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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Eine Zweite Chance
Eingestellt am 11. 07. 2011 20:03


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FranziausBerlin
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jul 2011

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Eine Zweite Chance

Der Zug h├Ąlt an. Sie steigt aus. Sie hat kein Gep├Ąck bei sich. Sie wird keins brauchen. Nicht einmal Handy oder Geld hatt sie dabei. Nachdem sie ihr Ticket in Berlin bezahlt hat, fuhr sie direkt los. Keinen Gedanken an ihre Eltern verschwendend, die sie zu Hause erwarten.
Sie nimmt nichts in ihrer Umgebung wahr. Gerade noch die Uhr f├Ąllt ihr ins Auge. 22.34.
Sie wei├č, was sie zu tun hat. Seid Tagen ├╝berlegt sie. Wohl eher seid Wochen. Vor etwa 2 Stunden fiel ihre Entscheidung. Sie z├Âgerte nicht.
Nun ist sie hier. Am Bahnhof. In Angerm├╝nde. Niemand da, der sie abholt. Wie fr├╝her. Doch kein Gedanke verschwendet sie jetzt an ihre Einsamkeit. Es gibt nur ihn.
Sie geht die Treppen hinab. Stufe f├╝r Stufe. Sie scheint ewig lang. Auf dem Weg zum Ausgang blickt sie kurz zum Imbiss. ÔÇ×NimmÔÇÖs mitÔÇť. Erinnerungen werden wach, traurige. Doch sie l├Ąsst sie nicht zu, nicht jetzt.
Sie hat Angst nach drau├čen zu treten und an alles denken zu m├╝ssen.
Ihr Weg ist nicht lang, doch die Erinnerungen, die mit dieser Stadt verbunden sind, machen ihr Angst. Angst, dass sie umkehrt.
Doch im Moment ist sie noch stark. Das redet sie sich zumindest ein. Sie muss das tun. Es gibt nichts anderes als ihn f├╝r sie.
Sie tritt nach drau├čen. Es ist dunkel. Die Stra├čen sind ziemlich leer. Vorauszusehen hier. Hier Mittwoch Nacht.
Ihre F├╝├če tragen sie automatisch in die richtige Richtung. Sie kennen den Weg genau. Sie erreicht die Kreuzung. Es ist rot.
Ein silberfarbener Mazda f├Ąhrt an ihr vorbei. Sie bewegt kurz den Kopf. Fehlanzeige.
Es ist still. Gespenstisch still. Als w├╝rde etwas in der Luft liegen.
Sie l├Ąuft mit gesenktem Kopf den Weg entlang. Nicht aus Angst vor der Dunkelheit. Nicht aus Angst vor der Stille. Aus Angst vor sich selbst. Bis hierher ist sie gekommen. Sie kann nicht mehr zur├╝ck. Schritte hinter ihr. Es ist ihr egal. Die Schritte kommen n├Ąher. Sie l├Ąsst den Kopf unten. K├╝mmert sich nicht darum. Doch der Junge kennt sie. Er umarmt sie. Er will mit ihr reden. Sie sieht ihn mit leeren Augen an. Ihre Lippen formen ein ÔÇ×HalloÔÇť. Er h├Ârt nichts. Sie will weitergehen. Er geht neben ihr her. Erz├Ąhlt Geschichten. Stellt Fragen.Sie h├Ârt nicht zu. Er h├Ąlt an und umklammert ihren Arm. Er sp├╝rt, dass etwas nicht stimmt. Fragt sich vielleicht, warum sie hier ist. Sie schaut auf den Asphalt. Er soll sie in Ruhe lassen. Sein Handy klingelt. Er geht ran. Dreht sich um. Sie l├Ąsst ihn stehen. Er gibt auf.
Schritt um Schritt kommt sie n├Ąher. Es geht die Stra├če rauf, vorbei an all dem, was sie sie an alles erinnert. Wieder ein kurzer Schmerz. Doch sie geht weiter. Befl├╝gelt durch ihren eigenen Mut wird sie schneller.
Da kommt jemand auf sie zu. Gro├č. Schlank. Ein L├Ącheln im Gesicht. Doch sie ignoriert es. Er bleibt stehen und schaut ihr ├╝berrascht nach. Warum m├╝ssen all die Menschen jetzt unterwegs sein. Denkt sie. Sie hat etwas zu erledigen.
Schlie├člich biegt sie ein letztes mal ab. Und da ist es.
Sie sieht den orangefarbenen Kia und den silberfarbenen Mazda. Ihr Puls schl├Ągt h├Âher. Sie n├Ąhert sich den Wagen. Dann ein unwillk├╝rlicher Blick nach oben. K├╝chenfenster.
Dann die Frage. Vielleicht ist er gar nicht da.
Nicht klingeln. Dann werden alle wach. Sie steht da. Und wartet. Sie wei├č nur nicht worauf. Vielleicht auf ein Wunder. Bis hierher hat sie es geschafft. Doch in ihrem Kopf geht der Plan nicht weiter.
Da kommt jemand um die Ecke. Sie wagt es nicht zu hoffen. Sie dreht sich weg. Will jetzt niemanden sehen.
Doch er kommt n├Ąher. Bleibt stehen. Sie dreht sich um. Eine Hand an ihrer Wange. Tr├Ąnen in ihren Augen.
Alles was sie will ist eine Zweite Chance.


