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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Ein erotisches Missverständnis
Eingestellt am 10. 08. 2003 14:30


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stellysee
Festzeitungsschreiber
Registriert: Nov 2002

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Als Karl zum Fenster hinaus schaute, konnte er nicht ahnen, in welcher Weise sich ihre Wege kreuzen würden. Sein Blick ruhte auf dem alten Turm aus dem frühen 14. Jahrhundert. In der späten Nachmittagssonne strahlte das denkmalgeschützte Bauwerk eine besondere Ruhe aus.

Zur gleichen Zeit saß Sheryll im ICE von Köln nach Frankfurt. Seit der Fertigstellung der neuen Schnelltrasse beträgt die Fahrtzeit nur noch 77 Minuten. Aber sie achtete nicht auf die Geschwindigkeit. Ihre Gedanken kreisten um die Fertigstellung des Projekts. Auch sie konnte nicht ahnen, in welcher Weise sich ihre Wege kreuzen würden.

Der Limburger Dom lag verschlafen in der Nachmittagshitze als Karl das Fenster seines alten Golfes runterkurbelte. Schnell wollte er noch ein Foto der Doppelturmfront mit seiner neuen Digitalkamera schießen, bevor er sich dann direkt auf die Auffahrt der Autobahn Richtung Frankfurt machte. Zu gern hätte er noch einen kleinen Rundgang im Inneren des prächtigen Gotteshauses gemacht, die Fresken und Kreuzgänge besichtigt und die erfrischende Kühle des Gebäudes genossen. Karl faszinierte das monumentale Bauwerk, das Anfang des 14. Jahrhunderts nach beinahe 200 Jahren Bauzeit fertig gestellt war. Die zahlreichen Fensterbögen, die Gewölberippen und schmucken Arkadensäulen ließen ihn auf eine hohe Kunstfertigkeit der Baumeister schließen. Wieder einmal bedauerte er, dass er nicht Archäologie oder Architektur studiert hatte. Gern hätte er sich jetzt in den Park des Doms gesetzt, zwischen die sattgrünen Trauerweiden und einmal tief Luft geholt.

Sheryll holte tief Luft und atmete stoßartig aus. Die Geräusche hörten sich bei ihr fast schon wie kleine Seufzer an. Sie guckte geistesabwesend durch das Zugfenster nach draußen. Die Landschaft raste an ihr vorbei. Er fiel ihr schwer, sich auf ihr Projekt zu konzentrieren. Ihre Gedanken sprangen eher wie kleine Geistesblitze durch die Astralleiterwindungen ihres Gehirns, kreuzten sich an den Synapsen, um sich dann in den Weiten des Großhirns zu verlieren.

Karl verpackte die Kamera rasch in die Tasche auf dem Beifahrersitz und legte den ersten Gang seines Golfs ein. Er warf noch einen letzten Blick auf den linken Turm und gab anschließend Gas. Das Auto knatterte laut. Der Straßenbelag qualmte unter den Rädern. Die Luft flimmerte in der Nachmittagssonne des heißen Sommertages. Karl bremste scharf an der nächsten Straßenkreuzung. Er schrak, zu spät hatte er die rote Ampel gesehen. Eine Fußgängerin schimpfte laut und gestikulierte Drohgebärden vor seiner Motorhaube. Ängstlich drückte er den Knopf der Fahrertür nach unten. Erst als er die Frau im Rückspiegel erspähte, blickte er wieder etwas entspannter durch das Fenster nach draußen auf die Straße. Spontan beschloss er aus Sorge vor weiteren Überraschungen, auf den Zug umzusteigen. Karl parkte seinen Golf am Limburger Bahnhof und erkundigte sich anschließend hastig bei einem Schaffner nach der nächsten Zugverbindung nach Frankfurt-Flughafen.

Sheryll zuckte zusammen, als die Stimme des Zugbegleiters durch den Lautsprecher ihres Abteils dröhnte. Außerplanmäßig halte der ICE heute in Limburg. Sie verschwand auf die Toilette.





Karl drückte sich mit seinen beiden Taschen durch die engen Gänge des Zuges. Die kühle Luft in den ICE-Wagons erfrischte seine Sinne. Er öffnete die Tür eines Abteils, verstaute sein Gepäck und setzte sich ans Fenster in Fahrrichtung des Zuges. Er schloss die Augen, da die vorbeirasende Landschaft ihn schwindelte. Es dauerte nicht lange, und er war eingeschlafen.

