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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein ganz normaler Sonntag
Eingestellt am 21. 11. 2002 23:11


Autor
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Netbirdy
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Nov 2001

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Ein ganz normaler Sonntag...
...so dachte sie zumindest.

Es sollte ein ganz normaler Sonntag werden.

Sie schlug die Augen auf, blinzelte noch verschlafen in die Sonne und reckte und streckte sich...ja, der Sonntag w├╝rde gut werden...dachte sie.

Abends war Party mit ihren Freunden angesagt. Der ortsans├Ąssige Verein hatte 125j├Ąhriges Bestehen und es sollte DAS Megaevent ├╝berhaupt werden.
Abends setze sie ihre Maske "Fr├Âhlichkeit" auf und st├╝rzte sich ins Geschehen. Das riesige Zelt war liebevoll dekoriert, die Musik einfach gigantisch und die allgemeine Stimmung toll, es konnte nicht besser sein. Sie erregte Aufsehen mit ihrem Aussehen und flirtete kokett mit einigen M├Ąnnern, die sie bewundernd anschauten. Das Bier floss in Str├Âmen. Sie merkte gar nicht, da├č sie mehr trank als f├╝r sie gut war, merkte nicht, da├č sie sich mit dem Alkohol eine Scheinwelt aufbaute..sie wollte doch nur gl├╝cklich sein.
Pl├Âtzlich stand ein junger Mann vor ihr, reichte ihr seine Hand und zog sie auf die Tanzfl├Ąche. Er nahm sie in seine Arme, hielt sie eng umschlungen und f├╝hrte sie im Takt ├╝ber die Tanzfl├Ąche. Sie wusste, da├č er viel zu jung war f├╝r sie, wusste, da├č sie ihn nie wiedersehen w├╝rde und dennoch lies sie sich fallen, lies es zu, da├č er sanft ihren R├╝cken streichelte und seinen Kopf an ihren lehnte, ihr z├Ąrtliche Worte ins Ohr fl├╝sterte. Die Nebelmaschine tauchte sie Tanzfl├Ąche in ein fast schon gespenstisches Licht...es gab nur noch sie beide. Sie fing an zu tr├Ąumen...dachte an IHN...was er jetzt wohl gerade machte? Dachte er jetzt auch gerade an sie?..wie gerne w├╝rde sie jetzt in seinen Armen liegen.... Sie seufzte laut auf und gab sich wieder ganz dem bezaubernden Tanz mit dem jungen Mann hin. Ihre F├╝├če schwebten f├Ârmlich ├╝ber die Tanzfl├Ąche und er zog sie noch etwas enger an sich. Sie lies sich gerne von ihm f├╝hren, sp├╝rte den Takt der Musik mit jeder Faser ihres K├Ârpers. Er schaute ihr tief in die Augen und sein Blick sagte mehr als 1000 Worte. Es war ein Blick voller Z├Ąrtlichkeit. So etwas sei ihm noch nie passiert sagte er. Sie l├Ąchelte ihn nur stumm an...
Der Tanz war zu Ende und sie gingen Hand in Hand zu den anderen zur├╝ck. Er blieb wie selbstverst├Ąndlich an ihrer Seite. Tanzen machte durstig, dachte sie, und leerte zwei Gl├Ąser Bier mit einem Zug...tanzen machte sehr durstig. Sie trank mehr als ihr gut tat, doch sie hatte Angst vor ihren Gedanken, hatte Angst, da├č sie von ihnen ├╝berrannt werden k├Ânnte, da├č sie wieder von ihr Besitz ergreifen k├Ânnten und so versuchte sie sich mit Alkohol zu bet├Ąuben...ein fataler Fehler wie sich sp├Ąter herausstellen sollte.
Ihr Freunde schauten sie und den jungen Mann l├Ąchelnd an und verwickelten sie beide in ein anregendes Gespr├Ąch...er hielt dabei sanft ihre Hand in seiner, spielte dabei mit ihren Fingern, ihren Ringen, hielt sie ganz fest.
Sie tranken weiter Bier, es schmeckte einfach zu gut, aber mit jedem weiteren Glas bekam ihre Maske immer gr├Â├čere Risse. Die aufgesetzte Fr├Âhlichkeit wurde von einer Melancholie ├╝berdeckt, die sie immer weiter nach unten zog, so sehr sie sich auch dagegen wehrte.
Weit nach Mitternacht machten sie sich auf den Heimweg...ein letzter tiefer Blick in die Augen des jungen Mannes, ein letztes L├Ącheln...sie entzog ihre Hand ganz langsam seiner und ging auf den Ausgang zu.
An der frischen Luft merke sie erst den Alkohol...ihr Blick war l├Ąngst nicht mehr klar, ihr Gang alles andere als sicher und sie schwankte leicht. Sie war sehr still geworden, hing ihren Gedanken nach und trottete hinter ihren Freunden her, die sich immer noch angeregt unterhielten und teilweise laut lachten. Keiner merkte was in ihr vorging, keiner merkte, da├č sie immer langsamer wurde, irgendwann stehen blieb und sich laut schluchzend auf einen kleinen Mauervorsprung setzte. Sie versuchte verzweifelt ihre Tr├Ąnen wegzuwischen, aber es waren einfach zu viele. Sie schrie ihren ganzen Kummer heraus und fiel immer mehr in ein tiefes, dunkles Loch, aus dem es kein Entrinnen zu geben schien.
Pl├Âtzlich sp├╝rte sie Arme, die sie umschlangen, fest hielten...eine Stimme, die ihr beruhigende Worte ins Ohr fl├╝sterten, einen K├Ârper der sie an sich zog. Sie hob langsam den Kopf, ihr Blick von den vielen Tr├Ąnen verschleiert, die Augen rot und verquollen. Es war der junge Mann aus dem Zelt der sie ganz fest hielt, als ob er sie nie wieder los lassen wollte. Sie wollte etwas sagen, doch er legte ihr nur seinen Finger auf die Lippen und bedeutete ihr damit zu schweigen. Sie lehnte ihren Kopf an seine Schulter und wieder liefen ihr die Tr├Ąnen die Wangen hinunter, ihr K├Ârper wurde regelrecht durchgesch├╝ttelt von ihrem Schluchzen. Er lies sie weinen...streichelte dabei unaufh├Ârlich ihren R├╝cken, hielt sie einfach nur fest umschlungen und wartete...

