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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein Sommer in der Stadt
Eingestellt am 05. 09. 2015 15:38


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memo
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Die SchwĂŒle der Nacht drang ins Zimmer. Ihr Körper glĂŒhte. Sie konnte nicht aufstehen. Immer wieder sagte sie sich: „Morgen wird es besser sein.“ Aber es wurde nicht besser. Die Hitze ließ nicht nach und das Fieber stieg. Als sie vor zwei Wochen, nach langer Überwindung, im Wartezimmer des Arztes saß und ihre SchwĂ€che sie durch die Gesichter und Stimmen nur mehr in eine raumlose Leere blicken ließ, auf einen unbekannten Punkt, einen Buchstaben auf dem Informationsplakat auf der Wand, dachte sie: „Morgen wird es besser sein.“ Aber es wurde nicht besser. Sie nahm die Medikamente. Die Erschöpfung blieb. Sie hoffte auf die NĂ€chte. Die Sonne ging ĂŒber den DĂ€chern der Altstadt unter. Die WĂ€rme blieb. Der Arzt sagte, sie mĂŒsse viel trinken. Die Freundin sagte, sie mĂŒsse nun viel Geduld haben, es „ganz langsam angehen lassen“. Der Vater meinte am Telefon, sie mĂŒsse aufstehen, der Kreislauf mĂŒsse „in Schwung kommen“.
Wenn sie ins Bad ging, schlich sie vorsichtig die WĂ€nde entlang. Station fĂŒr Station. Der TĂŒrrahmen. Der Stuhl im Wohnzimmer. Die Wand im Vorraum. Der Schwindel war undefinierbar. Er kam und ging. Es war eine plötzliche SchwĂ€rze. Es waren winzige Funken. Es war eine allgemeine Unsicherheit. Den RĂŒckweg wollte sie nĂŒtzen, um sich ein Glas Wasser mitzunehmen, aber sie vergaß es regelmĂ€ĂŸig. Sie fĂŒrchtete noch einmal aufstehen zu mĂŒssen. Sie konnte nicht schlafen. Der Schweiß rann in kleinen BĂ€chen an den SchlĂ€fen und im Nacken. Wenn sie manchmal einnickte, erwachte sie durch die unangenehme NĂ€sse auf ihrer Brust. Sie war zu schwach, das dĂŒnne Nachthemd auszuziehen. Manchmal zog sie es ĂŒber den Kopf und ließ es einfach auf den Boden fallen. In Momenten, wenn der unangenehme Gedanke an die feuchte Kleidung und die BettwĂ€sche stĂ€rker war als die Erschöpfung des Körpers, suchte sie nach trockenen Sachen. „Wie auf Wolken“ hatte sie einmal gehört. Diese Redewendung fiel ihr jetzt immer ein. „Wie auf Wolken“ sagte sie leise, wenn sie wieder ins Bett sank. „Morgen wird es besser,“ dachte sie und nickte ein.
Es lĂ€utete. Sie hatte ihrer Schwester einen SchlĂŒssel gegeben. Diese meinte, sie mĂŒsse etwas essen. Sie hatte noch etwas Milch und Joghurt im KĂŒhlschrank und Brot. Sie hatte ihr einen SchlĂŒssel gegeben, damit sie nicht aufstehen musste. Aber sie lĂ€utete. Nach einigen Minuten hörte sie die Stimme: „Darf ich hereinkommen?“
Sie dachte, sie hatte ihr einen SchlĂŒssel gegeben, damit sie nicht aufstehen musste. Sie erschrak immer, wenn es lĂ€utete. Schweiß trat gleichzeitig auf ihre Stirn. Sie wollte sich aufsetzen. Sie hatte Angst vor dem Reden mit der Schwester, die sehr freundlich war und hilfsbereit und ohne die sie wohl seit Tagen nichts gegessen und mit niemanden mehr gesprochen hĂ€tte. Manchmal hatte sie Angst alleine zu sein. Wenn sie hinfallen wĂŒrde und sich am Kopf verletzten ..., wenn plötzlich in der Nacht ihr Herz stehen bliebe, wenn sie im Schlaf aufhören wĂŒrde zu atmen ... Die Schwester stand in der offenen SchlafzimmertĂŒr, ohne, dass sie es bemerkt hatte. „Wie geht es dir?“, fragte die Schwester leise und vorsichtig. „Wie auf Wolken“ flĂŒsterte sie. „Du musst aufstehen“, sagte die Schwester, „der Schwindel kommt nur daher, weil du zuwenig aufstehst. Du musst viel trinken und etwas essen. Wir machen uns Sorgen um dich. Es kann ja nicht so weiter gehen, hat Papa gesagt. Er lĂ€sst dich schön grĂŒĂŸen. Es muss ja wieder besser werden, es kann ja nicht so weiter gehen.“ Die Schwester hantierte mit einigen Lebensmitteln. Sie legte frische WĂ€sche auf den Tisch nahe der TĂŒr. „Danke.“

