Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5438
Themen:   92257
Momentan online:
85 Gäste und 3 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Krimis und Thriller
Ein Schauspiel
Eingestellt am 30. 04. 2004 13:15


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Hyde
Hobbydichter
Registriert: Apr 2004

Werke: 3
Kommentare: 0
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Hyde eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

„Wo ist diese Schlampe? Ich bring sie um! Ich bring sie um!“
Betty drehte sich um und schaute auf die TĂŒr, von woher das Gefluche kam. Sie rechnete damit, dass es ein verrĂŒckgewordener Fan von Sarah Newman war, der es irgendwie geschafft hatte, die Wachen auszutricksen und in das GebĂ€ude einzudringen. Sie machte sich bereit, von ihrem Platz aufzuspringen und ihre Arbeitgeberin zu verteidigen, doch als die TĂŒr mit einem lauten, donnernden Schlag aufgerissen wurde, katapultierte sich ihr Herz aus der AtmosphĂ€re. Ihr wurde schwindlig, so dass sie wieder auf ihren Stuhl sackte. „Mr. O-O-Owen, was 
”, stammelte sie und konnte es nicht fassen, dass es nicht irgendein verrĂŒcktgewordener Fan war, sondern der Schauspielkollege von Miss Newman. Das Gesicht des Mannes war beinahe nicht mehr zu erkennen, derart hatte es sich im Zorn verĂ€ndert. Er hatte dunkle Augenringe, die wie die Furchen des Grand Canyons aussahen, wĂ€hrend die braunen Augen tief in den Höhlen lagen und funkelten, als wĂŒrden sie die Dinge nun anders wahrnahmen. Sein Hemd war falsch zugeknöpft und der Reisverschluss seiner Hose stand offen. Sein pechschwarzes Haar stand wild vom Kopf ab und in seiner Hand hielt er verkrampft eine Waffe. Bettys Herz hörte auf zu schlagen. Sie griff sich an die Brust und fuhr mit dem Schreibtischstuhl gegen die hintere Wand, um so einen grĂ¶ĂŸeren Abstand zwischen sich und dem Mann, den sie einmal als George Owen gekannt und der sich auf einmal so sehr verĂ€ndert hatte, zu bringen. Dennoch wich ihr Blick nicht von der Pistole, die er in der Hand hielt. Betty kannte sich mit derartigen Dingen nicht aus, meinte sich jedoch zu erinnern, dass das eine .32er war.
Um Gottes Willen, was hat er denn mit der Waffe vor?, hallte es in ihrem Kopf. Irgendetwas wollte sie tun, irgendetwas sagen, aufstehen und sich dem Mann in den Weg stellen, nach Miss Newman rufen und sie warnen, aber sie war wie festgenagelt, zu keiner Handlung mehr fĂ€hig. Betty fĂŒhlte, wie ihr Schweiß die SchlĂ€fen hinunterrann und wie ihre Halsschlagader hektisch pochte.
„Dir werd ich’s zeigen, mich, den großartigen George Owen, so zu hintergehen. Du kleine Schlampe, du hast schon lange eine Abtreibung verdient!“, fing Mr. Owen erneut an zu keifen und Betty fiel auf, dass er ganz heißer klang, wie wenn er dieses Klagelied schon seit Stunden sĂ€nge.
George Owen stob an Bettys Schreibtisch vorbei und auf die TĂŒr zu, wohinter sich Sarah Newman gerade auf ein Interview vorbereitete. Der Wind, den er dabei erzeugte, scheuchte seinen sauren Schweißgeruch in die Nase der Assistentin, was diese wieder zur Besinnung brachte. Sie sprang auf, eilte um den Schreibtisch herum und schrie: „Mr. Owen, was haben Sie vor? Lassen Sie sofort die Waffe fallen! Mr. Owen ...“ In diesem Moment riss Mr. Owen die TĂŒr auf, auf der in goldenen, glitzernden Lettern der Namen von Sarah Newman stand. Kaum eine Sekunde spĂ€ter hörte sie den spitzen Schrei von Miss Newman und einen Schuss, der ihren gesamten Leib wie bei einem Erdbeben erschĂŒtterte. Erstarrt blieb Betty stehen und lauschte. Nichts. Nicht der kleinste Laut war zu hören, nur ihr eigener rasselnder Atem. TrĂ€nen schossen ihr in die Augen und sie dachte: Oh nein, Miss Newman. Was hat dieser Kerl nur getan? Sobald sie sich wieder halbwegs im Griff hatte, stĂŒrmte sie zum Schreibtisch zurĂŒck und griff nach dem Telefonhörer, um die Polizei zu rufen.

