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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein perfekter Tag
Eingestellt am 06. 04. 2017 15:09


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xavia
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Wie an jedem Morgen wurde Hanna von ihrer inneren Uhr geweckt. Sie döste noch ein Weilchen entspannt vor sich hin, dachte darĂŒber nach, wie ihr Tag werden wĂŒrde und wartete auf das Weckerklingeln.

Mit GlĂŒck wĂŒrde sie beim FrĂŒhstĂŒck in der Zeitung ihre Lottozahlen sehen, die sie seit vielen Jahren tippte, immer dieselben sechs Zahlen, kein Systemschein, keine zweite Reihe. Mit Wahrscheinlichkeiten ließ sich das GlĂŒck ohnehin nicht ĂŒberlisten, das wusste sie. Die Ziehung im Fernsehen hatten sie verpasst, weil Kira von ihrem Liebeskummer berichtet hatte: Christian, ihr heimlicher Schwarm, war in der Schule mal wieder gemein zu ihr gewesen. Hanna hatte sich uralt gefĂŒhlt, als sie der ZwölfjĂ€hrigen davon berichtet hatte, wie sie selbst in ihrer Schulzeit solche Erfahrungen mit Jungs gemacht hatte. Dass diese zunĂ€chst oft keine andere Möglichkeit kannten, ihr Interesse auszudrĂŒcken. In dem Moment war sie ganz Mutter gewesen, ihre Tochter hatte sich dankbar an sie gekuschelt und geschnieft und dankbar geseufzt. Sonst waren sie eher wie Freundinnen, seit Thomas vor drei Jahren gestorben war. – Thomas, die Liebe ihres Lebens. Sie dachte an ihn, sah sein liebes Gesicht vor sich, die blitzenden braunen Augen und die Strubbelhaare, die sich von einem Kamm nicht bĂ€ndigen ließen, als die SchlafzimmertĂŒr aufflog, Kira hereinstĂŒrzte und sie aus ihren Gedanken riss:

„Mama, wir haben verschlafen!“

Erschrocken guckte sie zum Wecker: Es war doch fast noch eine halbe Stunde Zeit bis zum Aufstehen? Kira zog ihr die Decke weg, ließ dann aber sofort von ihr ab, um die Erste unter der Dusche zu sein.

„Sommerzeit!“, rief sie ihr von dort aus zu, „Wir mĂŒssen heute eine Stunde frĂŒher los und es ist höchste Zeit. So ein Mist, erste Stunde Geschichte, der Hauser, der kennt keine Gnade! Und jetzt ist auch noch der blöde Abfluss verstopft. Da kannst du das Waschbecken auch vergessen.“

TatsĂ€chlich, auch im Waschbecken floss das Wasser nicht ab. Sie musste sich mit einer KatzenwĂ€sche begnĂŒgen, fĂŒr die Dusche blieb ohnehin nicht genug Zeit. Sie hastete in die KĂŒche, um ihrer Tochter schnell noch ein Schulbrot zu machen und stieß sich im Flur den kleinen Zeh am Schuhschrank. Der Schmerz war enorm und sie stolperte daraufhin und verstauchte sich den Knöchel.

Als sie, immer noch im Nachthemd, kauend aus der KĂŒche ins Schlafzimmer zurĂŒckhumpelte, flitzte Kira mit Schulbrot im Rucksack an ihr vorbei, zur HaustĂŒr hinaus und rannte laut polternd die Treppe hinunter. Schnell wollte sie sich anziehen, da riss ein Knopf von ihrer Bluse ab. Neuer Versuch: Das rote Kleid war ein wenig „overdressed“, aber das war nun auch egal, sie musste sich beeilen, nicht allzu spĂ€t zur Arbeit zu kommen. Und um einen Klempner musste sie sich auch noch kĂŒmmern. Der Vermieter hatte ihr schon einmal zu verstehen gegeben, dass er sich fĂŒr derlei Verstopfungen nicht zustĂ€ndig fĂŒhle, weil sie von ihr verursacht wurden.

