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Leselupe.de > Erotische Geschichten
Ein heißer Vormittag
Eingestellt am 15. 03. 2003 10:18


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Strider
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2003

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Er hatte sich bereits ein wenig verspätet, als er die Wagenauffahrt hinaufging und den Glockengriff am mächtigen Tor des Hauses zog. Es war ein heißer, betriebsamer Sommertag in der staubigen Großstadt, deren hektische Atmosphäre er hinter sich gelassen hatte, auf der Fahrt mit dem Taxi hierher, in die vormittägliche Stille des verschwiegenen Vorortes.

Das Mädchen, das ihm auch am Abend vor einigen Tagen geöffnet hatte, erschien in der Tür. Sie lächelte, als sie ihn sah, ihre Augen blitzten blau und ein wenig schelmisch unter den blonden Haaren hervor, die sie mit einem schwarzen Reifen gebändigt hatte. „Komm herein, du wirst schon erwartet“, sagte sie einfach zu ihm und führte ihn in die Kühle der Eingangshalle. Sie ließ ihm ein wenig Zeit, sich umzusehen – bei seinem letzten Besuch war er zu befangen gewesen, die Atmosphäre des Hauses auf sich wirken zu lassen. Sie betrachtete ihn mit Interesse, er konnte ihre Blicke förmlich spüren, obwohl er sich Mühe gab, unbeteiligt zu wirken. Ein hübsches Mädchen, dachte er bei sich, vielleicht 22, 23 Jahre alt. Ihr kurzer Rock gab den Blick auf schlanke, wohlgeformte Beine frei, und ihre weiße Bluse spannte sich über kleine, aber volle Brüste, ihr Gesicht war hübsch mit wachen, intelligenten Augen. Er fragte sich, welche Umstände sie in den Dienst in diesem Haus geführt hatten, während er eine marmorne Statue betrachtete, die an prominenter Stelle in der Halle auf einem Podest stand.

„Darf ich dich weiterbitten?“, fragte sie schließlich. Wieder das vertraute „du“, er registrierte es, merkte es als Fußnote zu dem hübschen Gesicht in seinem Gedächtnis an. Er folgte ihr in ein kleines, helles Zimmer, das eine Tür zum weitläufigen Park der Villa hatte. Auf dem Bett lagen einige Kleidungsstücke, er sah das Mädchen fragend an. „Ich denke, du kommst allein zurecht“, sagte sie. „Wenn du fertig bist, geh einfach in den Park, du wirst erwartet“. Damit verließ sie das Zimmer, nicht ohne sich noch einmal kurz zu ihm umgewandt, ihm ein letztes kleines Lächeln geschenkt zu haben.

Er verscheuchte ihr Bild aus seinem Kopf, während er sich entkleidete. Die Tür zu einem angrenzenden Badezimmer stand offen, er verstand und begab sich unter die Dusche, benutzte die bereitliegende Seife, um sich nochmals gründlich zu reinigen. Ein großer Spiegel reflektierte sein Bild, er sah einen muskulösen, sonnengebräunten jungen Mann. Seltsamerweise erregte ihn bisweilen der Anblick seines eigenen Spiegelbildes, und es bedurfte einiger Konzentration, den Gefühlen nicht nachzugeben, die das Spiegelbild, vermischt mit der frischen Erinnerung an das hübsche Hausmädchen, in ihm aufsteigen ließen. Dafür war er nicht hergekommen, seine Aufmerksamkeit hatte jemand anderen zu gelten, der Dame des Hauses, die er vor einigen Tagen unter durchaus außergewöhnlichen Umständen kennengelernt hatte und die ihn für heute vormittag zu sich gebeten hatte.

Er trocknete sich also sorgfältig ab, benutzte das bereitstehende After Shave – es gab nur ein Fläschchen, es entsprach es wohl der Vorliebe der Gastgeberin – und kehrte zurück in das Gartenzimmer, um sich ihren Wünschen gemäß anzukleiden. Ein schlichter, weißer Kimono, nur mit einem Gürtel locker zusammengehalten, schwarze weite Hosen, die am Bund mit einem Band zu schnüren waren, keine Schuhe. Das bereitliegende Kuvert steckte er ungeöffnet in sein Sakko – auch in dieser Hinsicht war sie ganz Dame, ersparte ihm die Überlegung, inwieweit er hier berufliches und privates Interesse vermischte. In gewisser Weise war er darüber erleichtert, da ihm das Geschehene und die Vorfreude auf den heutigen Tag nicht so kalt gelassen hatten, wie er es in seiner Position für erforderlich hielt. Er atmete also nochmals tief durch und trat durch die offene Terrassentür ins Freie.

