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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein heiliger Abend.....
Eingestellt am 30. 12. 2001 13:44


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September1961
Hobbydichter
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Ein heiliger Abend

Die Stufen im Treppenhaus sind alt und abgetreten. In der Mitte haben sich Mulden gebildet von den vielen kleinen Kinderschuhen, die tagaus tagein die Treppe hinauflaufen. Sieben Paar sind es, die am Tag hundertmal die alten Holzstufen hinaufgehen. Die alte Frau Lohmeier reisst dann ├Âfters ihre T├╝re auf und schreit die Kinder an. Sie sollen leise gehen und am Rand, damit sich die Mulden nicht noch mehr vertiefen.

Josefine sitzt gebeugt am N├Ąhtisch. M├╝hsam f├Ądelt sie einen Faden in das Nadel├Âhr ein. Heute abend noch will Stadtrat Maier die Jacke abholen. Ihr R├╝cken tut ihr weh, aber unerm├╝dlich stichelt sie weiter. Eine ganz feine schwarze Jacke wird es werden. Josefine verdient sich so ein Nadelgeld dazu. Viel Geld haben sie ja nicht, seitdem ihr Mann seine Arbeit verloren hat.

Die T├╝r f├Ąllt krachend ins Schloss. Martin kommt in die Stube. Er ist der J├╝ngste von ihren Kindern. Ein Wirbelwind der mit seinem frohen Lachen oft Josefine erheitert. Woher hat er bloss diese Fr├Âhlichkeit, fragt sie sich oft. Die Zeiten sind schlecht, sie haben nicht genug Geld um gen├╝gend Essen zu kaufen, und auch f├╝r Kohlen reicht es oft nicht. Aber Martin bringt sie alle zum Lachen, wenn er lustige Geschichten ├╝ber die Schule erz├Ąhlt. Oft macht er dann seinen Lehrer nach. Herr Paul, ein d├╝rrer hagerer Mann, der seine Sch├╝ler oft sehr ungerecht behandelt.

Gleich ist es Zeit f├╝r die Vorbereitungen. Die Kinder werden aus der Schule kommen und haben Hunger. Josefine nimmt ihre kleine schwarze Geldb├Ârse und kramt in ihr herum. Ein paar Pfennige sind noch drin. Angeschrieben hat sie schon l├Ąngst beim Kaufmann M├╝ller und sie weiss, dass sie f├╝r diesen Monat nichts mehr anschreiben lassen kann. 13 Pfennige sind es noch.

Sie schickt Martin zum Kaufmann und gibt ihm das Geld. Er soll daf├╝r Bratheringsbr├╝he aus dem grossen Fass holen. Eine Sch├╝ssel voll f├╝r das Mittagessen. *Pass auf* sagt sie zu ihrem Sohn, *dass der M├╝ller dir auch ein paar Kr├╝mel von dem Fisch in die Br├╝he scheppt*. Martin schnappt sich den alten blauen Emailtopf und schlendert zur T├╝re. Josefine geht derweilen in die Kochk├╝che und setzt einen grossen Topf mit Kartoffeln auf. Sie schaut auf die Uhr. Es ist gleich halb eins und die Kinder kommen gleich nachhause.

Viele Geschenke wird es heute abend nicht geben. Sie hat ein paar Puppenkleidchen f├╝r die M├Ądchen gen├Ąht. Rolf der ├älteste bekommt ein neues Schulbuch f├╝r den Lateinunterricht. Das hat sie sich zusammengespart und freut sich schon auf sein Gesicht heute abend. Martin aber bekommt etwas ganz besonderes dieses Jahr. Schlittschuhe, sie sind zwar gebraucht, aber noch gut zu fahren. Stadtrat M├╝ller hatte ihr angeboten, ihr die Schuhe von seinem Sohn zu verkaufen, wenn sie f├╝r ihn die Jacke n├Ąht. Viele Stunden hat sie daran gesessen und sich im Stillen auf das leuchtende Gesicht von Martin gefreut.

Karl ist noch auf dem Markt um einen Tannenbaum zu kaufen. Auch wenn sie nicht viel Geld haben, wollen sie auch heute das heilige Fest, wie jedes Jahr mit einem Weihnachtsbaum schm├╝cken. Martin kommt zur T├╝r herein und l├Ąchelt. *Herr M├╝ller hat mir ein paar extra grosse Kr├╝mel in den Topf gegeben*. Sie weiss schon, warum sie meistens Martin zum Kaufmann schickt.

............................ Fortsetzung folgt.


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spiderberlin
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ja, das ist wirklich eine deiner sch├Ânsten geschichten. bin ich schon ganz gespannt wie du die weiter schreibst. bis nachher mein septemberchen:-)))

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September1961
Hobbydichter
Registriert: Dec 2001

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wer weiss, vielleicht schreiben wir sie ja gemeinsam und du kannst mir helfen.

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