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Leselupe.de > Humor und Satire
Ein kleines Wirtschaftsmärchen
Eingestellt am 09. 10. 2005 21:52


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Mick Tales
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Geschichte aus tausendundeiner Amtsstube

In einer kleinen Stadt in unserem Lande lebten einst ein Großunternehmer, dessen Frau und ihre wunderschöne Tochter. Der Unternehmer war der angesehenste Mann der Stadt. Sein Erfolg war weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt und von überall her kamen die Manager, um in seiner Firma mitarbeiten zu dürfen.

Mehr noch als die Arbeit interessierten sie sich jedoch für seine hübsche Tochter und so kam es nicht selten vor, dass gleich mehrere von ihnen am selben Tage um ihre Hand anhielten.

Der Unternehmer, dem es immer am Wohle seiner Firma gelegen war, machte jedoch die Lösung einer schwierigen Aufgabe zur Bedingung für seine Einwilligung zur Heirat und ließ verkünden:
„Nur, wer die Konkurrenz in den Ruin treibt, darf sich meine Tochter zur Frau nehmen.“

Die Manager setzten sich daraufhin in ihre großen schwarzen Limousinen und fuhren los, um der Konkurrenz den Garaus zu machen.

Doch einer nach dem anderen scheiterte, denn die Konkurrenz schläft ja bekanntlich nicht.

Die Tochter wurde später von einem fleißigen Finanzbeamten geheiratet, der zuerst die Konkurrenz, dann die Firma des Großunternehmers, schließlich alle Einwohner der kleinen Stadt und aus Passion zuletzt sich selbst und seine Familie ruinierte.

Und weil sie nicht gestorben sind, kann so etwas auch heute noch passieren.

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knychen
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hallo mick tales,
das "märchen" sieht mir mehr aus wie eine skizze. vor allem jedoch fehlt mir etwas märchentypisches.
ein märchen ist nämlich eine volkstümliche prosaerzählung, in der das gute belohnt und das schlechte bestraft wird. das volkstümliche hast du ja mit der wahl der worte fast auf den punkt gebracht, wenn ich bei der betont altertümlich gestalteten mär auch ein wenig über worte wie "manager" stolpere.
in welcher typisierung finde ich das belohnte gute? du siehst also, eigentlich stört mich nur der titel, genauer die bezeichnung märchen.
vielleicht ein wenig pingelig, aber hier stehen ungefähr sechshundert märchenbücher aus drei jahrhunderten, die geschichten darin sind natürlich oft deutlich älter, aber bisher hat immer jemand gewonnen.
in dem punkt sind märchen fantastisch realistisch. und so sollte es auch bleiben.
gruß aus berlin. knychen
__________________
kny

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Marius Speermann
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Hi Knychen,

Schau mal genauer hin, wo dieses "Märchen" reingestellt wurde: nämlich unter Humor und Satire. Da ist es nicht unbedingt notwendig, dass die "Guten belohnt" werden ;-)

Marius

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knychen
Routinierter Autor
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@marius
ich habe diesen einwand erwartet, wenn auch nicht von dir. vielleicht hatte ich mich falsch ausgedrückt.
es ist nur so, wenn man ein sonett sonett nennt, muß es auch die merkmale eines sonettes aufweisen, so wie ich von einem automobil erwarte, dass es sich selbst bewegt.
"geschichte aus tausendundeiner amtsstube" wäre ja auch gegangen. durch die verwendung des wortes "tausdendundeiner" im titel ist ja der hinweis auf eine geschichte im stile eines märchens schon gegeben, denn wer kennt sie nicht, die berühmte märchensammlung.
ich weiß aber auch, dass man gerade bei titeln sehr eigen sein kann.
aber ich dachte mir, drauf hinweisen kan man ja trotzdem.
gruß knychen
__________________
kny

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Mick Tales
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Hallo Knychen,

vielen Dank für die konstruktive Kritik. Die kleine Satire ist natürlich wirklich mehr eine Skizze als eine ausgereifte Geschichte, die sie eigentlich auch nie werden sollte. Das liegt wohl daran, dass sie mir gestern abend als "Schnellschuß" bei der Durchscht meines diesjährigen Schriftverkehrs mit dem Finanzamt aus den Fingern rutschte.
Die Idee, das Ganze mit "Geschichte aus tausendundeiner Amtsstube" zu titulieren, ist sehr gut und ich werde sie auch umsetzen.
Im Übrigen ist die Diskrepanz zwischen dem märchenartigen Erzählstil bzw. der an das Standartmärchen von der zu erobernden Prinzessin angelehnten Geschichte und dem Nicht-belohnt-werden des Guten, ja sogar dem völligen Fehlen des Guten (sind der Unternehmer, die Manager, der Finanzbeamte oder vielleicht die - sicherlich hoffnungslos verwöhnte - Tochter vielleicht gut?) vollkommen beabsichtigt. Es soll damit unterschwellig zum Ausdruck kommen, dass in unserer Welt nun mal Märchen nach dem klassischen Muster in der Regel nicht funktionieren, weil es in ihr einfach an Güte und an wahren Helden und Prinzessinen mangelt.
Falls weitergehende Interpretationen des Geschichtchens beabsichtigt werden, verweise ich auf den netten Eintrag von Marius, für den ich mich an dieser Stelle ausdrücklich bedanke.
Viele Grüße aus München,
Mick

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