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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Eine Weihnachtsgeschichte
Eingestellt am 22. 12. 2009 22:58


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Miranda Weit
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Dec 2008

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GemĂ€chlich lĂ€uft er durch die prĂ€chtig geschmĂŒckte Gasse. Der verlockende Duft von Zimt, frisch gebackenen Keksen und GewĂŒrzen liegt zwischen den HĂ€usern und mischt sich mit dem aromatischen Geruch der frisch geschnittenen TannenbĂ€ume auf dem Platz.
Die Schaufenster der GeschĂ€fte sind weihnachtlich geschmĂŒckt und mit bunten Lichtern erleuchtet, die den Schnee auf den DĂ€chern und zwischen den Gassen zum Glitzern bringen.
Engel und WeihnachtsmÀnner blicken von allen Seiten auf ihn herab, wÀhrend er durch die Gasse hinaus auf den Platz tritt.
Zahlreiche StĂ€nde aus Holz sind dort errichtet worden und schenken nun GlĂŒhwein und Punsch aus. Andere wiederum bieten unschuldig blickende Engel, kitschige WeihnachtsmĂ€nner, Rentiere mit roten Nasen und Schlitten und allerhand Tand feil.
Ganze Menschentrauben drĂ€ngen sich um die Bretterbuden und wĂ€rmen sich die kalten Finger an einem heißen Becher oder mustern interessiert den Tand an einem anderen Stand. Manche hetzen auf der Suche nach dem letzten Weihnachtsgeschenk quer ĂŒber den Platz, wĂ€hrend andere mit prall gefĂŒllten PlastiktĂŒten auf dem Weg nach Hause sind.
Vor der BĂ€ckerei an der Ecke bleibt er stehen und drĂŒckt sich an der großen Fensterscheibe die Nase platt. Eine Frau kommt aus der TĂŒr, den Einkaufskorb gefĂŒllt mit frischen Backwaren, und mit ihr der verlockende Duft nach Brot und WeihnachtsgebĂ€ck. Er verweilt dort noch eine Weile, ehe er seinen Weg durch die weihnachtliche Stadt fortsetzt.
Das digitale Thermometer auf dem Platz zeigt bereits Temperaturen unter null Grad und erinnert ihn an die KĂ€lte, die ihm bereits bis auf die Knochen gedrungen ist.
Er kehrt zurĂŒck zu den Menschen bei den StĂ€nden und mischt sich unter sie. Keiner hat auch nur einen verwunderten Blick fĂŒr das Kind, das zu dieser spĂ€ten Stunde noch unterwegs ist. Sie alle sind zu sehr mit sich, den Vorbereitungen fĂŒr das Weihnachtsfest am nĂ€chsten Tag und den folgenden Feiertagen beschĂ€ftigt, die sie mit ihren Familien verbringen werden. Letztendlich werden sie aber froh sein, wenn sie diese wieder fĂŒr ein Jahr vergessen können. Sie werden unzufrieden sein mit den Geschenken, die sie bekommen haben, da diese nur gemacht werden, um etwas zurĂŒckgeben zu können und nicht von Herzen kommen.
Der Knabe streift unterdessen hungrig und auf der Suche nach einem warmen Schlafplatz durch die kalte Stadt und kommt schließlich auf einer Parkbank zur Ruhe.

Dort findet man ihn am nÀchsten Morgen und in der Zeitung widmet man ihm eine kleine Randnotiz:

Knabe auf Parkbank erfroren
Die drogensĂŒchtige Mutter schickte
ihren Sohn ohne Geld hinaus auf die
Straße, um die Wohnung fĂŒr sich und
ihren Freund allein zu haben.
SpaziergÀnger fanden das Kind in den
frĂŒhen Morgenstunden erfroren auf
einer Bank im Stadtpark. Die
nÀchtlichen Temperaturen weit unter
null Grad wurden dem Kind zum VerhÀngnis.

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