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Leselupe.de > Ungereimtes
Eine Heimkehr
Eingestellt am 09. 12. 2003 21:22


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Beleth
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jan 2001

Werke: 5
Kommentare: 6
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Einst war die Suche lang vergangen
Da ich im steten Schlafe
In meinem Heim die Ruhe fand
Und kein Gedanke barg Geheimnis
Keine Reise schien der Mühen wert
Und ich begab mich träumend
Suchend, Fallend in den Schlund der Stille
Gierig wie sie war und faul ihr Atem.

Wie die alten Weiten mich begrüßten
In ihrem steten, wohlvertrauten Klang
Und dem Wohllaut ihres Rauschens.
Auf sie blicke ich, von Tiefe, aus dem Schlund
Da sie mir, behütet und verborgen
Meiner rastlosen, meiner ungeschickten Hand,
Allem Widersinn zu trotz
Schließlich doch die Treue hielten,
Schenke ich ihnen ein Stück des Atems
Ein Stück des Atems aus dem Schlund
Ein Stück der faulen Freiheit;
Auch wenn sie töricht ist,
Von Minderwertigkeit durchsetzt,
So ist es doch ein Teil der Stille,
Die ich in diesem Abgrund fand.
Ein Dank, er solle mich beschämen,
Denn mehr nur ein Geschenk von Garstigkeit,
Das ist es nicht; und dennoch mehr
Als ich zur Rast entbehren kann.
Ein Augenblick nur bleibt mir noch
In langvermißter Leere aufzugeh?n.
Eine kleine Weile lang nur schlafe ich.
Es fällt auf mich herab, ganz ohne Schwere
Wie ein Gedanke ist's; er schreckt mich auf!
Sie alle; Menschen, Dinge, Weiten
(Eure Treue war mir so von Wert!)
Betrügen mich mit ihrem Gebaren;
Sie täuschen, sie strafen mich
Mit ihren stümperhaft gefälschten Düften,
Und diesen grotesken, diesen
Entsetzlich neuen Farben!
Ich wende mich und suche
Die alten Narben an den Gliedern
Die getrockneten Flecken roten Blutes
Ach ihr! Euch hab' ich auch vermißt!
So gleitet meine Hand hinweg
In steter Hoffnung, sie zu finden
An ihren Böden, Wänden, Stufen.
Beinah lache ich, und meine Hand
Und stößt doch wieder nur
Auf neuen, frischen, widerlichen Glanz;
Beinah scheidet er mein Fleisch
Zu neuen Farben, doch es entgleitet
Findet nichts.
Was habt ihr noch verbrochen?
Was habt ihr euch nur angetan?
Ich frage leis' und bin noch sanft:
»Seid ihr denn so töricht, Menschen,
Wer auch immer!
Mich mit solch fahlen Fraß zu speisen
Und eure besten Weine
Den Schweinen in den Trog zu gießen!«
So wie die Schweine eben sind
Wenn sie in Angst und Panik fallen,
Fall' auch ich und schrei und quieke:
»Bleibt denn nichts um meinen Durst zu stillen
Als euer reinster Essig? «
Ich warte; sinne.
Einst, die Tage, da ich unverändert war,
Wart ihr mir alle hold und still,
Wart mir die edelsten und gütigsten Gefährten
Welche sich Eremit ein nur wünschen kann.
Fern war meine Reise und kein Gedanke
An die Weite blühte mir im Geist. - Ja,
Wie war es Dankbarkeit, unter euch zu sein
Und die Geborgenheit zu speisen!
Wie sehn' ich mich danach,
Nun, da ich zurück in euren Armen,
Und dennoch fremd an euren Leibern bin.

Nun lärmt ihr wie Berserkerhorden.
Was hat euch denn getrieben - sagt!
Keine Sprache, die ich spreche,
Kommt mehr in euren Mund.
Warum denn antwortet ihr nicht?
Flüstert, sprecht, schreit - was immer!
Sprengt meine Ohren, mit Stille,
Mit Geschrei! Doch nur nicht so!
Ich kann die Rätsel nicht entschlüsseln;
Nicht mehr; kein Laut ist's mehr,
Denn nur verworrenes Getöse,
Das ihr über mich ergießt.
__________________
Live Long and Prosper!

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