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Leselupe.de > Kindergeschichten
Ein besonderes Geschenk -oder- Wie Murks zum Christkind kam
Eingestellt am 20. 12. 2001 10:26


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muddelschnuddel
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Wie Murks zum Christkind kam

Murks ist ein blonder, fünfjähriger Junge. Er lebt mit seinen Eltern in einem Haus direkt an der Bushaltestelle, und ziemlich nah am Kindergarten. Deshalb darf er auch schon Montags und Mittwochs alleine vom Kindergarten nach hause kommen und Dienstags und Mittwochs sogar alleine hingehen. Außerdem wird er ja auch bald sechs und kommt dann in die Schule. Und zur Schule gehen nur wirklich große Kinder hat seine Mama ihm gesagt. Deshalb muss er jetzt schon für die Schule üben, dass er auch wirklich ein großes Kind ist, wenn er eingeschult wird.
Heute Morgen, es war Mittwoch, hat Murks das zwanzigste Türchen an seinem Adventskalender aufgemacht. Es war Schokolade drin, wie immer. Die steckte er sich in die Tasche, um sie mit in den Kindergarten zu nehmen. Das zwanzigste Türchen. Das hieß, dass ja in vier tagen Weihnachten war (Murks konnte nämlich schon rechnen und 24-20 war ja nun mal vier) Murks war ganz aufgeregt, als er das feststellte, denn er freute sich wirklich sehr auf weihnachten. Hoffendlich würde er das neue Fahrrad und das ferngesteuerte Auto bekommen, dass er sich so sehr gewünscht hatte.
Als Murks aus dem Haus ging und auf den Bürgersteig hüpfte, fing es gerade an zu schneien. Wie ein Weltmeister tobte Murks durch den Schnee. Seine Mutter, die am Fenster stand und ihm zum Abschied winkte rief ihm lachend hinterher: „dass du mir nicht als Schneemann heimkommst!“ Murks lachte und hopste weiter durch den Schnee. Schnee fand er toll. Er war so schön weiß und funkelte und glitzerte so, wie der Stern, der heute morgen ebenfalls in seinem Adventskalender gelegen hatte. Es stand: „Fahrkarte zum Christkind“ darauf. Und auf der Rückseite „zum einlösen bitte Schokolade essen!“ Aber das wusste Murks nicht, denn lesen konnte er nur ein paar Buchstäben: Das „m“, das „u“, das „r“, das „k“ und das „s“: Genau seinen Namen, was ja schon ziemlich viel war, nur leider reichte es nicht, um zu lesen, was auf dem Stern stand.. Also konnte er auch nicht lesen, was er heute besonderes in seinem Adventskalender gefunden hatte. Der kleine goldene Stern, die Fahrkarte zum Christkind, steckte mit der Schokolade (in Schneemannform) in seiner Jackentasche.
Kurz vor der Ecke, an der Murks seinen Kindergarten schon sehen konnte, merkte er, wie kalt seine Hände schon waren, vom vielen im Schnee rumwühlen. Seine Handschuhe hatte er vergessen einzustecken, also schob er seine Hände in die Jackentasche und entdeckte sein vergessenes Stück Schokolade. Und wie Kinder nun mal sind, haben sie eigentlich fast immer Lust auf Schokolade. So auch Murks. Mit einem Haps verschwand die Schokolade in seinem Mund. Genüsslich lutschte und kaute er. Als er das letzte Stück herunter geschluckt hatte, fing auf einmal der Schnee vor ihm an aufzuwirbeln. Kleine weiße Flocken kamen auf einmal nicht vom Himmel, sondern fielen vom Boden nach oben. Dann hörte er ein leises Glockenleuten, dass immer lauter wurde, der Stern fiel aus einer Jackentasche und ohne dass es sich Murks erklären konnte, konnte er auf einmal lesen, was darauf stand „Fahrkarte zum Christkind“
Das Glockenläuten wurde lauter und kam immer näher. Auch der Schnee wurde immer dichter, und plötzlich stand eine Kuh vor ihm. Eine Kuh? Werdet ihr euch jetzt fragen? Ja, eine Kuh mit Glöckchen an den Hörnern. „ich bin der express zum Christkind“, murmelte das Tier gelangweilt „bitte alles einsteigen, die Türen schließen selbsttätig, bitte Vorsicht an der Bahnsteigkante“
Murks zwinkerte mit den Augen, er konnte gar nicht fassen, was gerade passierte und schon gar nicht hatte er sich eine Kuh als Express zum Christkind vorgestellt.
„Wieso ist denn eine Kuh der Express zum Christkind, ich dachte das wären Rentiere!“, fragte Murks naseweis.
„Nein, die Rentiere gehören doch zum Weihnachtsmann. Die hätten dich zwar auch abgeholt, schließlich wohnt der Weihnachtsmann direkt neben dem Christkind, aber der braucht sie heute selbst. Gibt viel zu Tun, vier Tage vor Weihnachten! Steigst du nun auf?“
Sie bückte sich etwas, so dass der kleine Murks (denn im Vergleich zu der Kuh war er wirklich klein) auf ihren Rücken krabbeln konnte.
„Mein Name ist übrigens Kedama“, murmelte die Kuh weiter „und warum sollte das Christkind keine Kuh schicken, schließlich war ich ja auch im Stall anwesend, wenn du dich erinnerst!“
Murks erinnerte sich an die Weihnachtsgeschichte, die hatte ihm seine Mutter schließlich schon oft genug erzählt, das Jesus in einem Stall geboren wurde an Weihnachten „da wird wohl sicherlich auch eine Kuh gewesen sein“, dachte er.
Und dann ging es los. Kedama fing an zu laufen, sie trabte durch den Schnee und Murks musste sich gut festhalten um nicht herunter zu fallen. Schließlich fiel ihm auf, dass sie gar nicht mehr auf dem Boden liefen, sondern, dass Kedama langsam anfing zu schweben, und zu fliegen, was ihn sehr wunderte, denn Kedama hatte keine Flügel
„Wo wohnt denn das Christkind?“, fragte Murks neugierig
„Na wo wohl, im Himmel!“, entgegnete Kedama. „Sieht du die Wolke da oben, wo es so rot leuchtet?“
Murks nickte
„Da backen die Engel gerade Plätzchen. Und direkt daneben, die Wolke, die besonders weiß ist, da wohnt das Christkind.“
„Oh“, staunte Murks „fliegen wir auch zu den Engeln?“
Denn Lust auf Plätzchen hätte er jetzt schon gehabt. Doch Kedama schüttelte den Kopf, dass die Glöckchen an ihren Hörnern klimperten „dafür ist keine Zeit. Schließlich musst du nach dem Kindergarten pünktlich wieder nach hause. Murks schmollte. Aber schließlich war ein Besuch beim Christkind und der Flug auf Kedama schon Abenteuer genug.

