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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Eine ehrenwerte Gesellschaft
Eingestellt am 28. 04. 2005 20:30


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Kruemelchen
Wird mal Schriftsteller
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Es war eine vornehme Wohngegend.
Eine breite Stra├če mit Kopfsteinpflaster, ges├Ąumt von vielen hohen Kastanienb├Ąumen.
Herrschaftliche Villen, wei├č verklinkert, standen entlang beider Stra├čenseiten.
Wenn man am Anfang der Stra├če stand und die Augen schlo├č, konnte man fast h├Âren, wie Pferdehufe klappernd ├╝ber dieses Kopfsteinpflaster liefen, wie in vergangenen Jahrhunderten.
Im Herbst und Winter war es hier besonders sch├Ân, wenn das Laub der Kastanienb├Ąume sich rot f├Ąrbte und die Sonne darauf schien, da├č es leuchtete.
Im Winter wurde an den H├Ąusern und in den Fenstern der H├Ąuser die Weihnachtsbeleuchtung angebracht und in der D├Ąmmerung eingesch├Ąltet.
Die Menschen, die hier wohnten, waren wirklich stolz auf ihre sch├Ânen H├Ąuser und G├Ąrten, die alle gut gepflegt waren. Die sch├Ânsten Blumen bl├╝hten in den Vorg├Ąrten und Unkraut wurde gnadenlos ausgerottet.
Jeder, der hier lebte hatte einen G├Ąrtner, einen Chauffeur und dazu noch einige Dienstm├Ądchen, die das Haus in Ordnung hielten, putzten und kochten.
Die m├Ąnnlichen Bewohner hatten hohe Positionen in gro├čen, bedeutenden Unternehmen, waren Bankiers oder angesehene ├ärzte.
Die Frauen hingegen blieben zu Hause, tranken gemeinsam Tee oder unternahmen ausgiebige Einkaufstouren.
An den Wochenenden spielte man zusammen Golf auf dem nahe gelegenen Golfplatz oder verabredete sich zu einer Segelt├Ârn. Bei schlechtem Wetter wurde in einer Halle Tennis gespielt.
Ja, alle Anwohner kannten sich sehr gut untereinander. Man k├Ânnte sogar sagen, sie waren alle miteinander befreundet.
Die Idylle und Harmonie war perfekt.

Am Ende der vornehmen Stra├če, kurz bevor ein gro├čer Park auftauchte, stand eine bauf├Ąllige H├╝tte, notd├╝rftig und einfach aus Holzbrettern zusammengezimmert.
Die Stadtverwaltung hatte dieses Gebilde f├╝r sich in Anspruch genommen und entschieden, da├č in dieser H├╝tte Obdachlose einquartiert werden sollten.
Und tats├Ąchlich wurde dieses Angebot von den Wohnungslosen eifrig genutzt. Besonders im Winter fanden sich immer einige, die hier vor der schlimmsten K├Ąlte Schutz suchten.
Sie sp├Ąhten in den M├╝lltonnen der reichen Leute in ihrer Nachbarschaft nach Essensresten oder klingelten an den Haust├╝ren, um dem Dienstm├Ądchen, das ihnen ├Âffnete, etwas zu Essen und zu Trinken oder auch Kleidung und warme Decken abzubetteln.
Und die Dienstm├Ądchen hatten ein gutes Herz und hatten fast immer ein Almosen bereitliegen.

Eines Nachts ging bei der nahegelegenen Feuerwache ein anonymer Anruf ein.
Eben diese H├╝tte in dieser vornehmen Gegend brannte lichterloh. Die Feuerwehr r├╝ckte aus und schaffte es, den Brand unter Kontrolle zu bringen und zu l├Âschen, bevor er auf den angrenzenden Park ├╝bergreifen konnte.
Es wurde alles abgesperrt, damit niemand in die N├Ąhe der H├╝tte gelangen konnte. Ein Polizist bewachte den Brandort.
Die Anwohner hatten sich alle versammelt und das L├Âschen beobachtet. Eine schweigende Mauer von Menschen.