Sheryll tippte mit ihrem linken Fuß gegen sein Schienbein. Sie ärgerte sich, dass der Kerl ihren Platz während der kurzen Zeit ihrer Abwesendheit besetzt hatte. Gegen die Fahrrichtung konnte sie nicht denken. Sie wollte schleunigst für die verbleibende Zeit der Zugfahrt ans Fenster des Abteils zurück, damit sie sich ihrem Projekt widmen könnte. Karl lächelte im Schlaf, tat ihr jedoch nicht den Gefallen, aufzuwachen. Sie pustete ihm ihren warmen Atem ins Gesicht, was Karl dazu veranlasste, sich mit der linken Hand über seine rechte Wange zu streicheln. Sofort bemerkte sie seine schlanken langen Finger. Den Nagel des Daumens trug er länger als es Männern gewöhnlich tun. Die restlichen vier Fingernägel waren normal lang gewachsen. Sie warf einen Blick auf den Daumen seiner rechten Hand, der ihr den gleichen Anblick bot. Leise lächelnd begutachtete sie nun sein Gesicht. Die Poren waren sehr fein. Einen Bartwuchs hatte er nicht. Er pflegte seine Haut, das sah sie beim ersten Blick sofort. Keine Unreinheit noch nicht einmal eine Unebenheit vermochte sie in seinem Gesicht auszumachen. Die zerknitterte Hose und das ungebügelte Hemd passten gar nicht zu seiner glatten Haut. Während sie ihn so anstarrte, kam Karl zu sich. Blinzelnd öffnete er die Augen, um sich langsam an das Tageslicht zu gewöhnen. Sheryll konnte er noch nicht erkennen, er sah nur ihren Schattenriss. Intuitiv lächelte er und wünschte ihr einen guten Tag. Während er sich räkelte, bemerkte er ihren angenehmen Duft, ein Gemisch aus Patchouli, Vanille und Karamell.

Beinahe zeitgleich legten beide ihr rechtes Bein über das linke. Karl berührte mit seiner Fußspitze bei dieser Bewegung ihre Wade. Sie zuckte zusammen, so als habe sie jemand getreten. Karl schaute sie irritiert an, entschuldigte sich sofort für seine grobe Motorik und guckte verlegen aus dem Fenster. Er hielt seine Arme verschränkt vor dem Körper. Sheryll ärgerte sich, dass sie ihn verschreckt hatte. Karl gefiel ihr. Sie warf einen Blick auf die Landschaft und erhaschte dabei im Spiegel der Fensterscheibe sein Gesicht. Auch er sah sie jetzt schemenhaft sich im Glas spiegeln. Er fasste Mut und richtete seinen Blick direkt in ihre Richtung. Er bemerkte, wie sich ihre Körperhaltung dabei zunehmend verkrampfte. Sie schlug das linke Bein ungelenk über das rechte, kratzte sich am rechten Oberarm und drückte dann mit den Fingern ihrer linken Hand am Hals herum bis sie hektische roten Flecken auf ihrem weit ausgeschnittenen Dekolleté bekam. Ihre Sensibilität trieb Karl das Blut durch die Adern. Er spürte, wie sich kleine Schweißperlen auf seiner Stirn bildeten. Er atmete tief ein und aus und hatte Schwierigkeiten, seine Erregung vor ihr zu verbergen. Sheryll ärgerte sich. Vor allem über sich selbst. Sie haste ihre Schamesröte, sie hasste Typen, die Frauen mit ihren Blicken entkleideten und sie hasste Männer, die keuchen, wann immer und wo sie wollen. Ein leichter Hauch von Zorn wehte durch ihren Körper. Wie ein feiner Nebel in der Nacht breitete er sich aus und umhüllte beschützend ihr Herz. Die feinen Härchen auf ihren Unterarmen streckten sich, eine Gänsehaut verdrängte die hektischen Flecken auf ihrem Hals. Karl blieben ihre körperlichen Regungen nicht verborgen. Er spürte, wie sein Penis hart wurde. Er griff sich kurz in den Schritt, rückte die Hose zurecht, um seine Erektion vor ihr zu verbergen. Sheryll blickte fassungslos aus dem Zugfenster. Einen kleinen Augenblick glaubte sie sogar, ihr bliebe der Atem stehen. Im Geiste spielte sie ihre Handlungsalternativen durch. Sie könnte laut schreien oder ihm eine Ohrfeige verpassen. Sie könnte ihm aber auch feste mit dem Absatz ihres Schuhs auf den Fuß springen. Die Stimme des Schaffners, der über Lautsprecher den nächsten Stopp „Frankfurt Flughafen“ ankündigte, riss sie aus ihren Überlegungen. Entschlossen drehte sie ihren Kopf in seine Richtung, so dass sie Karl jetzt direkt anschaute. Das stechende Funkeln ihrer grünen Augen nahm ihm die Kraft zu atmen. Die Schläfen begannen erst langsam dann immer schneller zu pulsieren. Diese Art von wortloser Erotik hatte Karl noch nie erlebt. Das Blut erwärmte seine Stirn. Rote Blitze tanzten vor seinen Augen und stiegen anschließend aus seiner Schädeldecke empor. Ein warmer Luftzug streifte entlang seiner Wirbelsäule und vermischte sich über seinem Kopf mit der Farbe des Blutes. In seiner Hose wurde es feucht. Karl zuckte kurz mit den Schultern, als er das plötzliche Aufeinandertreffen von Wärme und Kälte bemerkte. Er lächelte sie an. Sheryll blitzte noch immer mit ihren Augen. Karl stand auf, griff nach seinem Gepäck und verabschiedete sich von ihr mit einem knappen zärtlichen „Adieu“. Der Fleck zwischen seinen Beinen störte ihn nicht.

