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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Ein ganz normaler Tag?
Eingestellt am 20. 11. 2002 20:53


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glutexo
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2002

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Es war an einem Samstag, welches Datum und was ich an dem Tag so gemacht habe, weiß ich nicht mehr.

Es muß so gegen 23.00 h gewesen sein, als es piepte…
Ich schreckte hoch, √ľber den Funkkanal gingen jede Menge Alarmierungen raus. Adrenalin scho√ü in meinen K√∂rper.

Wir gingen zum Rettungswagen…
Autobahn, Verkehrsunfall, …

Noch mehr Adrenalin schoß durch meine Venen direkt in mein Herz. Es klopfte, immer schneller, immer stärker, immer lauter.

Wir fuhren auf die Autobahn, gleich nach der Auffahrt, sahen wir eine Unfallstelle, zwei, vielleicht auch drei Autos standen beschädigt an der Mittelleitplanke. Die Leute, die vor ihren Autos standen winkten uns immer weiter durch die Unfallstelle, es schien kein Ende zu nehmen.

Wir hielten an. Direkt vor unserem RTW lag eine Frau auf der Straße. … Überall war Blut.

Bei ihr knieten zwei Ersthelfer …

Wir stiegen aus …

Jemand war am schreien, er schrie und schrie, hörte nicht mehr auf.

…

Immer mehr Einsatzkr√§fte kamen zur Unfallstelle, √ľberall Blaulicht, von √ľberall her klangen Sirenen durch die Nacht.

…

Die Patientin verstarb.


Ich kann nicht sagen, ob ich in der Nacht noch andere Einsätze hatte. Ich weiß auch nicht mehr, was die Tage danach war, ich kann mich nur noch an diesen Einsatz erinnern. Die Bilder haben sich in meinem Gehirn fest gebrannt, wie so viele Bilder.

Ich hab noch nicht einmal zwei Jahre Berufserfahrung aber ich habe schon viele solcher Bilder im Kopf.
Wie lange hält ein Mensch das aus?



Aus Gr√ľnden der Schweigepflicht und des Datenschutzes musste ich einige Passagen (‚Ķ) rausnehmen. Aber ich hoffe, die Geschichte und ihre Botschaft werden trotzdem so verstanden wie sie gemeint sind.

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Micha
Hobbydichter
Registriert: Nov 2002

Werke: 2
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Tja, was soll ich sagen...

Selbst nach sieben Jahren Rettungsdienst gibt es Erlebnisse, die eine(n) umhauen k√∂nnen. Selbst erlebt. Und was gibt es da besseres, als mit Kollegen oder (guten) Freunden √ľber das Erlebte zu sprechen?
Irgendwann werden die Bilder verblassen, doch leider nur, um Platz f√ľr Neue zu machen. Ich wei√ü, das h√∂rt sich nicht gerade nach Trost an, doch mit der Zeit lernt man, mit den Bildern umzugehen...

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