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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Ein bizarrer Mord
Eingestellt am 15. 07. 2003 18:07


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Brakwaater
Wird mal Schriftsteller
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Kommissar Reissdorf war entsetzt. Er hatte in seiner Laufbahn schon viel erlebt, aber dieser Mord lie├č ihm fast das Blut in den Adern gefrieren. Das Opfer war an einen Stuhl gefesselt und ihm steckte ein dickes B├╝schel Federn im Hals, an denen er offenbar erstickt war. Aus seinem Mund schl├Ąngelten sich Spuren einer schwarzen Fl├╝ssigkeit das Kinn und den Hals herunter. Reissdorf war erleichtert, als die Leiche endlich abtransportiert wurde.
Der Gerichtsmediziner ging kopfsch├╝ttelnd neben der Trage her und murmelte vor sich hin:
"So was habe ich ja noch nicht gesehen. Wie kann ein Mensch nur..."

Reissdorf sah sich gr├╝ndlich im ganzen Haus und auf dem Grundst├╝ck um, doch nirgendwo gab es einen Hinweis, wo die Federn her stammen k├Ânnten. Kein Vogelk├Ąfig, nichts. Anschlie├čend ging er zur├╝ck ins Wohnzimmer, um die Haush├Ąlterin zu verh├Âren.
"Haben Sie eine Idee, woher die Federn kommen k├Ânnten? Hat Herr Maisel V├Âgel gez├╝chtet oder sie zum Vergn├╝gen gehalten?"
"Nein", antwortete Frau Astra, "er war allergisch gegen V├Âgel. Er hat ja sogar rund um das Grundst├╝ck Apparate aufgebaut, die die Tiere verscheuchen sollen."
"Hatte Herr Maisel Feinde? Jemand, mit dem er in letzter Zeit Streit hatte?", fragte der Kommissar.
"Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Er war doch so umg├Ąnglich und nett zu jedem.", schluchzte die Haush├Ąlterin.
Reissdorf stellte noch einige Fragen, doch die Antworten brachten ihn nicht weiter. Frau Astra schien nicht viel ├╝ber ihren ehemaligen Arbeitgeber zu wissen, abgesehen von seiner besonderen Freundlichkeit, die sie immer wieder hervorhob.

Am n├Ąchsten Tag f├╝hrte sein erster Weg den Kommissar in die Gerichtsmedizin. Dort wurde er schon ungeduldig von Heineken erwartet.
"Da bist du ja endlich, Hans. Eine merkw├╝rdige Geschichte ist das. Die schwarze Fl├╝ssigkeit, die dem Opfer aus dem Mund lief, ist ganz gew├Âhnliche Tinte. Ich habe dann ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass diese Sorte Federn fr├╝her zum Schreiben verwendet wurde. Die Todesursache war ├╝brigens..."
"...ein allergischer Schock?", unterbrach ihn der Kommissar.
"Richtig, woher wei├čt du?", fragte der Gerichtsmediziner.
"Die Haush├Ąlterin hat es mir gesagt."

Als Reissdorf in sein B├╝ro kam, wurde er dort schon von Ludwig, dem Sohn des Opfers erwartet, doch auch dieses Gespr├Ąch brachte keine wesentlichen Informationen. Anschlie├čend las er ohne gro├če Begeisterung den Bericht der Spurensicherung. Man hatte zwar einen sehr guten Fingerabdruck und einige Fu├čspuren gefunden, doch leider war der Abdruck in keiner Datenbank registriert.

Einige Tage war Reissdorf kein bisschen weiter und feuerte die Akte frustriert in die Ecke. Solche R├Ątsel, in denen nicht einmal winzige Puzzleteilchen auftauchten, hasste er wie die Pest. Als er auf den Flur ging, um sich einen Kaffee zu holen, wurde er beinahe von einem aufgeregten Mann ├╝ber den Haufen gerannt.
"Oh, Entschuldigung. Sind Sie Kommissar Reissdorf?", keuchte sein 'Attent├Ąter'.
"Richtig, was kann ich f├╝r Sie tun?" entgegnete dieser.
"K├Ânig mein Name. Ich habe eben erst erfahren, dass August Maisel ermordet wurde und unten hat man mir gesagt, dass Sie in dem Fall ermitteln."
Der Kommissar bat den Mann in sein B├╝ro und deutete stumm auf den Besucherstuhl.
"In welchem Verh├Ąltnis standen Sie zu dem Opfer?", fragte er K├Ânig.
"August ist... war mein bester Freund. Ich wette, seine Haush├Ąlterin hat Ihnen verschwiegen, dass er schon lange in erbittertem Streit mit dem Vogelz├╝chter drei H├Ąuser weiter lag?"
Reissdorf sah den Mann nachdenklich an und meinte dann:
"Die Wette gewinnen Sie. Wissen Sie, worum es bei diesem Streit ging?"
"Sicher. Der hat August schon mehrmals verklagt wegen dieser Dinger auf seiner Gartenmauer. Behauptet, die w├╝rden sein V├Âgel so erschrecken, dass sie nicht mehr zur Zucht taugen w├╝rden. Hat aber jedes Mal verloren, weil er nix beweisen konnte." berichtete der Besucher.