George Owen mochte die morgendlichen Besprechungen, vor allem wenn es um ein neues StĂŒck ging, dass sie am Metropolis Theatre auffĂŒhren sollten. Seit zwölf Jahren war er nun Theaterschauspieler und er liebte diesen Job. Bevor er den ersten großen Erfolg mit „Hamlet“ gefeiert hatte, hatte er seinen Lebensunterhalt als Barmann im „Roxy“, einem heruntergekommenen Lokal in Queens, verdient und ab und dann Schauspielunterricht gegeben. Doch er wusste, dass keiner, den er bis dato unterrichtet hatte, sein Talent besaß. Wenn er in den Spiegel sah, spĂŒrte er die Ausstrahlung, die wie Wellen von ihm ausgingen und es stand schon mehrmals in einschlĂ€gigen Theaterzeitschriften, dass er es stets schaffte, sein Publikum so zu fesseln, dass sich selbst Houdini daraus hĂ€tte nicht befreien können. Das gab ihm natĂŒrlich ein unglaubliches HochgefĂŒhl, das besser wirkte als jede Droge. Allerdings hatte er ein kleines Handicap und dieses lautete: Sarah Newman. Er konnte es einfach nicht verstehen, aber wenn er nicht mir ihr auf der BĂŒhne stand, hatte er keinen Erfolg. Bevor er mit der Hamlet-Rolle (in dem StĂŒck spielte Sarah Newman, die in Fachkreisen nur „die Graziöse“ genannt wurde, die Ophelia) den Durchbruch geschafft hatte, hatte niemand ein positives Wort fĂŒr ihn ĂŒbrig gehabt und auch danach, als er wieder ohne Sarah Newman aufgetreten war, wollten ihn die Besucher und Theaterbesitzer nicht sehen, gleichsam er hĂ€tte irgendeine ansteckende Krankheit. Zwei Jahre lang hatte er wieder ein tristes Dasein gefristet und geglaubt, dass sein Ruhm mit der Hamlet-Vorstellung vorĂŒber war. Dann kam ein Produzent und wollte mit ihm die Tragikkomödie „Die graue Rose auf dem Balkon“ auffĂŒhren. George gefiel die Story um ein schĂŒchternes MĂ€dchen und einem feurigen Liebhaber auf anhieb und so wurde er fĂŒr die Rolle des Liebhabers verpflichtet. Und als er erfuhr, wer seine Partnerin werden sollte, verwandelten sich seine Synapsen in Feuerwerke, denn immerhin hatte er mit ihr bis dahin seinen grĂ¶ĂŸten Triumph auf der BĂŒhne gefeiert.
Das StĂŒck mit ihm und Sarah Newman war ein Riesenerfolg und verhalf ihm zu einem Engagement im renommierten Metropolis Theatre in Manhattan. Er bekam einen Vertrag ĂŒber zwei StĂŒcke, jedoch unter der Bedingung, dass seine Partnerin jeweils Sarah Newman war. Zwar fand diese in der Theaterwelt ein wenig mehr Anklang als George, aber auch sie hatte die grĂ¶ĂŸten Erfolge mit ihm gefeiert, weshalb beide das Angebot angenommen hatten.
Die zwei produzierte StĂŒcke wurden große Hits und nachdem sein Vertrag ausgelaufen war, war sich George Owen sicher, dass er von nun an auch ohne Sarah Newman Erfolge feiern wĂŒrde. Schnell fand er einen Regisseur, der mit ihm arbeiten wollte, doch das aufgefĂŒhrte StĂŒck lief nur mit mĂ€ĂŸigem Interesse. Und das Schauspiel danach brachte George wieder die gleichen schlechte Kritiken ein wie zu seinen Anfangszeiten. Aus diesem Grund fing er an zu resignieren und zu trinken. Trotzdem verfolgte er aus Neugierde die Laufbahn von Sarah Newman, die sich aber außer ein paar kleineren Rollen aus der Öffentlichkeit verabschiedet hatte.
George versuchte irgendwann, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, was ihm aber erst gelang, als das Metropolis Theatre ihm den Vorschlag unterbreitete, erneut mit Sarah Newman zu arbeiten. Das Theater hatte im letzten Jahr Verluste gemacht und brauchte dringend einen Hit, weshalb die Theaterleitung auf die alten Publikumsmagnete zurĂŒckgriff. NatĂŒrlich sagte George sofort zu und nachdem die Premiere gelaufen war, lobten ihn die Kritiker abermals in den Himmel, wĂ€hrend das Publikum in Scharen ins Theater lief. Das war vor fĂŒnf Jahren gewesen und seitdem war sein beruflicher Erfolg unzertrennlich mit der Zusammenarbeit mit Sarah Newman verbunden.

