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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Ein sonderbarer Tag
Eingestellt am 24. 02. 2016 18:05


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Friedrich Malinowski
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2016

Werke: 9
Kommentare: 6
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Ich stehe am Bahnhof und warte auf den Bus. Das ist aber ungewöhnlich, denke ich. Ich schaue auf die Uhr. MerkwĂŒrdig. Ich höre eine Stimme. Eigenartig.
Ein Blaumann mit Kapuze und Gießkanne steht vor mir.
„Haben Sie den Bus gesehen“? frage ich.
„Droschken“, sagt er. „Hier halten Droschken.“
„Seit wann das denn“?
„Seit der Klimakatastrophe.“
„Seit was“?
„Mann Gottes, wo leben Sie denn. Sind Sie noch nicht registriert. Haben Sie noch keinen Blaumann beantragt?“
„Nein, ich weiß nichts von einem Blaumann. Was soll ich damit?“
„Und eine Gießkanne haben Sie auch nicht, wie ich sehe. Sie sind ein Bruder Leichtfuß, was?“
„Dann machen Sie doch das NĂ€chstliegende; klĂ€ren Sie mich auf.“ Es war schon Ă€rgerlich, wie er mich von oben herab behandelte. Aber was er sagte, gab mir doch zu denken. Wieso hatte ich diese Katastrophe, von der er sprach, nicht mitbekommen.
„Das alles hier kommt von den Eruptionen auf der Sonne. Sie sind stĂ€rker aufgetreten als erwartet. Die BlaumĂ€nner schĂŒtzen vor den Protonenschauer, und die FlĂŒssigkeit in den Gießkannen deaktiviert die Magnetfeldböden, sonst könnte man sich kaum bewegen. Deswegen mĂŒssen die Schuhe regelmĂ€ĂŸig gegossen werden.“
Er zeigte mir, wie das ging. Es war unangenehm, aber mit Sonneneruptionen ist halt nicht zu spaßen.
„So“, sagte er, „jetzt gehen wir dort hinten zu der Toreinfahrt, Sie bekommen meinen Blaumann und meine Gießkanne, dafĂŒr zahlen Sie die HĂ€lfte von dem Betrag, den die stĂ€dtische Verteilungsstelle nehmen wĂŒrde. Dann haben Sie eine vernĂŒnftige Erstausstattung fĂŒr die nĂ€chsten Monate. Die Gießkanne können Sie jederzeit kostenlos nachfĂŒllen lassen, wenn Sie die Codierung angeben, die ich Ihnen hier an den Rand schreibe. Nein, das kostet Sie nichts, man ist ja kein Unmensch.“
Ich gab ihm das Geld, er schĂ€lte sich aus dem Blaumann und schrieb die Codierung an den Rand der Gießkanne. Wir trennten uns, und er klopfte mir zum Abschied auf die Schulter.
„Und nicht vergessen“, rief er mir nach, „registrieren lassen.“
Mit dem GefĂŒhl, ein gutes GeschĂ€ft gemacht zu haben, verstaute ich meine Reisetasche in der GepĂ€ckaufbewahrung und machte mich mit meiner neuen AusrĂŒstung auf den Weg zum Droschkenstand. Dort stand nur ein Leiterwagen. Ein Ă€lterer Mann lud Heu auf.
„Stehen hier die Droschken“, fragte ich.
„Sie meinen, die Busse?“ Er schaute mich an, als kĂ€me ich vom Planeten K-Pax.
„Wie, es gibt noch Busse?“
„Ja sicher, aber nicht mehr lange. In zwei Jahren fĂ€hrt hier die Bahn. Sehen Sie, da drĂŒben werden schon die ersten Schienen verlegt.“ Er reichte mir die Hand, um mir auf den Wagen zu helfen. Von da aus konnte man die SchienenstrĂ€nge deutlich erkennen.
„Trotz der Klimakatastrophe?“
„Nun, die werden wir beide wohl nicht mehr erleben“, beruhigte er mich. Er sah mich jetzt etwas genauer an, zupfte an meinem Blaumann, schĂŒttelte den Kopf, stieg vom Wagen, nahm die Gießkanne vom Boden auf, betrachtete sie von allen Seiten und schĂŒttelte abermals den Kopf.
„Ah, jetzt verstehe ich, warum Sie in diesem Aufzug hier rumlaufen, Sie sind dem Jogi begegnet. Die PlastikhĂŒlle nĂ€mlich, die Sie da anhaben, tragen meine Arbeiter bei der Spargelernte und die Gießkanne ist auch aus unseren BestĂ€nden. Ich kann das hier an der Codierung erkennen. PKZ 314, das ist Jogis Zimmernummer in der Psychiatrischen Klinik. Völlig harmlos der Kerl und immer so spaßig.“
Na, ich weiß nicht 









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Frima

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