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Leselupe.de > Gereimtes
Eine Kreuzfahrt, die ist lustig...
Eingestellt am 13. 10. 2003 01:01


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LuMen
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Registriert: Jan 2003

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Eine Kreuzfahrt, die ist lustig...
- ein Reisebericht in Versen f├╝r Kreuzfahrer und solche, die es werden wollen -



Kreuzfahrten sind im Herbst gefragt,
weil jeder Sonnenfreund sich sagt,
so hol┬┤ ich mir davon noch mehr
und vorzugsweis┬┤ im Mittelmeer!

Die Route (ab Savona)

Civitavecchia: Hier legt an
zum ersten Mal der Riesenkahn.
Rom aber sah ich nur im Regen,
kommt doch von oben aller Segen!
(Dem Papst, der grad wen heilig sprach,
erschien┬┤s wohl eher Ungemach.)
Durchs Forum ging es schnell im Trab
zu Julius Caesars nassem Grab!

Konnt┬┤ nicht auf Spaniens Treppe sitzen,
denn dort drang Wasser aus den Ritzen.
Im Kolosseum war┬┤s zu glatt,
ganz ohne Regen-Preisrabatt!
Die Brunnen-M├╝nze ist verspielt,
weil in der Hand schon na├č umsp├╝lt,
und auf dem Weg zum Palatin,
da legte ich mich auch noch hin!

Palermo war der n├Ąchste Hafen
mit Exkursion, unausgeschlafen.
Ph├Ânizier siedelten schon hier,
dann kamen R├Âmer, und dann wir.
Man fuhr uns dort zu Mumiengruften,
die dumpf nach Mottenkugeln duften,
und wo einbalsamierte Leichen
im Ausseh┬┤n Kasperl-Puppen gleichen.
Zum Gl├╝ck gab┬┤s Frischluft dann f├╝r alle
umsonst vor sch├Âner Kathedrale!

In Tunis ist nicht viel zu sehen,
denn von Karthago blieb nichts stehen,
weil r├Âmische Zerst├Ârungswut
das Punier-Reich in St├╝cke schlug!
Doch uns empfingen mit Entz├╝cken
blutgierig Heere wilder M├╝cken.
Nur Hannibal, so der Verdacht,
hat Elefanten draus gemacht!

Dann Palma, Insel der Sirenen,
als die sich viele Putzfrau┬┤n w├Ąhnen.
Allein bin ich auf eigne Faust
per Bus ins Stadtzentrum gebraust.
Hier glaubte ich, wird mir auch gl├╝cken
Besichtigung aus freien St├╝cken.
Bier zum normalen Preis im Laden
zu kaufen, k├Ânnte auch nicht schaden,
denn Euros Zahlen-Ungestalt
macht auch vorm Preis an Bord nicht Halt.
Die Kathedrale, nah beseh┬┤n,
ist - wie von fern - nicht halb so sch├Ân!
Auch zeigt sie Sch├Ânheit nicht von innen ÔÇô
Besucher d├╝rfen nicht nach drinnen!

In Barcelona gab┬┤s alsdann
nur "Gaudi" pur f├╝r jedermann.
Den weltber├╝hmten K├╝nstlerschrecken
kann man hier allerorts entdecken.
Ehrfurcht durchdringt dich, doch auch Graus,
stehst du vor seinem Gotteshaus!
"Sagrada" und "Familia" hei├čt,
was da hoch in den Himmel weist.
Wird es auch eines Tags vollendet?
Noch niemand wei├č, wo dies Werk endet!

Marseille: Hier z├Ąhlt zum guten Ton
die Tagestour nach Avignon.
Doch gleicherma├čen int┬┤ressant
ist es ganz nah am Hafenrand.
Aus einer kleinen Bimmelbahn
sieht man sich schnell die Altstadt an!
Und kann beim Kurven durch die Gassen
Romantik mit den H├Ąnden fassen.


Bordleben

An Bord zu gehen, fiel oft schwer,
denn kontrolliert wird mehr und mehr!
Und wehe, wenn┬┤s bei einem piept:
Mit Strahlensalven dich durchsiebt
der Cop ÔÇô so oft man auch erkl├Ąrt,
da├č solches Tun des Sinns entbehrt
bei H├╝ftgelenken aus Metall ÔÇô
die piepen stets und ├╝berall!