Erbost sprang Sheryll aus ihrem Sitz auf. „Ferkel, Mistkerl, Dumpfbacke“ dachte sie. Im selben Augenblick musste sie lachen. Eine Headline für ihre Print-Werbekampagne „Fleckenteufel“ schoss ihr durch den Kopf. „Hast du keinen, mach dir einen.“ Dazu würde sie einen jungen Mann zeigen, der einer wunderschönen Frau im Zug gegenübersteht. Auf seiner Hose prangt ein heller weißer Fleck. Immerhin, dachte Sheryll, das Projekt würde ein Erfolg. Dafür hatte sie sich gern als Objekt der Begierde missbrauchen lassen.

Sheryll kletterte am Frankfurter Hauptbahnhof aus dem Zug und sprang in ein Taxi, das sie vor die Haustür ihrer Agentur in Rödelheim steuerte. Das Meeting war bereits ohne sie gestartet, doch ihre Kollegen erwarteten sie hoffnungsvoll. Mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen nahm sie in der Runde der Herren Platz.

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stellysee
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Brakwaater
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Meiner Meinung ein wenig überzogen...
Ein Malheur diesen Ausmaßes geschieht nicht einmal einem pubertierenden Teen, der gerade seine ersten Erektionen bekommt, denke ich....

Ansonsten solltest du vielleicht den erotischen Teil etwas vertiefen und das 'Vorspiel' ein wenig straffen... MICH persönlich interessiert es grad gar nicht, wie übergroß sein Interesse am Limburger Dom ist...

Gruß, Brak
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Gibts gegen dein erbarmungsloses Walten,
Denn keine Macht, um dich in Furcht zu halten?
Dante, Zwanzigste Kanzone

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Lillia
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ueberzogen oder nicht...

Vielleicht nicht realistisch, aber ganz toll geschrieben, wie ich finde.

Die Dombeschreibung finde ich tatsaechlich etwas zu lang und ueberhaupt recht unnoetig, zumal sie mit dem Verlauf der Geschichte gar nichts zu tun hat. Da wuerde ich straffen.

Sehr gut gefaellt mir, wie die beiden aus Versehen aneinander stossen und sie 'hektische Flecken' bekommt - die ganze Situation ist sehr fein beobachtet und dadurch gut nachvollziehbar, auch ohne dass zu viele klischeehafte Formulierungen benutzt werden. Hier wuerde ich nichts kuerzen.

Einzelne Saetze finde ich noch etwas zu allgemein, zB "Die kühle Luft in den ICE-Wagons erfrischte seine Sinne." - Ich kann mir unter "Sinne erfrischen" so wenig vorstellen.

"Sie verschwand auf die Toilette." gefaellt mir nicht, da das ja ein aus Sherylls Sicht beschriebener Absatz ist - sie verschwindet vielleicht fuer die anderen Passagiere, aus ihrer Sicht aber benutzt sie wohl vielmehr die Toilette. (Und pfui, auf Bahnhoefen darf man doch gar nicht pinkeln!)

Zur Loesung des "Realismusproblems" faellt mir gar nichts ein, doch der Text gefaellt mir trotzdem. Es hat Spass gemacht ihn zu lesen, weil er so sensibel geschrieben ist.

Lieber Gruss
-lilli-

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Ralph Ronneberger
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Hallo stellysee

Eigentlich wollte ich mehr dazu schreiben. Aber wozu? Braakwater hat es auf den Punkt gebracht. Mehr könnte ich auch nicht sagen. Außer: Du hast einen recht gefälligen Stil, was vielleicht noch gelungere Geschichten erwarten lässt. (Der Prot muss ja nicht wieder gleich ein pubertierender Dompfaff sein)

Gruß Ralph
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stellysee
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Ursprünglich veröffentlicht von Ralph Ronneberger
Hallo stellysee

Eigentlich wollte ich mehr dazu schreiben. Aber wozu? Braakwater hat es auf den Punkt gebracht. Mehr könnte ich auch nicht sagen. Außer: Du hast einen recht gefälligen Stil, was vielleicht noch gelungere Geschichten erwarten lässt. (Der Prot muss ja nicht wieder gleich ein pubertierender Dompfaff sein)

Gruß Ralph




Das kennen Männer nicht, ist doch klar. Ihr seht die pubertierenden Prots nicht. Vielleicht solltet ihr mal Eure Augen aufmachen.

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Brakwaater
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stelly: Wir Männer waren selber mal pubertierend, aber DAS ist schon arg überzogen!
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