Diese Seite verwendet Cookies. Wenn Sie das nicht akzeptieren, mĂŒssen Sie Cookies in Ihrem Browser verbieten oder diese Seite verlassen.    OK  
 leselupe.de
Werbung
 Meine Leselupe

Mitglieder:   5471
Themen:   92993
Momentan online:
105 Gäste und 4 Mitglieder
Username:
Passwort:
Registrieren
Passwort vergessen?


Leselupe.de > Anonymus
Eine Geschichte, die das Leben schrieb
Eingestellt am 22. 05. 2003 21:42


Autor
Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.
Anonymous
Unbekannter Verfasser
Registriert: irgendwann

Sie standen auf dem Weg zwischen den DĂŒnen und rechts und links von ihnen wuchs der grĂŒne Hafer. Der Geruch des salzigen Meeres wehte als sanfte warme Brise zu Jan und Rose herĂŒber und streichelte ihre erhitze Haut. Jan hielt seine Rose fest in den mĂ€nnlichen Armen, und sie legte vertrauensvoll ihr schönes Köpfchen an seine breite schĂŒtzende Brust.
„Wie schön dein Pullover duftet“, flĂŒsterte Rose, und sie krĂ€uselte ein wenig ihr zartes NĂ€schen.
„Das ist der neue WeichspĂŒler von lila Samt, jetzt ĂŒberall kĂ€uflich zu erwerben in den einschlĂ€gigen FachgeschĂ€ften“, antwortete Jan mit seiner metallischen Stimme und umfasste ihre weiblichen Schultern mit seinen krĂ€ftigen HĂ€nden noch standhafter.
Rose ließ seine eindrucksvollen Worte in sich eindringen, dann wies sie mit ihrem weichen Arm und an seinem Ende mit ihren zartgliedrigen Fingern nach vorn, dort wo das Meer im ewigen Gleichklang der stets wiederkehrenden Wellen von der Weite der Welt der Liebe kĂŒndete.
„Schau“, hauchte Rose, „wie der rote Ball, die Sonne am Horizont ĂŒber das Meer glĂŒht.“
„So wie unsere Liebe, die immer wĂ€hrt“, antwortete beherzt Jan und er senkte sein edel geformtes Haupt gegen ihr blondes leuchtendes Haar, „nimmst du ein neues Shampoon?“
„Ja“, wisperte Rose, „es gibt dem Haar die seidige FĂŒlle und heißt je blonder, um so besser.“
„Das musst du jetzt immer nehmen“, murmelte Jan gedankenverloren.
„Was ist mit dir, Liebster“, fragte Rose und schmiegte sich noch enger an ihn.
„Ach, ich muss an meinen bösen Bruder Robbi denken, hoffentlich steht er unserem GlĂŒck nicht im Wege, er wird immer das schwarze Schaf unserer Familie bleiben.“
„Du mit deinem Edelmut hast mich aus den HĂ€nden dieses Teufels in Menschengestalt erlöst, und ich habe auf ewig mich deinen starken Armen anvertraut, mit denen du mich aus seinem Sog gezogen hast“, sagte Rose, voller Vertrauen in ihrem Helden.
Ein kleiner Schatten senkte sich auf seine sonst so glatte Stirn, und seine ebenmĂ€ĂŸigen Augenbrauen zogen sich sorgenvoll zusammen.
„Ich denke“, sagte er, „Robbi arbeitet mit der sizilianischen Mafia zusammen, seit ihn unser seliger Vater enterbt hat.“
„Das ist ja furchtbar“, hauchte Rose, und der Atem wollte ihr stocken, „hoffentlich steht er unserem GlĂŒck nicht im Wege.“
„Nein“, bemerkte Jan, und die Festigkeit gelangte zurĂŒck in seiner Stimme, „was auch passiert, ich pass auf dich auf, und es dauert nicht mehr lange, bis wir beide von Blumen streuenden MĂ€dchen begleitet den Weg zum Altar unserer frisch rekonstruierten Dorfkirche dank der Firma ’macht alles neu schreiten’.“
Roses Herz schlug im entzĂŒckten Rhythmus, und sie schmiegte sich noch enger an ihren Jan.
„Sag, willst du mich wirklich heiraten?“
Ihre rehbraunen Augen schauten von unten in die stahlblauen Augen von Jan, als sie die alles entscheidende Frage an ihn stellte, und kleine reizende FĂ€ltchen bildeten sich auf ihrer Stirn.
„Ja, so wie ich es dir am Grab meines Vaters versprochen habe, werde ich auf ewig, du mein treues Herz, auch dir gehören, und wir werden drei Kinder haben, die das Schicksal unserer Familie in die weite Zukunft fĂŒhren und bewahren, und Robbi wird fĂŒr immer vergessen sein.“
„Ich kann mein GlĂŒck gar nicht fassen.“
Rose bebte und presste ihren blĂŒhenden Körper an seine prachtvolle Gestalt.
„Und was wirst du noch fĂŒr mich tun.“
„Ich werde fĂŒr dich in unserem Garten vor dem Gutshaus eine Rose zĂŒchten, ich habe mir schon den Katalog von der Adenauerstiftung bestellt, und diese Rose wird einzigartig sein“, sagte Jan und seine Stimme war voller Tatendrang.
„Und“, wollte Rose wissen, „wie wird die Rose heißen?“
„Rose ‚Rose’“, antwortete Jan, „und sie wird rot sein wie deine Wangen und weiß wie deine Engelsarme, und ein wenig braun werde ich hineinzĂŒchten, das ist der Glanz deiner Augen.“
Rose seufzte nur, den Blick auf die untergehende Sonne gerichtet.