Am n├Ąchsten Vormittag, nachdem der Rauch und Qualmgeruch einigerma├čen abgezogen war, kamen einige Polizeibeamte, um den Brandort nach Spuren abzusuchen, die einen Hinweis auf die Brandursache geben konnten.
In der H├╝tte machten die Polizisten eine grausige Entdeckung. Die Leichen von vier Obdachlosen lagen in der H├╝tte, alle verbrannt bis auf die Knochen.
Es wurde zun├Ąchst angenommen, da├č einer der H├╝tten-Bewohner aus Unachtsamkeit den Brand verursacht hatte, etwa durch das Wegwerfen einer noch brennenden Zigarette.
Die Beamten wollten die Spurensuche schon abbrechen und ihren Bericht schreiben, als in einiger Entfernung zu der H├╝tte ein leerer Benzinkanister gefunden wurde.
Einer der Polizisten hob ihn auf, nachdem er Handschuhe angezogen hatte, um eventuelle Spuren und Fingerabdr├╝cke nicht zu verwischen und verstaute ihn in einer Plastikt├╝te.
Dieser Benzinkanister w├╝rde von einem Labor untersucht werden m├╝ssen.
Es wurden auch weitere Ermittlungen angestellt und dabei erfuhren die Polizisten von dem erbitterten Widerstand der reichen Bewohner gegen diese Obdachlosen-H├╝tte, die aber immer ergebnislos verlaufen war, weil die Stadtverwaltung auf ihrem Vorhaben bestanden hatte, den Wohnungslosen eine Unterkunft zur Verf├╝gung zu stellen.
Dieser Vorgang f├╝llte mehrere Aktenordner.
Sofort ├Ąnderten die Polizisten ihre Meinung und nahmen nun an, da├č einer der Anwohner aus den Villen vors├Ątzliche Brandstiftung begangen hatte.

Schon am n├Ąchsten Tag fingen sie an, alle Anwohner der Reihe nach zu vernehmen, auch das Hauspersonal der einzelnen H├Ąuser. Vorsorglich wurden die Fingerabdr├╝cke aller Personen genommen.
Aus keinem von ihnen war etwas herauszubekommen. Angeblich hatte keiner etwas gesehen oder geh├Ârt. Jeder hatte ein Alibi, das ein anderer Nachbar best├Ątigen konnte. Auch den anonymen Telefonanruf bei der Feuerwehr wollte keiner get├Ątigt haben! Also kam keiner als T├Ąter in Betracht. Aber wer war es dann?
Jemand, der nur zuf├Ąllig an der H├╝tte vorbeigekommen war und gar nicht in dieser Stra├če wohnte? Ein anderer Obdachloser, der in der H├╝tte vielleicht keinen Platz mehr gefunden hatte und die H├╝tte dann aus Neid angesteckt hatte? Und wer hatte denn nur die Feuerwehr angerufen?
Die Polizei tappte v├Âllig im Dunkeln.

Ein paar Tage sp├Ąter kam das Untersuchungsergebnis aus dem Labor.
Als die Beamten dies lasen, waren sie fassungslos. Der Bericht besagte, da├č jeder der m├Ąnnlichen Hausbewohner den Benzinkanister in der Hand gehabt haben musste, denn von jedem waren die Fingerabdr├╝cke auf dem Kanister gefunden worden.

Die Beamten r├╝ckten nochmals aus, um jetzt alle die Herren der gehobenen Schicht noch einmal zu vernehmen.
Als die Beamten sie mit dem Untersuchungsergebnis des Labors wegen der Fingerabdr├╝cke, konfrontierten, brach ihre Verteidigung zusammen.
Sie gestanden, dutzende von Antr├Ągen bei der Stadtverwaltung gestellt zu haben, da├č die H├╝tte abgerissen wurde und die Obdachlosen aus ihrer sch├Ânen Stra├če verschwanden. Als alles abgelehnt wurde, hatten sie in einer geheimen Sitzung beschlossen, dann dieses "Problem" ein f├╝r alle Mal selbst aus der Welt zu schaffen.
Diese Obdachlosen seien ein Schandfleck f├╝r ihre Stra├če, sagten sie, und mussten deshalb verschwinden.

Da├č sie damit aber den Tod von vier Menschen auf dem Gewissen hatten, lie├č die M├Ąnner kalt. Schlie├člich hatten sie erreicht, was sie wollten...