Am frĂŒhen Abend hörte sie Musik vom nahem Hauptplatz. Sie hĂ€tte gerne die Fenster geöffnet, in der Hoffnung auf kĂŒhlere Luft, aber die Lautsprechen waren zu laut. Sie weinte. Das Fieber stieg. Die Stimme des SĂ€ngers vom Alten Markt gefiel ihr. Er spielte Gitarre. Die Zuhörer klatschten begeistert. Sie freute sich mit ihnen. Sie ĂŒberlegte, wie es sein wĂŒrde, wenn sie aufstehen und hinuntergehen könnte. Einfach an einem Tisch sitzen und ein Glas kĂŒhles GetrĂ€nk trinken. Eines jener mit Minze und Zitrone und EiswĂŒrfeln. Sie dachte an die renovierten HĂ€user der Altstadt, die vielen neuen GeschĂ€fte und Lokale. Immer musste sie daran denken, dass frĂŒher, als sie noch ein Kind war und sie noch selten in „die Stadt“ fuhr, noch nicht so viele Tische am Hauptplatz waren. Jedes Mal wenn sie in den letzten Jahren ĂŒber den Hauptplatz ging, musste sie daran denken, dass der Platz wie in einer Stadt am Meer aussah. Heuer in dieser sĂŒdlichen Hitze war dieser Eindruck besonders stark. Sie beobachtete an sich selbst, dass sie sehr an etwas erinnert wurde. Sie erinnerte sich. Oft erinnerte sie sich bei scheinbar völlig unwichtigen Dingen an die Worte, die ihre Mutter immer sagte, genau bei dieser oder jener Begebenheit. Und jedes Mal, wenn sie zum Beispiel in der kleinen Seitengasse am Jesuitendom ging, dachte sie bei einem Eckhaus an das FarbengeschĂ€ft, in dem ihre Mutter Ölfarben und die Leinwand einkaufte. Es war immer etwas Besonderes, wenn die Mutter mit ihr mit dem Zug in „die Stadt“ fuhr. Auch wenn sie in der KĂŒche Essen zubreitete, sagte sie dann immer laut: „Mama sagte, Champion oder Spinat darf man nicht aufwĂ€rmen. Aber es macht nichts, wenn das Joghurt schon abgelaufen ist, es ist meistens immer noch gut.“ Sie musste jedes Mal an den Geruch der Farben und des Terpentins denken, wenn sie an dem Bild im Vorhaus vorbei ging. Es waren unzĂ€hlige Dinge, an die sie sich erinnerte. Sie erinnerte sich nicht nur. Es kam sozusagen von selbst. Die Gedanken tauchten auf, obwohl sie es schon so oft getan und gesagt hatte. Immer kamen sie wie frisch geboren aufs Neue, als wĂ€ren sie das erste Mal gedacht. Und immer musste sie es aufs Neue denken oder laut aussprechen, wenn jemand neben ihr stand. „Ich weiß, ich sage das immer.“ Wenn sie gekĂŒhlten Rotwein trank, dachte sie stets an ihre Schwester, die einmal gesagt hatte, dass ihr ein wenig gekĂŒhlter Rotwein besser schmeckte. Und sie dachte dann immer daran, dass sie sich gewundert hatte, da sie glaubte, nur Weißwein gehöre gekĂŒhlt und es wĂ€re eher ein Unding Rotwein zu kĂŒhlen. Sehr oft dachte sie im Garten auch an die Worte ihrer Tante, die manchmal die Redewendung verwendete: „Du bist eine Perle.“ Sie bedankte sich auch jedes Mal ĂŒberaus wortreich, wenn sie ihr bei einer Arbeit half und sie erinnerte sich an die GefĂŒhle die sie dabei empfand. Sie wusste nie genau, ob die Tante es von Herzen ehrlich meinte oder es fĂŒr sie eben eine „Redensart“ war. Vielleicht dachte sie, war es irgendwie eine Mischung aus Heuchelei und ehrlichem Herzen. „Machen wir eine Gartenrunde,“ sagte die Tante bei schönem Wetter vor dem Abendessen. Dann machte sie auf alle VerĂ€nderungen und auf das Wachstum des GemĂŒses aufmerksam. Es war fĂŒr sie damals etwas seltsam, warum die Tante eine so große Bedeutsamkeit auf ihren Garten legte. Heute sind ihr selbst besonders die Blumen, die ihre Mutter so gerne mochte, von großer Wichtigkeit. Die Mutter hatte ihr jeden Sommer davon erzĂ€hlt und wenn sie die Mutter besuchte, sollte sie staunen. Sie konnte es aber nicht in rechter Weise und jetzt tat es ihr sehr leid. Sie hatte nun selbst diese Blumen auf der Terrasse und machte ihre Kinder auf noch eindringlichere Weise auf die wunderschönen BlĂŒten aufmerksam, mit Nachdruck und wiederholend, als mĂŒsste sie etwas gut machen. Es war eine endlose Kette von Erinnerungen und jene die schmerzten, kamen nicht in dieser Eindringlichkeit und so zahlreich, als jene, die von völliger Unbedeutsamkeit aufstiegen.

