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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein Wintererlebnis!
Eingestellt am 22. 01. 2003 18:09


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Akono
Hobbydichter
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Ein Wintererlebnis !

Jimmy Tall Bear ist Angeh√∂riger der First Nations , der Indianer Kanadas , und befand sich an diesem Tag im Wald um nach Wild Ausschau zu halten . Er verfolgte die Spur eines Rehs , die sich im weichen Waldboden deutlich abzeichnete , da h√∂rte er pl√∂tzlich ein ihm fremdes , seltsames Ger√§usch ! Horchend blieb er stehen , um festzustellen woher der Ton wohl gekommen war . Und da war er auch schon wieder ! Es h√∂rte sich an als w√ľrde es sich bei dem Ger√§usch um eine Mischung aus w√ľtendem Knurren und verzweifelten Heulens handeln . Neugierig folgte Jimmy der Herkunft des Ger√§usches . Das Reh w√ľrde ihm schon nicht fortlaufen , meinte er . Herauszufinden was Ursache des seltsamen Tones war erschien ihm f√ľr den Augenblick wichtiger ! Je weiter er seiner Richtung folgte , umso deutlicher konnte er es h√∂ren . Es war wirklich so etwas wie ein knurrendes Heulen , oder heulendes Knurren , was er da zu h√∂ren bekam . Die Herkunft des Ger√§usches konnte er aber noch immer nicht feststellen . Immer weiter folgte er diesem Ton . Immer deutlicher konnte er ihn h√∂ren ! Und dann war es endlich so weit ! Auf einer Lichtung konnte Jimmy einen jungen Wolf sehen , der an etwas am Boden zog und zerrte . Dabei stie√ü er immer wieder die klagenden Laute aus die Jimmy hierher gelockt hatten . Offensichtlich war das Tier in irgendeiner Bedr√§ngnis , allerdings konnte Jimmy nicht erkennen worin das Problem des Wolfs bestand ! Vorsichtig n√§herte er sich dem Grauen ! Und dann erkannte er auch endlich worin die Schwierigkeiten des Wolfs bestanden . Um seinen rechten Vorderlauf hatten sich die Backen einer eisernen Schlagfalle gelegt . Dabei hatten sie beim Zuschlagen das Fleisch des Beines tief aufgerissen und zerschnitten , und es bestand weiterhin zu bef√ľrchten das auch der Knochen des Laufes verletzt war , was einem Todesurteil gleich k√§me ! Vorsichtig n√§herte Jimmy sich dem halbw√ľchsigen Tier , wobei er beruhigend auf den Wolf einsprach . Das Tier verstummte . Von unten herauf sah es dem Menschen entgegen der sich ihm dort n√§herte ! Offensichtlich war es noch unschl√ľssig was es von dem Zweibeiner halten sollte ! Sollte er darauf vertrauen das der ihm Hilfe bringen w√ľrde ? Oder war es vielleicht doch besser zuzubei√üen sobald sich ihm die Gelegenheit bot , weil der Mann dort ihn sowieso t√∂ten wollte ? Der junge Graue schien mit sich selbst zu ringen ! Bem√ľht ihn weiter zu beruhigen hielt Jimmy dem Wolf seine Hand sachte entgegen , so das der daran riechen und so den Duft der fremden Gestalt in sich aufnehmen konnte . Tiere konnten an der Zusammensetzung des Geruchs erkennen ob Hormone im Schwei√ü enthalten waren die auf Aggression , Angst , oder andere auff√§llige Warnsignale hinwiesen , das wusste Jimmy und war deshalb darum bem√ľht dem Wolf seine neutralen Absichten zu verstehen zu geben . Und es gl√ľckte ! Als w√§ren der Indianer und der Wolf schon immer Freunde gewesen entspannte sich der Graue vollst√§ndig ! Ruhig und gelassen lag er nun da und beobachtete was der