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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Eine Reise
Eingestellt am 27. 07. 2015 20:18


Autor
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klein lottchen
???
Registriert: Jun 2015

Werke: 6
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Die Hypnose beginnt und ich betrete die dunkle, enge Kammer meines erdachten Fahrstuhls, der mich hinab bringen soll, hinab in die Tiefe meiner Seele, meines Ichs, meines Daseins, in vergangene Leben und l├Ąngst vergessene Welten.
Blei flie├čt durch meine Venen und erfasst jeden Muskel meines K├Ârpers. Jeder M├Âglichkeit der Bewegung beraubt, lasse ich mich fallen, von dem Sog mitrei├čen und forttragen in die unendlichen Weiten meines eigenen Universums.
Die W├Ąnde des Fahrstuhls verschwinden, Bilder erscheinen und laufen wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Stationen meines Lebens rasen an mir vorbei, meine Hochzeit, die Geburt meiner Kinder, die bestandene F├╝hrerscheinpr├╝fung, der Abschlussball, die Einschulung, die ersten Schritte, das erste Wort, meine Geburt. Und dann geht es noch weiter zur├╝ck.
Organe fliegen vor├╝ber, Venen, Muskeln, Sehnen, Knochen, dann Zellen, Enzyme, Atome, bis Fl├╝ssigkeit mich umgibt, weich, warm, hingebungsvoll und Geborgenheitsspendend. Klein und immer kleiner bis zum winzigsten m├Âglichen Punkt und dann der Moment, mit dem alles begann, mein Urknall, aller Anfang meines unbedeutenden Daseins.
Mein K├Ârper pulverisiert langsam zu Staub um sich gleich darauf in Rauch zu verwandeln.
Eine ungeheure Leichtigkeit erfasst mich, die Schwerkraft hat keine Wirkung mehr und der Wind tr├Ągt mich davon. Immer h├Âher steigend sehe ich die Welt, erst Stra├čen, H├Ąuser, Fl├╝sse, dann Berge und schlie├člich Meere, L├Ąnder, Kontinente und die Ozeane. Ich steige weiter und dann sehe ich den ganzen Erdball. Dunkle Flecken ziehen sich ├╝ber die einstmals strahlend blaue Oberfl├Ąche. Ich sehe unsere Erde, krank, voller Parasiten, ein pulsierendes Geschw├╝r im Sonnensystem.
Ich steige weiter, dem H├Âhepunkt entgegen, der allwissenden g├Âttlichen Wahrheit. Strahlendleuchtende schillernde Farben wirbeln um mich herum, verschmelzen miteinander um sich dann wieder voneinander zu trennen und sich aufzul├Âsen. Ich sehe das zarte silberne Band, das meinen K├Ârper im Da und meinen Geist im Hier miteinander verbindet.
Pl├Âtzlich Laute die an mein Ohr dr├Ąngen, erst leise T├Âne, zart und unklar, dann sich zu Worten formend um sich langsam schleichend in mein Bewusstsein zu dr├Ąngen. Wie durch eine dicke Schicht Schlick sickern sie erst ged├Ąmpft, fast fl├╝sternd, bittend und flehend, dann klarer werdend, fordernd, befehlend.
Voller Verlangen zerren die Worte an mir und wollen mich mitrei├čen. Ich muss gehorchen, ich habe keine Wahl. Dann falle ich, nur Bruchteile von Sekunden und ich bin zur├╝ck.
Ich muss mich kurz sch├╝tteln, um meiner Verwirrung Herr zu werden. Ich bin wieder zu Hause.

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Hyazinthe
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: May 2015

Werke: 39
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Hallo klein lottchen!

Ja, auch mich erinnert deine Schilderung an die Nah-Tod-Berichte.
Einige der Bilder finde ich nicht ganz gelungen, z. B.
Organe fliegen vorbei, eine merkw├╝rdige Vorstellung, oder
Blei flie├čt durch meine Venen
Auch die Vision von der Erde als ein pulsierendes Geschw├╝r im Sonnensystem leuchtet mir nicht so ganz ein.

Ansonsten: anschaulich geschrieben!

Gru├č, Hyazinthe
__________________
Immer neugierig bleiben

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