„MĂŒssen wir das unbedingt auffĂŒhren? Ich meine nach dem Afghanistan- und Irak-Krieg und den stĂ€ndigen Auseinandersetzungen zwischen den Israelis und den PalasteinĂ€sern? Produziert nicht schon Hollywood genĂŒgend Kriegsfilme, mĂŒssen da auch noch wir so ein StĂŒck auffĂŒhren?“, klagte Sarah.
Das ist mal wieder typisch fĂŒr sie, dachte Gorge, kaum hat die Besprechung angefangen, da fĂ€ngt sie zu mosern an. Ihm war sowieso aufgefallen, dass sie in den letzten Wochen immer lustloser geworden war, was ihre Arbeit betraf. George kam es so vor, als wĂ€re ihr alles egal, Hauptsache sie konnte mosern, wie ein kleines verzogenes Kind.
„Sarah, das ist kein KriegsstĂŒck, sondern es geht um eine Terroristengruppe, die fĂŒr eine faire Sache kĂ€mpft und in dessen Mittelpunkt eine große Liebe steht. Das hat Tiefgang und seit zwei Jahren streiten sich die TheaterhĂ€user darum, wer es auffĂŒhren darf. Da solltest du schon ein wenig mehr Freude an den Tag legen, dass Metropolis gewonnen und uns beide fĂŒr die Hauptrolle ausgesucht hat“, sagte George, der sich dabei nach vorne gebeugt hatte, um so mitten in die Augen seiner Kollegin sehen zu können. Er musste sich sehr beherrschen, nicht mit den Augen zu blinzeln und den Blick abzuwenden, denn er konnte gut nachvollziehen, warum die Zeitschriften sie als „die Graziöse“ bezeichneten. Sie war hochgewachsen und ihr blondes Haar hing ihr meistens ins Gesicht, wodurch sie dieses fast ganz verdeckten und ihr damit eine Aura des Geheimnisvollen verlieh. Ihre Augen waren stechendblau, gleichsam sie hĂ€tten die Farben des Wassers und des Himmels aufgesogen. Sarah war schlank wie eine Gazelle und ihr Gang glich der einer Elfe, die durch morgentaubenetztes Gras lief. George könnte sich in Sarah verlieben, wenn da manchmal nicht diese GleichgĂŒltigkeit gegenĂŒber ihrem Job wĂ€re, den er wiederum ĂŒber alles liebte. Außerdem war sie fĂŒr seinen Geschmack viel zu scheu. Sie gab nur ungern Interviews und von den Premierenfeiern verschwand sie recht schnell wieder. Er hingegen war ein Lebemann, wie es im Buche stand. Er ließ keine Party aus, zu der er eingeladen wurde und die ihm wichtig genug erschien. Interviews gab er ebenfalls gerne, denn da konnte er ĂŒber sich selbst reden.
„Wenn du meinst, George. Aber warum bringt Gerald (der Protagonist des StĂŒcks) dann zum Schluss Cecile (die Protagonistin des StĂŒcks) um, wenn es um die große Liebe geht?“, konterte Sarah und fing seinen Blick mit einem Netz ein.
„Weil es auf der Welt manchmal wichtigere Dinge gibt, als das persönliche GlĂŒck. Gerade das macht das StĂŒck ja so gut“, antwortete Gorge. Er musste sich sehr beherrschen, dass er sie nicht anschrie und die Wut in ihm die Oberhand gewann. Einmal mehr fragte er sich, warum sie sich so dumm und arrogant verhielt. Oder konnte sie nicht anders?
„George hat Recht. ‚Der innere Kreis’ hat uns sehr viel Geld gekostet und gerade in solche kriegerischen Zeiten, wie sie momentan herrschen, ist es doch umso wichtiger, den Leuten zu zeigen, dass es zu den offensichtlichen Dingen immer noch eine zweite Seite gibt, die tiefer geht“, sagte der Regisseur Peter Schimski, der eigentlich heute die ersten Einstellungen mit den beiden Hauptdarstellern durchgehen wollte.
„Und der Tiefgang dieses StĂŒcks ist, dass Cecile ihren Freund verrĂ€t, er das herausbekommt und sie deshalb tötet?“
„Cecile verrĂ€t Gerald ja nur deshalb, weil sie damit sein Leben retten möchte, er das aber nicht weiß und sie, seine große Liebe, fĂŒr die gerechte Sache, fĂŒr die er kĂ€mpft, opfert. Aber du weißt ja, dass das nicht ohne Folgen bleibt und er zum Schluss vor Kram verrĂŒckt wird und sich von der Gesellschaft völlig isoliert.“ WĂ€hrend George das sagte, merkte er, wie es in seinem Bauch zu kribbeln anfing, als hĂ€tte er zwei Dutzend Brausebonbons gegessen, und wie es ihm heiß und kalt den RĂŒcken herunterlief. Er hatte sich schon wĂ€hrend dem lesen in das Manuskript von „Der innere Kreis“ verliebt. FĂŒr ihn war es das stĂ€rkste Drehbuch, das er bis dato in den HĂ€nden gehalten hatte und mehr als alles andere auf der Welt, wollte er diesen Gerald spielen. Von ihm aus konnte danach seine Karriere beendet sein. Das war ihm egal, solange er nur bei diesem StĂŒck mitwirken konnte und das sollte bei George Owen etwas heißen.
„Gut gesprochen, George. Ich denke damit ist die Sache geklĂ€rt und wir können uns an die Arbeit machen. Was meinst du, Sarah?“, sagte der Regisseur und klatschte einmal krĂ€ftig in die HĂ€nde. Doch Sarah Newman hatte dazu nichts zu sagen, sie nickte lediglich zaghaft mit dem Kopf, wie wenn sie befĂŒrchtete, wenn sie sich stĂ€rker bewegen wĂŒrde, wĂŒrde er herunterfallen.
In den nĂ€chsten drei Wochen probten George Owen und Sarah Newman fast jeden Tag. Wenn Sarah nicht gerade eine ihre Macken hatte und einen auf stur machte, kamen sie gut voran und George verliebte sich jeden Tag ein StĂŒck mehr in „Der innere Kreis.“ Nach und nach trafen auch die ersten Teile des BĂŒhnenbilds ein. Darunter war eines, das eine tiefe Schlucht darstellen sollte. Dieses Fragment stand nun auf der BĂŒhne, wĂ€hrend George und Sarah ihren Text ĂŒbten. Sarah sprach ihren Dialog, derweil setzte George in seinem Verstand die einzelnen Teile des BĂŒhnenbildes zusammen und transportierte sich in eine andere Welt (beam me up, Scotty), in der er tatsĂ€chlich Gerald Conner war. Er saß auf dem Rand der Schlucht, hinter sich ein zerbombtes Haus und noch ein StĂŒck weiter hinten ein Leichnam, der in Blut getrĂ€nkt war, wie ein CroĂ»ton in Tomatensuppe. Gerald gab einen Monolog ĂŒber die Grausamkeit der Welt von sich und wie sehr er doch Cecile Roberts liebte, die er vor kurzem kennen gelernt hatte. Das Ganze erinnerte ihn ein wenig an Hamlets Szene mit dem TotenschĂ€del.
