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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein nicht besonders guter Tag
Eingestellt am 15. 01. 2014 14:10


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AndrewL
Hobbydichter
Registriert: Jan 2014

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Marias St├Âhnen w├╝rde meine Nachbarn wecken. Doch mir war das egal - Sie taten ja sonst auch nicht anders und heute war eben ich an der Reihe.
Die Anzahl der M├Âglichkeiten, die ich n├Ąmlich bisher dazu hatte, kann ein beidseitig Armamputierter an seinen H├Ąnden abz├Ąhlen.
Ich wollte einfach nur den Moment genie├čen.
Doch pl├Âtzlich geschah etwas unerwartetes. Aus Marias Mund ert├Ânte nicht mehr das gewohnte St├Âhnen, sie begann pl├Âtzlich zu singen. Und als ob das nicht genug w├Ąre, perfektionierte die passende Hintergrundmusik, welche mein linkes Ohr wahrnahm, meine Verwirrung. In diesem Augenblick ├Âffnete ich meine Augen und realisierte, dass mir mein Gehirn mal wieder einen ├╝blen Streich gespielt hat und die letzten Minuten lediglich in meinem Traum stattgefunden haben. Ich drehte mich nach rechts und anstelle einer s├╝├čen Maria blickte mich nur eine fleckige Wand an. Zu meiner Linken sah ich auf meinem Nachttisch das verpackte Kondom, dessen Haltbarkeitsdatum mit dem heutigen Tage ├╝berschritten wurde. Nachdem ich meinen Traum Revue passieren lie├č, packte mich ein kurzer Moment der Trauer, bis mich diese Drecksmusik aus meinem Radiowecker wieder r├╝cksichtslos auf den Boden der Tatsachen schmetterte. Ich hielt kurz inne und musste ansehen, wie etwas auf den Wecker einschlug. Dass es sich dabei um meine Faust handelte, schrieb ich in diesem Moment dem Zufall zu. Auf jeden Fall zerfiel der Wecker in seine Bestandteile, die Musik verstummte endlich und ein sanftes anheben meiner Mundwinkel manifestierte einen kurzen Moment meiner Zufriedenheit. Dieser Moment hielt wie gesagt nicht lange an, denn genau jetzt fiel mir ein, wieso mein Wecker ├╝berhaupt diesen Stress veranstaltet hat. Ich hatte eine wichtige Pr├╝fung. Eine sehr wichtige Pr├╝fung, denn ich studiere n├Ąmlich \'Angewandte Freizeitwissenschaften\' im 4.Semseter, und ich bin in dem Modul \"Gesundheit und Wellness\" bereits zwei Mal durchgefallen; f├╝r den dritten Versuch hatte ich mir mehr Sorgfalt und M├╝he vorgenommen, und ich war meiner Meinung nach auch tats├Ąchlich auf einem guten Weg: Ich lernte diesmal ganze drei Tage durch und auch sonst lie├č ich mich nicht mehr so oft ablenken. Aber ich schweife ab. Mein Handydisplay zeigte mir eine SMS, die ich gestern empfangen, aber noch nicht gelesen hatte: \"Vergiss diesmal die Zeitumstellung nicht Gr├╝├če Papa.\"

FUCK.