Zweibeiner mit ihm anstellte . Jimmy umfasste die Backen der Schlagfalle vorsichtig und dennoch fest mit beiden H√§nden , dann begann er sie auseinander zu ziehen . Dabei immer bem√ľht die Falle nicht zu verkannten und den Wolf dadurch noch mehr als ohnehin schon zu verletzen ! M√ľhselig und langsam ging es voran , aber Millimeter f√ľr Millimeter √∂ffnete sich die Stahlfalle . Der Wolf beobachtete das Geschehen voller Interesse , wie es schien . Endlich hatte Jimmy die Falle so weit ge√∂ffnet das die Stahlbacken in den Rasten zum Aufhalten einschnappten . Sachte schob Jimmy dem jungen Wolf die Arme unter den K√∂rper und hob ihn dann vorsichtig von der Falle weg hoch . Er ging zwei , drei Schritte von dem Schlaginstrument weg , dabei den schwerer als erwarteten Wolf in den Armen tragend , dann legte Jimmy das Tier wieder vorsichtig auf dem Boden ab . Sanft griff er nach dem verletzten Lauf des Grauen um die klaffende Wunde zu untersuchen . Zum Gl√ľck war der Knochen nicht in Mitleidenschaft gezogen worden , wie das ge√ľbte Auge des Indianers schnell feststellte , lediglich die Muskulatur des Vorderbeines war arg zerrissen worden von den starken Backen der Schlagfalle . Immer wenn Jimmy das Dorf verliess trug er einen kleinen Lederbeutel mit sich , in dem Salben und Kr√§uter , alte Heilmittel seines Volkes enthalten waren . Zwar nutzte Jimmy gerne auch die teuren Medikamente der modernen Welt , aber er griff auch immer sehr gerne auf das Heilwissen der Alten seiner Nation zur√ľck . Und diesen Beutel holte er nun hervor um darin nach einem ganz bestimmten Mittel zu kramen . Endlich hatte er es gefunden . Es handelte sich dabei um eine z√§hfl√ľssige , klebrige Salbe die desinfizierende und heilbeschleunigende Wirkung hatte . Einen fingerdicken Schwall der Masse trug Jimmy auf das zerrissene Fleisch des Wolflaufes auf , danach deckte er das ganze mit einem getrockneten Blatt einer fasrigen Pflanze ab , die sofort an der leimigen Masse der Salbe anheftete und so einen idealen Verband bildete . Sp√§ter w√ľrde sie einfach abfallen und seinen Tr√§ger nicht mehr behindern oder bel√§stigen . Dies waren zwar alles Medikamente die f√ľr Menschen gedacht und gemacht waren , aber was einem Zweibeiner half w√ľrde sicher einem Vierbeiner nicht schaden , meinte Jimmy zu Recht ! Nach verrichtetem Werk erhob sich Jimmy und trat langsam , Schritt f√ľr Schritt von seinem Patienten zur√ľck . Der Wolf machte nun seinerseits die ersten tastenden Schritte , der Standfestigkeit seines verletzten Laufes anscheinend noch nicht ganz wieder trauend . Er merkte allerdings sofort da√ü es ihm m√∂glich war kleine , Schmerz und Humpeln verursachende Schritte zu tun , und mit einem letzten pr√ľfenden Blick auf den zufrieden l√§chelnden Jimmy verschwand der Graue im Geh√∂lz . Eine kurze Weile verharrte Jimmy noch an seinem Platz , den Blick auf die Stelle gerichtet an der der junge Wolf verschwunden war , dann l√∂ste er mittels eines armdicken Stamms die Falle erneut aus und warf sie dann in den nahen , tiefen Teich . Die w√ľrde niemanden mehr verletzen , dachte sich der Mann voller Genugtuung ! Dann ging er zum Ausgangspunkt seines Abstechers zur√ľck , nahm die F√§hrte des Rehs wieder auf , erlegte sein Wild und ging dann mit seiner Beute heim . Den Vorfall mit dem Wolf hatte er schon bald vergessen !