****

Von unten sah die Christkindwolke aus, wie jede andere Wolke auch. Ein bisschen heller vielleicht, wenn man genau hinsah und flauschiger sah sie auch aus. Aber sonst unterschied sie nichts von normalen Wolken. Von unten wohlgemerkt. Als Kedama jedoch höher stieg und zur Landung ansetzte, entdeckte Murks ein kleines Häuschen aus Lebkuchen, „wie das der Hexe aus Hänsel und Gretel!“, dachte er. Als sie näher kamen, sah er auch noch viele Weihnachtsplätzchen und Tannenzweige, die das Haus zierten. Der Garten davor war mit Schnee überdeckt. Ein Schneemann mit einer Karotte als Nase stand in der Mitte des Gartens und wurde gerade von kleinen Engelkindern fertig gebastelt.
„Sind denn alle Engel so klein?“, fragte Murks.
„Nein“, antwortete Kedama „das sind nur die Kinder der großen Engel, wie bei den Menschen auch.“
„Hm“, brachte Murks nur heraus, denn er war überwältigt von den ganzen Dingen, die er sah und erlebte.

****

Dann landete Kedama im Garten des Christkindes und ein Engel kam aus dem Haus gestürmt „Kinder, los, helft euren Eltern beim Plätzchen backen und Geschenke besorgen. Dieses Jahr gibt es besonders viel zu tun!“
Der große Engel scheuchte die kleinen aus dem Garten und wandte sich dann Kedama zu: „wen bringst du denn da?“
„Das ist Murks“, antwortete die Kuh.
Der Engel lächelte „Hallo Murks, schön dich kennen zu lernen. Ich bin das Christkind!“
Dem kleinen Jungen blieb die Spucke weg „was DU???“ fragte er „aber...aber, aber du siehst doch aus, wie die anderen Engel auch, oder?“
„Wie sollte ich denn sonst aussehen?“, fragte da Christkind lächelnd.
Das konnte Murks auch nicht so genau beantworten, deshalb blieb er erst mal stumm und folgte dem Christkind ins Haus hinein.

***

Drinnen war alles weihnachtlich dekoriert, mit Lametta, viel Tanne, und schönen Lichtern. Weihnachtsplätzchen standen auf kleinen Tischchen und überall wuselten Engel mit Geschenkpapier herum.
Das Christkind führte Murks einmal durchs ganze Haus, bis sie schließlich vor einer riesig großen hölzernen Tür standen. Die Tür war so groß, dass Murks, selbst wenn er auf den Schultern seines Papas gestanden hätte, nicht bis oben hin reichen konnte. Das Christkind machte eine kurze Bewegung mit der Hand und die Tür öffnete sich, wie von selbst.
Was Murks dann sah, ließ ihm fast die Spucke wegbleiben: Vor ihm befand sich ein riesiger Raum, ein heller Raum, der größer war, als sein Haus zuhause und das der Nachbarn zusammen. Viel größer. Sehr viel größer. Und der ganze Raum war gefüllt mit Puppen, Stofftieren, Bauklötzen und anderem Spielzeug. Murks hatte in seinem ganzen Leben noch nie so viel Spielzeug auf einem Haufen gesehen.
„Oh“, staunte er „was ist denn das?“
„Das sind die Geschenke für die Kinder auf der Erde!“, antwortete das Christkind.
„Sind auch meine dabei?“, flüsterte Murks ehrfürchtig.
„Ja, entweder sie sind hier oder in einem der 999 anderen Geschenkelagern.“
„So viele gibt es?“ Murks kam aus dem staunen nicht mehr heraus.
„Ja und sie reichen jedes Jahr weniger“, entgegnete das Christkind. „denn jedes Jahr wünschen sich die Kinder mehr und größere Sachen, dass wir mit dem Spielzeug bauen und verpacken kaum noch nachkommen. Das ist auch der Grund, warum ich dich gleich wieder zurück nach unten auf die Erde schicken muss, denn ich habe wirklich wieder besonders viel zu tun dieses Jahr. Die Kinder wünschen sich immer mehr. Dabei können die meisten mit allen Sachen, die sie bekommen, gar nicht richtig spielen, weil es so viele sind. Wäre es da nicht besser, man bekäme nur wenig, aber dafür etwas, womit man wirklich viel spielen kann?“