„Was war das fĂŒr ein GerĂ€usch?“, fragte Jan und schaute suchend umher auf den grĂŒnen Hafer der DĂŒnen aus weißem Sand.
„Es war der Wind nur, Liebster“, gab Rose beruhigend zur Antwort und strich ihm ĂŒber sein volles Haar.
„Nun lass uns zurĂŒck zum Gutshaus gehen, morgen muss ich wieder schaffen und ein langes Tagwerk wartet auf mich, wenn ich nach der Arbeit der MĂ€gde und Knechte schaue, auf dass sie alles wohl richten.“
„Geh du nur vor, ich werde noch allein eine Weile auf das wogende Meer schauen, und ĂŒber deine Worte nachdenken, die mir das GlĂŒck ins Herz gebracht haben“, zwitscherte Rose.
„Nun gut“, antwortete der gute Jan in all seine GĂŒte, „verweile noch ein wenig an diesem Ort, aber bleib nicht so lang hier allein, manchmal bringt das so friedliche Meer in kurzer Zeit ein Unwetter auf, dass dann ĂŒber das Land zieht. Und denk daran, dass meine gute Mutter dir noch gern zur Nacht einen holden Schlaf wĂŒnscht.“
„Ja, ich weiß“, hauchte Rose, „aber sie sitzt ja noch bis in den tiefen Abend in ihrer seligen Ruhe und schaut den neuen Privatsender mit den hohen Einschaltquoten WBD, wir bilden dir deine Meinung, auch wenn du vorher anders dachtest.“
„Ja“, antwortete lĂ€chelnd Jan in seiner zĂ€rtlichen Sohnesliebe und gab Rose zum Abschied einen sanften Kuss auf ihren kirschroten schwellenden Lippen, „es ist die Freude ihres Alters.“
Mit diesen Worten wandte er sich ab und ging mit kraftvollen mĂ€nnlichen Schritten den Weg zurĂŒck zum Gutshaus, unter seinen FĂŒĂŸen knirschte der weiße Sand.
Rose setzte sich und schaute in TrĂ€umen versunken auf das weite Meer, die Wellen schlugen höher und lauter an den Strand und an dem soeben noch strahlend blauen Himmel zogen dunkle Wolken drohend auf. Aus dem grĂŒnen Hafer aber kam Robbi angerobbt, seine schwarzen Haare standen kreuz ud quer in die Höhe, auf seinen Wangen sprossen stachlig schwarz die Bartstoppeln, und ein teuflisches Grinsen kroch in sein wildes Gesicht.
„Bist du verrĂŒckt“, zischte Rose, „hast du vorhin laut gelacht, das hörte er, und ich musste sagen, das war der Wind.“
Robbi setzte sich neben Rose und öffnete eine BierbĂŒchse ’das schwarze Gift’ mit dem TotenschĂ€del drauf, jetzt auch erhĂ€ltlich an allen Tankstellen. Glucksend ließ er das GebrĂ€u durch die Kehle laufen.
Dann sagte Robbi: „Sorry Baby, aber Rose ’Rose’ war zuviel fĂŒr mich.“
Inzwischen hatte der Himmel sich vollends dunkel bewölkt und große runde Regentropfen platzen rechts und links von ihnen auf den Sand und auch auf Roses blondes Haar und den wilden zottigen Haaren Robbis.
„Ach, Robbi, was soll nur aus uns werden“, seufzte Rose, „wir sind so schlecht und Jan ist so gut.“
„Pass auf Baby“, knarrte Robbi mit seiner krĂ€chzenden Stimme, „du musst nur darauf achten, dass er bei der Hochzeit keinen Rechtsanwalt zu Hilfe nimmt und GĂŒtertrennung oder irgend so ein Mist verabredet, und wir haben es geschafft.“
„Ja, mein Robbi“, sagte Rose, „denn ich liebe in Wirklichkeit nur dich.“
„Hör auf dem Schmarren, so kannst du mit Jan reden, du stehst auf mich, Baby, weil ich es dir ordentlich besorge.“
„Ja, Robbi, das machst du“, kicherte Rose wollĂŒstig und streifte ihren seidenen Slip herunter, direkt aus dem Pariser Modehaus, jetzt auch in allen deutschen KaufhĂ€usern zu erwerben.
„Heute gibt es das volle Programm“, knurrte Robbi und stellte die BierbĂŒchse mit dem Totenkopf, jetzt auch an allen Tankstellen erhĂ€ltlich, neben sich und öffnete den GĂŒrtel seiner Hose, „denn ich habe das neue Mittel ’Potenzia’ eingenommen, dass jeden Mann zum Stier macht.“
„Oh“, kicherte Rose verschĂ€mt, „unter deinen HĂ€nden werde ich zur lĂ€ufigen HĂŒndin.“
Und sie lege sich willig in den nassen Sand. WĂ€hrend durch die finsteren Wolken die Blitze zuckten, hörte man das Stöhnen und Schmatzen des brĂŒnstigen Paares, dass es eine Pein war.
Im Gutshaus aber neben dem lodernden Kamin saß Jan und hielt seiner alten Mutter die welke Hand, wĂ€hrend sie den neuen Sender WBD verfolgte, und er schaute sorgenvoll zum Fenster, da draußen tobte das Wetter, wo blieb Rose nur so lange.
Fortsetzung folgt, wie geht es weiter, wann spricht die alte Mutter endlich die Wahrheit aus, wie es sich verhĂ€lt mit dem ungleichen BrĂŒderpaar, wie entscheidet sich Rose, fĂŒr das Gute oder das Böse, schalten Sie nĂ€chste Woche ein, und Sie werden die ganze furchtbare Wahrheit erfahren.