Eine Woche sp├Ąter, in der Reissdorf weiter frustriert Spuren folgte, die alle im Sand verliefen, flog seine B├╝rot├╝r auf und der Mitarbeiter der Hauspost klatschte ihm m├╝rrisch einen Umschlag auf den Tisch. Dieser war wei├č, mit einem Laserdrucker beschriftet und trug keinen Absender. Neugierig ├Âffnete Reissdorf ihn und zog die Kopie eines Briefes heraus. Der Briefbogen trug den Schriftzug des ortsans├Ąssigen Heller-Verlages und war an einen Klaus Diebels aus der Nachbarstadt adressiert. Der Text lautete:
"Sehr geehrter Herr Diebels, wir danken Ihnen f├╝r die Zusendung Ihres Manuskriptes, das wir jedoch leider nicht ber├╝cksichtigen k├Ânnen. Ihr Werk entstellt die Deutsche Sprache derart, dass Goethe und Schiller sich im Grabe herumdrehen m├╝ssten."
Unterzeichnet war der Brief von August Maisel.
Ein Anruf im Verlag best├Ątigte, dass das Opfer als freiberuflicher Lektor dort t├Ątig war.

Reissdorf griff zum Telefon, beorderte seinen Assistenten in die Tiefgarage und hastete zu seinem Wagen. Umgehend fuhren sie los, um Diebels einen Besuch abzustatten.
Sie hatten Gl├╝ck, der erfolglose Schriftsteller war zu Hause. Nach nur wenigen Minuten stellte sich heraus, dass er f├╝r den Abend des Mordes kein Alibi hatte, weshalb er aufgefordert wurde, die Beamten zu begleiten.
Auf dem Revier wurden ihm die Fingerabdr├╝cke abgenommen und nur kurze Zeit sp├Ąter kam ein Beamte in das B├╝ro des Kommissars, um zu berichten, dass die Fingerabdr├╝cke ├╝bereinstimmten. Auch die Schuhgr├Â├če passte zu den Abdr├╝cken, die im Haus des Opfers entdeckt worden waren.

Mit diesen Beweisen konfrontiert, brach Diebels zusammen und gestand den Mord. Als Motiv gab er die Ablehnung seines Manuskriptes an.
"Dass der sterben tut, habe ich aber nicht gewollt. Hab ihm doch nur 'nen Denkzettel verpassen wollen. Der hat mir so einen b├Âsen Brief geschrieben."
Reissdorf nickte seinem Assistenten schweigend zu, der dem T├Ąter Handschellen anlegte und ihn abf├╝hrte.
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Hallo Brakwaater,

die L├Âsung wirkt zu einfach, da h├Ątte ich mir mehr gew├╝nscht, hat mir aber ansonsten gut gefallen.

Bis bald,
Michael

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Brakwaater
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Schanked├Ân

Hi Michael,

danke f├╝r deine Kritik...
Ich habe selber manchmal den Eindruck, da├č das Ende meine Schw├Ąche ist. ├ťbertrieben verglichen: Wenn ich schon so lange 'rummache', will ich endlich zum H├Âhepunkt kommen...
Ich schau mal, ob ich noch was draus machen kann...

LG Brak
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Hallo Brak,

ich finde die grunds├Ątzliche Idee wirklich gut, vielleicht baust du es nach und nach aus, zeichnest die Personen, ihre Schrullen, ihre Beziehungen, etc.

Dann gewinnt das Werk an Tiefe.

Bis bald,
Michael

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Brakwaater
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KURZkrimi?

Hi Michael,

meinst du nicht, das k├Ânnte f├╝r die Schreibaufgabe - einen Kurzkrimi - etwas lang werden?

LG Brak
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Hallo Brak,

du kannst die Geschichte ja f├╝r das Krimiforum ausweiten und l├Ą├čt die kurze Version hier.

Bei Wettbewerben ist oft die Wortgrenze f├╝r einen Kurz-Krimi bei 2500 W├Ârtern!

Bis bald,
Michael

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