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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Ein ethisch humanistischer Vortrag ...?
Eingestellt am 27. 12. 2004 15:04


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chinaski
Wird mal Schriftsteller
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Ein ethisch humanistischer Vortrag ...?

Die Erinnerung an kindliche Gedankenspiele umfasst zweifelsohne das Wesen unseres Seins. Dies, so behaupte ich, ist ein direkt greifbarer Schlüssel für jeden Menschen, welcher die paradoxe Synthese von Individuum und Gesellschaft begreifen möchte.

Von welchen Gedankenspielen ich hier rede?! – Natürlich, ich habe vergessen, dass dies erst kommuniziert werden muss, obwohl ich denke, dass jeder diese geistigen Erlebnisse bereits einmal erfahren hat und sie doch schon im Ansatz einer Anspielung erkennen müsste.

Dennoch bemühe ich mich, ein Beispiel direkt zu benennen. - In früheren Tagen, als meine Haut, aber auch mein Geist, noch glatt war, habe ich mich in verschiedenen Situationen gefragt, was wohl ein mir entgegenkommender Mensch gerade denkt bzw. was er gedenkt in den nächsten Momenten, Minuten, Stunden oder Tagen zu tun. Wie funktioniert sein Leben oder wie erlebt und lebt er sein Leben?! Ich habe mir vorgestellt, wie er mich wahrgenommen hat; ob er gleichermaßen darüber sinniert, wer ich bin und was ich tue.

Das hat mich immer schon interessiert, fasziniert und gleichzeitig in hohem Maße verwirrt. Wir stehen doch im Alltag immer selbst im Mittelpunkt des Geschehens. Alles beziehen wir auf unser eigenes Leben. Wir befinden uns sozusagen den Großteil unseres Daseins im egozentrischem Weltbild.

Wiederum gibt es etwas dazu Widersprüchliches zu sagen. Denn wir sind eben auch unbestreitbar Wesen, die eine Gemeinschaft, d.h. die Anderen, benötigt. Forscher stellten gar fest, dass wir ohne die Anderen am Ende sogar sterben müssen. Der soziale Kontakt ist eine Notwendigkeit unseres Überlebens und im gleichen Zuge ist es uns unmöglich, den Anderen vollkommen zu erschließen. Zwischen diesen existentiellen Welten bewegen wir uns als Individuen, aber immer auch als Teil einer Gemeinschaft oder Gesellschaft.

Sprechen wir heute von einer „egoistischen Gesellschaft“, so ist das im Grunde bereits ein begriffliches Paradox. Bezeichnenderweise passt dies aber zu dem Phänomen, welches wir in unserem lebenspraktischen Alltag wiederfinden.

Äußert jemand, dass wir in einer solchen Gemeinschaft leben, ist klar, was gemeint ist: Rücksichtslosigkeit und individuelles Vorteilsstreben sind hier kennzeichnende, ja sogar begehrenswerte, Attribute, die ein Mitglied dieser Gesellschaft weiter nach Vorne bringt: „Ist der aber clever“ oder „Die ist so richtig abgebrüht“, lauten dann noch die bewundernden Kommentare, die viele Menschen in nachstrebensbereiter Weise formulieren, wenn Er oder Sie jemanden „übers Ohr gehauen“ hat. Dieser Andere ist natürlich der „Naive“ und der „Dumme“. „Selbst schuld“, lautet hier dann die ebenfalls rücksichtslose Diagnose.

Nun spreche ich hier von Ethik?! – Ja, im weitesten Sinne. Eine implizite Ethik, die Heinz von Förster gerne als oberstes menschliches Prinzip verordnet hat. Wahrscheinlich würden ihm beim Wort „Prinzip“ bereits die Nackenhaare hochfahren, doch ich will es verstehen als ein strebenswertes Ideal menschlicher Existenz.

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Ersparen wir uns doch den transzendentalen Quatsch, wenn das Ganze so eindeutig wie ein Kinnhaken ist. (Ludwig Wittgenstein)

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Devika
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Hallo. Ich finde du hörst dort auf, wo es anfangen könnte interessant zu werden, schade. Dafür finde ich den Anfang zu langatmig. Besser wäre vielleicht gewesen mit einer knackigen These einzusteigen.

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