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Leselupe.de > Kurzprosa
Ein schöner Tag zum Sterben
Eingestellt am 25. 02. 2003 13:38


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NotAnAddict
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2003

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Ein schöner Tag?

Wie jeden Morgen wachst du auf. Der Radiowecker dudelt ein Lied, das dich entweder zur Weißglut treibt, dich dazu animiert mitzusingen oder einfach kalt lässt. Heute ist es ersteres, aber du bist noch zu müde um auch nur einen Finger zu rühren und diesem Schwachsinn Einhalt zu gebieten. Eine schreckliche Stimme kreischt dir ins Ohr, doch du starrst nur an die Decke wie jeden Morgen und stellst dir die Frage: "Was denn heute wieder?". Was wird heute wieder Dämliches geschehen und dich wie einen wildgewordenen Handfeger durch das Haus toben lassen? Du kannst deine Gedanken einfach nicht bei dir behalten, sie müssen raus, sonst fressen sie dich auf und du hast nichts dabei gewonnen.
Nach fünfzehn Minuten Wälzen sinnlosen Gedankenguts schleppst du dich ins Bad, mit dem Vorsatz, dass eine Dusche dich aus deinen Träumen in die Realität ziehen wird. Es gelingt – für kurze Zeit. Ich träume mich durch das Leben.
Ein Blick in den Spiegel zeigt dir einen Menschen, den du selber nicht kennst, aber den jeder zu kennen glaubt – wie absurd – das Leben halt. Und es ist dir egal.
Dreißig Minuten später. Wie immer warst du zu faul dir die Haare zu föhnen, du knotest sie irgendwie zusammen. Haare, so überflüssig wie ein Kropf und doch so vielsagend, für dich jedenfalls. Ab damit, sie stören, sie lassen Schlüsse über deine Person zu, die nicht stimmen – wie banal. Aber mit solchen Gedanken vertreibst du dir die Zeit und ab und zu merkst selbst du, dass sie unsinnig sind.
Und doch ist heute etwas anders, jeder Schritt ist anders, jeder Atemzug ist anders als sonst. Du öffnest den Kühlschrank und ein Kribbeln durchfährt deinen Körper. Eine Wärme durchströmt dich. Und du merkst, wie sich ein Lächeln auf dein Gesicht schleicht. Und jetzt weißt du, was anders ist: Du bist glücklich. Einfach so. Ohne Grund.
Aber hast du dieses Gefühl denn verdient? Ja, denkst du, jeder hat das irgendwie auf seine eigene individuelle Art. Und ein Gedanke kommt in dir auf: "Heute wäre ein schöner Tag zum Sterben."



__________________
I'm not an addict. Maybe that's a lie.

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Klabautermann
???
Registriert: Feb 2003

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Hallo NotAnAdicct,

eine wirklich nette Geschichte. Vor allem der letzte Satz sollte manchem zu denken geben. Ein paar Anmerkungen habe ich zu machen:

1. Zur Überschrift: sie passt gut, gefällt mir!
2. gut gefällt mir auch die seltene Du-oder 2. Erzählperspektive.
3. Eine Ungereimtheit fiel mir durchgängig auf, daher schreibe ich sie auch gleich zu Beginn. Dein Protagonist ist "glücklich".. hm, aber das merkt man in der ganzen Geschichte nicht. Im Gegenteil: Der Wecker treibt einen zur Weißglut! Man könnte ein wenig Spannung aufbauen. Oder am Ende einfügen, dass man trotz der ständig präsenten Gedanken anderer, trotz des nervenden Weckers etc. einfach glücklich ist!
Soviel aber nur zu meiner Meinung, ich mach mich jetzt an den Text :-):