Eine stille, fast unwirkliche Atmosphäre umfing ihn. Er ging barfuß durch die Wiese, die ringsum von alten Bäumen begrenzt war, fühlte die Hitze der Sonne unter dem Kimono auf seiner Haut, eine leise Brise blähte das Revers ein wenig. Er blieb stehen, blickte sich um, allein, machte unschlüssig einige Schritte, vage in Richtung einer steinernen Bank am jenseitigen Ende der Wiese. Die Stille wurde nur unterbrochen vom Gezwitscher einiger Vögel, gelegentlich vom Gesumm eines Insekts, das von Blüte zu Blüte schwebte.

„Ein wunderschöner Morgen, finden Sie nicht?“ Er hatte sie nicht kommen hören, sie musste aus dem Schatten des Wäldchens gekommen sein, er fühlte die leichte Berührung ihrer Hand auf seinem Unterarm. „Ja, gnädige Frau“. Er verneigte sich leicht in ihre Richtung, hatte seine Fassung rasch wiedergefunden. Ihr dunkles Haar glänzte in der Sonne, auch sie war in einen Kimono gekleidet, mit schimmernden Goldfäden durchwirkt, ebenfalls barfuß. „Kommen Sie, geleiten sie mich ein Stück“. Er bot ihr den Arm, ganz Kavalier. „Dort hinüber, bitte“. Sie deutete vage in eine Richtung, sie gingen los. „Es freut mich, dass sie meiner Einladung Folge geleistet haben“, sagte sie in einem Ton, der jeglichen Gedanken daran ausschloss, dass es auch anders hätte kommen können. „Ich sehe, Brigitte hat Sie zur Zufriedenheit betreut“, setzte sie hinzu, er meinte, eine Spur eines spöttischen Untertons herausgehört zu haben. „Ja danke, ich habe mich zurechtgefunden“, antwortete er fast mechanisch. Höflichkeit war ihm mit der Erfahrung in diesem speziellen Job zur zweiten Natur geworden. Er wusste, was erwartet wurde, ließ der Dame die Initiative, wartete ab.





Sie traten in den Schatten der goßen Bäume, leises Plätschern drang an ihr Ohr, ein kleiner japanischer Teegarten lag vor ihren Augen. „Ich liebe die japanische Kultur“, sagte sie. Nun, das hatte er nach der Art der Kleidung schon vermutet, also sagte er nichts, zeigte höfliches Interesse, indem er eine kleine hölzerne Röhre betrachtete, die sich immer wieder mit Wasser füllte, bis sie durch das Übergewicht umkippte und dabei melodisch an ein Holzklötzchen anschlug, bevor das Spiel von Neuem begann. „Eine hübsche Spielerei“, kommentierte er. „Es ist erstaunlich, welche Aufmerksamkeit dieses Volk den schönen Nebensachen im Leben zumisst“, gab sie zur Antwort, wieder eine leise Ironie in der Stimme. Sie löste sich von seinem Arm und legte ihre Hand in die seine. „Lass uns du sagen, ich bin Maya“, sagte sie, zu seiner Überraschung. „Peter, freut mich sehr“, antwortete er, ehe er den sanften Kuss auf seiner Wange fühlte, der ihm eine Woge der Erregung bescherte. Sie führte ihn durch den kleinen Garten, sie sprachen lange kein Wort, Hand in Hand. Schließlich gelangten sie zu dem kleinen Teehaus, das versteckt in einer Ecke des Gartens lag.