Seufzend schlĂŒpfte sie in ihre schwarze Lederjacke und verstaute alle Utensilien fĂŒr den Arbeitstag in einer passenden Handtasche. Sie humpelte zur Bushaltestelle, konnte aber aufgrund ihres lĂ€dierten Zehs nicht den gewohnten Sprint hinlegen und musste hilflos zusehen, wie der Bus ohne sie abfuhr. Sie versuchte, sich damit zu trösten, dass es nun wohl kaum noch schlimmer werden konnte, als ein außerplanmĂ€ĂŸiger Bus kam, der auch den Landkreis versorgte. Erfreut ĂŒber die verkĂŒrzte Wartezeit wollte sie schwungvoll das Einstiegstreppchen erklimmen, da schoss blitzartig wieder der Schmerz durch ihren Fuß.

Ihr Herz pochte heftig, als sie sich in einen der bequemen Sitze mit KopfstĂŒtze fallen ließ: Hatte sich denn alles gegen sie verschworen? Sie konnte es nicht fassen. Im BĂŒro war sicher auch schon der Teufel los, weil sie noch nicht da war. Sie wollte ungeduldig mit dem Fuß wippen, zuckte aber sofort zusammen, als sie es versuchte. Trotz der Schmerzen hielt sie es nicht auf dem Sitz aus, torkelte im fahrenden Bus zum Ausgang, um gleich losspurten zu können, wenn er hielt.

Abgehetzt im BĂŒro angekommen ließ sie ergeben die VorwĂŒrfe ĂŒber sich ergehen, dass es gerade heute ganz schrecklich rĂŒcksichtslos von ihr sei, so spĂ€t zu kommen. Es gelang ihr inzwischen ganz gut, bei solchen Tiraden innerlich zu entspannen und in dieser Entspannung fiel ihr auf, dass ihre Tasche nicht mehr da war: Sie musste sie im Bus liegengelassen haben!

„Tut mir leid, tut mir wirklich sehr leid, Sommerzeit, Fuß verstaucht, Abfluss verstopft, Handtasche weg ...“ stammelte sie. „Ich muss telefonieren.“

Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich in der Verkehrsgenossenschaft zu der Person durchgefragt hatte, die fĂŒr die Überland-Busse zustĂ€ndig war, aber dieser freundliche Mann erbot sich sogleich, die Fahrerin des Busses per Funk anzurufen, damit sie die Tasche sicherstellte. Dennoch: Bis morgen frĂŒh wĂŒrde sie sich gedulden mĂŒssen, dann könnte sie die Tasche bei ihm abholen. Papiere, HaustĂŒrschlĂŒssel und Handy wĂ€ren also erst mal nicht verfĂŒgbar.

Das Handy! Kiras Handynummer! Die Nummer des Klempners! Sie ignorierte die wĂŒtenden Seitenblicke ihrer Kollegen und Kolleginnen in dem GroßraumbĂŒro, in dem jeder alles von jedem mitbekam und rief die Auskunft an. Nach einer gefĂŒhlt endlosen Zeit in der Warteschleife hatte sie einen wenig motivierten Mitarbeiter dran, der wissen wollte, wie der SanitĂ€rbetrieb denn heißt, dessen Nummer er heraussuchen sollte. – „Ist doch egal, irgendein Klempner, ich weiß nicht, wie der Betrieb heißt, den ich letztes Mal hatte! Sie werden doch bei der Auskunft sowas wie Gelbe Seiten haben, oder?“

Es zog sich eine Weile hin, sie spielte bereits mit dem Gedanken, eine Vorgesetzte zu verlangen, da besann sich der um Auskunft gebetene und nannte ihr endlich eine Nummer, die sie umgehend anrief um ihr Anliegen vorzutragen. – NatĂŒrlich war es ein Problem, dass sie keine Kundin bei diesem Betrieb war. Alle Mitarbeiter waren unterwegs und sehr beschĂ€ftigt mit weitaus lukrativeren AuftrĂ€gen als einem verstopften Rohr, aber sie blieb hartnĂ€ckig und die Dame dort am Telefon versprach ihr, wenn möglich, am Abend jemanden vorbeizuschicken.

Ihr Arbeitstag verlief ohne weitere Vorkommnisse, was ihr fast wie ein Wunder vorkam. Sie merkte, wie sehr sie „NormalitĂ€t“ zu schĂ€tzen lernte, wenn die Dinge derart aus dem Ruder liefen. Wieder daheim schien ihre PechstrĂ€hne abzuklingen, denn Kira war zu Hause und konnte sie in die Wohnung lassen. GlĂŒcklich schob sie zwei Fertig-Pizzen in den Backofen und sank auf einen KĂŒchenstuhl.