Murks war still. Irgendwie hatte das Christkind ja recht. Letztes Jahr Weihnachten hatte er eine Ritterburg bekommen, die er sich so sehr gewünscht hatte, und nun spielte er gar nicht mehr damit, weil er viel lieber draußen war und Fußball spielte oder Bilder malte.
„Was hast du dir denn gewünscht?“, fragte das Christkind plötzlich.
Murks senkte verlegen den Kopf. Sein Wunschzettel war auch mal wieder mehr als eine Seite lang gewesen.
„Das Christkind lächelte ihn an, „ah, ich weiß schon: ein Fahrrad, ein ferngesteuertes Auto, einen neuen Fußball, Fußballschuhe... und noch viel mehr!“
Murks staunte „woher weißt du das?“
„Ich bin doch das Christkind, ich habe alle Wunschzettel der Kinder im Kopf“
Das war viel. Murks konnte sich noch nicht einmal seine Hausnummer merken, und das Christkind wusste tatsächlich alle Wünsche der Kinder auswendig?
Dann sah Murks sich etwas genauer um und ihm fiel auf, dass ja nur Spielzeug herum stand „was bekommen denn die Erwachsenen?“, fragte er erstaunt „bekommen die auch Spielzeug?“
„Nein“, das Christkind winkte einem der Engel, der hastig vorbei flog. Die Erwachsenen bekommen nur ganz selten noch etwas vom Christkind. Ihnen macht es viel mehr Spaß, sich gegenseitig etwas zu schenken, und die Freude wollen wir ihnen nicht nehmen. Außerdem haben wir ja wirklich auch mit den Kindern schon genug zu tun.“
Das leuchtete Murks ein, denn überall huschten Engel umher mit Schleifen, Geschenkpapier und Spielzeug. In einer Ecke saßen welche und versuchten gerade einen Puppenwaagen einzupacken, leider riss das Papier immer wieder und sie mussten von vorn anfangen. Es herrschte wirklich ein reges Treiben, ungefähr so, wie letzen Samstag, als Murks mit seiner Mama über dem Weihnachtsmarkt gebummelt war. Da war es auch so voll, nur dass auf dem Weihnachtsmarkt die Menschen mit grimmigen Gesichtern umherliefen. Die Engel auf der Christkindwolke jedoch lächelten viel häufiger auch wenn mal etwas schief ging oder sich zwei Engel zufällig anrempelten. Keiner war dem anderen böse, sie entschuldigten sich, lächelten und gingen wieder an die Arbeit.
„Hast du schon ein Geschenk für deine Eltern?“ Das Christkind sah Murks von der Seite an.
„N.. N - nein.“, stotterte dieser. Ich kann doch gar nichts kaufen, ich bekomme doch noch gar kein Taschengeld!“
„Du musst auch nichts kaufen, pass auf, ich gebe dir ein Geschenk, über das sich deine Eltern bestimmt freuen werden.“
„Was denn?“ Murks blickte neugierig umher. Er konnte sich nicht vorstellen, dass sich seine Eltern über eins der Spielzeuge freuen würden.
„Du hast es bereits bei dir.“, lächelte das Christkind.
„Bei mir?“ Murks sah an sich hinunter, konnte aber nichts entdecken, auch in seine Hosen und Jackentaschen befand sich nichts, außer einem gebrauchten Papiertaschentuch, und er konnte sich nicht vorstellen, dass das Christkind wollte, dass er dieses seinen Eltern schenkt.
Das Christkind fing glockenhell an zu lachen „Nein, man kann es nicht sehen. Ich habe dir eine Geschichte gegeben, die du deinen Eltern schenken kannst“
Murks verstand immer noch nicht.
„Na, was du gerade erlebst, der Besuch hier oben, ist doch sicherlich etwas besonderes. Wenn du diese Geschichte deinen Eltern erzählst, freuen sie sich bestimmt!“
„Aber das ist doch kein Geschenk!“, Murks konnte es nicht glauben.
„Probier es einfach aus. Dinge müssen nicht groß sein, oder viel Geld kosten. Die schönsten Geschenke sind die, die von Herzen kommen. Und die bestimmt nicht jeder bekommt. Oder glaubst du, dass noch jemand auf der Welt diese Geschichte verschenken kann?“
Das glaubte Murks nicht, und beschloss es auszuprobieren. Er würde die Geschichte vom Besuch beim Christkind seinen Eltern schenken. „Hoffentlich freuen sie sich“, dachte er.

