Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, m├╝ssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5439
Themen:   92266
Momentan online:
240 Gäste und 11 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Krimis und Thriller
Ein nicht ganz perfekter Mord
Eingestellt am 26. 01. 2006 22:16


Autor
Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.
HansenFlensburg
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jun 2005

Werke: 12
Kommentare: 9
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um HansenFlensburg eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Ein Schuss hallte durch das n├Ąchtliche Gebirge und die Hunde begannen zu bellen. Wenig sp├Ąter kam eine dunkle Limousine die Passstra├če herabgefahren. Auf halber H├Âhe hielt der Wagen. Eine Frau stieg aus, schob das Fahrzeug bis an den Rand des Abgrunds und stie├č es mit Schwung noch einmal an, so dass es ins Rollen kam und schlie├člich vorn├╝ber ins Tal st├╝rzte.
Die Frau war stehen geblieben und lauschte, doch es war kein Aufprall zu h├Âren; vorsichtig n├Ąherte sie sich dem Rand und blickte nach unten. Der Wagen hatte sich an einem Felsvorsprung verfangen. Er hing dort zwischen Himmel und Erde. Doch diese Stelle war ohne eine gute Bergsteigerausr├╝stung nicht zu erreichen. Die Frau drehte sich um und lief hektisch zu der Bergh├╝tte am Ende der Passstra├če zur├╝ck. Sie stieg in einen Kleinwagen, startete durch und raste die Serpentinen hinab ins Tal, von dort aus fuhr sie z├╝gig weiter.
Ein Wanderer entdeckte das freischwebende Fahrzeug und alarmierte die Polizei. Es dauerte dann noch einige Stunden, bis die Limousine mit dem Toten geborgen worden war. Es handelte sich, wie sich sp├Ąter herausstellte, um den angesehenen Architekten Dr. Alois Prechtl. Die Beamten waren zun├Ąchst von einem Unfall ausgegangen. Dann von Selbstmord. Die gerichtsmedizinische Untersuchung jedoch widerlegte die Selbstmord-These.
Es stellte sich heraus, dass die Frau des Toten spurlos verschwunden war. Der Mordverdacht fiel auf sie, solange, bis im Fr├╝hjahr ihre Leiche vom Schmelzwasser angetrieben wurde. Da merkte Kommissar Beckstein, dass er sich
gewaltig geirrt hatte. Der Fall musste noch einmal von vorne aufgerollt werden. Das war schwierig, denn es hatte offensichtlich keine Zeugen gegeben. Die letzten Stunden von Alois und Senta Prechtl lie├čen sich nur in sehr groben Z├╝gen rekonstruieren.
Die beiden hatten Silvester zu zweit in einer Skih├╝tte verbracht. Sie waren auch in den ersten Tagen des neuen Jahres noch dort geblieben. In der B├Ąckerei Schmalstich konnte man sich daran erinnern, dass Frau Prechtl am 3. Januar zum letzten Mal Br├Âtchen zum Fr├╝hst├╝ck geholt hatte. Dann verloren sich die Spuren im Ungewissen.


*


F├╝nf Monate nach diesem Vorfall besuchte die Versicherungsvertreterin Angela Pohlmann eine neue Kundin, Sabine Kiel. An einem Freitagvormittag klingelte sie bei den Kiels. Die Frau des Hauses ├Âffnete.
"Guten Tag, Frau Kiel, ich bin Frau Pohlmann."
"Guten Tag. Kommen Sie doch bitte herein!"
Frau Kiel f├╝hrte die Vertreterin ins Wohnzimmer.
"Darf ich Ihnen einen Kaffee anbieten?" fragte Frau Kiel.
"Gerne", erwiderte Frau Pohlmann.
Dann setzten die beiden sich an den Tisch und gingen die einzelnen Versicherungen durch.
"Darf ich kurz mal eine rauchen?" fragte Frau Kiel nach einer knappen Stunde. "Macht Ihnen das was aus?"
"Ach nein, ich rauche selber", antwortete Frau Pohlmann.
"Darf ich Ihnen eine anbieten?"
"Oja!" entgegnete Frau Pohlmann freudig.
Frau Kiel holte die Zigaretten aus der K├╝che. Als sie Frau Pohlmann Feuer gab, fiel deren Blick irritiert auf das Feuerzeug: dieses Feuerzeug hatte sie einmal
verschenkt! Sie hatte es Senta Prechtl geschenkt! Wie kam Frau Kiel an dieses Feuerzeug? Ina Pohlmann beeilte sich mit dem Abschluss der Vertr├Ąge und fuhr anschlie├čend sofort zur Polizei, um ihre Beobachtung mitzuteilen.