Heinz stand auf und schaltete mit der Fernbedienung den Apparat aus.
„So, genug“, sagte er zu Anna, „jetzt geht’s ins Bett und dort gibt es das volle Programm.“
Annas Augen starrten noch wie gebannt auf den Bildschirm, obwohl der schon schwarz war.
„Aber nĂ€chste Woche gucken wir wieder, ja?“
„Klar“, sagte Heinz, „wenn Robbi dabei ist, guck ich auch.“


Bearbeiten/Löschen   ebook  Druckversion


blaustrumpf
???
Registriert: Mar 2003

Werke: 20
Kommentare: 735
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um blaustrumpf eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
Eine Nachricht von der GEZ

Liebe Schwarzseher!

Bitte melden Sie umgehend alle ihre FernsehgerÀte an. Sonst wird das mÀchtig teuer, wir werden mÀchtig böse und Sie werden mÀchtig enttÀuscht sein.

Weil es die Fortsetzung erst geben wird, wenn alle FernsehgerÀte angemeldet sind. Und wenn Sie schon einmal dabei sind, dann lassen Sie endlich auch Ihr Autoradio registrieren!

Ihre GEZ

* * *

Liebe Lupenden

Bitte meldet eure GerĂ€te umgehend an. Sonst sehe ich nĂ€mlich schwarz fĂŒr die Fortsetzung. Und ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht. Dabei habe ich gar kein Fernsehen. Und die Geschichte ist nicht von mir. Leider.

blaustrumpf


__________________
DafĂŒr bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

Bearbeiten/Löschen    


vetiver
Guest
Registriert: Not Yet

liebe blaustrĂŒmpfin,

ich habe alles getan, was du verlangt hast. den fernseher hab ich angemeldet und alle radios. sogar die kaputten. und noch ein bisschen mehr, man kann nie wissen. den computer. den kaffeeautomaten. zwei funkwecker. die wollsocken. den erbĂ€rmlichen kĂŒhlschrankinhalt. alles irgendwie. wie es sich GEZiemt.

also, unbekannter autor: weiter bitte!

vetiver

Bearbeiten/Löschen    


Rote Socke
Guest
Registriert: Not Yet

Bei diesem Text kriege ich die Krise!

Warum steht er unter Anonym? Hier gehört er nicht hin.
Nee, leider ist der Text auch nicht von mir, denn so perfekt schreiben kann ich nicht!

Ein wirklich großes LesevergnĂŒgen am Sonntagmorgen! Und so wunderbar "Herzlich"!

Schöne GrĂŒĂŸe
Socke

Bearbeiten/Löschen    


Schakim

Wird mal Schriftsteller

Registriert: Jan 2002

Werke: 3
Kommentare: 2501
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um Schakim eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil

Hi, Noname!

Deine Geschichte ist gut gesponnen! Das einzige, was ich zu bemÀngeln habe, ist "Rose"; sie wird mir zu sanft, zu weich beschrieben ... Ansonsten finde auch ich schade, dass der Text unter "anonym" laufen muss, denn er ist gut!

NĂ€chtlichen Gruss!
Schakim
__________________
§§§> In jeder Knospe zeigt sich ein kleines Wunder beim AufblĂŒhen <§§§

Bearbeiten/Löschen    


flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
Kommentare: 8213
Die besten Werke
 
Email senden
Hier klicken, um flammarion eine Online-Nachricht zu senden  Online-Nachricht
Profil
also

lass das mal bald sein mit der fortsetzung! ich möchte mich noch einmal so kringeln können vor vergnĂŒgen!
ganz lieb grĂŒĂŸt
__________________
Old Icke

Bearbeiten/Löschen    


ZurĂŒck zu:  Anonymus Ein neues Thema veröffentlichen.     Antwort veröffentlichen.


Leselupe-Bücher



Amazon



Facebook


Werde Fan der Leselupe auf Facebook!