George wurde gewaltsam mit einer eiskalten Hand aus seiner Traumwelt herausgerissen, sowie Sarah mit hoher Stimme keifte: „Verdammt George, du hast deinen Einsatz verpasst!“
„Das ist doch nicht so schlimm, Sarah. Proben wir die Szene einfach noch einmal“, entgegnete Mr. Schimski, trat an die BĂŒhne heran und starrte zu den beiden hinauf.
„Nein! Ich habe keine Lust mehr und brauche erst einmal eine Pause“, erwiderte Sarah und verschwand mit schnellen Schritten, die nichts mehr elfengleiches an sich hatten, hinter der BĂŒhne.
Mr. Schimski stöhnte auf, warf das Manuskript auf den Stuhl hinter sich und eilte ebenfalls hinter die BĂŒhne.
Obwohl George wieder zu sich gekommen war, blieb er einfach stumm stehen. Mit einem inneren Aufschrei beobachtete er, wie sich Sarah einmal mehr wichtig machte und mit einem dramatischen Abgang hinter der BĂŒhne verschwand. Das war nicht das erste Mal und George hatte nicht mehr die Lust, darauf zu reagieren. Ja, er war fĂŒr einen Moment in eine andere Welt abgetaucht gewesen, aber das war kein Grund, sich derart aufzufĂŒhren, zumal sie viel öfters die Probe störte. Mindestens jede zwei Stunden einmal, dachte er, setzte sich auf den Rand der BĂŒhne und zog aus seiner Hosentasche eine Zigarette heraus, die er anzĂŒndete. Er sog den herben, jedoch angenehmen Geschmack nach Tabak tief ein, wobei er die Augen schloss und sowie er den Rauch ausstieß, stieß er damit auch seinen Zorn aus. George musste sich unbedingt beherrschen, wenn er nicht etwas Dummes mit Sarah anstellen wollte. Dumpf hörte er, wie diese hinter der BĂŒhne mit dem Regisseur ĂŒber irgendetwas sprach, aber er konnte nichts Genaueres hören. Deshalb vermutete er, dass sich Sarah bei ihm erneut ausließ, dass sie mit dem StĂŒck nicht zufrieden war. Doch da das GesprĂ€ch lĂ€nger dauerte als ĂŒblich, versuchte er zu lauschen. Seine Ohren schienen sich wie bei einem Luchs zu stellen, trotzdem war das Einzige, was er mitbekam, dass Mr. Schimski ihr zustimmte und sagte, er wĂŒrde sich darum kĂŒmmern. Was kann diese Schnepfe schon sagen, dass Peter Schimski ihr zustimmen kann?, fragte sich George. Er wartete noch fĂŒnf Minuten, dann sprang er von der BĂŒhne und schlenderte in die Kantine, um etwas zu essen. Sein Magen knurrte bei diesem Gedanke.
Zwei Tage nach diesem Zwischenfall wollte Mr. Schimski mit George und Sarah die drittletzte Szene von „Der innere Kreis“ durchspielen. Er stand mit wilder Frisur und unordentlicher Kleidung in einem unfertigen BĂŒhnenbild, das spĂ€ter einmal eine kleine Wohnung darstellen sollte, indem Cecile vorrĂŒbegehend wohnte.
„Sarah, du sitzt auf dem Stuhl am Schreibtisch und tust so, als mĂŒsstest du einige SchriftstĂŒcke ganz genau studieren. Aber du kannst dich nicht konzentrieren, weil du stĂ€ndig an Gerald denken musst, den du gerade bei der Regierung verraten hast, um sein Leben zu retten“, gab der Regisseur die Anweisung.
Sarah nickte und verschwand im BĂŒhnebild.
Nun wandte sich Mr. Schimski George zu und sagte: „Und du George, stĂŒrmst wie ein Wahnsinniger in das Zimmer. Die TĂŒr, die noch nicht geliefert worden ist, musst du dir halt denken, genauso wie Marie, Ceciles beste Freundin, die im Vorraum an einem Tisch sitzt, aber ich denke, das ist kein Problem fĂŒr dich. Also, du stĂŒrmst durch den Vorraum in das Zimmer von Cecile, in der vollen Überzeugung, sie hĂ€tte dich nur ausgenutzt und dich mit böser Absicht verraten. In der Hand hĂ€ltst du krampfhaft die Waffe und verfluchst und beschimpfst sie, wĂ€hrend du dir selbst VorwĂŒrfe machst, dass du so dumm gewesen warst, ihr zu vertrauen.“
George nickte und stellte sich auf seine Ausgangposition und nachdem der Regisseur „Los“ gerufen hatte, stampfte er mit sturmtobenden Blick der imaginĂ€ren TĂŒr entgegen. Doch kaum fing er an, Cecile zu verfluchen, lachte Sarah laut auf. TrĂ€nen kullerten ihr ĂŒber die Wangen und mit gerötetem Gesicht sagte sie: „Entschuldigung, aber ich konnte nicht mehr. Als George angefangen hat, mich als Schlampe zu bezeichnen, ist ...“ Sarah konnte nicht mehr weitersprechen, denn ein zweiter Lachanfall ĂŒberkam sie und George musste an den Lachsack denken, den er vor kurzem in einem ScherzartikelgeschĂ€ft gesehen hatte, wo er fĂŒr seine zehnjĂ€hrige Nichte ein Geschenk gesucht hatte.
„Schon gut. Machen wir eine Pause“, sagte Peter Schimski.
„Ach, verflucht!“, schrie George und sah zu, wie Sarah von der BĂŒhne kletterte. Sie flĂŒsterte etwas ins Ohr des Regisseurs, sah fĂŒr eine Sekunde zu ihm auf und verschwand danach aus dem Saal, wobei Mr. Schimski ihr hinterher schrie, dass bis morgen alles erledig sei.
WĂ€hrenddessen stieg in George eine unglaubliche Wut auf, die er kaum unterdrĂŒcken konnte. Ihm kam das Bild eines Dobermanns in den Kopf, der angekettet war und der eine Katze sah, die er am liebsten zerfleischen wĂŒrde, aber durch die Kette daran gehindert wurde und deshalb wie verrĂŒckt bellte und die Lefzen zurĂŒckzog, wodurch SpeichelfĂ€den auf das Gras tropften.
Arrogante Pute! Sie nimmt die Sache ĂŒberhaupt nicht Ernst und weiß nicht, in was fĂŒr einem wundervollem StĂŒck sie mitspielen darf. Und wahrscheinlich macht sie das nur, weil sie weiß, wie viel mir an „Der innere Kreis“ liegt und es ihr Spaß macht, mich zu Ă€rgern. George merkte, wie seine rechte Hand vor lauter Anspannung zitterte. Er ballte sie zur Faust und verließ das Theater auf dem schnellsten Weg, bevor er die Kontrolle ĂŒber seine Wut endgĂŒltig verlor.

