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Leselupe.de > Kindergeschichten
Eine Weihnachtsgeschichte
Eingestellt am 02. 12. 2003 20:24


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Tochter des Ozeans
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Passend zur Jahreszeit sende ich hier eine alte Geschichte die ich mit neun Jahren schrieb.


Sarah stand vor einem riesigen Schaufenster und dr├╝ckte ihre kleine Stupsnase fest an die Scheibe. In allen Schaufenstern der Stadt wurde weihnachtlich dekoriert, auch in diesem. Auf einem wei├čen Seidentuch stand ein Stall und ein kleiner Tannenbaum an dem Engel, Sterne und Glocken hingen. In dem Stall war Maria, Josef und nat├╝rlich das kleine Jesu Kind. Hinter ihnen stand ein Esel und ein Ochse. Etwas weiter davon entfernt waren drei M├Ąnner. Sie machten sich auf den Weg zu Jesus, klar. Und ebenso klar war, dass der eine K├Ânig Weihrauch, der andere Gold und der dritte Myrre bei sich hatten. ├ťber dem Stall leuchtete eine Sternschnuppe und daneben sangen die Engel. Sarah trat einen Schritt zur├╝ck und rieb sich ihre kalte rote Nase. Komisch, dachte Sarah, jeder der hier vorbei kommt, wei├č sofort, dass das Maria, Josef, Jesus und die Engel sind. Es k├Ânnten doch auch ganz andere sein, zum Beispiel Noah, Nikolaus, Otto oder Hans. Gedankenverloren ging Sarah die Stra├če entlang. M├Ąnner und Frauen gingen hastig ├╝ber die Stra├čen und Kinder trotteten m├╝de ihren Eltern hinterher. Da hatte Sarah pl├Âtzlich eine sensationelle Idee, wie sie herausfinden konnte, was Weihnachten f├╝r die Menschen bedeutet. „Ich frag sie einfach.“ Sie sah einen Mann in einem langen, grauen Mantel, eine Aktentasche unter dem Arm geklemmt und das Handy fest ans Ohr gedr├╝ckt. Sarah hielt den Mann am Mantel fest und fragte mutig: „Was ist f├╝r dich Weihnachten?“. Der Mann blieb stehen und sagte kurz: „Stress!“ und schrie wieder in sein Handy. Sarah ├╝berlegte: Die sch├Ânste Zeit im Jahr, die sich ├╝berhaupt vorstellen kann, soll Stress sein? Nein, damit konnte und wollte Sarah nicht zufrieden geben und fragte deshalb einen Jugendlichen, der sich am Kiosk gerade ein Heft und Cola kaufte. Dieser antwortete: „Weihnachten?“, er ├╝berlegte kurz und antwortete dann: „Geld! Ich bekomme jedes Jahr an Weihnachten eine Handykarte, 1000DM, CDs und alles was ich mir eben w├╝nsche.“ „Und was w├╝nscht du dir?“, der Jugendliche wirkte genervt und antwortete scharf und laut, „Alles was teuer ist. Was ich mir von meinem Taschengeld nicht kaufen kann. Und jetzt hau ab, du nervst!“ Sarah drehte sich in eine andere Richtung.

Das ist also Weihnachten, heute. Sie schaute sich um, w├Ąhrend ihr die W├Ârter „Weihnachten heute“ durch den Kopf gingen. Heute! Das ist das Schl├╝sselwort. Sarah musste einfache jemand fragen, der schon ├Ąlter ist. Sozusagen aus einer anderen Generation. Ihre Blicke schweiften umher und trafen eine alte Frau mit einem Stock, die gerade im Schneckentempo die Stra├če ├╝berquerte. Das M├Ądchen rannte zu ihr und kam hastig atmend an, als sie gerade auf der richtigen Stra├čenseite angelangt war. „Was ist Weihnachten?“, die Frau schob ihre Brille noch weiter auf die Nasenspitze, dass sie beinah runter fiel, l├Ąchelte und begann: „Ja, Weihnachten ... der August hat ja immer schon gesagt, an Weihnachten ist es kalt, aber ich habe ja nicht drauf geh├Ârt. Bis ich dann eine Lungenentz├╝ndung hatte. Und wei├čt du was? Ich musste ins Krankenhaus. Ohne meinen August h├Ątte ich das n├Ąmlich nicht mehr geschafft! An Ostern hat er mir immer einen Osterhasen aus Schokolade geschenkt, den musste ich nat├╝rlich vorher erst im Garten suchen.“ Die alte Dame l├Ąchelte. „Der war ja immer soo gut versteckt. Aber ich habe ihn jedes Mal gefunden.“ Die Frau h├Ątte sicherlich noch drei Tage reden k├Ânnen, doch Sarahs Frage war damit nicht beantwortet. Freundlich verabschiedete sie sich von ihr und ging weiter.

