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Leselupe.de > Kurzprosa
Ein richtiger Sontag
Eingestellt am 15. 08. 2005 09:44


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Deltabravo
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Schriftsteller-Lehrling

Registriert: Aug 2005

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Ein richtiger Sonntag.

Mir bleibt nur das Waschen. Das ist reiner Energieverlust. Ich mußte mit den Bewegungen sparsamer sein. Es wĂ€re zwar besser gewesen, beizeiten mit dem Geld zu sparen. Aber so ist das, wenn einer...
Herrgott, in der Kirche wird immer Sonntag kleine Mahlzeit ausgeteilt. Ich springe entschlossen aus dem Bett, in zehn Minuten bin ich fertig, und stellte fest, das die Uhr ist stehen geblieben. Ich sehe zum Fenster hinaus auf eine Turmuhr. Die Messe ist aus. Die Mahlzeiten wurden lÀngst ausgeteilt. Darf das sein? Darf man am Sonntag nicht lÀnger schlaffen. Wer nicht wachsames Auge hat, soll verhungern.
Was soll ich jetzt anfangen? Vielleicht spazierengehen? Angezogen bin ich schon. Auf der Straße gehen Leute die schon gegessen haben, solche Menschen sind mir schal. Und hier wimmelt es ĂŒberall von ungezĂ€hmten Leuten. Alles ist nur Einbildung. Als ich noch zu essen hatte, habe ich nicht jede Stunde gegessen. LĂ€cherlich. Ich muß mir nur einbilden, das ich soeben gegessen habe, und schon ist im Magen ruhe angekommen.
Wie einfach ist alles im Leben, man kommt nur nicht darauf. Beim Weggehen schaute ich, ob ich Post bekommen habe. Jeden Tag erwarte ich ein Brief, eine Hilfe, die eines Tages kommen muß. Ich weiß nur nicht von wem? Aber ich bin sicher, der Brief wird kommen!
Sonntags ist der Stadtgarten immer voll von strahlenden Frauen. Zwischen BĂ€umen und StrĂ€uchern sitzen Liebespaare. Herausgeputzte Kinder, Papas mit Muttis... am besten, ich gehe nach Hause, ich bin mĂŒde.
Ein feiner Geruch erfĂŒllt den Korridor, fĂŒr seinen Magen spart der Vermieter nichts. Ich befasse mich nur mit mir selbst, ich habe schon gegessen.
Alles ist hoffnungslos langweilig. Das Leben hat keinen besonderen Sinn. Mensch macht sinnlose SprĂŒnge zwischen Geburt und Tod. “Ach was? Ich gehe doch nach draußen.” Ich nehme meinen Mantel und gehe die Treppe hinunter. Von irgendeiner Straße her klingt eine singende Stimme. “Kaufe alte Kleider...la lala...Ich kaufe alte Kleider!” Plötzlich bekomme ich starkes Herzklopfen. “Mein Mantel! Warum nicht?” Besser ein mantelloser Lebender als eine Leiche mit Mantel. Ich danke dir, lieber Gott, das mir der Mantel eingefallen ist. Wie schön ein Sonntag sei kann. Ich werde nie mehr leichtsinnig sein. Ich suche den HĂ€ndler, und finde ihn nirgends, er ist verschwunden. Das muß doch wieder einen besonderen Sinn haben. Eigentlich ist es besser so, der Mantel gehört meinem Vater, er hat ihn mir nur geliehen, darum darf ich den Mantel nicht verkaufen! Hungrig kehre ich sofort um, aber dann höre ich wieder die Stimme des HĂ€ndlers. Und dann erblicke ich ihn, jetzt nur nicht aus den Augen lassen. Jetzt gehe ich zu ihm hin und verkaufe meinen Mantel.
Ich werde ihm ganz einfach fragen. “Was geben Sie fĂŒr meinen Mantel?” Oder besser “Ich habe das Geld bitter nötig!” Vielleicht erbarmt er sich meiner. Nein, der HĂ€ndler hat kein Herz. Man muß ihn nur ansehen, ein Blick auf seinen RĂŒcken genĂŒgt. Der hat im Leben noch kein wahres Wort gesprochen. Was es fĂŒr Leute gibt! Ich merke, das mir ein Bettler folgt. Er kommt mit gesenktem Kopf, demĂŒtig zu mir und sagt: “Ich habe seit drei Tagen nichts gegessen...” also auch einer, der nichts zu essen hat. Eine verwandte Seele, er ist nur anders angezogen als ich. “Na, kommen Sie nur mit, ich werde Ihnen was geben.” Und wir gehen beide dem HĂ€ndler nach. Der Bettler verkauft der Mantel fĂŒr 35 Euro. FĂŒnf Euro soll ihm gehören. Ich gehe schnell nach Hause, na, das wĂ€re erledigt. Jetzt gehe ich essen. Greife in meine Tasche, und das Geld ist nicht da. Mein Atem stockt. Wo ist mein Geld? Der HĂ€ndler hat dem Bettler gezahlt, und der hat mir das Geld nicht gegeben. Der Hunger hat mich vollkommen verwirrt. Ich renne zu der Stelle, wo wir den Handel abgeschlossen haben. Nirgends ein HĂ€ndler, nirgends ein Bettler. Ich suche die beiden noch eine Stunde lang, vergeblich. Der Himmel ist schön grau, Vögel flattern ĂŒber den HĂ€usern. Hinter den Fenstern leben Menschen. GlĂŒckliche oder UnglĂŒckliche. Wenn einer sich den Magen verdirbt, ist er unglĂŒcklich, er weint sogar. Ich bin nicht unglĂŒcklich. Man muß heiter sein. “Alles neu macht der FrĂŒhling”

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CvHoltei

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Black
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Locker geschrieben,DeltaBravo, und ein paar kleinere Sprachfehler machen den Text irgendwie charmant.Vielleicht noch ein bißchen kĂŒrzbar.FĂŒr mich sind die Beschreibungen des ErzĂ€hlers und seines Tuns interessanter als hundert Gedanken...
Gruß,
B.
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tomorrow never knows

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