__________________
Es war ja nur ein Versuch.
Kruemelchen

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Inu
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Hallo Kr├╝mel

Eine gut geschriebene ( erfundene ) Story. Der Schluss ist leider ein bisschen zu vorhersehbar, aber auch merkw├╝rdig. Solche Leute lassen anz├╝nden und vergessen keinen Benzinkanister am Tatort.

Der erste Teil, die Beschreibung der Reichen in dieser Wohnstra├če hat mir sehr gefallen. So kurz und treffend, wenn auch psychologisch vereinfacht. Irgendwie passt aber die Oberfl├Ąche, da ist kaum etwas hinzuzuf├╝gen.

LG
Inu

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Kruemelchen
Wird mal Schriftsteller
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Ja, Du hast recht. Das mit dem Benzinkanister war nat├╝rlich ziemlich plump.

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Zinndorfer
???
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LIEBES KRUEMELCHEN,

hab mal ein bisschen Feinarbeit angefangen, nur so als Versuchsballon.

Zinndorfer



Es war eine vornehme Wohngegend.
Eine breite Stra├če mit Kopfsteinpflaster, ges├Ąumt von vielen hohen Kastanienb├Ąumen.
Herrschaftliche Villen, wei├č verklinkert, standen entlang beider Stra├čenseiten.
Wenn man am Anfang der Stra├če stand und die Augen schlo├č, konnte man fast h├Âren, wie Pferdehufe klappernd ├╝ber dieses Kopfsteinpflaster liefen, wie in vergangenen Jahrhunderten.
Im Herbst und Winter war es hier besonders sch├Ân, wenn das Laub der Kastanienb├Ąume sich rot f├Ąrbte und die Sonne darauf schien, da├č es leuchtete.
Im Winter wurde an den H├Ąusern und in den Fenstern der H├Ąuser die Weihnachtsbeleuchtung angebracht und in der D├Ąmmerung eingesch├Ąltet.
Die Menschen, die hier wohnten, waren wirklich stolz auf ihre sch├Ânen H├Ąuser und G├Ąrten, die alle gut gepflegt waren. Die sch├Ânsten Blumen bl├╝hten in den Vorg├Ąrten und Unkraut wurde gnadenlos ausgerottet.
Jeder, der hier lebte hatte einen G├Ąrtner, einen Chauffeur und dazu noch einige Dienstm├Ądchen, die das Haus in Ordnung hielten, putzten und kochten.
Die m├Ąnnlichen Bewohner hatten hohe Positionen in gro├čen, bedeutenden Unternehmen, waren Bankiers oder angesehene ├ärzte.
Die Frauen hingegen blieben zu Hause, tranken gemeinsam Tee oder unternahmen ausgiebige Einkaufstouren.
An den Wochenenden spielte man zusammen Golf auf dem nahe gelegenen Golfplatz oder verabredete sich zu einer Segelt├Ârn. Bei schlechtem Wetter wurde in einer Halle Tennis gespielt.
Ja, alle Anwohner kannten sich sehr gut untereinander. Man k├Ânnte sogar sagen, sie waren alle miteinander befreundet.
Die Idylle und Harmonie war perfekt. das kommt mir unrealistisch vor, da herrscht doch Hauen und Stechen

Am Ende der vornehmen Stra├če, kurz bevor ein gro├čer Park auftauchte, stand eine bauf├Ąllige H├╝tte, notd├╝rftig und einfach aus Holzbrettern zusammengezimmert.

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MarleneGeselle
???
Registriert: Feb 2003

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Einige Schwachstellen

Hallo Kr├╝melchen,

hatte leider erst heute die Gelegenheit, mir deine Geschichte gewisserma├čen unter der Lupe anzuschauen. Mir sind da ein paar Schwachpunkte aufgefallen.
Ich hoffe, du kannst etwas mit meinen Kommentaren anfangen.

Gr├╝├če
Marlene



Es war eine vornehme Wohngegend.
Eine breite Stra├če mit Kopfsteinpflaster, ges├Ąumt von vielen hohen Kastanienb├Ąumen.
Herrschaftliche Villen, wei├č verklinkert, standen entlang beider Stra├čenseiten.