George Owen wusste nicht, wie viel Uhr es war, als am nĂ€chsten Morgen das Telefon klingelte. Er rieb sich den Schlaf aus den Augen, stand nur in Boxershorts gekleidet auf und lief trunken ins Wohnzimmer, wo das Telefon keifte. „Ja, verdammt, ich komm schon“, krĂ€chzte er und riss den Telefonhörer von der Gabel und sagte: „Hallo, wer ist da?“
„Hallo George, ich bin’s, Peter. Es tut mir leid, dass ich dich geweckt habe, aber ich musste dich erreichen, bevor du zu den Proben ins Theater kommst.“
„Was? Wieso? Ist etwas passiert?“ Plötzlich war George hellwach und aus irgendeinem unbekannten Grund ĂŒberfiel ihn eine GĂ€nsehaut und ein Kloß pulsierte in seiner Kehle, der ihm die Luft zum Atmen nahm. George rĂ€usperte sich, um wieder besser atmen zu können.
„George, es tut mir leid, dir das sagen zu mĂŒssen, aber ich habe das mit der Theaterleitung abgesprochen und die stimmt der Sache zu.“
„Welche Sache? Verdammt Peter, rĂŒck endlich mit der Sprache raus!“ George wurde noch nervöser, denn jetzt wusste er, dass es um etwas wirklich Wichtiges ging. Er setzte sich kerzengerade hin.
„George, du wurdest entlassen. Ich meine, du kannst weiterhin fĂŒr Metropolis arbeiten, wenn du möchtest, aber die Produzenten haben entschieden, einen anderen Hauptdarsteller fĂŒr „Der innere Kreis“ zu suchen. Es tut mir leid.“
Jegliche Farbe floh aus seinem Gesicht. Der Telefönhörer rutschte ein StĂŒck aus seiner Hand, wĂ€hrend er sich so vorkam, als ob er einen Schlag von Mike Tyson persönlich in den Magen bekommen hĂ€tte. Sein Atem kam nun endgĂŒltig zum Stillstand und sein Kopf fing an zu Pochen. Vor seinen Augen drehte sich alles und fĂŒr einen Moment glaubte er, er mĂŒsste sich ĂŒbergeben. Dann fing er sich wieder und Wut schoss in ihm hoch wie Wasser aus einem Hydranten. Er kniff die Augen zusammen und fragte sich, wie sie ihm das nur antun konnten. Jeder wusste, wie wichtig ihm dieses StĂŒck war. FĂŒr „Der innere Kreis“ wĂŒrde er töten! Verdammt, nach all den Jahren hatte er eine besser Behandlung verdient als das! George konnte das nicht verstehen und war sich sicher, dass etwas anderes oder vielmehr jemand anderer dahinter steckte. Er brĂŒllte in den Hörer, den er so fest umklammerte, dass die Knöchel an seiner Hand weiß hervortraten: „Wer steckt dahinter, Peter? Warum tut man mir das an? Verdammt und noch mal, warum tut man mir das an! Sag es mir, Peter, wer steckt dahinter? Ist es diese Sarah Newman, die meint, sie kann sich alles erlauben?“
Es war still am anderen Ende.
„Peter!“
Leise hörte er eine Stimme. „Ja, das war Sarah Newmans Wunsch. Sie hĂ€tte das StĂŒck geschmissen, wenn sie weiterhin mit dir hĂ€tte spielen mĂŒssen. Und du weißt doch, was die Kritiker ĂŒber sie sagen, sie ist „die Graziöse“. Die Theaterleitung konnte es sich nicht leisten, sie zu verlieren. Du weißt, welche Anziehungskraft sie auf das Publikum hat. Sie hat eben das Gewisse Etwas.“
„Ach, und auf mich kann man verzichten? Ich verstehe, ich bin ja nur der Dreck unter den Fußsohlen von Sarah Newman. Du weißt, dass die Kritiker mich ebenfalls mögen, Peter. Das ist ungerecht!“
„George, ich ...“, begann Mr. Schimski, aber er wurde abgewĂŒrgt, als George den Hörer auf die Gabel knallte. Er konnte nicht mehr denken. Sein rationaler Verstand wurde durch etwas Primitiveres ersetzt und er merkte, wie seine rechte Hand stĂ€rker als am Tag zuvor zitterte. „Diese verdammte Schlampe hat das von Anfang an geplant. Sie wollte mich hinausdrĂ€ngen und den ganzen Ruhm fĂŒr sich einheimsen. Derweil hat sie das StĂŒck nie gemocht und jetzt hat sie es tatsĂ€chlich geschafft, mich aus dem Projekt werfen zu lassen. Mich, der dieses StĂŒck mehr liebt als sein eigenes Leben. Der werde ich es zeigen, sich mit George Owen anzulegen!“, brĂŒllte George gegen die WĂ€nde des Wohnzimmers. Er ging ins Schlafzimmer, zog sich ohne großes Interesse an und kramte die .32er aus der Schublade, in der er seine UnterwĂ€sche lagerte. Vor einem Jahr war jemand in sein Haus eingebrochen, wĂ€hrend er auf einer Party gewesen war. Zum GlĂŒck wurde nichts gestohlen, was ihm wirklich am Herzen lag, aber seit jenem Tag hatte er eine Waffe im Haus. Man konnte ja nie wissen.
George steigerte sich in seine Wut ĂŒber Sarah Newman immer weiter hinein, weshalb in ihm der Drang entstand, stĂ€ndig zu schreien, wenn er nicht platzen wollte. Doch das allein wĂŒrde nicht reichen, es mussten Taten folgen! Taten, die endgĂŒltig waren. So steckte er die Pistole in seine Tasche und verließ das Haus mit verzausten Haaren und mit einer PrimitivitĂ€t im Herzen, die sein Verstand ersetzt hatte und die aus der Zeit vor dem Homo sapiens stammte.