Nach einer Ewigkeit versiegten langsam ihre Tr├Ąnen, sie wurde ruhiger, ihr Atem ging etwas langsamer und ihr K├Ârper entspannte sich unter seinen Ber├╝hrungen. Sie schaute auf, suchte seinen Blick, versuchte darin zu lesen. ├ťber ihre Lippen kam nur ein schon fast gehauchtes "Warum?"...er l├Ąchelte sie an, nahm ihr Gesicht in beide H├Ąnde, gab ihr einen sanften Kuss auf den Mund und stand auf. Er l├Ąchelte sie an, zwinkerte ihr ein letztes Mal zu, drehte sich ganz langsam um und ging den Weg den er gekommen war wieder zur├╝ck. Als sie ihn fast nur noch schemenhaft erkennen konnte, schien es ihr als verwandle sich die Person in eine andere und pl├Âtzlich sah sie IHN dort stehen...den Mann den sie liebte, der ihr zuwinkte und pl├Âtzlich wusste sie was zu tun war und eine zuvor nie gekannte Ruhe durchstr├Âmte ihren K├Ârper....sie hatte alle Zeit der Welt.

Den jungen Mann aus dem Zelt wird sie niemals vergessen...

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

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hallo netbirdy,

eine h├╝bsche kleine geschichte hast du da geschrieben. allerdings bleibt deine hauptperson etwas zwielichtig, oder ich bin zu bl├Âd, die andeutungen zu verstehen. welche gedanken sind es denn, die die dame verfolgen, vor denen sie fl├╝chtet, was ist mit IHM? welche intentionen verfolgt der junge mann, will er sich mit einer partyl├Âwin am├╝sieren, tut sie ihm leid, macht er im laufe des abends eine ver├Ąnderung durch?
das solltest du mehr herausarbeiten, sonst wirkt die ganze geschichte wie ein farbloser traum.
auf die schnelle ist mir ein rechtschreibfehler aufgefallen:

quote:
Sie lies sich gerne von ihm f├╝hren, sp├╝rte den Takt der Musik mit jeder Faser ihres K├Ârpers.