Eis und Frost hatten das Land fest in ihrer Hand , eine meterdicke Schneedecke hatte den Boden mit schallschluckendem , alles m√§rchenhaft verzauberndem Puderzucker √ľberzogen . Bei Temperaturen bis - 40¬į C schien die Welt erstarrt zu sein . Jimmy zog einen flachen Tobbogan , einen indianischen Schlitten, hinter sich her . Er hatte sich am fr√ľhen Vormittag seine Schneeschuhe angelegt und war dann zum Wald aufgebrochen um nach gutem Holz zum Verbrennen zu suchen . Der harte Winter hatte n√§mlich seinen Tribut gefordert und wenn nicht bald die Holzvorr√§te erg√§nzt w√ľrden musste Jimmys Familie in ihrer H√ľtte arg frieren . Nun war er also mit dem Tobbogan unterwegs um nach dicken , ergiebigen √Ąsten Ausschau zu halten , nicht einfach bei der hohen Schneedecke . Etwas abseits entdeckte Jimmy eine vielversprechende Anh√§ufung von totem Holz . Mit vor K√§lte steifen Fingern band er die Verriegelung seiner Schneeschuhe auf und arbeitete sich zu dem Totholz vor . Pl√∂tzlich passierte es ! Jimmy rutschte mit seinen F√ľ√üen in einen Schacht , oder so etwas √§hnlichem . Verzweifelt versuchte er mit den H√§nden Halt zu finden um den Sturz zu stoppen , vergebens! Und dann kam der Moment in dem Jimmy vor Schmerz beinahe ohnm√§chtig geworden w√§re ! Sein Bein rutschte , gedr√ľckt vom Gewicht des gesamten K√∂rpers , zwischen zwei St√§mme die etwas versetzt zueinander unter dem Schnee vergraben waren . Wie eine Zange wirkten die beiden Holzstangen auf Jimmys Beine und unter lautem Krachen gaben die Knochen dem Druck nach . Voller Schmerz schrie Jimmy unkontrolliert auf ! Nach langer Zeit ebbte das Geschrei endlich zu einem lauten St√∂hnen ab . Vor Jimmys Augen explodierten grelle Lichtblitze , bunte Sterne aus Weh und Schmerz tanzten vor seinem Blick ! Nur langsam gelang es seinem Verstand den Schmerz so weit herunter zu dr√ľcken das klare Gedanken m√∂glich waren . M√ľhsam versuchte Jimmy sich einen √úberblick √ľber seine Situation zu verschaffen . Eines war ihm schnell klar , wenn er hier liegen bliebe w√§re er in wenigen Stunden erfroren ! Mag kommen was da kommen wolle , er musste hier raus wenn er √ľberleben wollte ! Tastend suchte er hinter sich nach einem Halt f√ľr seine H√§nde , dann stellte er den gesunden Fu√ü auf einen festen Punkt den er im tiefen Schnee vor sich fand . Als das geschafft war versuchte er sich hoch zu stemmen . Ein unb√§ndiger Schmerz zuckte durch sein verletztes Bein und verursachte ihm akute √úbelkeit . Nicht in der Lage gegen den starken Schmerz anzukommen sackte sein K√∂rper kraftlos zur√ľck . Die Schmerzenstr√§nen die Jimmy weinte gefroren sofort zu Eis ! Wenn er doch nur eines dieser neumodernen Mobiltelefone besitzen w√ľrde ! Damit h√§tte er leicht Hilfe herbeirufen k√∂nnen ! Aber so ? Ihm blieb nur eine Chance ! Er musste sich selbst helfen , ansonsten w√ľrde dies wohl der letzte Akt in seinem jungen Leben werden . Weit musste Jimmy den Kopf nach hinten drehen bevor er seinen Schlitten in den Blick bekam . Der stand zum Gl√ľck nicht weit entfernt . Erst einmal aus dem Loch heraus w√ľrde Jimmy den Schlitten schnell erreichen k√∂nnen , sich dann darauf zu rollen und mit den H√§nden schiebend nach Hause zu bef√∂rdern sollte das geringere √úbel sein , so meinte der Indianer . Der Weg zum Tobbogan schien ihm das schwierigere St√ľck Wegs zu sein . Nochmals versuchte er seine Kr√§fte zu sammeln und sich aus der Falle zu l√∂sen . Erneut verhinderte ein stechender Mordsschmerz das er seinen K√∂rper frei bekam . Mindestens einmal war sein Bein gebrochen , das sp√ľrte Jimmy nur allzu deutlich ! Eine stille Verzweiflung streckte die Finger nach ihm aus . Entmutigt lie√ü sich Jimmy nach hinten fallen , seine Gedanken jagten wirr umher um eventuell doch noch einen Ausweg zu finden . Da sp√ľrte Jimmy pl√∂tzlich eine Ber√ľhrung im Nacken . Erschrocken fuhr er hoch , und blickte √ľber die Schulter nach hinten . Ein hundeartiges Gesicht mit gelben , schmalen Augen starrte ihm entgegen , von seinem Gesicht nur wenige Zentimeter entfernt . Ein Wolf !! Erst war Jimmy ein wenig erschreckt , aber nur f√ľr Sekunden , dann war er schlagartig wieder ruhig . Wenn ihm das Tier oder dessen Rudel etwas h√§tte antun wollen, w√§re das wohl schon geschehen , und zwar anders als durch den sanften Stupser in seinen Nacken . Aber was um alles in der Welt wollte ihm das Tier denn sagen durch sein Verhalten ? Jimmy beobachtete den Wolf . Mit starkem Gebiss das in der Lage war Knochen zu zermalmen griff der Wolf erneut zu . Um den Halswulst von Jimmy`s Parka legten sich die Z√§hne , dann begann das Tier an Jimmy zu ziehen und zu zerren . Nach einem kurzem Augenblick des Erstaunens begriff Jimmy ! Das Tier versuchte, ihn aus seinem Gef√§ngnis heraus zu ziehen ! Sofort als er das verstanden hatte unterst√ľtzte Jimmy die T√§tigkeit des Wolfs indem er mit dem gesunden Bein nachschob . Allein es gelang nicht ! Zwar war der Fu√ü des Wolfes darauf ausgerichtet sich auch in tiefem Schnee fort zu bewegen , dem Gewicht aber, das er versuchte zu bew√§ltigen, war er nicht gewachsen . Tief versank der Leib des Tieres im Schnee . Jimmy war verzweifelt ! Mit hilflosem Blick starrte ihn der Wolf an . Da hatte Jimmy eine Idee ! Seine Schneeschuhe ! Wenn es ihm gelang diese so weit heran zu ziehen, da√ü sie hinter ihm zum Liegen kamen musste es doch m√∂glich sein da√ü sich der Wolf darauf stellte um den ben√∂tigten Halt zu finden. Was einen Menschen trug, w√ľrde doch sicher auch einen Wolf tragen ! So lang es ging streckte Jimmy seine Arme nach hinten um an seine Schuhe zu kommen . Mit den Fingerspitzen konnte er sie gerade so ber√ľhren , fassen aber konnte er sie nicht ! Der Graue , der das Bestreben des Zweibeiners erst neugierig beobachtet hatte schien zu begreifen, da√ü dieser die Schneeschuhe dringend ben√∂tigte , jedenfalls schob er ihm die Werkzeuge nun mit der Schnauze zu . Erleichtert fasste Jimmy zu , dann legte er sie sich hinter seinem K√∂rper so in den Schnee wie es ihm f√ľr die bevorstehende Aufgabe am geeignetsten erschien ! Nach vollbrachter Tat streckte er seine H√§nde hilfesuchend nach dem Wolf aus . Dieser schien auch sofort zu verstehen , jedenfalls schnappte er sich erneut den Wulst unter der Parkakapuze, stellte sich auf die Schneeschuhe und zog erneut an dem Verungl√ľckten ! Und endlich gelang es ! Ein √ľbernat√ľrlicher Schmerz zuckte durch sein verletztes Bein als es sich aus der Klammer des Ge√§stes l√∂ste , aber dieses Mal gelang es Jimmy dem Schmerz nicht nachzugeben, sondern den K√∂rper weiter aus der Falle heraus zu schieben . Endlich war es geschafft ! Schwer nach Luft ringend hob und senkte sich sein Brustkorb wie eine gro√üe Luftpumpe ! Nur einen kurzen Augenblick der Erholung g√∂nnte ihm der Wolf , dann wurde Jimmy erneut gefasst und in Richtung seines Schlittens gezogen . Er stutzte , dann jedoch half er erneut mit seinem gesunden Bein nach . Gemeinsam schafften sie es fix den Tobbogan zu erreichen . Sich darauf rollen zu lassen war , abgesehen von den h√∂llischen Schmerzen die dadurch ausgel√∂st wurden , eine leichte Sache f√ľr Jimmy . B√§uchlings auf dem Schlitten liegend hielt er nach kurzer Verschnaufpause Ausschau nach seinem Helfer . Der allerdings war so unbemerkt verschwunden wie er erschienen war ! Zum ersten Mal an diesem Tag dachte Jimmy an den jungen Wolf in der Schlagfalle . Ob das sein unerwarteter Helfer von eben gewesen war ? Aber im Grunde genommen war das im Moment unwichtig . Er musste zur√ľck zur Siedlung um nicht zu erfrieren und um sein Bein schienen zu lassen . Das war wichtig ! Mit aller Kraft versuchte er sich vorw√§rts zu schieben , sich dabei mit dem unverletzten Bein im Schnee abst√ľtzend . Allein , es gelang ihm nur m√§√üig ! Nur wenige Zentimeter war er voran gekommen , aber seine Kr√§fte waren schon beinahe am Ende ! Es war klar da√ü es so nicht gelingen w√ľrde die Siedlung zu erreichen . Soviel zu seinen Gedanken da√ü es das Schwierigste sei auf den Schlitten zu kommen und der Rest dann schon beinahe von allein ginge ! Vor Schmerz fast wahnsinnig werdend bugsierte sich