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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein ganz normaler Tag
Eingestellt am 26. 07. 2012 15:08


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Schreibzwergin
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Ein ganz normaler Tag


Sabine beeilte sich das B├╝ro zu verlassen. Es war zw├Âlf Uhr, ihr Halbtagsjob beendet und sie musste sich beeilen, ihren Sohn Lars aus dem Kindergarten zu holen.
Na toll! Die Ampel an der Baustelle war rot. Also warten!
Sabine lie├č den bisherigen Tag Revue passieren.
Aufgestanden um halb sechs, geduscht, angezogen, Make-up aufgelegt, Zeitung reingeholt, Fr├╝hst├╝ck und Pausenbrote f├╝r ihren Mann und die beiden Kinder zubereitet. K├╝sschen f├╝r den Mann und Clarissa, ihre Tochter, die mit dem Bus zur Schule fahren w├╝rde. Tisch abgedeckt, Sp├╝lmaschine einger├Ąumt, M├╝ll in die M├╝lltonne gebracht und Betten gemacht. Dann Lars angezogen, ihn fr├╝hst├╝cken lassen, ins Auto gest├╝rmt und ihn im Kindergarten abgeliefert. Gerade noch p├╝nktlich im B├╝ro erschienen.

Die Ampel schaltete auf gr├╝n. Also weiter!
Nat├╝rlich war vor dem Kindergarten kein Parkplatz frei und sie musste in einer der Nebenstra├čen ihr Auto abstellen.
Im Kindergarten wurde sie von der Kinderg├Ąrtnerin mit b├Âsen Blicken empfangen. Die anderen Kinder h├Ątten schon l├Ąngst Mittagsschlaf halten sollen, aber sie musste ja auf Lars aufpassen.
Also eine Entschuldigung f├╝r die Versp├Ątung gerufen, Lars geschnappt und wieder ab ins Auto.
Die Ampel stand wieder auf rot, also wieder warten und den quengelnden Lars beruhigen. Er mochte nicht still sitzen.
Die Ampel schaltete auf gr├╝n und weiter gingÔÇÖs in den Supermarkt.
Lars in den Einkaufswagen gehoben, durch die G├Ąnge gest├╝rmt, Waren eingepackt, an der Kasse angestellt.
Mein Gott, warum war es um diese Zeit so voll? Warum k├Ânnen Rentner nicht vormittags einkaufen gehen? Nur sehr langsam ging es weiter. Die Dame vor ihr ÔÇô 250 Gramm Brot und ein winziges T├╝tchen Wurst ÔÇô kramte nach Kleingeld in ihrer Geldb├Ârse, stellte fest, dass das M├╝nzgeld nicht reichte und ├╝bergab der Kassiererin einen Zehneuroschein.
Endlich war Sabine an der Reihe.
Ware aufs Transportband gelegt, Lars den Lolly wieder abgenommen, den er aus dem S├╝├čwarenregal neben der Kasse genommen hat, sein Br├╝llen und die verst├Ąndnislosen Blicke der Rentner ignoriert, Ware bezahlt, Ware in den Einkaufswagen ger├Ąumt und ab zum Auto. Ware in T├╝ten verstaut und im Kofferraum deponiert.
Lars hatte sich noch nicht beruhigt und wurde, trotz lautstarkem Protest, auf den Kindersitz gesetzt und angeschnallt.
Weiter gingÔÇÖs nach Hause.
Einkaufstaschen ausgeladen, zusammen mit Lars ins Haus gebracht, Post aus dem Postkasten genommen, Griesbrei gekocht, zusammen mit Lars gegessen und ihren Sohn zum Mittagsschlaf hingelegt.
Zur├╝ck in die K├╝che, Sp├╝lmaschine einger├Ąumt und angestellt.
W├Ąsche sortiert, Waschmaschine gestartet, Wasser in Eimer gef├╝llt, Fenster in K├╝che, Bad, Wohnzimmer, Schlafzimmer und Clarissas Zimmer geputzt. Das Fenster in Lars Zimmer muss bis nach dem Mittagsschlaf warten.
Wasser in Wischeimer gef├╝llt, Flur, K├╝che und Bad geputzt. Im Badezimmer alles gereinigt, zur├╝ck in die K├╝che und hier Schr├Ąnke und Arbeitsfl├Ąche abgewischt.
Lars ist wach.
Also in seinem Zimmer Fenster geputzt, Staubsauger aus der Kammer geholt, Wohnzimmer und beide Kinderzimmer gesaugt.
Halb vier! Sabine fluchte.
Gewaschene W├Ąsche in Trockner gepackt.
Ab in die K├╝che, Gem├╝se in kleine St├╝cke geschnitten, Hackfleisch angebraten, Gem├╝se, klein geschnittene Zwiebeln, Knoblauch und Tomatenp├╝ree dazu, k├Âcheln lassen.
Auflaufform aus Schrank geholt, abwechselnd Lasagnebl├Ątter und Bologneseso├če hinein, Bechamelso├če und K├Ąse dar├╝ber.
Post durchgesehen, am PC Rechnungen bezahlt.
Clarissa ist wieder da. Getr├Ąnk hingestellt, Hausaufgabenheft durchgesehen, Clarissa in ihr Zimmer bugsiert, damit sie ihre Hausaufgaben machen kann, zur├╝ck zu Lars, mit ihm gemalt, in die K├╝che, um den Backofen einzuschalten, B├╝gelbrett herausgeholt und W├Ąsche aus dem Trockner geb├╝gelt und in die Schr├Ąnke ger├Ąumt.
Clarissas Hausaufgaben kontrolliert, Lasagne in den Backofen geschoben, Lars die Tr├Ąnchen getrocknet, als er hingefallen war, wieder in die K├╝che, Abendbrottisch gedeckt, Mann an Haust├╝r empfangen, K├╝sschen gegeben, Bier eingesch├╝ttet.
Abendbrot gegessen, Tisch ab- und Sp├╝lmaschine einger├Ąumt, Tisch abgewaschen, Lars gebadet, Schlafanzug angezogen, ins Bett gelegt und noch eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen.
Zu Mann ins Wohnzimmer gegangen.
ÔÇ×Wie war dein Tag?ÔÇť, fragte sie ihren Mann.
ÔÇ×Der reine Stress. Du kannst froh sein, dass du nur einen halben Tag arbeiten gehst und den Rest des Tages frei hastÔÇť, antwortete er. ÔÇ×Holst du mir noch ein Bier?ÔÇť
Sabine seufzte, erhob sich und ging in die K├╝che.


Ende







__________________
Lieber von den Richtigen kritisiert -
als von den Falschen gelobt werden.

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