*


Der Fall Prechtl wurde noch einmal aufgegriffen, Frau Kiel wurde unter Beobachtung gestellt. Als die Polizei schlie├člich zugriff, stellte sich folgendes heraus: Sabine Kiel hatte ein Verh├Ąltnis mit Dr. Alois Prechtl. Als Senta Prechtl ihnen auf die Schliche gekommen war, stellte sie ihren Mann zur Rede. Der stritt zun├Ąchst alles ab, gab dann jedoch alles zu, kleinlaut. Beim n├Ąchsten Rendezvous wollte er sich von Sabine trennen. Die war damit allerdings gar nicht einverstanden. Sie lauerte Senta auf, ertr├Ąnkte sie im eisigkalten Wasser eines Gebirgsbaches, schleppte die Tote auf eine Anh├Âhe und begrub sie unter hohem Schnee.
Als Alois Prechtl begriff, was geschehen war, wollte er den Mord an seiner Frau r├Ąchen. Er verabredete sich mit Sabine, in der geheimen Absicht, sie zu erschie├čen. Die jedoch durchschaute seinen m├Ârderischen Plan und wehrte seinen Angriff ab. Bei dem anschlie├čenden Handgemenge l├Âste sich ein Schuss und traf den Architekten mitten ins Herz. Nun musste Sabine s├Ąmtliche Spuren verwischen: Sie packte den toten Prechtl in seinen Lexus, fuhr den Wagen bis an den Rand der Passstra├če und lie├č ihn in die Schlucht st├╝rzen, in der Hoffnung, der Wagen w├╝rde im Tal explodieren. Doch leider misslang ihr das.

H├Ątte sie das Feuerzeug der toten Senta nicht an sich genommen, w├Ąre die Polizei ihr wohl nie auf die Schliche gekommen...

Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


Zinndorfer
???
Registriert: Jun 2004

Werke: 6
Kommentare: 323
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Zinndorfer eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo, ich finde, ein ganz ordentlicher Text, auch wenn er zu distanziert erz├Ąhlt ist. Allerdings ist er auch sehr kurz. In so eine L├Ąnge kann nicht viel reingepackt werden. Ich w├╝rde vom allzu Schematischen ab und zu abweichen. Sprachlich gut.
Gru├č Zinndorfer

Ein Schuss hallte durch das n├Ąchtliche Gebirge und die Hunde begannen zu bellen. Wenig sp├Ąter kam eine dunkle Limousine die Passstra├če herabgefahren. Auf halber H├Âhe hielt der Wagen. Eine Frau stieg aus, schob das Fahrzeug bis an den Rand des Abgrunds und stie├č es mit Schwung noch einmal an, so dass es ins Rollen kam und schlie├člich vorn├╝ber ins Tal st├╝rzte.
Die Frau war stehen geblieben und lauschte, doch es war kein Aufprall zu h├Âren; vorsichtig n├Ąherte sie sich dem Rand und blickte nach unten. Der Wagen hatte sich an einem Felsvorsprung verfangen besser verkeilt. Er hing dort zwischen Himmel und Erde. Doch diese Stelle war ohne eine gute Bergsteigerausr├╝stung nicht zu erreichen. Die Frau drehte sich um und lief hektisch zu der Bergh├╝tte am Ende der Passstra├če zur├╝ck. Sie stieg in einen Kleinwagen, startete durch und raste die Serpentinen hinab ins Tal, von dort aus fuhr sie z├╝gig weiter.
Ein Wanderer entdeckte das freischwebende Fahrzeug und alarmierte die Polizei. Es dauerte dann noch einige Stunden, bis die Limousine mit dem Toten geborgen worden war. Es handelte sich, wie sich sp├Ąter herausstellte, um den angesehenen Architekten Dr. Alois Prechtl. Die Beamten waren zun├Ąchst von einem Unfall ausgegangen. Dann von Selbstmord. Die gerichtsmedizinische Untersuchung jedoch widerlegte die Selbstmord-These.
Es stellte sich heraus, dass die Frau des Toten spurlos verschwunden war. Der Mordverdacht fiel auf sie, solange, bis im Fr├╝hjahr ihre Leiche vom Schmelzwasser angetrieben wurde. Da merkte Kommissar Beckstein, dass er sich
gewaltig geirrt hatte. Der Fall musste noch einmal von vorne aufgerollt werden. Das war schwierig, denn es hatte offensichtlich keine Zeugen gegeben. Die letzten Stunden von Alois und Senta Prechtl lie├čen sich nur in sehr groben Z├╝gen rekonstruieren.
Die beiden hatten Silvester zu zweit in einer Skih├╝tte verbracht. Sie waren auch in den ersten Tagen des neuen Jahres noch dort geblieben. In der B├Ąckerei Schmalstich konnte man sich daran erinnern, dass Frau Prechtl am 3. Januar zum letzten Mal Br├Âtchen zum Fr├╝hst├╝ck geholt hatte. Dann verloren sich die Spuren im Ungewissen.


