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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Eine Festung aus Decken, Kissen und Trauer
Eingestellt am 11. 01. 2016 21:25


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Jonny
Hobbydichter
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Eine Festung aus Decken, Kissen und Trauer

Gott, wie sah er bitter aus! Mehr R├Ąnder als Augen und die unterlaufen. Ein Blick in den Spiegel an der Wand. Der Blick wanderte weiter ├╝ber den Boden zu dem Tisch, wo sich die Flaschen schon wieder versammelten f├╝r die n├Ąchste Offensive. Eine ganze Armee, nur um ihn zu besiegen. Er wusste nicht, wie lange es jetzt schon so ging, obwohl es bei der Menge an leeren Flaschen schon viele Tage gewesen sein m├╝ssten. W├╝rde es jemals wieder aufh├Âren? Diese Verkapselung seiner selbst, diese Gleichg├╝ltigkeit. Aufwachen, ├╝berleben und wieder schlafen.

Heute auch? Oder konnte er sich vielleicht endlich mal befreien und in sein altes Leben zur├╝ck? Die Depressionen, die Trauer, die Angst, dies alles hinter sich lassen. Doch ehe er sich versah, hing er wieder an einer Flasche. Die Fl├╝ssigkeit floss wie eine wohltuende Medizin in ihn hinein. Sie legte sich wie eine warme Decke ├╝ber seine erfrorenen Sinne. Bevor diese jedoch aufgetaut werden konnten, schlief er auch schon wieder ein. Ein Traum begann sich ihn ihm auszubreiten. Ein Traum voller sch├Âner Momente. Alles war wieder zur├╝ck gestellt. Es begann sich in ihm zu regen. Die kleine Freude lugte hervor und das leise Gel├Ąchter r├Ąusperte sich.

Doch bevor sein Herz wieder zu leben begann, wachte er auf. Sein Kopf tat h├Âllisch weh und sein Nacken war vom schlafen auf dem Boden v├Âllig verrenkt. Wie eine Schockwelle einer vor ihm explodierten Bombe, traf ihn die Realit├Ąt. Er begriff, dass es wie jede Nacht nur ein Traum gewesen war. Ein wunderbarer Traum, der jedoch jeden Morgen wieder aufh├Ârte zu sein und tiefe schmerzende Wunden hinterlie├č.

So ging es Tag f├╝r Tag und er f├╝hlte nur das, was ihn nicht ber├╝hrte. Er hielt sich nur noch wie auf Roboterbeinen. Nichts konnte ihn dazu bewegen aufzustehen, mal raus zugehen und den sch├Ânen Tag zu genie├čen. Die herrlichen Sonnenstrahlen brannten in seinen Augen, w├Ąhrend der zarte Klang der V├Âgel versuchte, in seinen Ohren mit scharfen Fingern├Ągeln zu kratzen. Das Fenster wurde geschlossen, die Rolladen runter gezogen und sich wieder in die rettende Festung verkrochen, die sich aus einer Decke, Kissen und schlechter Stimmung bildete. Hier war er gesch├╝tzt, nichts kam an ihn heran und nichts kam heraus.

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