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Eine Maschine braucht keinen Urlaub,aber ein Auto?
Eingestellt am 07. 03. 2003 08:49


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"Neue Technologien steigern die ProduktivitĂ€t, senken die Kosten und vergrĂ¶ĂŸern das Angebot an billigen Waren. In der Folge wachsen die Kaufkraft und die MĂ€rkte, und es werden neue ArbeitsplĂ€tze geschaffen." (aus Rifkin, 1995)

Diese Theorie leitet seit Jahrzehnten die Wirtschaftspolitik aller IndustrielĂ€nder der OECD (Organization for Economic Corporation and Development), zu denen neben den westeuropĂ€ischen Staaten auch die TĂŒrkei, Australien, Neuseeland, Japan, die USA und Kanada gehören.
Die Grundannahme, grĂ¶ĂŸeres Angebot schafft automatisch eine grĂ¶ĂŸere Nachfrage, etablierte sich in den Augen vieler Ökonomen zum Kernpunkt ihrer Überlegungen.
Mit einem grĂ¶ĂŸeren Nachfrageaufkommen geht automatisch eine grĂ¶ĂŸere Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt einher.

Nach Aussage des SayÂŽschen Theorems, dessen Namensgeber Jean Baptiste Say zu den Ökonomen des frĂŒhen 19. Jahrhunderts zĂ€hlte, erhöhen neue, arbeitssparende Technologien die ProduktivitĂ€t und erlauben es den Anbietern, bei geringeren Kosten mehr GĂŒter herzustellen und sie in Folge dessen zu einem geringeren Preis anzubieten. Dadurch entsteht automatisch eine höhere Nachfrage, die widerrum durch erhöhte Produktion gedeckt werden muss. Als Nebeneffekt werden, durch die immer weiter steigende Produktion, ArbeitsplĂ€tze geschaffen und die daraus entstehende Kaufkraft stellt sicher, dass auch eine Nachfrage auf Produkte und Dienstleistungen anderer Branchen entsteht, die somit auch durch erhöhte Produktion in Aufschwung gerĂ€t.

Aber auch kritische Stimmen wurden laut. Kontrovers Ă€ußerte sich Marx in seinem 1867 erschienenen "Kapital". Er prognostizierte, der Trend, der durch die zunehmende Automatisierung ausgelöst wird, geht dahin, dass Unternehmer eher dazu streben, die menschliche Arbeitskraft mehr und mehr durch Maschinen zu ersetzen und es somit zu einer Armee an Arbeitslosen kommt.

Der Bedarf an ArbeitskrĂ€ften wird daraufhin immer weiter sinken, was zu einem erhöhten Angebot auf dem Arbeitsmarkt fĂŒhren wird.
Durch die hohe Zahl der Arbeitslosen können seitens der Unternehmer dann auch die Löhne gedrĂŒckt werden, was die Profite zusĂ€tzlich in die Höhe schnellen lassen wĂŒrde.

Marx warnte gleichzeitig vor den Folgen fĂŒr die Unternehmer. Sie wĂŒrden sich mit einer solchen Vorgehensweise indirekt selber die Grundlage ihres Absatzes entziehen, da mit sinkenden Löhnen gleichzeitig auch die Kaufkraft sinkt und die Nachfrage fĂ€llt.
Niemand kann es sich mehr leisten Produkte zu kaufen, die durch Produktionsprozesse entstehen, an denen nur wenige Menschen beteiligt werden, um so ein Einkommen zu erzielen.

Auch wenn damals viele Ökonomen Marx teilweise beipflichteten, so taten sie es in der Aussage, Arbeitslosigkeit wĂŒrde dem Unternehmertum Schaden einbringen, nicht.
Sie sahen durch den Umstand, dass Arbeitskraft durch das hohe Angebot billiger werden wĂŒrde, eine Chance fĂŒr die Entstehung neuer Industrien und weiterem Wirtschaftswachstum und Wohlstand in der Gesellschaft.

Heute, im 21. Jahrhundert, zeigt sich, in wie weit die Prophezeiungen der Ökonomen eingetreten sind. Viele Innovationen beeinflussen die industrielle Entwicklung. Modernisierungen der Fertigungsmethoden und Optimierungen der ArbeitsablĂ€ufe lassen die ProduktivitĂ€t steigen und ArbeitskrĂ€fte "freiwerden". Auch neue MĂ€rkte entstehen, die einen Teil der freigewordenen ArbeitskrĂ€fte aufnehmen und durch technologischen Fortschritt ProduktivitĂ€t und Gewinne maximieren können.
Jedoch zieht die EinfĂŒhrung neuer Technologien auch den von Marx vorhergesagten
Effekt einer Massenarbeitslosigkeit nach sich, was sich anhand von "offiziell" 4 Millionen Arbeitslosen allein in Deutschland nicht abstreiten lÀsst.

Stehen wir nun wirklich vor dem Ergebnis einer "technologischen Arbeitslosigkeit", oder durchlebt der Arbeitsmarkt nur gerade eine Phase einer strukturellen Anpassung, nach dessen Vollendung eine, durch neue MĂ€rkte geschaffene, Regulierung der Arbeitslosenquote erfolgt?

Jeremy Rifkin stellt in seinem Buch "Das Ende der Arbeit - und ihre Zukunft" Überlegungen an, wie eine Zukunft aussehen kann, in der das Bild traditioneller Arbeit einer nahezu vollkommen automatisierten Arbeitswelt weicht.

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