vor und streckt dem Notarzt die Hand zum Grusse hin. Der nickt ihr aber nur kurz zu, was bezweckt, das sie err├Âtet und nerv├Âs ihre Hand an der Sch├╝rze abwischt.
Nach ungef├Ąhr drei Minuten legen die Sanit├Ąter den unbeweglichen K├Ârper auf die Trage, die sie mitgebracht haben und bef├Ârdern Frau Poborsky damit aus der Wohnung. Frau Buchmann bietet an mitzufahren, damit sie sich um die Formalit├Ąten k├╝mmern kann und bekommt auch prompt die Einverst├Ąndniserkl├Ąrung des Arztes. Kurz darauf bin ich allein in der Wohnung.
Au Mann! war das Heute ein Tag! Als h├Ątten die ungeniesbaren Br├Âtchen nicht gereicht, jetzt muss ich nun auf den Schweinebraten verzichten und die Sahnetorte geht mir auch noch durch die Lappen. Ich werde jetzt in meine Stammkneipe gehen und dort ein Wiener Schnitzel zu mir nehmen. Ein k├╝hles Bier und einen Schnaps hab ich mir auch verdient!
Nachdem ich die Wohnungst├╝re abgeschlossen habe und langsam die Treppe hinabsteige h├Âre ich, wie mir Frau Huber ├Ąchzend und stohnend entgegen kommt.
Ja, bleibr mir denn heute gar nichts mehr erspart?

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Ralph Ronneberger
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Hallo lazarus,

tja manchmal ist es schon richtig zum Heulen, hier auf der Leselupe. Wenn ein Text l├Ąnger als zwei Seiten ist, dann wird er kaum noch gelesen. Ich hab auch nur mal so kurz angeklickt, gelesen und....ich glaube, ich h├Ątte mir sehr viel schmunzeliges Grinsen erspart, wenn ich nicht kleben geblieben w├Ąre. Liest sich gut. Dein Hausmeister erz├Ąhlt locker vom Hocker und es macht Spa├č, ihm zu lauschen. (Manchmal war ich fast schon ein wenig neidisch auf ihn - dann wiederum mu├čte ich ihn arg bedauern. Warum mu├č der Trottel auch die Kaffeetasse umschmei├čen, bevor er einen ausgiebigen Spaziergang ├╝ber die unter dem Bademantel verborgene Landschaft gemacht hat :-)))
Die kleinen, oft satirisch ├╝berspitzten Abenteuer sind gut und flott erz├Ąhlt. Dieser Stil gef├Ąllt mir. Eines mu├č ich jedoch kritisieren. Das sind die fast unertr├Ąglich vielen Tipp-, Rechtschreib- und Grammatikfehler. Eine sorgf├Ąltige ├ťberarbeitung - bei der man vielleicht auch diese oder jene Passage h├Ątte leicht k├╝rzen k├Ânnen - w├Ąre dem Text auf alle F├Ąlle gut bekommen.

Gru├č Ralph
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lazarus
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Danke f├╝r Deine Interessante Kritik. Ich finde, das du in fast allen Punkten recht hast. Auch das mit den Rechtschreibfehlern. Ich muss aber zu meiner Schande gestehen, dass ich meist zu faul bin, die Geschichten, die ich schreibe nochmals zu ├╝berarbeiten. Und wenn es dann soweit ist, das ich etwas ver├Âffentlichen will, denke ich nat├╝rlich nicht mehr daran und schicke es einfach weg. Nene es Schlamperei, Schluddrigleit oder nur Doofheit. Ich weiss, dass ich das dringenst verbessern muss!
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visco
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Lieber Lazarus,

eigentlich wollte ich dir eine Kritik zu deinem Text geschrieben haben. Nachdem ich aber deine Antwort an Ralph gelesen und einen Blick in dein Profil geworfen habe, dr├Ąngte sich mir f├Ârmlich die Frage auf, warum ich mir wohl diese M├╝he machen sollte. Da verwende ich meine Zeit doch lieber auf diejenigen, die hier Texte einstellen, um durch einen konstruktiven Austausch mit anderen Anregungen zur Verbesserung zu erhalten.

Gru├č
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Ich hatte eine L├Âsung gefunden, nur passte sie nicht zum Problem.

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lazarus
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Danke f├╝r Deine Kritik!
Es ist nicht so, das ich meine Schreibweise und meine Faulheit verbessern will! Darum stelle ich ja auch meine Geschichten hier herein um Anregungen zu erhalten.
Und das mit den Rechtschreibfehlern liegt auch daran, dass ich, was das Tippen anbelangt, noch immer im Embryoalter bin. Ich bin froh, wenn ich eine Geschichte geschrieben habe ohne mir die finger zu brechen. Das sich da auch noch Fehler einschleichen, ist wohl nachvollziehbar. Aber ich bin fleissig am ├╝ben, und wie ich schon gesagt habe, mein ├ťberarbeitungswillen wird auch noch verbessert! versprochen.
Ich w├Ąre aber trotzdem froh, von dir eine Kritik zu meiner geschichte zu erhalten!
Danke
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