******

Dann war es Zeit das Christkind wieder zu verlassen. Zum Abschied schenkte es Murks noch eine kleine Schachtel voll mit frischgebackenen Weihnachtsplätzchen „von echten Engeln zubereitet“ stand in goldenen Buchstaben darauf, das hatte ein Engel Murks vorhin noch schnell vorgelesen.
Das Christkind winkte, als Murks die Christkindwolke verließ. Aber diesmal kehrte er nicht mit Kedama der Kuh zur Erde zurück, sondern zwei Engel nahmen ihn an der Hand und flogen mit ihm bis vor seine Haustür. Pünktlich, als wenn Murks im Kindergarten gewesen wäre kam er zuhause an. Das Päckchen mit den Keksen versteckte er schnell in seiner Jackentasche, dann verabschiedete er sich von den Engeln, die schnell zurück in den Himmel flogen, bevor sie jemand sehen konnte. Als sie am Himmel immer kleiner wurden und dann verschwanden, meinte Murks, dass er ein helles Leuchten gesehen hätte. Genau da, wo sich die Christkindwolke befand. Die Wolke, die etwas heller und flauschiger aussah als die anderen. Vielleicht, wenn du mal ganz genau in den Himmel schaust, und dich ganz doll anstrengst, kannst du sie auch sehen. Probier es mal!
Aber die Geschichte von Murks ist ja noch gar nicht zuende. Bevor du also ans Fenster gehst und Ausschau hältst nach der Wolke auf der das Christkind wohnt, will ich dir erst noch erzählen, wie die Geschichte ausgeht:
Murks schaute den beiden Engeln noch eine Weile nach und konnte nicht fassen, was er gerade erlebt hatte. Am liebsten hätte er es gleich seiner Mama oder seinem Papa erzählt, aber das musste noch bis Heiligabend warten, denn schließlich war diese Geschichte Murks Geschenk an seine Eltern, und Weihnachtsgeschenke verschenkt man nun mal an Weihnachten und nicht vier Tage vorher.

***

Es dauerte noch vier tage, bis endlich Heiligabend war. Es war komisch, denn die Tage kurz vor Weihnachten dauerten seltsamerweise immer am längsten.
Als Murks an Heiligabend morgens früh erwachte hatte er richtiges Bauchkribbeln. Nicht so sehr, weil er sich auf seine Geschenke freute, sondern viel mehr weil er so gespannt war, was Mama und Papa zu der Geschichte sagen würden, die er ihnen schenken wollte. Ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk. Denn das würden sie bestimmt nicht auch noch von jemand anderem geschenkt bekommen.
Natürlich dauerte es noch mal sehr lange, bis es endlich dunkel wurde, die Tür zum Wohnzimmer fest verschlossen wurde und Murks mit seinen Eltern, wie jedes Jahr in die Kirche ging. Ein Fenster wurde aufgelassen, damit das Christkind auch ins Haus kommen konnte, während die drei außer Haus waren.
In der Kirche konnte sich Murks natürlich kaum darauf konzentrieren, was vorne am Altar erzählt wurde. Unruhig rutschte er auf seinem Stuhl hin und her und freute sich über jedes Lied, das gesungen wurde. Fröhlich schmetterte er „Stille Nacht“ und „ihr Kinderlein kommet“, und hoffte, dass die Zeit so schneller vorbei gehen würde.
Endlich war der Gottesdienst vorbei und alle machten sich auf den Weg in ihre warmen und hell beleuchteten Häuser. So auch Murks und seine Eltern. Zuhause angekommen, und die Haustüre geöffnet, hörte man schon leise Musik aus dem Wohnzimmer: „Horch mal“, flüsterte seine Mutter „das Christkind war da!“.