Sarah Newman saß ihn ihrem Raum vor einem Spiegel und schaute sich die Karteikarten an, die sich gemacht hatte und auf denen die Antworten fĂŒr die Fragen standen, die ihr wahrscheinlich der Journalist stellen wĂŒrde. Sie mochte es nicht, Interviews zu geben. Aber des gehörte eben nun einmal dazu, wenn man eine Person der Öffentlichkeit war, wie es so schön hieß. Also versuchte sie wenigstens, sich so gut wie möglich auf das Interview vorzubereiten. Das man sie bei diesem fragen wĂŒrde, wie es dazu kam, dass man ihren jahrelangen Kollegen George Owen aus der Produktion von „Der innere Kreis“ herausgenommen hatte und sie nicht, machte sie froh. Es war noch zu frĂŒh, als dass die Journalisten davon Wind bekommen hĂ€tten können. Sarah wusste, dass viele sie fĂŒr unnahbar, vielleicht sogar arrogant hielten und sie leugnete das nicht. Aber was erwartete man von ihr? Sie war eine Frau von Ende dreißig und hatte keinen Mann an ihrer Seite. Nicht, dass es ihr an Angebote mangelte, doch jedes Mal stellet sich heraus, dass diese Kerle nicht wirklich sie mochten, sondern die Sarah Newman, die in der Presse als „die Graziöse“ bekannt war. Das machte sie traurig. Immer noch hatte sie die kleinmĂ€dchenhafte Vorstellung, dass irgendwann ein Prinz in schimmernder RĂŒstung angeritten kĂ€me und sie in sein weißes Schloss entfĂŒhren wĂŒrde, um sie zu verwöhnen. Dennoch war sie nicht so naiv zu glauben, dass das tatsĂ€chlich irgendwann geschehen wĂŒrde und so hatte sie sich selbst eine RĂŒstung zugelegt. Vor allem seit sie mit diesem George Owen zusammenarbeitete. OberflĂ€chlich schien er ja ganz nett und verstĂ€ndnisvoll zu sein, aber das war er nicht. Im Gegenteil, er behandelte sie von oben herab und tat stĂ€ndig so, als wĂ€re er das Genie der Theaterszene, der ein gutes StĂŒck aus zehn Meilen Entfernung riechen konnte. Genauso wie es bei „Der innere Kreis“ gewesen war. Auch sie wusste, dass das ein tolles StĂŒck war, aber konnte man nicht trotzdem Zweifel haben, ein StĂŒck ĂŒber Terrorismus in solchen Zeiten, wie sie gerade herrschten, aufzufĂŒhren? Nein, wenn es nach George ging nicht. Das war fĂŒr Sarah der absolute Gipfel gewesen, wie er sich wegen „Der innere Kreis“ aufgefĂŒhrt hatte und sie noch mehr als sonst wie eine Idiotin behandelt hatte, die nichts von Kunst verstand. Der hat wohl vergessen, dass seine Karriere mit meiner verbunden ist. Einzeln sind wir nichts, aber zusammen ... zusammen sind wir der König und die Königin der Theaterszene!, dachte sie. NatĂŒrlich gefiel ihr der Ruhm, aber ihr war er nicht so wichtig wie George und es wurde Zeit, dass man ihm eine Lektion erteilte, sich nicht so herablassend gegenĂŒber anderen aufzufĂŒhren. Und wie konnte man einem besser einen Denkzettel verpassen, als einem das zu nehmen, was einem am wichtigsten war? Sarah hatte gewusst, wenn sie ihre Karten bei Peter Schimski richtig einsetzen wĂŒrde, wĂŒrde sie es schaffen, dass man George Owen feuerte. Immerhin war sie die Wichtigere von beiden, wenngleich er das nicht wahrhaben wollte.
Sarah legte einen der Karteikarten auf die Ablage vor ihr und wollte sich gerade der nĂ€chsten Antwort widmen, als sie draußen George hörte, der sie als Schlampe bezeichnete. Sofort wusste sie, dass er die Nachricht erhalten hatte, dass er an „Der innere Kreis“ nicht mehr mitwirkte und sicher war er darĂŒber wĂŒtend. George verlor sehr schnell die Beherrschung, ein weiterer Charakterzug seiner Arroganz. Dann war ihre Assistentin Betty zu hören, die bestĂŒrzt „Mr. Owen“ rief. Das ließ sie aufschrecken, denn in der Stimme von Betty schwang etwas Ängstliches mit. Das LĂ€cheln, das ihr Gesicht gerade noch geschmĂŒckt hatte, fiel augenblicklich von ihr ab, wie ein Eiszapfen am unteren Balkonrand, wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen des FrĂŒhlings einsetzten. Instinktiv stand sie auf, eilte zum gegenĂŒberliegendem Schrank und kramte eine Pistole heraus. Woher sie die hatte, wusste sie nicht mehr genau, glaubte sich aber zu erinnern, dass sie sie von ihrer Schwester bekommen hatte. Diese vertrat die Meinung, dass viel zu viele verrĂŒckte Typen in Amerika herumliefen und dass eine Frau sich vor ihnen schĂŒtzen mĂŒsste.
Die Waffe fĂŒhlte sich merkwĂŒrdig hart und kalt in ihren HĂ€nden an und beinahe hĂ€tte sie sie wieder beiseitegelegt, aber in dem Moment riss George die TĂŒr mit einer derartigen Wucht auf, dass sie beinahe aus den Angeln sprang. Sarah gab einen Stoßschrei von sich. Ihr Herz raste wie ein Schnellzug und ihr ganzer Körper wurde von einem Schweißfilm eingehĂŒllt. Dann sah sie, dass George ebenfalls eine Waffe in der Hand hielt, mit der er direkt auf ihren Kopf zielte. Sie erkannte den irren Blick in seinen Augen und da wusste sie, dass er Ernst machen wĂŒrde. Also tat sie das, was sie tun musste: sie schoss, bevor er schießen konnte.
Sarah traf ihn mitten in den Bauch, wo sich jetzt ein kleines schwarzes Auge auftat, aus dem rotes Blut quoll. Georgs Augen waren weit aufgerissen und zeugten von Verwirrtheit, wĂ€hrend er die Pistole wie einen zu schwergewordenen Stein auf den Boden fallen ließ. Ein paar Sekunden spĂ€ter folgte er wie in tranceversetzt der Pistole auf den Boden. Von ganz weit weg, vielleicht aus Europa, hörte Sarah Betty, die aufgebracht mit der Polizei sprach.