Seit diesen letzten Wochen, in denen sie nicht mehr aufstehen konnte, ist ihr Denken ermattet. Dieses endlose Erinnern ist durch die Erschöpfung abgeklungen. Sie dachte in einer anderen Form. Sie dachte nur mehr im Minutentakt und vergaß eigentlich mehrmals tĂ€glich, was sie kurz zuvor getan hatte oder tun wollte. Sie fand ihr Wasserglas nicht mehr oder stellte die Milch in den KĂŒhlschrank zurĂŒck, die sie vor Sekunden in einen Becher leeren wollte. Das bereitete ihr manchmal etwas MĂŒhe, da sie dann wieder aufstehen musste, um etwas zu holen, das sie vergessen hatte. Wenn sie lag, war sie jedoch zu schwach um aufzustehen.

Das Fieber ist erstmals gesunken. Die Nacht hat wieder keine KĂŒhle gebracht und die Tage sind so heiß, dass sie nicht wagt nur einen Schritt auf die Terrasse zu treten. Sie schreckt vor dem Licht zurĂŒck und vor dem Schwindel, der sich auf ihren Kopf legt, sobald die Sonne schien. Aber auch im Liegen fĂŒhlt sie sich nicht wohl. Ihr wird oft ĂŒbel und die Gedanken kreisen um ein Nichts, dass sie erregt. Dann wird die Erschöpfung selbst im Liegen fast unertrĂ€glich. Wenn sie jetzt sterben wĂŒrde, denkt sie in diesen Augenblicken, wĂ€re die Erschöpfung so sehr ein Trost, dass die Angst vor dem Tod den Schrecken verlor.

„Morgen wird es besser sein,“ sagt sie sich und alle sagten ihr das. Aber es wurde nicht besser. Die Hitze dringt in die Wohnung, in das Zimmer, in ihr Bett, in ihre Poren, in ihre erhitzten Erinnerungen. Das Fieber beginnt wieder zu steigen. Es war eine Mischung von Unruhe, Furcht und GleichgĂŒltigkeit. Der Segen der völligen Erschöpfung legt sich wie ein Mantel ĂŒber sie. Sie ĂŒberlegt nichts mehr zu trinken, damit sie nicht ins Bad gehen muss.

Die folgende Nacht kĂŒhlt nach vielen Tagen endlich etwas ab. Sie öffnet die Fenster. Sie kann atmen. Das Fest ist zu Ende. Viele genießen auf den Straßen die ersehnte KĂŒhle. Sie hört das Stimmengewirr. Sie weint. Aber in den Morgenstunden schlĂ€ft sie langsam ein. PĂŒnktlich um sieben Uhr beginnen die Renovierungsarbeiten am Nebenhaus. Mauern werden weggestemmt, Bohrmaschinen vibrieren. Sie erwacht in völliger ÜbermĂŒdung, nachdem sie im Halbschlaf dahintrĂ€umend die undefinierbaren GerĂ€usche zu verarbeiten versucht. Dann ist sie aber endgĂŒltig wach. Sie versucht langsam die Fenster zu schließen. Der BaulĂ€rm ist etwas gedĂ€mpft. Gleichzeitig bieten die Rollos Schutz vor der bald einfallenden Sonne. Sie hofft, noch ein wenig einschlafen zu können. Leider muss sie ins Bad. Sie seufzt. Je weniger sie trinkt, desto mehr fĂŒhlte sich ihr Kopf vom Schwindel betĂ€ubt.
Sie nimmt die Medikamente. Sie hat es aufgegeben den Beipackzettel zu lesen. Sie ist erleichtert, dass sie es schafft, denn sie weiß ja, dass alle beschriebenen Nebenwirkungen immer schrecklich sind und praktisch nie eintrafen. Sie wurden ihr auch immer gleichgĂŒltiger. Ihre einzige Hoffnung war die Milderung der Kopfschmerzen und die Sehnsucht nach Schlaf. Dieser unendliche Trost einer Nacht, die nicht durchwacht.
Vor wenigen Wochen konnte sie noch lesen, wenn sie ermattet auf dem Sofa lag. Nun ertrĂ€gt sie keine Buchstaben, kein Licht, keine Hitze, keinen LĂ€rm und – sie wagt es sich kaum einzugestehen – keine GesprĂ€che mit den wenigen Menschen, die es „wirklich gut mit ihr meinten“, wie man es so gerne ausdrĂŒckt. Die Schwester kommt nach einigen Tagen. Sie lĂ€utet. Sie hatte ihr einen SchlĂŒssel gegeben, damit die Schwester nicht lĂ€uten muss, denkt sie unentwegt. Sie hat Angst vor dem Aufstehen. Fast wĂ€re sie diese Nacht gestĂŒrzt. Eigentlich will sie nie wieder aufstehen. „Du musst Dir sehr viel Zeit lassen. Ruhe ist nun wichtig. Du musst Loslassen. Übe Dich in Gelassenheit, mir hat das sehr geholfen,“ sagte ihr die Freundlich am Telefon. Die Schwester stand wieder völlig unerwartet im Zimmer. „Du musst etwas essen,“ sagte sie besorgt. „ der Vater ist sich sicher, du musst aufstehen. Der Kreislauf muss wieder in Schwung kommen. Es ist nur der Kreislauf, vom Liegen.“ - „Wie auf Wolken.“ - „ Hast Du mich verstanden? Es kann doch so nicht weiter gehen.“ Die Schwester wirkte etwas streng. „Jetzt wein doch nicht,“ beruhigte die Schwester hilflos ungeduldig. Ihr Weinen wurde laut und haltlos. Dann wurde sie sehr still.