Vorsichtig wurde die Türe zum Wohnzimmer geöffnet und Murks Blick fiel auf einen hell erleuchten Tannenbaum, und die Geschenke darunter. Er war neugierig, was das Christkind ihm nun alles von seinem Wunschzettel gebracht hatte. Natürlich konnte es nicht alles bringen, das sah Murks nun ein, denn es hatte ja wirklich alle Hände voll zu tun gehabt. Er hatte sich sogar schon Sorgen gemacht, ob es überhaupt Zeit finden würde bei dem ganzen Stress zu ihm zu kommen. Aber natürlich hat das Christkind Zeit für alle Kinder, und war auch bei Murks gewesen. Er riss sofort das Geschenkpapier von dem ersten Päckchen (es war übrigens genau das gleiche Geschenkpapier, womit die Engel einige Geschenke eingepackt hatten) Unter dem Papier befand sich ein Fußball. Aus Leder. Ein richtiger Profi Fußball. Murks freute sich wie ein Schneekönig und kickte ihn gleich zu seinem Vater, der schoss ihn vorsichtig zu Mama und die zurück zu Murks. Dann wurde das zweit Geschenk ausgepackt. Ein Malblock und eine riesen Schachtel mit vielen Buntstiften war darin. Murks freute sich sehr, denn das konnte er gut gebrauchen, jetzt konnte er allen, die er lieb hatte immer ganz viele Bilder malen.
Er bemerkte vor lauter Freude gar nicht, dass gar kein Fahrrad unter dem Weihnachtsbaum stand. Aber damit hätte er ja jetzt sowieso nicht spielen können, weil im Haus Fahrrad fahren verboten war und draußen war es viel zu glatt. Dafür konnte er sich nun aber mit seinen neuen Malsachen und dem Fußball den ganzen Abend vergnügen.
Sofort fing er an zu zeichnen. Es war ein schöner Engel mit einem Päckchen in der Hand.
„Was zeichnest du denn da?“, fragte sein Papa.
„Das ist das Christkind!“, antwortete Murks und zeichnete weiter.
„Ja, sieht das Christkind denn so aus wie ein Engel?“, fragte die Mama erstaunt.
„Natürlich, wie denn sonst?“, entgegnete Murks. Dann sagte er seinen Eltern, sie sollen sich hinsetzen, „Jetzt will ich euch mein Geschenk schenken!“
Murks war ein wenig aufgeregt. Trotzdem fing er an die Geschichte zu erzählen, wie er zum Christkind kam. Wie er die Fahrkarte im Adventskalender gefunden hatte, wie Kedama ihn abgeholt und auf die Wolke gebracht hatte und von den vielen Engeln, die es dort oben gibt und wie viel sie zu tun haben.
Als er fertig war, streichelte ihm seine Mutter über die Wange „das war eine wirklich schöne Geschichte. Und das schönste Weihnachtsgeschenk, dass ich je bekommen habe.“ Auch Murks Vater freute sich und nahm seinen Sohn fest in die Arme. Dabei schaute Murks aus dem Fenster und entdeckte am Himmel einen Lichtstrahl. Nur kurz. Aber er wusste, dass es das Christkind gewesen war, das jetzt unterwegs zu den anderen Kindern war.
Ob seine Eltern ihm die Geschichte glaubten? Wer weiß. Aber sie haben sich darüber gefreut. Und selbst wenn sie es nicht glauben, wusste Murks ja, dass er das alles wirklich erlebt hat. Und du weißt das doch auch, oder glaubst du die Geschichte etwa nicht?

