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Leselupe.de > Humor und Satire
Eine Weihnachtsgeschichte
Eingestellt am 26. 07. 2010 15:44


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Stevie Red
Hobbydichter
Registriert: Jul 2010

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(Diese satirisch angehauchte Weihnachtsgeschichte ver├Âffentliche ich im Sommer, damit niemand behaupten kann, sie habe jemandem die Weihnachtsstimmung verdorben. Ich schrieb die Geschichte 1992. Die Rechtschreibung habe ich angepasst.)

Eine Weihnachtsgeschichte

Wieder einmal stand das Fest der Liebe vor der T├╝r, weihnachtliche Stimmung umgab Stadt und Land; eine gl├Ąnzende Glitzerwelt verk├╝ndetet allenthalben die frohe Botschaft, die Gl├Ąubige und Ungl├Ąubige ob der zu erwartenden materiellen Bereicherung gleicherma├čen erfreute. Alsbald f├╝llte sich auch des Weihnachtsmannes S├Ąckel mit den edelsten und feinsten Gaben, die der brave Mann p├╝nktlich den artigen Menschen und denen, die es zu werden gedachten, zu ├╝bergeben beabsichtigte. Indes sollte ein schwerer Schneesturm ├╝ber ihn hereinbrechen, der die Verkehrst├╝chtigkeit seines von Tierkraft angetriebenen Gef├Ąhrtes stark beeintr├Ąchtigte. Auf die allseits propagierte, aber schlechterdings d├╝rftig praktizierte N├Ąchstenliebe hoffend, entschloss sich der Weihnachtsmann, ein auf der nahe liegenden Landstra├če fahrendes Automobil anzuhalten, um die darin befindlichen Insassen um Hilfe zu ersuchen. Jedoch begab es sich, dass er R├Ąubern und Unholden in die H├Ąnde fiel, die ihn seiner ganzen Habe beraubten und gar seine leuchtend rote Winterbekleidung nicht verschm├Ąhten. Bitterlich weinend und erb├Ąrmlich frierend fand sich der arme, gute Weihnachtsmann halbnackt im Schnee wieder. Unter ├Ąrgster M├╝he rappelte er sich auf und humpelte durch den sich verst├Ąrkenden Schneesturm in Richtung der n├Ąchsten Stadt. Dem Erfrierungstode n├Ąher als dem Leben, taten sich ihm entsetzliche Wahnbilder vor seinen Augen auf, die jedoch j├Ąh durch ein helles und an ein F├╝nkchen W├Ąrme erinnerndes Licht unterbrochen wurden. Er hatte die Stadt erreicht, die er noch im Vorjahr mit besonders gro├čz├╝gigen Geschenken bedacht hatte, jene Stadt, die ihm auf Grund einer ungew├Âhnlich hilfsbereiten B├╝rgerschaft vielfach zu Ohren gekommen war. In dem unumst├Â├člichen Glauben, an diesem Orte Rettung zu finden, schleppte er sich bis zu dem ersten Haus und l├Ąutete. Es ├Âffnete ihm eine wohlbeleibte Maid, die ihn auf das ├ärgste beschimpfte, es falle ihr nicht im Traum ein, einen fremden Mann in ihr Haus zu lassen. Als der halb erfrorene Weihnachtsmann schlie├člich vor ihr auf die Knie sank, erhob sie ihr Nudelholz, mit dem sie zuvor Weihnachtspl├Ątzchen gebacken hatte, und schlug auf ihn ein. Erschrocken fl├╝chtete der wehrlose Mann und wankte mit allerletzter Kraft zu dem Nachbarhaus, das ihn vor dem sicheren Erfrierungstod bewahren konnte. Als er mit M├╝he und Not das Portal erreichte, versagten bedauerlicherweise seine letzten Beinkleider ihren Dienst, so dass er der zweiten Frau g├Ąnzlich unbekleidet gegen├╝berstand, die nach dem ├ľffnen der T├╝r in ein hysterisches Schreien ausbrach. Auch die wegen Exhibitionismus verh├Ąngte Untersuchungshaft konnte nicht verhindern, dass der arme Weihnachtsmann eine Lungenentz├╝ndung erlitt, nach deren Ausklingen er ├╝berdenken wird, ob er weiterhin die Rolle des Weihnachtsmannes spielen und demzufolge in die geschlossene Heilanstalt ├╝bersiedeln m├Âchte oder ob die ges├╝ndere Alternative nicht darin besteht, sich ebenfalls auf den menschlichen Pfad der Untugenden zu begeben.

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