Auf dem Polizeirevier legte Sarah Newman ein volles GestĂ€ndnis ab. Der Mord wurde ihr jedoch nicht angelastet, da sie aus Notwehr gehandelt hatte, wie auch Betty beschwören konnte. Allerdings erhielt sie eine Geldstrafe, wegen unerlaubtem Waffenbesitz. Darauf kĂŒndigte sie bei Metropolis Theatre, zog in eine andere Stadt und man hörte nie wieder etwas von ihr.
Das TheaterstĂŒck „Der innere Kreis“ wurde ein halbes Jahr spĂ€ter als geplant uraufgefĂŒhrt. Es war ein Riesenerfolg und brachte zwei neue Stars in der Theaterszene hervor.

__________________
Freue mich ĂŒber jeden Kommentar (poitiv/negativ) zu meinen Geschichten

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Roni
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Feb 2003

Werke: 0
Kommentare: 210
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Roni eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

hallo hyde,

da hat mr. owen ja am ende doch noch gezeigt, dass er durchaus ein ueberzeugender schauspieler ist. das heisst, ganz am ende nicht, denn ab der theaterszene, die der kuendigung vorhergeht, wird der bezug klar.
von daher mein vorschlag, diese theater-szene umzusetzen. owen kann sich durchaus nach der kuendigung per telefon daran erinnern, wie es dazu kam. dann hast du diese szene naeher zum schluss hin und gewinnst ein bisschen an spannung. die gedanken sarahs wuerde ich da ebenfalls kuerzen, vor allem die stelle mit den ueberlegungen, wo die waffe herkommt. ich bin mir ziemlich sicher, dass niemand vergisst, woher man eine waffe hat. (eine pointe waere unter umstaenden, wenn es sich bei owens waffe um ein spielzeug gehandelt haette und er ihr nur sein koennen haette beweisen wollen). das ganze muss meiner meinung nach schneller und dichter werden.
zu ueberlegen ist auch, ob du den letzten absatz wirklich brauchst.

hm, ein kommentar ist nicht so einfach. ich denke, die geschichte hat durchaus potential, aber sie braucht ueberarbeitung. vor allem wuerde ich radikal!!! kuerzen, besonders bei den vielen, zum teil uneleganten nebensaetzen.
viele erklaerungen werden ueberfluessig, wenn du anstatt als autor ueber etwas zu berichten einfach deinen helden etwas sagen oder tun laesst, was auf seine gedanken- oder gefuehlswelt verweist. manchmal kann man dann einen ganzen abschnitt streichen, weil alles in einem satz klar wird. dein bemuehen um bilder finde ich gut, aber manchmal sind sie ein bisschen schief. z.b. wuerde ich das loch, das als auge daherkommt, nicht im bauch platzieren sondern als ein drittes auf der stirn – dann machts mehr sinn. fluechtigkeiten sind ebenfalls vorhanden – ein beispiel fuer unfreiwillige komik ist sicher, dass owen sarah eine abreibung verpassen will, aber der autor daraus eine abtreibung macht.

