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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein alter Vogel
Eingestellt am 18. 11. 2011 10:02


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Dani im Sommer
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2011

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Nacht ohne Gef├╝hl

Zwei B├Ąume stehen auf dem Feld, einsam in ihrer Zweiheit, eine gro├če, m├Ąchtige Ulme und eine kleine zarte Birke daneben. Kahl steht die Ulm, jeder Ast, jeder Zweig ist vor dem klaren Himmel sichtbar. Der Herbstwind hat bereits alle Bl├Ątter von ihr gerissen. Noch leuchten dagegen einige kleine Bl├Ąttchen der Birke im Abendsonnenlicht wie goldene Zeichen der Wehmut. Ein Vogel hockt auf dem obersten Ast der Ulme. Still, bewegungslos sitzt er und schaut den vergehenden Sonnenstrahlen nach. Nachbarn hat der Vogel. Die sitzen in der Birke, unter ihm, H├╝pfen von einem Ast zum anderen, mal sitzen vier nebeneinander, und darunter sechs V├Âgel, irgendwelche dieser sechs tauschen die Pl├Ątze, nur drei bleiben auf dem Ast, dann nur einer, die anderen fliegen zur Ulme und wieder zur├╝ck zur Birke. Ein st├Ąndiges hin und her. Sie haben ihre Ruhe noch nicht gefunden. Nur der Vogel auf dem obersten Ast der Ulme sitzt nach des Tagwerks Hektik regungslos auf seinem Stammplatz. Er ist schon an Jahren ├Ąlter als die jungen H├╝pfer unter ihm. Es dunkelt bald und mit der D├Ąmmerung kehrt Ruhe ein. Die V├Âgel schlafen. Nur der, der ganz oben sitzt, der mit den Erfahrungen der vielen Jahre, schaut in die Runde der Nacht. Er braucht keinen Schlaf, jetzt nicht mehr, fr├╝her ja, in j├╝ngeren Jahren war es ihm ein Vergn├╝gen. Jetzt, da seine Partnerin nicht mehr bei ihm war, war der Schlaf ihm entflohen. Am Tage brachten die jungen V├Âgel Leben in die B├Ąume, jetzt in der Nacht ist es still, nur selten dringt der Schrei eines K├Ąuzchens fern vom Waldrand leise bis zu unserem Vogel. Der jedoch r├╝hrt sich nicht. Die Partnerin fehlt, doch es kommt die Erinnerung: der Fl├╝gelschlag beim Aufsteigen aus dem Nest, ihr Ruf freudiger Erregung, wenn er mit einem Wurm zur├╝ck zum Nistplatz kam, das aufgeregte Flattern, wenn die Jungen gierig piepsten, das gemeinsame Segeln in der H├Âhe weit ├╝ber dem Baum. Das war ein Sommer jener Sommer, der Sommer der Erinnerung. Jetzt gibt es nur noch Ruhe in des Vogels Leben und in der Nacht. Die Nacht ohne Gef├╝hl. Am Tage w├╝rde er wieder ├╝ber die Jungen herziehen k├Ânnen, das lockerte ihn auf. So ist das, seitdem seine Partnerin fort war, und so wird es wohl bleiben.

__________________
DL

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