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Leselupe.de > Kurzprosa
Ein guter Tag
Eingestellt am 24. 01. 2008 06:25


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sirprise
Festzeitungsschreiber
Registriert: Nov 2004

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Ein guter Tag

Die Waffen, so sie diese Bezeichnung verdienen, geschÀrft, stehen sie zusammen.
Ein wahlloser Haufen wildaussehender Landsknechte und Bauern, Tagelöhner und Bettler. Zerlumpt und ungeordnet stehen sie da. Eben so, wie sie angekommen sind.Vereinzelt klingt Metall an Metall, sonst hört man kaum etwas. Raben krÀchzen empört, ob der Verzögerung ihres Festmahls. In der Ferne Schafsblöken und leises Gemuhe.
Eine einsame KrĂ€he trifft verspĂ€tet unter den Zuschauern ein. Vorsichtig zupft ein kĂŒhlender Windhauch unbemerkt an LederschnĂŒren. Hauben und GewĂ€nder werden nochmals zurechtgerĂŒckt. Hier stampfen Pferde aufgeregt schnaubend mit ihren Hufen. Dort rinnt unbemerkt Urin ein Bein hinunter.Nahezu atemlose Stille herrscht nun. Die Sonne versteckt sich hinter dĂŒnnen Wolken. Fahles Licht lĂ€sst kaum Schatten sehen. Bereits jetzt riecht es nach Blut und Kot.
Es ist ein guter Tag fĂŒr eine Schlacht.
Ein guter Tag.
Angst zeichnet die Gesichter der bald KĂ€mpfenden. Angst und aufgeregte Erwartung. Entschlossenheit ist es, ebenso wie das Erkennen des Ausweglosen. Und es folgt darauf das Seblstvergessen.Die Blicke starr auf den Feind gerichtet, wartet man auf etwas. Letzte Bedenken werden dem Nachbarn zugeraunt. Hastige ZĂ€hne beißen geduldiges Leder. HaarstĂ€hnen werden aus Gesichtern gewischt, Augen nochmals freigeblinzelt.
Durchatmen und MĂ€nnerherzpochen. Gebete wispern durch die Reihen und verirren sich zwischen gezĂŒckten Schwertern. An Schilden hĂ€ngenbleibend, klatschen sie ungehört zu Boden.

Das Signal wird gegeben. Ein Schrei aus tausend Kehlen ergießt sich ĂŒbers Feld.
Langsam setzt sich der Tross in Bewegung. Langsam erst, dann immer schneller. Schließlich rennen sie dem Gegner entgegen. Sie brĂŒllen ihre Angst hinaus. Angst und MordgelĂŒste.
Wie ein wildes Tier fletschen sie die ZĂ€hne, schwingen ihre Waffen und hetzen in Richtung Feind. Zwingen die Beine dort hin. Stolpern, fangen sich wieder und laufen heulend weiter.
Die Schilde vorgestreckt, den Waffenarm zum Schlag erhoben. Speichel schĂ€umt aus offenen MĂŒndern. Augen riesigweit geöffnet, rennen sie, um zu leben, um zu töten.
Ihre Seelen haben sie bereits hinter sich gelassen. Mordblut rast in den Adern. Blutgier schĂ€rft die Blicke. Der Feind schon nah, nur wenige Schritte noch. Ein letzter, flehender Blick in den Himmel. Das Herz hĂ€mmert in der Brust. Noch ein friedlicher Gedanke: Mutter....dann fĂ€hrt das Schwert in seinen Leib, trennt Muskeln und Sehnen, zerschneidet Gewebe und Knochen, und das BrĂŒllen verstummt.
Ruhe kehrt ein. Frieden macht sich in ihm breit.
Dass er fĂ€llt, merkt er nicht einmal. Er wundert sich noch ĂŒber die rotgesprenkelten Wolken, aber auch diese stören ihn nicht wirklich. Es sieht beinahe schön aus. Sein Herzschlag dröhnt leiser werdend wie Kriegstrommeln. Sanft gleitet er ins Gras. Erstaunt fragt er sich, wieso er heute nur so mĂŒde ist. Er blinzelt kurz. Noch eine rotgefĂ€rbte Wolke. Das wĂŒrde er Mutter erzĂ€hlen mĂŒssen. Mutter....das war ein guter Tag.
Ein guter Tag fĂŒr eine Schlacht.

Ein guter Tag zum sterben.

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KaGeb
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Sirprise,

Dein Text polemisiert zu viel, ohne einen rechten Konsens zu finden. GibŽ ihm eine Hausnummer, womöglich ein direktes Ereignis als Hintergrund. Lass Deinen Prot. nicht umsonst sterben.
Ein guter Hintergrund wĂ€re z.B. die erste Schlacht der Stedinger, einer Bauernrepublick Anfang des 13. Jahrhunderts, in der sie nur mit „Waffen von Bauern“ ein ĂŒberlegenes Heer aus Kreuzfahren zurĂŒckgeschlagen haben. Die Stedinger siegen, ER stirbt am Ende. Dann wĂ€ren Deine SchlusssĂ€tze nachvollziehbarer:
Ein guter Tag fĂŒr eine Schlacht, ein guter Tag zum sterben.

Zum Text selbst:
Ich wĂŒrde von Anfang an aus der Sicht des Prots. schreiben, nicht nur als ErzĂ€hler. Schaue durch seine Augen und schreibe, was er sieht, aufgeregt, mit trockener Kehle, Angst und Wut im Bauch. Einer, der sein Leben lang nur Äcker gefurcht hat mit GerĂ€ten, die seine Kameraden jetzt als Waffen in den HĂ€nden halten. Bauern, die fĂŒr ihre Heimat kĂ€mpfen, verzweifelt und dennoch entschlossen.

Beispiel fĂŒr einen möglichen Anfang:

1233, Schlacht der Stedinger
Ungleich stehen sie sich gegenĂŒber - die einen in schillernden RĂŒstungen, die anderen zerlumpt und nur ab und zu durch LederwĂ€mse geschĂŒtzt. David gegen Goliath, Freiheit gegen das verlogene Kreuz, das denen Absolution verspricht, die nur morden wollen ...

Nur VorschlĂ€ge, sirprise. Mal sehen, was (ob) Du verĂ€nderst. Gern wĂŒrde ich dann nochmal drĂŒberschauen, wenn Du magst.

GrĂŒĂŸe, KaGeb

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