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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Ein schöner Tag
Eingestellt am 05. 02. 2007 17:00


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denLars
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2007

Werke: 3
Kommentare: 3
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Ein schöner Tag

1.
"Es endet also dort, wo es auch begann." ,Mr. Poison grinste boshaft, "Es ist doch amüsant, findest du nicht? Als ob das Leben eine gewisse, sinnige Ironie hätte.Auch etwas Kaffee?"
Mr.Death, der neben Poison auf der Bank saß nahm den Kaffee, den dieser ihm reichte und nahm einen kurzen Schluck,dann grunzte er resigniert.
"Halt einfach die Klappe, Poison!"sagte Mr. Death, während er sich darauf konzentrierte, einen Schalldämpfer auf seine Pistole zu schrauben.
"Leben ist nur dazu da, damit man es auslöschen kann!"sinnierte er und steckte seine Waffe in den Holster an seinem Gürtel.
"Sehr interessante Weltanschauung.",kommentierte Poison, stand von der Parkbank auf und atmete tief durch. Der morgendliche Park war still und friedvoll. Tau hing, glitzernden Girlanden gleich auf den Ästen der kahlen, herbstlichen Bäume. Einige Buchfinken sangen wundervolle Melodien, die vom sanften Wind über die mit bunten Laub gepflasterten Wiesen getragen wurden.
Es war ein schöner Tag.
"Komm schon, du alter Grobian!",forderte Mr. Poison Mr. Death auf. "Unser Kunde wartet!"
Death stand von der Parkbank auf und schlang sich seinen grauen Mantel enger um den muskulösen, gedrungenen Körper.
Nebeneinander gingen sie den Parkweg entlang und wirkten dabei wie eine bitterböse Version von Dick & Doof.
Mr. Poison war hochgewachsen und dürr, wie ein winterlicher Baum, dessen Wurzeln sich verzweifelt in die Erde krallten. Seine schwarzen Haare hingen ihm in langen, verfilzten Strähnen bis zu den Schultern, seine Augen waren groß, grün-gelblich und raubtierhaft. Poison war ein schauerlicher Anblick. Er wirkte wie ein Raubtier, das auf seine Beute wartete.
Der grobschlächtige Mr. Death bot mit seiner kleinen, gedrungenen Statur den genauen Gegenpart zu Mr. Poison. Seine Augen waren unter buschigen Brauen und einer wulstigen Stirn verborgen, doch ein unbestimmtes Funkeln schien aus der Dunkelheit zu stechen, Messern gleich.
Ein drahtiger Jogger mit grauen Haaransätzen lief an ihnen vorbei und musterte sie mit einem Blick aus Verwunderung und Angst.
"Pass auf, dass ich dir nicht deine dünnen Beinchen breche!"bleckte ihn Mr. Death an. "Sieh dir lieber die Natur an!"
"Aber Death! Sei mal ein wenig freundlicher zu den Leuten! Bitte entschuldigen sie meinen lieben Patienten! Wir kommen aus der Psyschiatrie Unkenheim an der Straßenecke! Mein Patient, der liebe Mr. Death, leidet an einer chronischen Aggression gegenüber humanen Aktivitäten. MAchen sie sich keien Sorgen!"erklärte Poison lächelnd.
Der Jogger sah sie noch kurz an, beschleunigte dann sein Lauftempo und verschwand an der nächsten Wegbiegung.
"Reiß dich nur einmal zusammen!",zischte Poison Death an,"Wir sind Profis! Mit diesem Verhalten gefährdest du den Auftrag! Wegen dir komme ich nochmal um!""Sorry!"knurrte Death mit zusammengebissenen Zähnen.
"Wo hast du überhaupt dein Handwerk gelernt? Afghanistan?"
"Singapur!""Auch nicht viel besser!"
Sie schweigen eine Weile, bis sie den Park verließen und auf einen breiten Fußgängerweg gelangten, der zu einem großen, mehrstöckigen Gebäude führte, auf dem in großen Lettern "St. Jones Hospital" stand.
"Es endet dort, wo es auch begann!"wiederholte sich Mr. Poison.
"Unsere Kundin, Joanna Smith, wurde im Krankenhaus geboren und wird dort auch durch unsere Hand sterben!"Poison grinste diabolisch.

