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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein einzigartiges Model
Eingestellt am 15. 01. 2010 00:11


Autor
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gerian
Festzeitungsschreiber
Registriert: Oct 2006

Werke: 19
Kommentare: 85
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"Guten Morgen, Charlotte."
"Tee oder Kaffee, Alex?"
"Wie immer..."
"Also Tee."
"Kaffee..., hast du meine Zeitung...?"
"Links von dir..."
"Wo?"
"Auf dem Stuhl."
"Danke, Charlotte."
"Gestern wieder sp├Ąt geworden, Al├ęx."

Schweigen.

"Ich wollte aber ein F├╝nf-Minuten..."
"Was, Alex?"
"Ei..., das hier ist zu hart."


"Ich sagte, es ist gestern sp├Ąt geworden, Alex."

Schweigen.

"Ja, hier auf Seite drei..., die Fr├╝hjahrsmesse in Mailand wird..."

"Das geht jetzt seit Wochen so..."

Schweigen.

"Noch ein Toast bitte."
"Alexander, du arbeitest zu viel."
"Ach Charlotte, du wei├čt doch, die neue Kollektion."
"Sie schadet deiner Gesundheit, Alex."
"Was?"
"Die neue Kollektion!"
"Charlotte?"
"Ja?"
"Stimmt was nicht?"
"Wie meinst du das?"
"Du bist so komisch."
"Ich?"
"Ja!"
"Hast du an heute Abend gedacht?"
"Nein, die neue Kollektion..."
"Die kann warten."
"Warum?"
"M├╝ller-Senftleben..."
"Was ist mit denen?"
"Du hast sie zu uns eingeladen."
"Ich, ach ja..., wann kommen die denn?"
"Heute Abend..."
"Mist, das hab ich ganz vergessen, Charlotte, hast du alles...?"
"...vorbereitet..., wolltest du sagen, ja ich habe, wie immer!"
"Ach Charl├Âttchen, ohne dich w├Ąre ich nichts..., der M├╝ller-Senftleben vom Betty-Verlag kommt mir jetzt zur Messe gerade recht, ich brauch den Art-Director f├╝r die neue..."
"Kollektion, ich wei├č mein Lieber, sei p├╝nktlich heute Abend... und nenn mich nicht┬┤Charl├Âttchen┬┤."

Es hatte an der Haust├╝r geklingelt.

"Ich gehe schon, Charlotte, es wird Albert sein, mein Chaffeur, bis heute Abend, meine Liebe."

Sp├Ąter entdeckte sie das Handy ihres Mannes auf dem K├╝chentisch. Sie l├Ąuft zur T├╝r, ├Âffnet und schaut hinaus. Der Wagen ist fort.
┬┤Auf dem Wohnzimmerb├╝fett wir er es nicht ├╝bersehen, wenn er es sucht.`

Sie ging noch einmal den Einkaufszettel durch, rief den Party-Service an und gab die Bestllung auf.
Als sie aufgelegt hatte, klingelte es im Wohnzimmer. Sie eilte hin├╝ber.
Es war das Handy ihres Mannes.

"Ja bitte?"
"Signore..., hallo Signore Alessandro?"
"Falsch verbunden, Signora..."
"Ich nicht verstehen, Signora."
"Hier nix Alessandro!"
"Wie bitte?"
"No Alessandro."
"Ma la mia..., ├Ąh, doch Signora..., ich Alessandro kennen..."
"Mag sein, doch hier wohnt niemand namens Alessendro."
"Confidenziale.. vertraulich..."
"Wer sind Sie, was wollen Sie?"
"Ich hei├čen Gina Galanti, wohnen in Mailand. Mia figlia Camilla, meine Tochter..."
"Signora Galanti, was ist mit Ihrer Tochter?"
"Camilla.., Tochter..., auch Alessandro."

Schweigen.

Charlotte ahnt. Sie wehrt sich gegen das, was in ihr hochkommt.

"Signora verstehen Sie nicht...? Sie sind falsch verbunden!"
"Si, Signora, es ist mir peinlich, entschuldigen Sie bitte."

Charlotte war, als entglitt ihr der Boden unter den F├╝├čen. Sie griff nach einem Halt, sank in den nahen Sessel hinein. Im Kopf drehte ihr ein Karussel.

Als sie endlich aufblickte, sah sie in das Gesicht eines Mannes, der ihr gegen├╝ber im Sessel sa├č.
Er kam ihr bekannt vor. Dann begriff sie. Es war ihr Mann. Sie hatte ihn nicht kommen h├Âren.

"Du? Ich denk, du bist bei deiner Kollektion."
"Charlotte?"
"Ja?"
"Stimmt was nicht?"
"Wie meinst du das?"
"Du siehst so schlecht aus."
"Warum bist du so fr├╝h gekommen, Alex"
"Ich hab mein Handy vergessen, mit dem du eben telefoniertest. Wer war es?"
"Unbedeutend, es hatte sich jemand verw├Ąhlt."

"Ich erwarte noch einen wichtigen Anruf, deswegen bin ich so fr├╝h schon gekommen."
"Aus Mailand?"

Schweigen.

"Wie kommst du darauf?"
"Nun wegen der Messe..., du musst doch da bald wieder hin."
"Ja, das wei├čt du doch..., unsere neue Kollektion, alles Unikate."
"Ja Alex, das sind wir alle, einzigartig, nicht wahr?"
"Charlotte?"
"Ja?"
"Du bist so komisch."
"Nein, du!"
"Ich, wie kommst du darauf?"
"L├╝gner! Schuft! All die Jahre angelogen, angelogen hast du mich. Immer wenn du in Mailand warst, ficktest du eine andere!"
"Charlotte, bist du noch bei Sinnen?"
"Hast du eine Geliebte in Mailand, ja oder nein?"
"Aber Charl├Âttchen, das hab ich dir doch vor ├╝ber zwanzig Jahren l├Ąngst gestanden. Seitdem hab ich keine dort."
"Du sollst mich nicht immer ┬┤Charl├Âttchen┬┤nennen , wenn du verlegen bist."
"Aber Charl├Â..., Chalotte..."
"und hier... in Berlin, wer ist denn hier deine neue Kollektion. Ich meine, wer ist sie?"
"Unser neues Model?"
"Hast du was mit ihr?"
"Bist du total ├╝bergeschnappt, sie k├Ânnte meine Tochter sein."
"Schwamm dr├╝ber, Alex, komm in die K├╝che, wir haben noch Vorbereitungen zu treffen, die M├╝ller-Senftleben kommen bald."

Der Himmel w├Âlbte Pastelrot ├╝ber den Garten. Von irgendwo rief ein Kauz in die D├Ąmmerung hinein.

M├╝ller-Senftleben fragte: " Ach eh ich es vergesse, lieber Alexander, auf der n├Ąchsten Titelseite pr├Ąsentieren wir nat├╝rlich Ihr neues Model, wie hei├čt sie noch?"
"Camilla Galanti."

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