Wie jeden Morgen wachst du auf. Der Radiowecker dudelt ein Lied, das dich entweder zur Weißglut treibt, dich dazu animiert mitzusingen oder einfach kalt lässt. Heute ist es ersteres, aber du bist noch zu müde um auch nur einen Finger zu rühren um diesem Schwachsinn Einhalt zu gebieten. hier hast Du 2x "um", vielleicht kombinierst Du die beiden Sätze oder schreibst sie ein wenig um Eine schreckliche Stimme kreischt dir ins Ohr, doch du starrst nur an die Decke wie jeden Morgen und stellst dir die Frage: \"Was denn heute wieder?\". Was wird heute wieder Dämliches geschehen und dich wie einen wildgewordenen Handfeger durch das Haus toben lassen? Du kannst deine Gedanken einfach nicht bei dir behalten, sie müssen raus, sonst fressen sie dich auf und du hast nichts dabei gewonnen.den letzten Halbsatz könnte man streichen, wirkt dann vielleicht noch besser.
Nach fünfzehn Minuten Wälzens sinnlosen Gedankenguts sehr viel Genitivformulierungen. Könnte man evtl. "leserfreundlicher" gestalten? schleppst du dich ins Bad, mit dem Vorsatz, dass eine Dusche dich aus deinen Träumen in die Realität ziehen wird. Es gelingt – für kurze Zeit. Ich träume mich durch das Leben.
Ein Blick in den Spiegel zeigt dir einen Menschen, den du selber nicht kennst, aber den jeder zu kennen glaubt – wie absurd – das Leben halt. Und es ist dir egal.gut formuliert!
Dreißig Minuten später,hier würde sich ein Punkt gutmachen wie immer warst du zu faul dir die Haare zu föhnen, du knotest sie irgendwie zusammen. Haare, so überflüssig wie ein Kropf naja, ganz so überflüssig auch nicht.*lächel* und doch so vielsagend, für dich jedenfalls. Ab damit, sie stören, sie lassen Schlüsse über deine Person zu, die nicht stimmen – wie banal. Aber mit solchen Gedanken vertreibst du dir die Zeit und ab und zu merkst selbst du, dass sie unsinnig sind.wie wahr!
Und doch ist heute etwas anders, jeder Schritt ist anders, jeder Atemzug ist anders als sonst. Du öffnest den Kühlschrank und ein Kribbeln durchfährt deinen Körper, eine Wärme durchströmt dich und du merkst, wie sich ein Lächeln auf dein Gesicht schleicht. seltsam, wenn man den Kühlschrank öffnet, und einen Wärme durchflutet. War es sicher kein Backofen? *smile* Schön geschrieben! Und jetzt weißt du, was anders ist: hier könntest Du auch ein Fragezeichen setzen Du bist glücklich, einfach so, ohne Grund.auch hier könntest Du jeweils einen Punkt setzen, nach jeder Ellipse. Würde die Spannung steigern, die Wirkung noch hervorheben!
Aber hast du dieses Gefühl denn verdient? Ja, denkst du, jeder hat das irgendwie auf seine eigene individuelle Art. Und ein Gedanke kommt in dir auf: \"Heute wäre ein schöner Tag zum Sterben.\" wie schon gesagt, schöner Schluss, schöner Gedanke!

meine Anmerkungen sind wirklich nur Vorschläge, hoffe, sie halfen Dir ein wenig weiter.

schönen Abend noch und viele Grüße
vom
Klabautermann

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NotAnAddict
Festzeitungsschreiber
Registriert: Feb 2003

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Vielen Dank.

Hallo klabautermann,
Ich weiß gar nicht worüber ich mehr übberrascht sein soll, darüber, dass sich tatsächlich jemand zu meime Beitrag äußert, oder gerade über die Art wie du es tust. Vielen Dank. Ich habe den Text verändert, denn deine Vorschläge leuchteten mir ein. Schließlich ist es mein erster Text und ich bin lasse mir gern auf die Sprünge helfen.

Vielen Dank nochmals,

Addict
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Evchen13
???
Registriert: Jan 2003

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Hallöchen NotAnAddict,

deine Geschichte ist witzig und man findet sich bei der einen oder anderen Beschreibung doch tatsächlich wieder.

Mach weiter so und ich bin schon auf eine neue Geschichte von dir gespannt.

Gruß

Ev
__________________
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Klabautermann
???
Registriert: Feb 2003

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Hallo NotAnAddict,

freut mich, wenn ich Dir ein wenig weiterhelfen konnte. Deine Geschichte ist für ein "Erstlingswerk" hier wirklich gut. Bin (wie Evchen13) gespannt auf das, was von Dir folgt.

viele Grüße
vom
Klabautermann

p.s. mich wundert die weniger gute Bewertung. Ärgere Dich nicht drüber, NAA. Worte zählen hier mehr

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