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Leselupe.de > Kurzprosa
Ein dunkler Ort
Eingestellt am 23. 11. 2011 20:54


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Krom
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EIN DUNKLER ORT

Eddie M. Angerhuber gewidmet


Dort wo ich lebe, wird es rasch dunkel. Die Sonne ist hier noch nie ein gern gesehener Gast gewesen, und deshalb verschwindet sie auch schon nach wenigen Stunden hinter den verwitterten Fassaden der alten Geb├Ąude, die das Bild der Stadt pr├Ągen.
Am Tag sind die Stra├čen stets gef├╝llt mit Menschen, deren Schritte eine merkw├╝rdige Hast erkennen lassen, als ob die Leute vermeiden wollen, nach Einbruch der Nacht im Freien angetroffen zu werden. Niemand spricht ├╝ber diese Tatsache, aber je niedriger die Sonne steht, desto unruhiger schweifen die Blicke der Passanten umher.
Wenn die D├Ąmmerung hereinbricht, sind nur noch sehr wenige Menschen unterwegs; bei Nacht liegt die Stadt schlie├člich wie ausgestorben unter dem schwarzen Himmel.
Es gibt keine Stra├čenbeleuchtung in meiner Stadt. Das einzige Licht stammt vom fahlen Schein der Sterne ├╝ber den H├Ąuserschluchten. Die Vorh├Ąnge hinter den Fenstern sind immer zugezogen, und noch niemals habe ich ein bei Dunkelheit ge├Âffnetes Fenster gesehen.
Ich selbst finde seit einiger Zeit Gefallen daran, die Stra├če vor meinem Haus bei Nacht zu beobachten. W├Ąhrend der meisten Zeit gibt es nat├╝rlich nichts aufregendes zu sehen, aber erst vor einer Woche bot sich mir ein ├╝berraschender Anblick.
Unter meinem Fenster, auf dem gegen├╝berliegenden B├╝rgersteig, stand eines Nachts ein Mann in einem langen Mantel. Er stand einfach breitbeinig da, beide Arme ├╝ber der Brust verschr├Ąnkt. Sein offener Mantel bewegte sich sanft in einer leichten Brise, wie die Schwingen eines tr├Ągen Vogels. Ich konnte das Gesicht des Mannes nicht erkennen, dazu reichte das Sternenlicht nicht aus, aber irgendwie wusste ich, dass der Unbekannte mich sehen konnte.
├ťber diese Erkenntnis erschrocken, wich ich rasch vom Fenster zur├╝ck und zog die Vorh├Ąnge zu. F├╝r den Rest der Nacht wagte ich nicht mehr hinauszusp├Ąhen.
Seitdem habe ich das Gef├╝hl, dass mir jemand oder etwas auf Schritt und Tritt folgt, sobald ich meine Wohnung verlasse. Mir ist bisher noch nicht gelungen, die Identit├Ąt meines heimlichen Begleiters auszumachen, aber ich glaube zu wissen, um wen es sich handelt.
Die Sonne geht jetzt immer fr├╝her unter; jeder neue Tag ist ein wenig k├╝rzer als der vorherige. Mittlerweile bin ich ├╝berzeugt, dass ich eines Tages aufwachen und kein Morgengrauen mehr sehen werde.
Dann wird der Fremde in dem langen Mantel hinter mich treten, und mit zischender Stimme wird er das Geheimnis dieses dunklen Ortes in mein Ohr fl├╝stern.

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Mandelbaum
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Hallo Krom,
ein gelungener Text, spannend, habe ihn gern gelesen.
Dennoch habe ich einige Anmerkungen. An manchen Stellen k├Ânnten einige Streichungen vorgenommen werden, die nach meiner Auffassung ein noch intensiveres Leseerlebnis erm├Âglichen.

Ein Beispiel:

W├Ąhrend der meisten Zeit[] Meist gibt es nat├╝rlich nichts Aufregendes zu sehen, aber erst vor einer Woche bot sich mir ein ├╝berraschender Anblick.
Unter meinem Fenster, auf dem gegen├╝berliegenden B├╝rgersteig, (entweder unter dem Fenster oder auf dem gegen├╝berliegenden B├╝rgersteig - beides geht nicht) stand entdeckte ich eines Nachts einen Mann in einem langen Mantel. Er stand einfach breitbeinig da, beide Arme ├╝ber der Brust verschr├Ąnkt. (oder: Er stand da, breitbeinig, die Arme ├╝ber der Brust verschr├Ąnkt.)

Lieben Gru├č,
Mandelbaum
__________________
"Poesie tritt oft durch das Fenster der Unwesentlichkeit ein." M.C. Richards

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