Sie traten ein durch die offene Türe. Das Teehaus war rundherum verglast, jeder, der zufällig vorbeikam, konnte ungehindert in das Innere sehen. In der Mitte war ein Lager aus weichen Matratzen ausgelegt, einige Kissen, ein kleiner Schemel, auf dem frischer Tee und zwei Tassen angerichtet waren. Maya kniete nieder, setzte sich auf ihre Fersen, bedeutete ihm, es ihr gleichzutun. „Würdest du uns bitte einschenken?“. Er füllte die beiden Tassen mit dampfendem Tee, reichte ihr eine, ergriff die andere. Sie nickte ihm zu, sie führten die Tassen gleichzeitig an den Mund, tranken, während sie einander in die Augen sahen. Der Tee schmeckte angenehm, bald stellte sich bei ihm ein Gefühl angeregter Entspannung ein, seine Befangenheit fiel Stück für Stück von ihm ab. Im Hintergrund, so bemerkte er erst jetzt, war leise, fernöstlich anmutende Musik zu hören, eine langsame, eindringliche Melodie, ein Rhythmus, der sich wie Zauber mit seinem Herzschlag, seinem Atem synchronisierte.

Sie erhob sich, nahm ihm seine Tasse ab, stellte den Schemel in eine Ecke des Teehauses. Wie gebannt verfolgte er sie mit seinen Blicken. Sie trat vor ihn, reichte ihm die Hand, er erhob sich ebenfalls. Sie sah ihn ruhig an. „Heute ist der Tag, ich fühle es“. Sie legte beide Hände auf seine Schultern, er fasste sie sanft an den Hüften. Sie wiegten sich eine Weile im Takt der Musik, dann löste sie ruhig seinen Gürtel, streifte den Kimono von seinen Schultern. Sie wehrte ihn sanft ab, als er nach ihrem Kimono greifen wollte, trat ein paar Schritte zurück, ließ ihn mit einer geschmeidigen, fließenden Bewegung von ihrem Körper gleiten. Er konnte nicht anders, als sie gebannt anzusehen, unfähig zu Worten oder Bewegung.

Sie kniete sich wortlos vor ihn, löste das Band seiner Hosen, ließ sie über seine Beine hinuntergleiten, er stieg instinktiv heraus. Er fühlte, wie sich seine Erektion aufbaute, wie Mayas Augen auf seinem Geschlecht förmlich brannten. Wie in Trance nahm er wahr, dass ihre Hände seine Hüften berührten, ihn liebkosten, an seine Hoden fassten, seine Vorhaut mit bestimmter Sanftheit zurückzogen, bevor ihre Lippen seinen Schaft umschlossen, ihn leicht zu saugen begannen, während ihre Hände ihn sanft massierten. Ihr Blick suchte von unten den seinen, er legte ihr zögerlich die Hand auf das Haar, las Zustimmung in ihren Augen, streichelte sie erst, bevor er die zweite Hand zu Hilfe nahm und sie schon etwas bestimmter führte. Sie ließ es eine Weile geschehen, fühlte seine Erregung in ihrem Mund mehr und mehr anschwellen, fühlte den Druck, der seinen Körper mehr und mehr anspannte.

Sie löste sich von ihm, übernahm mühelos wieder die Kontrolle der Situation. Sie griff nach einem Kissen, schob es auf ihre Unterschenkel, bevor sie sich wieder auf ihre Fersen setzte, die Knie diesmal weit geöffnet. „Nimm mich jetzt“, forderte sie ihn von unten her auf, die Pose der Sklavin, doch in jedem Augenblick unangefochtene Herrin. Er kniete vor ihr nieder, näherte sich im Kniestand, musste ihr seine Erektion präsentieren wie eine vorgestreckte Lanze. Sie umfasste ihn an den Hüften, zog ihn an und auf sich, lehnte sich weit zurück, ließ ihn auf sich gleiten, in sich eindringen. Ihre Arme hielten ihn, er ließ sich von ihr in eine sanfte wiegende Bewegung leiten, in perfekter Harmonie mit der Musik, die im Hintergrund noch immer spielte. Ihr Kopf sank in ein weiteres Kissen, das genau an der richtigen Stelle bereitlag, ihre Beine lösten sich von unter ihrem Körper, umschlangen ihn, ergriffen Besitz von seinem Körper.