/ Fr├╝hjahr 07

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Ofterdingen
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2009

Werke: 24
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Dein Text ist nicht schlecht, doch mir kamen Gedanken an Kafkas "Gib┬┤s auf" und so gut wie er bist du halt nicht. Ich nat├╝rlich auch nicht. Und ich denke, wir sollten uns selber lieben, denn wir sind das, was wir sind, und wer wei├č, ob es mehr gibt als dieses eine Leben.

LG,

Ofterdingen
__________________
Man soll keine Dummheit zweimal begehen, die Auswahl ist schlie├člich gro├č genug. J. P. Sartre

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arle
Routinierter Autor
Registriert: Feb 2004

Werke: 33
Kommentare: 410
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Auch von mir herzlich willkommen, Franzi.

Ich bin sonst sehr f├╝r kurze S├Ątze. Aber in dieser Ballung ├╝berfordern sie mich ein bisschen. Zu viel Methode, zu wenig Spannung, zu verk├╝nstelt; da geht leicht die Lust und das Interesse f├╝r den Inhalt verloren.

Und der gef├Ąllt mir eigentlich recht gut. Also w├╝rde ich dir raten, die Geschichte "einfach nur" zu erz├Ąhlen. Weniger Au├čenwirkung, mehr Authentizit├Ąt.

Dann noch mal die Rechtschreibung überfliegen und voilà: ein ansprechender Text.

Liebe Gr├╝├če

Silvia
__________________
Am j├╝ngsten Tag, wenn die Posaunen schallen und alles aus ist mit dem Erdeleben, sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben von jedem Wort, das unn├╝tz uns entfallen. - J.W. Goethe -

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anbas
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Registriert: Mar 2006

Werke: 718
Kommentare: 4501
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Also mir gef├Ąllt die Geschichte. Allerdings bin ich, wie arle, der Meinung, dass sie etwas mehr "erz├Ąhlt" werden k├Ânnte. Aber blo├č nicht alle kurzen S├Ątze entsorgen !

Liebe Gr├╝├če

Andreas
__________________
Wenn der Weg das Ziel ist, kann man nicht falsch abbiegen. (anbas)

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KaGeb
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Franzi,

anbas Frage ist absolut berechtigt, und ich bitte dich diesbez├╝glich um kurzfristige Stellungnahme. Textarbeit ist wertvoll und ├Ąu├čerst zeitaufwendig - und erfordert eine integre Mitarbeit des hierdurch bereits geehrten Autoren.

LG kageb

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