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Leselupe.de > Kindergeschichten
Ein Sommermorgen am Weiher.
Eingestellt am 04. 06. 2004 10:51


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MĂ€rchentante
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Ein Sommermorgen am Weiher.

An einem Weiher außerhalb des Dorfes, von Wiesen und Wald umgeben, zwitscherten im Morgengrauen die ersten Singvögel. FrĂŒhnebel zog wabbernd ĂŒber seine stille OberflĂ€che, und stieg ganz allmĂ€hlich höher. Die aufgehende Sonne tauchte langsam den Horizont in ein purpurnes Licht. Es versprach wieder ein wunderschöner Sommertag zu werden. Das Dorf war noch nicht aus seinem Schlaf erwacht, und außer dem Bellen eines Hofhundes, war kein Laut zu hören.

An seinem Ufer standen mehrere Reiher, die im Schilf verborgen, ihre Morgenmahlzeit fischten. Rasant landete ein Storch auf der Wiese, und gesellte sich mit langen Schritten zu ihnen.
"Flott, flott," riefen ihm die Reiher entgegen, "du scheinst ja schon voller Tatendrang zu sein so frĂŒh am Morgen." Der Storch begrĂŒĂŸte sie mit fröhlichem Geklapper und meinte gut gelaunt: "Tja Leute, was will man machen? Die Nacht war lang und unser Nachwuchs hat einen gewaltigen Appetit. WĂ€hrend meine Frau das Nest in Ordnung bringt, will ich eben das FrĂŒhstĂŒck fĂŒr alle besorgen." Sprach`s, und schwupp, hatte er schon den ersten Frosch gefangen.

"Ja, ja," seufzten die Reiher, "uns geht es genauso. Unsere Frauen haben uns auch auf Futtersuche geschickt. Bis die Jungen mal groß sind, ist es ein gutes StĂŒck Arbeit die hungrigen MĂ€uler zu stopfen. Manchmal muss man weite Wege zurĂŒcklegen, um genĂŒgend Essbares fĂŒr alle zu finden."
"Da habt ihr recht," klapperte der Storch und fing den nĂ€chsten Frosch, "die MĂ€use sind in diesem Jahr auch nicht so fett wie sonst. Außerdem fangen die Greifvögel sie uns oft genug vor der Nase weg, sodass wir viel lĂ€nger mit der Suche nach ihnen beschĂ€ftigt sind."

Diesen letzten Satz bekam eine kleine Feldmaus mit, die sich ganz in der NÀhe unter einem Haselnussstrauch aufhielt. Verflixt ein Storch! Vor Schreck wÀre sie fast gestorben. Nix wie weg und die anderen warnen dachte sie nur noch. Sie nahm ihr Mauseherz in beide Pfötchen, und rannte so schnell sie konnte davon.

Durch das Rascheln im Strauch aufmerksam geworden, wurde sie von den Reihern bemerkt.
"Schau mal Storch, dort rennt deine Mahlzeit," lachten sie.
"Oh," antwortete dieser bedauernd, "das wÀre wahrlich ein feines HÀppchen gewesen. Es ist doch zu schade, dass MÀuse so schnell flitzen können."

"Einmal haben wir sogar als es wenig zu Essen gab, Goldfische aus einem Zierteich der Menschen stibitzt," fĂŒhrten die Reiher die unterbrochene Unterhaltung fort, "hat uns richtig Spaß gemacht sie zu fangen. Es war zwar etwas schwierig weil sie immer wieder unter die Teichrosen entwischten, doch es hat ihnen nichts genutzt."
"Einen Goldfisch hatte ich noch nie," staunte der Storch.
"Och, ist nichts besonderes," lachte einer der Reiher, "Fisch ist Fisch."
"Du bist ja auch kein Feinschmecker," neckten ihn die anderen, "irgendwie sind sie doch oberflutschig."
"Schaut doch mal, da kommt jemand der es ganz schön eilig haben muss," sagte der Storch plötzlich.

Von weitem sahen sie eine Staubwolke, die sich rasch dem Weiher nÀherte. Vorsichtig geworden und zum schnellen Abflug bereit, sahen ihr alle gespannt entgegen. Dann erblickten sie ein regelrechtes Drama. Ein gut genÀhrtes Kaninchen raste Haken schlagend auf sie zu, verfolgt von einem anscheinend sehr hungrigen Fuchs.
"Aus dem Weg!" Schrie es, sich fast ĂŒberschlagend. "Dieser Bursche hat die Absicht mich zu verspeisen!"
"Wollen wir das nicht am liebsten alle?" Klapperte der Storch aufgeregt mit glĂ€nzenden Augen und fĂŒgte hinzu: "Schade dass du ein wenig zu groß bist, dich hĂ€tte ich auch gerne als Imbiss."

Die ganze Gesellschaft flog hoch um den beiden aus dem Weg zu sein, und kreiste eine Runde ĂŒber dem Weiher. Sie sahen zu, wie JĂ€ger und Gejagter am Horizont immer kleiner wurden, bis sie schließlich aus ihrem Blickfeld verschwanden. Dann landeten sie wieder.
"Und das am frĂŒhen Morgen," schnatterten ein paar Enten aufgeregt die nahe am Ufer vorbeischwammen, und das ganze Schauspiel mit ansahen.
"Jetzt nur nicht blicken lassen," flĂŒsterte ein Fisch im Wasser unter ihnen seiner Familie zu, "und keine Albernheiten von den Kleinen, wie an die OberflĂ€che hochspringen und so. Als wenn es mit den großen Vögeln da oben nicht schon gefĂ€hrlich genug wĂ€re, nun kommt auch noch das gefrĂ€ĂŸige Federvieh daher."

Mittlerweile stieg die Sonne höher. Es summte und brummte ringsumher, die Lerchen schmetterten mit Inbrunst hoch oben am Himmel ihr Lied, bunte Schmetterlinge flogen ĂŒber blĂŒhende Wiesen, und Rehkinder spielten vergnĂŒgt am Waldrand. ÜbermĂŒtig versuchten sie sich gegenseitig mit den tollsten BocksprĂŒngen zu ĂŒbertreffen. Auf den Weiden grasten KĂŒhe, die sich zĂ€rtlich um ihre KĂ€lbchen kĂŒmmerten. Ein vorwitziger Maulwurf steckte seine Nase aus einem frisch geschaufelten Haufen und verschwand sofort wieder unter Tage, als die Morgensonne ihn kitzelte.

Nun hörte man auch aus dem Dorf die ersten GerĂ€usche, bald wĂŒrde es heller Tag sein. Über dem Weiher flogen die munteren Schwalben, die dicht ĂŒber dem Wasser nach Insekten jagten, ihr fröhliches Gezwitscher erfĂŒllte die Luft.
Storch und Reiher verabschiedeten sich.
"Macht`s gut Jungs, die Familie schreit nach FrĂŒhstĂŒck, ich muss weiter," sagte der Storch, und flog auch schon los.
"Ja, man sieht sich," riefen die Reiher ihm nach, "vielleicht treffen wir uns ja schon morgen in aller FrĂŒhe wieder hier." Dann begaben auch sie sich wieder auf Nahrungssuche.

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