Version vom 05. 09. 2015 15:38

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Hi memo,

auch ich finde den Text gelungen - sehr einfĂŒhlsam geschrieben. Was ermĂŒdend ist, sind die stĂ€ndigen Wiederholungen von dachte, denke, erinnern.
19 x dachte/denken
9 x erinnern
Oft braucht es die Wörter nicht, bei der LÀnge des Textes kommst du mit weit weniger aus.
Und manchmal formulierst du unnötig komplziert:

quote:
Einfach an einem Tisch sitzen und ein Glas kĂŒhles GetrĂ€nk trinken. Eines jener mit Minze und Zitrone und EiswĂŒrfeln.
Warum nicht: Einfach an einem Tisch sitzen und eine Limonade trinken; mit Minze, Zitrone und EiswĂŒrfel.

Einige ortog. Fehler sind noch drin, die findest du selbst...

GrĂŒĂŸe von wipfel

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Liebes herziblatti,
danke, dass Du meine Zeilen gelesen hast. Ich freu mich. Ja, das mit der Zeit ...
Beim ersten Entwurf - wenn es so herausfließt beim Schreiben - bin ich in der Zeit ziemlich gesprungen und im Versuch der Korrektur fielen mir die vielen UnregelmĂ€ĂŸigkeiten auf. Ich habe mich dann entschlossen den letzten Teil, da mir die Unmittelbarkeit wichtig war, einen Schnitt zu machen und ihn in der Gegenwart zu belassen. Ich muss den Text jedoch noch an einigen Stellen verbessern und mich wohl fĂŒr eine Zeitform entscheiden.
Ganz liebe GrĂŒĂŸe
memo

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Hallo Wipfel,
ich habe befĂŒrchtet, dass die vielen Wiederholungen ermĂŒdend sind. Ich achte sonst eigentlich immer besonders darauf, gerade nicht Worte wie "sagte, dachte" usw. zu verwenden. Sie stören mich selbst manchmal beim Lesen: "ist ja eigentlich klar, dass er/sie das dachten oder sagten", geht es mir dann durch den Kopf. Innere Monologe sind darum oft so wunderbar, finde ich. Bei diesem Text war es mir beim Schreibprozess selbst, aus einem innerem Drang heraus, so wichtig immer wieder Wiederholungen zu machen. Wie eine "Litanei". Es war das Bewusstsein, dass die Protagonistin von diesem Trieb selbst gezwungen wurde - zu denken, sich zu erinnern. Diese Eindringlichkeit war im Vollzug des Schreibens spĂŒrbar und das kann man meist dem Leser nicht ganz so vermitteln. Auch wiederkehrende Redewendungen, das Fieber, das Monotone und die wiederholte Szene des SchlĂŒssels, der Hitze, des LĂ€rms, des Vergessens etwa, als Metaphern der Hilflosigkeit. (Aber Wiederholungen richtig eingesetzt, das bewundere ich bei Thomas Bernhard so sehr, sind eine hohe Kunst - da sie sonst schnell banal werden. Hab es auch noch nie versucht.) Dieses Thema hat mich erstmals dazu verfĂŒhrt.
Es ist so schön, dass Du meine Zeilen einfĂŒhlsam findest. Das wĂ€rmt das Herz.
Ganz liebe GrĂŒĂŸe
memo

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