ich hab mal ein bisschen an der einleitung gearbeitet und stelle sie dir hierhin. vielleicht kannst du ja mit meinen aenderungen was anfangen.

gruss
roni





„Wo ist diese Schlampe? Ich bring sie um! Ich bring sie um!“
Betty drehte sich um und schaute erschrocken, erstaunt, irritiert??? auf die zur TĂŒr, von woher das Gefluche kam. Sie rechnete rechnet sie wirklich damit, oder vermutet, befuerchtet sie es? damit, dass es ein verrĂŒckgewordener Fan von Sarah Newman war, der es irgendwie geschafft hatte, die Wachen auszutricksen und in das GebĂ€ude einzudringen. Sie machte sich bereit, von ihrem Platz aufzuspringen und ihre Arbeitgeberin zu verteidigen, doch als die TĂŒr mit einem lauten, donnernden Schlag aufgerissen wurde, katapultierte sich ihr Herz aus der AtmosphĂ€re. Ihr wurde schwindlig, so dass sie wieder auf ihren Stuhl sackte. eben hat sie sich noch bereit gemacht, wann ist sie denn aufgestanden? der teufel steckt manchmal im detail „Mr. O-O-Owen, was 
”, stammelte sie ,als sie den Schauspielkollegen von Miss Newman erkannte. und konnte es nicht fassen, dass es nicht irgendein verrĂŒcktgewordener Fan war, sondern der Schauspielkollege von Miss Newman. Das Gesicht des Mannes war beinahe nicht mehr zu erkennen, derart hatte es sich im Zorn verĂ€ndert. Er hatte dunkle Augenringe, die wie die Furchen des Grand Canyons aussahen, wĂ€hrend die braunen Augen tief in den Höhlen lagen und funkelten, als wĂŒrden sie die Dinge nun anders wahrnahmen. Sein Hemd war falsch zugeknöpft und der Reisßverschluss seiner Hose stand offen. Sein pechschwarzes Haar stand wild vom Kopf ab und in seiner der Hand hielt er verkrampft eine Waffe. Bettys Herz hörte auf zu schlagen. nicht wirklich, oder? Sie griff sich an die Brust und fuhr mit dem Schreibtischstuhl gegen die hintere Wand, um so einen grĂ¶ĂŸeren Abstand zwischen sich und den Mann zu bringen , dem Mann, den sie einmal als George Owen gekannt und der sich auf einmal so sehr verĂ€ndert hatte, zu bringen. Dennoch wich ihr Blick nicht von der Pistole Ihr Blick wich nicht von der Pistole , die er in der Hand hielt (immer noch in der hand. wissen wir schon). Betty kannte sich mit derartigen Dingen mit Waffen nicht besonders gut aus, meinte sich jedoch zu erinnern, dass das eine .32er war.
Um Gottes Willen, was hat er denn mit der Waffe vor?, hallte es in ihrem Kopf. Irgendetwas wollte sie tun, irgendetwas sagen, aufstehen und sich dem Mann in den Weg stellen, nach Miss Newman rufen und sie warnen, aber sie war grundsaetzlich gilt: war oder hatte vermeiden, wenn moeglich; also z.b. sie saß wie festgenagelt, zu keiner Handlung mehr fĂ€hig. Betty fĂŒhlte, wie ihr Schweiß die SchlĂ€fen hinunterrann und wie ihre Halsschlagader hektisch oder heftig? pochte.
„Dir werd ich’s zeigen, mich, den großartigen George Owen, so zu hintergehen. Du kleine Schlampe, du hast schon lange eine Abtreibung verdient!“, keifte, schrie, bruellte fing Mr. Owen erneut an zu keifen und Betty fiel auf, dass er ganz heißser klang, wie wenn als ob er dieses Klagelied schon seit Stunden sĂ€nge.
George Owen stob an Bettys Schreibtisch vorbei und auf die TĂŒr zu, wohinter hinter der sich Sarah Newman gerade auf ein Interview vorbereitete. Der Wind auch hier unfreiwillig komisch, mir faellt dabei spontan ein anderer wind ein , den er dabei erzeugte, scheuchte seinen sauren Schweißgeruch in die Nase der Assistentin , was diese wieder zur Besinnung brachte. Sein saurer Schweißgeruch drang der Assistentin in die Nase und brachte sie wieder zur Besinnung. Sie sprang auf, und eilte um den Schreibtisch herum und schrie: „Mr. Owen, was haben Sie vor? Lassen Sie sofort die Waffe fallen! Mr. Owen ...“ In diesem Moment riss Mr. Owen die TĂŒr auf, auf der in goldenen, glitzernden Lettern der Namen von Sarah Newman stand. Kaum eine Sekunde spĂ€ter hörte sie den einen spitzen Schrei von Miss Newman und einen Schuss, der ihren gesamten nicht nur den halben? Leib wie bei einem Erdbeben erschĂŒtterte. Erstarrt blieb Betty stehen und lauschte. Nichts. Nicht der kleinste Laut war zu hören, nur ihr eigener rasselnder Atem. TrĂ€nen schossen ihr in die Augen und sie dachte: Oh nein, Miss Newman. Was hatte dieser Kerl nur getan? Sobald sie sich wieder halbwegs im Griff hatte, Sie stĂŒrmte oder stuerzte? sie zum Schreibtisch zurĂŒck und griff nach dem Telefonhörer, um die Polizei zu rufen.

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Krimis und Thriller Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!