Noch wĂ€hrend sie aßen klingelte es an der HaustĂŒr. Kira lief hin und ließ den Klempner herein. Sie selbst hatte nicht mehr die Kraft dazu und war dankbar, dass sie sich heute abend vielleicht noch mit einer heißen Dusche wĂŒrde trösten können. Sie hörte, wie Kira ihn ganz wie eine Erwachsene hereinließ und ihm im Badezimmer die missliche Lage erlĂ€uterte. Er werkelte dort geschĂ€ftig herum und sie hörte, wie die beiden sich unterhielten. Die Rohrkonstruktion sei abenteuerlich, erzĂ€hlte er ihr, da wĂ€re es kein Wunder, dass sie öfters eine Verstopfung hĂ€tten und er wĂŒrde dem Vermieter das nicht durchgehen lassen, wenn er hier wohnen wĂŒrde. Sie hörte, wie er schraubte und ein GerĂ€t verwendete, das einen LĂ€rm machte, als wĂŒrde er ihr schönes Badezimmer schreddern. Und die ganze Zeit war ihre Tochter bei ihm und ließ sich alles genau erklĂ€ren. Die beiden redeten miteinander, als wĂŒrden sie sich schon lange kennen. Schließlich wurde sie neugierig auf diesen Mann und humpelte zum Badezimmer. Er zog gerade die Rohrreinigungswelle wieder aus dem Rohr, nicht ohne Kira vorher zu ermahnen, sich vor den Spritzern in Sicherheit zu bringen, da sah er zu ihr auf und hielt abrupt in seiner Arbeit inne. Sie blieb im TĂŒrrahmen stehen, lĂ€chelte, genoss fĂŒr einen Moment die Wirkung ihres hĂŒbschen roten Kleides und fuhr sich dann etwas verlegen mit den Fingern durch die dunklen Locken, weil er sie nur noch ansah. Sein Blick ging ihr durch und durch. Sowas hatte sie nicht mehr erlebt, seit .... Ja, das strahlende LĂ€cheln, das sich jetzt auf seinem Gesicht ausbreitete, erinnerte sie an Thomas. Aber er sah ganz anders aus, es war nur dieses GefĂŒhl. Dieses GefĂŒhl, das sie so lange vermisst hatte und das ihr jetzt beinahe den Atem raubte.

Nichts an diesem perfekten Tag hĂ€tte anders sein dĂŒrfen!

Version vom 06. 04. 2017 15:09
Version vom 08. 04. 2017 08:48
Version vom 08. 04. 2017 08:50
Version vom 09. 04. 2017 08:09
Version vom 09. 04. 2017 17:02
Version vom 11. 04. 2017 17:49
Version vom 12. 04. 2017 18:45
Version vom 15. 04. 2017 11:47

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DocSchneider
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Hallo xavia, herzlich Willkommen in der Leselupe!

Schön, dass Du den Weg zu uns gefunden hast. Wir sind gespannt auf Deine weiteren Werke und freuen uns auf einen konstruktiven Austausch mit Dir.

Um Dir den Einstieg zu erleichtern, haben wir im 'Forum Lupanum' (unsere Plauderecke) einen Beitrag eingestellt, der sich in besonderem Maße an neue Mitglieder richtet. Hier klicken

Ganz besonders wollen wir Dir auch die Seite mit den hÀufig gestellten Fragen ans Herz legen. Hier klicken

Ein verkorster Tag, der gut ausging. Vielleicht kannst Du die Geschichte an einigen Stellen noch ein wenig straffen, um die Spannung zu erhöhen.


Viele GrĂŒĂŸe von DocSchneider

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xavia
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straffen?

Hallo DocSchneider, vielen Dank fĂŒr das Willkommen und fĂŒr den Hinweis. Mich wĂŒrde interessieren, an welchen Stellen die Geschichte langweilig wird bzw. gestrafft werden sollte.

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eisblume
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Hallo xavia,

leider ĂŒberzeugt mich deine Geschichte nicht.
Freilich gibt es Tage, wo alles schief geht, ich denke, das kennt jeder. Aber hier kommt es mir so vor, als hĂ€ttest du dich sehr bemĂŒht, immer noch eins draufzusetzen und so wirkt das Ganze (auf mich) zu langatmig. Es ist zudem ziemlich vorhersehbar, dass sich am Ende natĂŒrlich alles zum Guten wendet (und das nicht allein durch den Titel). Insgesamt ĂŒberwiegt mir der AufzĂ€hlcharakter zu sehr und dadurch bleiben Emotionen und Stimmung auf der Strecke. Ich kann mit der Prota nicht mitfĂŒhlen, erfahre nicht gerade viel von ihrer Persönlichkeit, nicht mal ihren Namen.