2.
Die beiden dunklen Gestalten traten in das Foyee des Krankenhauses.
Eine pummelige Krankenschwester mit roten, lockigen Haaren, saß an der Anmeldung und telefonierte angeregt, wahrscheinlich mit einer Freundin.
"Zimmer 223 Etage 4!"murmelte Mr. Poison, als er und Death auf einen Aufzug zuliefen.
Death drückte mit einer seiner behandschuhten Hände auf den Knopf des Aufzuges, dessen Türen sich kurz darauf surrend öffneten.
Poison und Death betraten die enge Aufzugskabine, lehnten sich an die mit Spiegeln verkleideten Wände und Poison drückte auf den Knopf für das 4. Stockwerk.
Ein Ruck duchzuckte den Fahrstuhl, dann bewegte er sich summend nach oben.
Death ließ seinen Fuß zu einer unhörbaren Melodie auf- und abtipsen. "Welches Lied?"fragte Poison.
"Greenday-Holiday!"
"So etwas hören sie? Ich finde dieses Geträller schrecklich! Ich bevorzuge Vivaldi oder Mozart."entgegnete Poison. "Ach, diese sanften Sinfonien...ich höre sie mir immer an, wenn ich meine Kinder wickle oder sie auf dem Arm halte!"
"Du?Kinder?"fragte Death verwirrt und überrascht.
"Ja, sogar drei! Zwei Jungen und ein Mädchen. Dürfen Auftragskiller etwa keine Kinder haben?"
"Doch, doch! Du wirktest nur nicht so, Poison!""Alles Scharade und Maske! Es ist wie beim Poker-Spielen! Dein Gegner darf nie deine Gefühle sehen!"
Es klingelte und die Aufzugstüren öffneten sich im 4.Stock.
"Das ist ja die Kinderstation!"bemerkte Poison beunruhigt, als sie durch den Gang schritten.
"Da ist das Zimmer!"sagte Death und deutete auf eine grau Tür mit der Aufschrift 223. Einige bunte Bildchen klebten an der Tür. Eine lachende Sonne, Vögelchen, der lächelnde, sanftmütige Mond.
Poiosn öffnete die quietschende Tür und die beiden Auftragskiller traten in den kleinen Raum, in dem nur ein Bett stand. In diesem lag ein kleines Mädchen mit kastanienbraunen Locken. Sie war nicht älter als neun oder zehn.
Sie war mit vielen, unterschiedlichen Geräten verkabelt, die rund ums Bett herum standen.
Poison blickte auf ein Schild. "Dies ist Joanna Smith!"sagte er mit tonloser Stimme. "Si-e sol-len wir umbringen!"fügte er schwach hinzu, bis sich seine Stimme ins Unhörbare verlor.
"Ich habe etwas über sie in der Zeitung gelesen! Sie wurde von einem Unbekannten vergewaltigt und liegt seitdem im Koma!"sagte Death.
"Dann muss ihr Peiniger auch unser Auftraggeber sein! Sie weiß wahrscheinlich sein Gesicht, deshalb sollen wir sie töten, bevor sie aufwacht und ihn entpuppt! Perverses Schwein! Zu schade, dass wir nie erfahren, wer unsere Auftraggeber sind."Poison schluckte einmal. Er war heute viel zu sehr von seinen Gefühlen gelenkt.
"Was soll's? Wir sind Profis! Death, bring sie um!"befahl Poison mit tonloser Stimme.
Ohne ein Wort zückte Death seine Waffe, richtete sie aber nicht auf das Mädchen, sondern auf Poison und drückte ab.
Die Kugel durchschlug Poison's Brust, Blut spritzte und das weiße Hemd des Killers färbte sich rot, fast als wäre es nur ein Weinfleck. Ungläubig sah Poison auf die Wunde, dann sank er benommen auf die Knie.
"Wa- Warum?"
"Hattest du nicht noch vorhin gesagt, dass du wegen mir mal umkommst? Tja, recht gehabt du Arschloch!" Death holte eine Polizeimarke aus seinem Mantel hervor."Mein Name ist John Silverman, Detectiv des New York Police Department! Du solltest wegen 23 Morden und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt werden! Leider war es mir nicht möglich, dich festzunehmen und so musste ich dich erschießen!"
"Wa- Warum hast du mich nicht festgenommen?"hauchte Poison, die Hände auf seine Wunde gepresst.
Detectiv Silverman fuhr Johanna durch die kastanienbraunen Locken.
"Auch Polizei-Detectiv's wollen ihren Spaß! Und es war nett mit der kleinen Johana! Wir beide hatten viel Spaß!"Silverman grinste und strich über die Wange des Mädchens.
"Du perverses Schwein hast sie vergewaltigt!"knurrte Poison, dessen Gesicht aschfahl war.
"Sehr richtig! Und alle werden dich für den Mörder der Kleinen halten, den der tapfere Detectiv Silverman dann erschossen hat!"sagte Silverman grinsend und richtete seine Waffe an die Schläfe des Mädchens.
Doch da zuckte er plötzlich schmerzerfüllt zusammen, ließ die Waffe fallen und erbrach sich auf den Fußboden. Silverman presste seine Hände auf seinen Bauch, torkelte durch den Raum, wobei er Stühle und Tische umwarf, bis er dann neben Poison auf den Boden sank.
"Ich hatte dich noch gar nicht gefragt, wie der Kaffee geschmeckt hat!"hustete Poison mit einem Anflug eines Lächelns.
"Man nennt mich nicht umsonst Poison-Das Gift!"hauchte er, dann starb er dahin, gefolgt von John Silvermann alias Death. Die kleine Johana schlief ruhig weiter, in ihrem künstlichen Schlaf, an diesem schönen Herbsttag in New York.

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Das Lächeln ist das Letzte, was von der Sprache des Paradieses übrig ist---That's it!

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