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Morgana
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Hallo

Wir feiern zwar kein Weihnachten aber zu Deiner Geschichte kann ich nur eins sagen: Wunderschön!

Bright Blessings

Morgana
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flammarion
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hallo,

auch mir gefällt die geschichte ganz ausgezeichnet. morgana, wie kommts, daß du kein weihnachten feierst? haste na allergie, so wie damals die freundin meiner mutter? die konnte weihnachten nicht leiden, weil es jedes jahr furchtbaren ehekrach gab, wo der vater regelmäßig den baum aus dem fenster warf. ganz liebe grüße, ein schönes neues jahr und viele bunte euros wünscht
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Old Icke

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muddelschnuddel
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auch nett...

auch ein schöner Brauch... Bäume aus dem fenster werfen :-)

wie kommt es denn dazu *giggel*

aber danke für die Komplimente!
BUSSI

Muddelinchen

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flammarion
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nun,

der herr papa konnte nicht ohne alkohol feiern und bekam zu weihnachten den größten rappel des jahres, da hat er jedesmal die hallelujastaude durchs fenster gekantet. keine schöne erinnerung für ein kind. ganz lieb grüßt
__________________
Old Icke

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Morgana
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Hallo,

bin ein bischen spät dran mit der Antwort, sorry.
Wie es kommt das ich nicht Weihnachten feiere ist einfach erklärt. Ich bin kein Christ, das ist alles. Ich habe keine Allergie, obwohl das sicherlich bei so manchem der Fall sein dürfte, wenn man sich so betrachtet, was da alles aufgeführt wird. Aber es steht mir nicht zu das zu kritisieren. *lächel*

Mögen die Götter Eure Wege im Neue Kalenderjahr ebnen

Morgana
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