Ich musste sofort los.
Also packte ich schnell alle Sachen, die ich innerhalb von wenigen Sekunden in meinem Zimmer finden konnte: Handy, Notizblock und ein paar alte Socken. Fix griff ich noch in die unterste Schublade meines Nachttisches und verstaute deren Inhalt in meinem Rucksack und marschierte los. Im Treppenhaus war mein Nachbar, der alte Mann war eigentlich nur am Wochenende zu Hause; an und f├╝r sich kein unsympathischer Typ, jedoch wohl vor einigen Jahrzehnten in seiner \"guten alten Zeit\" h├Ąngengeblieben. Als er mich sah, hob er zum Gru├č seinen Arm. Ich hob daraufhin meine beiden Mittelfinger. Das war eigentlich ├╝berhaupt nicht meine Art - normalerweise reichte mir ein Mittelfinger, heute jedoch nicht. Heute war alles anders. \"So ein Nervbolzen\", dachte ich.
Da ich nach wie vor unter unangenehmen Stress litt, rannte ich in einem schon fast unmenschlichen Usain-Bolt-Sprint ├╝ber die Stra├če zum Bahnhof.
Da die Treppe, welche zum Gleis f├╝hrte, voller Menschen war, dachte ich mir, dass ich etwas Zeit gewinnen konnte, indem ich die Rolltreppe hochrenne, denn auf dieser stand nur eine Person; also legte ich einen weiteren Sprint hin, der sich gewaschen hatte. Der Typ auf der Rolltreppe kam nat├╝rlich vor mir oben an und aus irgendeinem, mir unerkl├Ąrlichem Grund fiel diesem Idioten nichts Besseres ein, als am Ende der Rolltreppe nicht weiterzulaufen, sondern sich zu b├╝cken, um sich seine Schuhe zu binden. Da mir aufgrund meiner beinahe unendlich hohen Geschwindigkeit ein Abbremsen unm├Âglich war, versuchte ich meine kinetische Energie durch einen so genannten \"Sprung\" in H├Âhe umzuwandeln, um den unausweichlichen Kollateralschaden m├Âglichst gering zu halten. Der Sprung gelang mir ziemlich gut, jedoch stand der Kollege kurz bevor ich ├╝ber ihm war auf, und somit war es nur eine logische Konsequenz, dass ich in der Luft mit meinem rechten Fu├č gegen seinen, nennen wir es mal, Kopf stie├č und nicht besonders elegant zu Boden fiel. Mein Hals wuchs daraufhin auf ein unverh├Ąltnism├Ą├čig gro├čes Volumen an.
\"Bleib ruhig\", dachte ich und zu meiner ├ťberraschung schaffte ich es tats├Ąchlich, in einer fast schon beunruhigenden Ruhe ad├Ąquat auf diese h├Âchst ungl├╝ckliche Situation zu reagieren. Ohne dabei mich aufzuregen oder ihn anzubr├╝llen, stand ich langsam auf, rieb mir den Dreck von meiner Hose, drehte mich langsam zu ihm hin, l├Ąchelte sanft und schubste ihn die Rolltreppe herunter.
├ťber die Tatsache, ob er nach dem anschlie├čenden Sturz noch unter den Lebenden verweilen durfte, kann ich nur spekulieren, jedoch interessierte mich dies zu diesem Zeitpunkt nicht. Na gut, jetzt interessiert mich das auch nicht wirklich, aber am besten w├Ąre es, wenn ich keine weiteren Worte dar├╝ber verliere; sie sind es sowieso nicht Wert. Zum Gl├╝ck hatte mein Zug f├╝nf Minuten Versp├Ątung, sodass ich ihn noch knapp erwischen konnte. Wenigstens war ausnahmsweise an diesem heutigen Tag auf die Bahn verlass.
Die Fahrt dauerte schon gut 15 Minuten, als ich aus dem Fenster schaute und ein Plakat der Werbekampagne \"Gib AIDS keine Chance\" sah. Auf diesem war eine Frau zu sehen, die offensichtlich schon etwas in die Jahre gekommen war, zumindest suggerierten dies die zentimetertiefen Falten, welche nicht nur in ihrem Gesicht zu sehen waren. Neben ihr war ein Schriftzug zu lesen: \"Ich will\'s lustvoll\". \"Ich aber nicht!\", dachte ich sofort, \"zumindest nicht mit dir\". Ab diesem Zeitpunkt h├Ârte der Spa├č auf. Als w├Ąre es selbstverst├Ąndlich, machte sich mein Hirn ungefragt ans Werk und bildete ohne mit der Wimper zu zucken (ja, mein Gehirn hat Wimpern!) Assoziationsketten, die jenseits von Gut und B├Âse waren. Das w├Ąre alles halb so wild, wenn dabei nicht auch noch die passenden Bilder in meinem Kopf entst├╝nden, die ich f├╝r lange Zeit nicht mehr da raus bekommen konnte. Von den vorgew├Ąrmten Vorstellungen wurde mir ein wenig schwummerig. Infolgedessen konnten all meine mir zur Verf├╝gung stehenden Sinne kurz ein grummeln aus der Magengegend wahrnehmen, ich stie├č ein wenig sauer auf, in meinem Mund breitete sich ein angenehmer Geschmack von Fleischwurst aus, jedoch machte sich kurz darauf anscheinend ohne jegliche Kontrolle mein Mageninhalt selbstst├Ąndig und marschierte ohne R├╝cksicht auf Verluste in Richtung Speiser├Âhre, um dann in einem lautstarken Vortrag oral aus meinem K├Ârper zu entweichen. Wenige Sekunden sp├Ąter fand sich mein mir gegen├╝ber sitzenden Nachbar in einer kulinarischem Auswahl aus Butterbrot, Fleischwurst und Kakao wieder.
Zu meinem Gl├╝ck erreichte der Zug exakt in diesem Moment meine Station und ich stieg aus.
Als ich in der Uni ankam, fiel mir auf, dass dort extrem wenige Menschen unterwegs waren, was mir ziemlich seltsam vorkam. Als ich kurze Zeit sp├Ąter vor verschlossenen T├╝ren stand, wurde ich richtig stutzig und versuchte, nachzudenken; schlie├člich kam ich auf die Idee, auf meinem Handy nach dem aktuellen Wochentag zu schauen und sah: Es war Sonntag. Jetzt ergab auf einmal alles einen Sinn: Die Zeitumstellung erfolgt immer von Samstag auf Sonntag, der alte Nachbar war wirklich nur am Wochenende zu Hause und die vermeintliche Versp├Ątung der Bahn lie├č sich letztendlich auf den Wochenendfahrplan zur├╝ckf├╝hren. Ich habe mir also diesen unendlichen Stress gemacht, nur um einen Tag zu fr├╝h zu meiner Pr├╝fung zu erscheinen. Das war ziemlich schei├če.
Schei├če war gar kein Ausdruck. Wenn man seine eigene F├Ąkalien isst, auskotzt, zu einem Omelette br├Ąt, wieder isst, verdaut, ausscheidet, mit einer BILD-Zeitung einwickelt, Dieter Bohlen daraus ein Lied produziert, Boris Becker daraus mehrere Biografien schreibt und man das ein halbes Jahr im Keller seiner Schwiegermutter lagert, kommt das Ergebnis zumindest Teilweise an die Qualit├Ąt meiner jetzigen Stimmung heran. Ich l├Ąchelte kurz und beschloss, von der n├Ąchsten Br├╝cke zu springen. Es stellte sich heraus, dass diese gut viereinhalb Kilometer entfernt war, doch der Marsch war es mir Wert, denn als ich dort ankam, nahm ich Anlauf, sprang und erschoss mich in noch in der Luft. Was danach geschah, entzieht sich meiner Kenntnis, aber wenigstens musste ich mir kein Sorgen mehr um die morgige Pr├╝fung machen.

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USch
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Hallo AndrewL,
die Grundidee ist nicht schlecht, aber die Sprache ist literarisch betrachtet zu grob und es sind zu viele formale Fehler drin. Ich w├╝rde den Text l├Âschen und noch einmal gr├╝ndlich ├╝berarbeiten.
LG und nicht verzagen
USch

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