*


F├╝nf Monate nach diesem Vorfall besuchte die Versicherungsvertreterin Angela Pohlmann eine neue Kundin, Sabine Kiel. An einem Freitagvormittag klingelte sie bei den Kiels. Die Frau des Hauses ├Âffnete.
"Guten Tag, Frau Kiel, ich bin Frau Pohlmann."
"Guten Tag. Kommen Sie doch bitte herein!"
Frau Kiel f├╝hrte die Vertreterin ins Wohnzimmer.
"Darf ich Ihnen einen Kaffee anbieten?" fragte Frau Kiel.
"Gerne", erwiderte Frau Pohlmann.
Dann setzten die beiden sich an den Tisch und gingen die einzelnen Versicherungen durch.
"Darf ich kurz mal eine rauchen?" fragte Frau Kiel nach einer knappen Stunde. "Macht Ihnen das was aus?"
"Ach nein, ich rauche selber", antwortete Frau Pohlmann.
"Darf ich Ihnen eine anbieten?"
"Oja!" entgegnete Frau Pohlmann freudig.
Frau Kiel holte die Zigaretten aus der K├╝che. Als sie Frau Pohlmann Feuer gab, fiel deren Blick irritiert auf das Feuerzeug: dieses Feuerzeug hatte sie einmal
verschenkt! Sie hatte es Senta Prechtl geschenkt! Wie kam Frau Kiel an dieses Feuerzeug? Ina Pohlmann beeilte sich mit dem Abschluss der Vertr├Ąge und fuhr anschlie├čend sofort zur Polizei, um ihre Beobachtung mitzuteilen.


*


Der Fall Prechtl wurde noch einmal aufgegriffen, Frau Kiel wurde unter Beobachtung gestellt. Als die Polizei schlie├člich zugriff, stellte sich folgendes heraus: Sabine Kiel hatte ein Verh├Ąltnis mit Dr. Alois Prechtl. Als Senta Prechtl ihnen auf die Schliche gekommen war, stellte sie ihren Mann zur Rede. Der stritt zun├Ąchst alles ab, gab dann jedoch alles zu, kleinlaut. Beim n├Ąchsten Rendezvous wollte er sich von Sabine trennen. Die war damit allerdings gar nicht einverstanden. Sie lauerte Senta auf, ertr├Ąnkte sie im eisigkalten Wasser eines Gebirgsbaches, schleppte die Tote auf eine Anh├Âhe und begrub sie unter hohem Schnee.
Als Alois Prechtl begriff, was geschehen war, wollte er den Mord an seiner Frau r├Ąchen. Er verabredete sich mit Sabine, in der geheimen Absicht, sie zu erschie├čen. Die jedoch durchschaute seinen m├Ârderischen Plan und wehrte seinen Angriff ab. Bei dem anschlie├čenden Handgemenge l├Âste sich ein Schuss und traf den Architekten mitten ins Herz. Nun musste Sabine s├Ąmtliche Spuren verwischen: Sie packte den toten Prechtl in seinen Lexus, fuhr den Wagen bis an den Rand der Passstra├če und lie├č ihn in die Schlucht st├╝rzen, in der Hoffnung, der Wagen w├╝rde im Tal explodieren. Doch leider misslang ihr das.

H├Ątte sie das Feuerzeug der toten Senta nicht an sich genommen, w├Ąre die Polizei ihr wohl nie auf die Schliche gekommen...
__________________

Bearbeiten/Löschen    


F Fuller
Festzeitungsschreiber
Registriert: Aug 2005

Werke: 0
Kommentare: 116
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um F  Fuller eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hallo,

der Text liest sich f├╝r mich wie die Zusammenfassung eines Krimis, der erst noch geschrieben werden will - ob als Kurzkrimi, Roman, Drehbuch - egal. Vielleicht erscheint mir er mir deswegen etwas unfertig.

Was das Sprachliche angeht, hat sich Zinndorfer ja schon zu Wort gemeldet.

Der Plot an sich - w├╝rde gut zum Bullen von T├Âlz passen mit dem Schnee und den emotionalen Verstrickungen . Ist halt eine typische Krimi-Situation, was ja nicht unbedingt schlecht sein muss. Ich w├╝rde mir nur einen Punkt etwas genauer ├╝berlegen: wie schafft es die M├Ârderin, den K├Ârper der Senta Prechtl auf die Anh├Âhe zu schleppen, ohne erhebliche Spuren zu hinterlassen?

Gruss

F.





Bearbeiten/Löschen    


Zur├╝ck zu:  Krimis und Thriller Ein neues Thema ver├Âffentlichen.     Antwort ver├Âffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!