Kann mir denn keiner sagen, was Weihnachten bedeutet? Vielleicht sollte ich mal zu einem Pfarrer gehen, an Weihnachten muss man ja schlie├člich immer in die Kirche.
Nach ein paar Minuten stand Sarah vor einer gro├čen Kirche. Langsam ├Âffnete sie die gro├če schwere Eisent├╝r. Es war ganz, ganz still, nur die schwere Eisent├╝r durchbrach die Stille mit einem lauten Rumms, als sie ins Schloss fiel. Sarah sah sich um. Bilder von heiligen Menschen hingen an den W├Ąnden, die mit Blumen und anderen Mustern verziert waren. Vor dem Bild, das die Geburt Jesus darstellte, blieb sie stehen. Es gefiel ihr, doch auch in diesem Bild fand Sarah keine Antwort auf ihre Fragen. Langsam lief sie weiter. Auf einer der vielen B├Ąnke sa├čen einige Leute, die meisten sind schon etwas ├Ąlter und alle beten? Ob die jetzt wohl beten, dass an Weihnachten ein D2 Handy oder ├Ąhnliches vom Himmel f├Ąllt?

Nadine schlenderte weiter zum Beichtstuhl. Dort musste der Pfarrer sein. Sarah wartete bis eine alte Frau herauskam. Sie sag erleichtert aus. Mutig ging Sarah auf den Beichtstuhl zu. Sie zog den Vorhang weg und der Pfarrer fragte: „M├Âchtest du auch beichten?“ , „Nein, aber ich habe eine Frage an Sie. Es ist sehr wichtig!“ , antwortete Sarah. Der Pfarrer stand auf und setzte sich auf eine Bank, Sarah neben ihn. „Was hast du auf dem Herzen?“, fragte der Pfarrer freundlich. „Ich habe mir ├╝berlegt, was Weihnachten wirklich bedeutet. Klar die Geburt von Jesus, aber was hei├čt es wirklich? Ich habe dann einige Menschen gefragt und die meisten waren der Meinung, Weihnachten bedeutet Geld und Stress. Aber das kann es doch nicht wirklich sein!“ , „Nein, das ist es auch nicht. Nur die meisten Menschen vergessen die wirklichen Gr├╝nde zum Feiern an Weihnachten mehr und mehr. Leider! Maria erwartete ein Kind. Eines Tages kam ein Engel als Gesandter Gottes zu Josef und gab ihm den Auftrag, Maria als seine Frau anzunehmen. Auch sagte der Engel, dass sie ein Kind erwartete den Josef Jesus nennen sollte. Das Kind wurde zwar von Josef gezeugt, aber es wurde von Gott gesannt. Denn dieses kleine Kind, war der Auserw├Ąhlte, der das Volk von den S├╝nden erl├Âsen sollte.
Und das ist das Wichtigste an das wir an Weihnachten erinnert werden sollen. Dass Gott uns seinen Sohn geschickt hat, der uns von unseren S├╝nden erl├Âsen soll. Und Jesus ist sogar soweit gegangen, dass er sich f├╝r uns kreuzigen lassen hat. Das denken die Menschen ist am wichtigsten. Doch Weihnachten ist das Fest der Liebe. An Weihnachten sollen wir also allen Menschen danken, die Gutes f├╝r uns getan haben.“
Sarah stand auf, bedankte sich herzlich und verlie├č die Kirche. Es hatte angefangen zu schneien. Sarah atmete tief und war gl├╝cklich endlich die richtige Antwort gefunden zu haben. Sie streckte ihre Arme aus und eine Schneeflocke fiel auf ihre kleine Stupsnase.

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