FĂŒr mich hakt es schon gleich am Anfang:

quote:
Sie erwachte ohne ein Weckerklingeln zu hören. Das war sie gewohnt, ihr Körper besaß eine innere Uhr und wusste, wann es Zeit war, aufzustehen. So wartete sie entspannt auf das Klingeln und dachte darĂŒber nach, wie der Tag werden wĂŒrde.
Wenn sie stets ohne Weckerklingeln aufwacht, weil sie es so gewohnt ist, warum dann erwĂ€hnen, dass sie es nicht hört? Auch kommt mir das Vergessen der Uhrumstellung nicht plausibel rĂŒber. Die beiden hatten ja den ganzen Sonntag, da dĂŒrften sie mMn irgendwann mitbekommen haben, dass die Uhren umgestellt sind. Wenn das nicht der Fall war, dĂŒrfte es einen Grund dafĂŒr geben.

Bis zu
quote:
„Mama, wir haben verschlafen!“
könntest du mMn davor alles streichen. Dass sie Witwe ist, kannst du auch an spĂ€terer Stelle einfĂŒgen.

quote:
Als sie nach verrichteter Arbeit kauend ins Schlafzimmer zurĂŒckhumpelte, war Kira lĂ€ngst mit Schulbrot und Fahrrad auf dem Weg zur Schule.
Die verrichete Arbeit bestand doch darin, das Pausenbrot fĂŒr Kira zu schmieren.
Wenn es so pressant ist, dĂŒrfte Kira doch nicht schon lĂ€ngst auf dem Weg zur Schule sein. Wenn sie aber z. B. noch Hausarbeit erledigt hat, dann brĂ€uchte es einen entsprechenden Hinweis darauf.

FĂŒr mich ist es eher ungewöhnlich, dass eine Frau ihre ganzen Papiere, Handy und SchlĂŒssel in der Jackentasche mit sich rumtrĂ€gt. In der Freizeit vielleicht, aber auf dem Weg zur Arbeit?

Dabei belasse ich es jetzt erst einmal.
Nichts fĂŒr Ungut
herzlichst
eisblume


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xavia
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Registriert: Mar 2017

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Hallo eisblume,

vielen Dank fĂŒr die detaillierten Hinweise! Ich nehme sehr gerne einige deiner Anregungen auf, möchte aber den Anfang nicht streichen, weil er dazu dienen soll, sich in die Protagonistin hineinzufĂŒhlen: Sie lebt in einer Routine und trĂ€umt vom Großen Geld, glaubt an das unwahrscheinliche GlĂŒck. Durch die Zeitumstellung wird sie aus dieser Routine herausgerissen. Einen Namen wollte ich ihr nicht geben, weil der nichts zur Geschichte beitrĂ€gt. Dachte, eine Tochter und LebensumstĂ€nde seien erst einmal wichtiger. Ob sie nun Klara oder Friederike heißt ... Vielleicht wĂ€re die ich-Perspektive gĂŒnstiger? Da erfĂ€hrt man ja auch den Namen nicht.

Sie wacht vor dem Weckerklingeln auf, wartet aber, bis der Moment gekommen ist, wo es klingelt und ihr bestÀtigt, dass ihre innere Uhr richtig geht. Ist das nicht nachvollziehbar? Wenn der Wecker noch nicht gleich klingelt, döst sie noch vor sich hin oder macht PlÀne.
Einen Fehler habe ich hier entdeckt:

quote:
Erschrocken guckte sie zum Wecker: Keine Anzeige ­ die Batterie musste wohl leer sein. ­ Aber ihre innere Uhr ...
Ich brauche ja gar keine kaputte Batterie, wenn die Zeit umgestellt worden ist und es kein Funkwecker ist! Dumm gelaufen, der einzige Nicht-Funkwecker im Haus und am Wochenende war er nicht eingeschaltet. Der klingelt nun eine Stunde zu spÀt.

Die „verrichtete Arbeit“ werde ich ersetzen. Stimmt, das war missverstĂ€ndlich und „lĂ€ngst“ passt da auch nicht.