Peter ließ sich einfach treiben. Er hatte noch nie erlebt, dass ihm eine Frau mit derartiger Leichtigkeit ihren Willen aufgezwungen hatte, die Vereinigung so selbstverständlich kontrollierte. Natürlich war sein Verstand in diesem Augenblick nicht dazu fähig, diese klaren Worte zu finden, doch er fühlte diesen vollkommenen Besitzanspruch, diesen Willen zur Führung, war nur zu bereit, sich zu unterwerfen, sich ganz hinzugeben. Sie kontrollierte ihn perfekt, steuerte seine Erregung nach ihrem Belieben, während sie ihre Orgasman genoss, sich aber nie ganz darin verlor. Sie spielte eine lange Weile mit ihm, bevor sie seinen Blick wieder suchte. Ihre Augen sagten ein deutliches „Jetzt“, bevor sie die Kontrolle aufgab, den Verstand ausblendete. Sie verschmolzen in perfekter Harmonie, nach der Explosion blieben sie minutenlang erschöpft liegen, atmeten schwer.

Schließlich löste sie die Umklammerung, gab ihn frei. Er richtete sich auf die Knie auf, wartete, bis sie aufgestanden war, ihm die Hand reichte. Sie ging ohne Hast zu einem Schränkchen, entnahm ihm eine Zigarette, zündete sie an, kehrte zu ihm zurück. Sie rauchte schweigend, bot ihm gelegentlich einen Zug an, ohne ihm die Zigarette zu reichen. Sie achtete nicht auf ihre Nacktheit, trat in den Garten, er folgte ihr. Sie warf die Zigarette achtlos weg.

„Wir werden uns nicht wiedersehen“. Sie blickte ihm in die Augen, sie unterstrichen, was gesagt war. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich aus diesem Hause etwas von bleibendem Wert mitnehmen können“. Fast hatte er das förmliche „Sie“ erwartet, die Distanz war selbstverständlich wieder hergestellt. Er nickte, als er ihr Lächeln sah. Sie streckte ihm die rechte Hand hin, er verneigte sich zum Kuss auf den Handrücken, drehte sich um und ging langsam zum Haus.

„Ein bemerkenswerter junger Mann“, sagte sie einige Minuten später zu ihrem Gatten, der aus dem Schatten des Gartens zu ihr getreten war. Sie hatte sich noch immer nicht die Mühe gemacht, sich anzukleiden oder die Spuren der Vereinigung mit ihm von ihrem Körper zu beseitigen. „Brigitte wird ihn sicher mögen“. Er nickte wortlos, als er seiner Gattin den Arm bot und sie zurück in das Teehaus geleitete.

Peter benutze indes noch einmal die Dusche, zog sich wieder seine Straßenkleidung an und trat in die Halle, wo Brigitte schon auf ihn wartete. „Darf ich dir ein Taxi rufen?“, fragte sie fröhlich. Während sie in der Küche auf den Wagen warteten, kamen sie mühelos ins Gespräch, und als die Türglocke läutete, hatten sie bereits Handynummern ausgetauscht. Er küsste sie auf die Wange, bevor er die Auffahrt hinunter zu dem wartenden Wagen eilte. Was Maya wohl mit ihren letzten Worten gemeint hatte, fragte er sich auf der Heimfahrt. Es war nicht der schlechteste Tag in seinem Leben, so viel stand fest.

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Kerensa
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hei nun

Lieber Strider,

nimms mir nicht übel, viel Vorgeschichte (warum und wie gehts mit Brigitte weiter, wenn du schon mal dabei bist, warum soll sich denn gerade dann erst Phantasie entwickeln???)
, ein kurzes Vorspiel (war wohl im Kuvert nicht enthalten,oder?)
Sprachlich viel Körper vorhanden , und dann dieses <<ihre Beine lösten sich von unter ihrem Körper>> grusel mich ein wenig.
Beschreib nicht so viel Nebensächlichkeiten, sondern die Hauptsächlichkeiten intensiv, nicht pornomaessig, sinnlich -das ist Erotik!
Ach ja, noch etwas als Frau speziell gesagt: Ein Orgasmus, bei dem man sich nicht verliert, sondern unter Kontrolle hat, ist keiner - wirklich nicht, lieber Strider :-)
Nichts für ungut
und Gruß von
Kerensa
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"Alles wirkliche Leben ist Begegnung." (Martin Buber)

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Strider
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Danke Kerensa, für dein Feedback!

ihre Beine lösten sich von unter ihrem Körper

OK, ich geb zu, das ist nicht sehr gelungen ...

Was Haupt- und Nebensächlichkeiten sind, ist halt immer die Frage. Hier gibt es immerhin vier Personen, die in einem höchst komplexen Verhältnis zueinander stehen. Ist eigentlich die Idee angekommen, wozu er zu ihr gekommen ist?

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