Bei Tische sitzen mit im Rund
drei P├Ąrchen, halbwegs noch gesund,
obwohl ÔÇô zwei Mann schau┬┤n aus wie M├Âpse
(vielleicht sind es MacDonalds-Kl├Âpse).
Bei jedem Gang, ob klein, ob gro├č,
quillt noch mehr Bauch aus ihrer Hos┬┤.
Da einer schien der gr├Â├č┬┤re Klops,
nenn┬┤ ich sie Mops und Doppelmops.
Der Dritte ist der Hochsee-Mann,
der hat nur Zeugs vom Kreuzschiff an.
Man kann┬┤s dort schnell und teuer kaufen,
braucht nur zum "Fashion Shop" zu laufen.

Dann, beim Empfang vom Kapit├Ąn,
will jeder sich und andre seh┬┤n.
Die Damen lassen Klunkern baumeln,
mit Sektglas sieht man viele taumeln,
doch nicht des K├Ąptens Spende wegen,
vielmehr,weil sich die Wellen regen.

Zur Unterhaltung tut sich was
beim abendlichen B├╝hnenspa├č!
Dort sieht man flotte Puppen tanzen,
nicht ohne Reiz im gro├čen Ganzen!
Wem solche Spiele nicht gen├╝gen,
der kann sich tags am Pool vergn├╝gen.
"Animateure" treiben dort
schier unerm├╝dlich Quassel-Sport.

Zu sp├Ąter Stund erst find ich Ruh┬┤
und trinke mir ein Bier dazu.
Wenn junge Leut┬┤ das Tanzbein schwingen,
la├č in der Bar ich M├╝nzen springen ÔÇô
die springen auch im Spielkasino
zum Wohl der Kreuzfahrtlinie dito.
Speziell will diese auch verdienen
beim Gang an Land zu den Ruinen!

Mein Gott! war ich kulturbeflissen,
die Preise will ich gar nicht wissen!
Doch naht am End der Tag der Wahrheit
und bringt mir, wie auch immer, Klarheit:
Was dort per Schiffscard schnell verbucht,
hat mancher hinterher verflucht.
Es kostet, war┬┤s auch sch├Ân, die Fahrt
mehr, als ich daf├╝r angespart!

Am letzten Tage seh┬┤ ich klar:
Weil ich fast stets auf Achse war,
hab┬┤ ich nicht mal im Pool geschwommen
und selbst kein Sonnenbad genommen!
Und beim Gespr├Ąch am Abendtisch
war ich nicht mehr gen├╝gend frisch,
um, jetzt versp├Ątet, zu erfahren,
wie unterhaltsam M├Âpse waren!

































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Schakim

Wird mal Schriftsteller

Registriert: Jan 2002

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hui, welch' Dichterflut

Hallo, LuMen!

LuMen war wohl auf Reisen?
Das Gedicht will es beweisen.
Erlebt hat unser Dichter viel
an stets historisch angehauchtem Ziel.

Nun pr├Ąsentiert er uns mit ganz viel Fleiss
seine Abenteuer wie gekochten Reis!


Hast Du prima gemacht!

Sende dir viele Gr├╝sse durch die Nacht und w├╝nsche einen sch├Ânen Wochenbeginn!
Schakim
__________________
┬ž┬ž┬ž> In jeder Knospe zeigt sich ein kleines Wunder beim Aufbl├╝hen <┬ž┬ž┬ž

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Herr M├╝ller
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Registriert: Mar 2003

Werke: 168
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Hallo LuMen

sch├Ân, das Du wieder von Deiner 10-t├Ągigen Reise zur├╝ck bist. Wir haben uns alle gefragt, wohin f├Ąhrt dieser Mann in den Urlaub und bringt er uns was mit? Hat er, eine lustige interessante und bildende Reisbeschreibung der besonderen Art.

Die Geschichte habe ich fl├╝ssig gelesen bis an diese Stelle:
"hab┬┤ ich nicht mal im Pool geschwommen" Die ist bestimmt richtig die Zeitform liest sich aber komisch.

Herr M├╝ller dankt f├╝r die tolle Reisebeschreibung

__________________
Wer das Wort sucht, wird den Reim ernten.

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urte
Autorenanw├Ąrter
Registriert: Oct 2000

Werke: 3
Kommentare: 221
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Seefahrt

Ja, LuMen, Herr M├╝ller,
sch├Ânes Mitbringsel! Reisen bildet eben, wie wir auch anderswo sehen konnten. Herzlich, Urte
__________________
(C)Urte Skaliks-Wagner

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