Jimmy in die Bauchlage herum ! Vielleicht w√ľrde es ihm so leichter fallen sich voran zu bewegen ! Aber auch in dieser Position ging es nur m√ľhsam vorw√§rts . Wie er bei dieser Geschwindigkeit je das Dorf seiner Leute erreichen sollte wurde ihm mehr und mehr zum R√§tsel . Da sp√ľrte er erneut eine Ber√ľhrung in seinem R√ľcken ! √úber die Schulter zur√ľck schielend sah er den Wolf , der sich ihm erneut gen√§hert hatte . Als h√§tte er in seinem Leben nie etwas anderes getan als Schlitten zu ziehen bewegte sich der Graue nun zum Zugseil des Tobbogans , erfasste es mit den Z√§hnen und zog das Gef√§hrt kraftvoll voran . Jimmy war erstaunt ! In dem hier etwas flacher liegendem Schnee , in dem zus√§tzlich bereits eine Spur , gezogen von Jimmy auf dem Herweg , vorhanden war, kam das Tier mit dem Schlitten gut voran . Wieder erwachte in Jimmy der Gedanke an den Wolf in der Falle . Bei einem der kurzen Blicke die ihm die Bewegung des Tieres auf seine L√§ufe erm√∂glichten konnte Jimmy erkennen, da√ü in dem einen Vorderbein eine Kerbe im dichten Fell vorhanden war . Sollte es sich wirklich um seinen Freund aus der Schlagfalle handeln ? Hundertprozentig konnte sich Jimmy diese Frage nicht beantworten ! Flott ging es voran und schon bald tauchten in der Ferne die ersten Rauchfahnen von den Schornsteinen der Reservatssiedlung auf . Was w√ľrde das Tier wohl tun wenn sie der Ansiedlung der Menschen n√§her k√§men ? W√ľrde er mit dem Indianer direkt hinein laufen ? Jimmy war bereits sehr neugierig darauf . Immer deutlicher kam das Dorf heran . Nun konnte man bereits die D√§cher mit dem ru√ügeschw√§rtzten Schnee darauf erkennen! Und kurze Zeit sp√§ter konnte er auch schon ameisengrosse Gestalten zwischen den H√ľtten hin und her huschen sehen . Er war so gut wie daheim ! In Rufweite der H√§user machte der Wolf pl√∂tzlich halt und setzte zu einem schauerlichen Geheul an . Schnell kamen die Menschen der Siedlung zusammen gelaufen um zu sehen was das Gebr√ľll bedeutete ! Nach kurzer Suche entdeckten sie den Schlitten mit dem Menschen darauf , neben dem ein Wolf sa√ü und seinen Gesang pr√§sentierte . Allgemeine Verwunderung war das Ergebnis , aber auch das sich einige M√§nner zu dem Schlitten hin in Bewegung setzten . Der Wolf stellte sein Heulen ein , wandte seinen Blick auf Jimmy als wolle er sich verabschieden , dann drehte er sich ab . Jimmy fasste nach dem Tier und als es sich daraufhin nochmals zu ihm umsah sagte er: "Danke! Ich danke Dir f√ľr mein Leben!" Als h√§tte der Graue verstanden nickte er mit dem Kopf , so jedenfalls kam es Jimmy vor , dann drehte er sich wieder um und verschwand in der Winterlandschaft . W√§hrend er ihm nachblickte und auf die Ankunft seiner Leute wartete, musste Jimmy an eine alte Geschichte seines Volkes denken nach der das Schicksal der W√∂lfe eng mit dem der Indianer verkn√ľpft sei . In seinem Falle zumindest hatte diese Erz√§hlung zu hundert Prozent zugetroffen ! Ein letztes Mal hob Jimmy die Hand zum Gru√ü und winkte dem verschwindenden Tier hinterher !

__________________
M. Grotefendt

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flammarion
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hm,

ein altbekanntes m√§rchen auf angenehme weise neu erz√§hlt. aber lass es mal korrektur lesen. man stolpert auch √ľber die vielen ausrufezeichen. ganz lieb gr√ľ√üt
__________________
Old Icke

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Akono
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Hi Flamarion,
hab Dank f√ľr Deine Kritik! Ich werde den Text nochmals √ľberarbeiten und dann neu online stellen!
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M. Grotefendt

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flammarion
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ja,

am besten gleich hier drunter, dann finde ich es schneller und man kann die verbesserungen leichter beachten. ganz lieb gr√ľ√üt
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Old Icke

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