Die Sache mit der Jacke werde ich ebenfalls Àndern und ihr eine Handtasche mitgeben.

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eisblume
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo xavia,

zuerst einmal: Du musst keinem meiner Gedanken folgen, es ist und bleibt dein Text. Ich kann nur das dazu schreiben, was mir dabei durch den Sinn geht und wie es auf mich wirkt. Auf jemand anderen wirkt es wiederum ganz anders.

Den richtigen Namen zu finden, ist nicht immer leicht, da gebe ich dir Recht. Hinter einer Julia steckt eine andere Person als z. B. hinter einer Sybille.
Ich finde, Hanna passt sehr gut, auch liest sich dein ĂŒberarbeiteter Anfang schon viel besser, flĂŒssiger und nicht mehr so sperrig.

Mehr NÀhe schaffen könntest du z. B. hier:

quote:

 weil Kira von ihrem Liebeskummer berichtet hatte. Das war definitiv wichtiger gewesen.
NatĂŒrlich war das wichtiger gewesen, das braucht keine extra ErwĂ€hnung. Vielmehr könntest du etwas davon schreiben, wie sich Kiras Liebeskummer gezeigt hat, und z. B. dass Hanna sie in ihren Armen gewiegt hat, ihr TaschentĂŒcher gereicht hat. Muss ja nicht ganz so kitschig sein, aber hier könntest du eben entsprechende Bilder liefern.

Was mir gar nicht gefÀllt, ist dieser Satz:

quote:
Von dort aus informierte sie ihre Mutter, die ihr widerstrebend gefolgt war:
Du erzĂ€hlst aus der Sicht von Hanna und die wĂŒrde sich selbst nicht als „ihre Mutter“ bezeichnen. Den Satz einfach weglassen und z. B. so weiterschreiben:
„Sommerzeit“, rief sie ihr ĂŒber die Schulter zu. „Wir mĂŒssen heute eine Stunde 
“

Einiges könnest du noch gut streichen, z. B.:

quote:

 ließ dann aber sofort von ihr ab, um im Badezimmer die Erste unter der Dusche zu sein.
In aller Regel ist die Dusche im Badezimmer, insofern reicht es, nur die Dusche zu erwÀhnen :-)

quote:
Darauf hatte sie jetzt ĂŒberhaupt keine Lust, wĂŒrde selbst den Klempner anrufen und bezahlen.
Das erschließt sich praktisch von selbst und ist nur eine unnötige Wiederholung.

quote:
Seufzend ließ sie die sportliche Jacke, die sie zur Hose getragen hĂ€tte und deren Taschen genĂŒgend Platz fĂŒr alles, was sie auf der Arbeit brauchte, boten, an der Garderobe hĂ€ngen und griff nach dem kleinen schwarzen LederjĂ€ckchen, das gut zu ihrem Kleid passte. Dann musste sie eben eine Handtasche mitnehmen.
Das ist auch unnötig ausfĂŒhrlich und unerheblich, was sie getragen hĂ€tte und wie viel Platz in den Taschen gewesen wĂ€re. Sie schnappt sich Jacke und Tasche und ab mit ihr.

Mir ist das insgesamt zu sehr ausgewalzt mit dem Landkreisbus samt nicht behindertengerechtem Treppchen und der Verkehrsgenossenschaft und der Telefonauskunft.
Vielleicht könntest du da auch noch ein bisserl abspecken.

herzlichst
eisblume

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xavia
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Hallo Eisblume,

nun ist mein Versuch, etwas mehr NĂ€he zu schaffen, online.

Habe den Text auch hier und da gekĂŒrzt. Es fĂ€llt mir schwer, obwohl ich deine EinwĂ€nde nachvollziehen kann.

Das Badezimmer musste weg, ganz klar! Ich dachte, solche Doppelmoppel passieren nur den anderen, nicht mir. Und auch der Plan, den Klempner anzurufen ist ohne Bedauern entschwunden, danke fĂŒr die Hinweise!

Von dem Absatz mit der Jacke mag ich mich aber nicht trennen. Ich Ă€rgere mich so oft ĂŒber die Frauenjacken ohne Stauraum. Handy, Portemonaie, Kamm, SchlĂŒssel – dafĂŒr braucht frau doch eigentlich keine Tasche!

Herzliche GrĂŒĂŸe Xavia.

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