sicherlich meinst du "lie├č"

die formulierung mit den zwei-bieren-in-einem-zug-austrinken
finde ich etwas ungl├╝cklich. im wahrsten sinne des wortes geht das n├Ąmlich nicht. vielleicht besser: trank zwei bier schnell hintereinander oder trank schnell ein bier, bestellt sofort ein neues, welches sie wiederum in einem zug austrank oder so etwas in der art.

die sich st├Ąndig wiederholende bemerkung, da├č sie mehr trank als ihr gut tat, w├╝rde ich komplett streichen, das kommt aus deinem text auch so gut raus.

fazit: aus der geschichte kann man etwas machen, momentan gef├Ąllt sie mir noch nicht so richtig.

gru├č


rainer

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Netbirdy
Schriftsteller-Lehrling
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Lieber Rainer,

zuerst einmal herzlichen Dank f├╝r Deinen Kommentar und vor allem f├╝r Deine Verbesserungsvorschl├Ąge.

Ich mu├č Dir zugegebenermassen recht geben, man kann als "fremder" Leser nicht eindeutig erkennen welche Beweggr├╝nde die Hauptperson hat. Die Hauptperson war ich selbst, es ist also eine wahre Geschichte und das ist auch der Grund, warum ich sie nicht so geschrieben habe, da├č es andere Leser wirklich verstehen, was im Nachhinein betrachtet etwas ungl├╝cklich war, aber das habe ich beim Schreiben einfach nicht bedacht....wieder etwas gelernt und daf├╝r danke ich Dir!

Liebe Gr├╝├če
Andi

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unprodigal daughter
Festzeitungsschreiber
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Ich hab deine Geschichte jetzt schon zum zweiten Mal gelesen und ich finde sie genial. Sicher, jeder interpretiert eine Geschichte, die er liest auf seine Weise, aber ich finde nicht, dass der Geschichte etwas fehlt, im Gegenteil, w├╝rdest du sie weiter mit Details ausschm├╝cken, w├╝rde sie ihren einzigartigen Charakter verlieren. Das Gef├╝hl, dass sie jetzt ├╝bertr├Ągt ist fast ├╝berw├Ąltigend und ich kanns mit Worten kaum beschreiben. Auch die Wiederholungen finde ich angebracht. Es wei├č zwar jeder, dass sie zu viel getrunken hat, aber die wiederholte Betonung schaft eine Stimmung der Gleichf├Ârmigkeit, die durch den jungen Mann doch irgendwie unterbrochen wird. Den jungen Mann will sie nicht. Er ist nur Mittel zum Zweck. ER ist es, den sie will - eine verlorene Liebe, ein Ehemann, der sie verletzt hat, der geschiedene Mann, das bleibt der Fantasie ├╝berlassen, und das finde ich gut so. Der Ring, an dem der junge Mann herumspielt, ist das ein Ehering? - Das ging mir durch den Kopf. Ich finde deine Geschichte toll, weil sie so viel den eigenen Gedanken und Erfahrungen ├╝berl├Ąsst. Dass es eine wahre Geschichte ist, oder zumindest auf wahren Begebenheiten beruht, ist nicht zu ├╝berlesen. Wer detailierte Ausf├╝hrungen sucht, der ist im Genre Kurzgeschichten wohl am falschen Ort. Eine Bewertung mag ich nicht abgeben, weil jede Geschichte etwas an sich hat und nicht jeder versteht wohl jede Geschichte. Ich hab deine f├╝r mich selbst verstanden und fand sie ausgesprochen ber├╝hrend.

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Netbirdy
Schriftsteller-Lehrling
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Hallo daughter :-),

es freut mich, da├č DU meine Geschichte richtig verstanden hast...mit jeder Zeile!

Zu Deiner Frage wegen dem Ring...es waren mehrere Ringe an denen der junge Mann an meiner Hand gespielt hat, allerdings waren beim Schreiben meine Gedanken bei einem einzigen Ring, einem Ehering, da hast Du v├Âllig richtig gedacht :-)

Ich danke Dir f├╝r Deine Worte und Dein Verst├Ąndnis...

Viele Gr├╝├če an Dich

Andi

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