... Wenn man am Anfang der Stra├če stand und die Augen schlo├č, konnte man fast h├Âren, wie Pferdehufe klappernd ├╝ber dieses Kopfsteinpflaster liefen, wie in vergangenen Jahrhunderten.
Im Herbst und Winter war es hier besonders sch├Ân, wenn das Laub der Kastanienb├Ąume sich rot f├Ąrbte und die Sonne darauf schien, da├č es leuchtete.
Im Winter wurde an den H├Ąusern und in den Fenstern der H├Ąuser die Weihnachtsbeleuchtung angebracht und in der D├Ąmmerung eingesch├Ąltet.
Die Menschen, die hier wohnten, waren wirklich stolz auf ihre sch├Ânen H├Ąuser und G├Ąrten, die alle gut gepflegt waren. Die sch├Ânsten Blumen bl├╝hten in den Vorg├Ąrten und Unkraut wurde gnadenlos ausgerottet.
Jeder, der hier lebte hatte einen G├Ąrtner, einen Chauffeur und dazu noch einige Dienstm├Ądchen, die das Haus in Ordnung hielten, putzten und kochten.
Die m├Ąnnlichen Bewohner hatten hohe Positionen in gro├čen, bedeutenden Unternehmen, waren Bankiers oder angesehene ├ärzte.
Die Frauen hingegen blieben zu Hause, tranken gemeinsam Tee oder unternahmen ausgiebige Einkaufstouren....
(( Hier w├╝rd ich stark straffen. In einer vornehmen Wohngegend ist das selbstverst├Ąndlich und muss nicht extra reingeschrieben werden. ))


.... An den Wochenenden spielte man zusammen Golf auf dem nahe gelegenen Golfplatz oder verabredete sich zu einer Segelt├Ârn. Bei schlechtem Wetter wurde in einer Halle Tennis gespielt.
Ja, alle Anwohner kannten sich sehr gut untereinander. Man k├Ânnte sogar sagen, sie waren alle miteinander befreundet.
Die Idylle und Harmonie war perfekt....
(( Auch hier straffen. ))

Am Ende der vornehmen Stra├če, kurz bevor ein gro├čer Park auftauchte, stand eine bauf├Ąllige H├╝tte, notd├╝rftig und einfach aus Holzbrettern zusammengezimmert.
(( Wo kommt die H├╝tte her? Eine alte, l├Ąngst verlassene Villa w├Ąre hier glaubw├╝rdiger. Niemand geht hin und baut einfache Holzh├╝tten in eine Villengegend. Das verhindert in deutschen Landen schon der Bebauungsplan. ))

Die Stadtverwaltung hatte dieses Gebilde f├╝r sich in Anspruch genommen und entschieden, da├č in dieser H├╝tte ((besser: hier)) Obdachlose einquartiert werden sollten.

... Und tats├Ąchlich wurde dieses Angebot von den Wohnungslosen eifrig genutzt. Besonders im Winter fanden sich immer einige, die hier vor der schlimmsten K├Ąlte Schutz suchten....
(( In beheizten Bahnhofs- oder Fu├čg├Ąngerpassagen finden solche Leute besseren Unterschlupf - und auch viel mehr spendierfreudige Mitmenschen. ))
... Sie sp├Ąhten in den M├╝lltonnen der reichen Leute in ihrer Nachbarschaft nach Essensresten oder klingelten an den Haust├╝ren, um dem Dienstm├Ądchen, das ihnen ├Âffnete, etwas zu Essen und zu Trinken oder auch Kleidung und warme Decken abzubetteln....
(( Von den Essensresten Reicher kann sich auch der ├ärmste nicht ern├Ąhren! Dienstm├Ądchen in besseren Vierteln machen nicht die T├╝re auf, wenn Obdachlose klingeln. Rest recht r├╝cken sie nichts vom Eigentum ihrer Arbeitgeber heraus - wenn sie ihren Job behalten wollen. ))

... Und die Dienstm├Ądchen hatten ein gutes Herz und hatten fast immer ein Almosen bereitliegen...
(( Dienstm├Ądchen, pardon Hausangestellte, m├╝ssen ├╝ber jeden ausgegebenen Cent Rechenschaft ablegen bzw. im Haushaltsbuch durch Einkaufsbelege nachweisen. Vom eigenen Geld k├Ânnen solche Frauen keine Obdachlosen durchf├╝ttern. ))

Eines Nachts ging bei der nahegelegenen Feuerwache ein anonymer Anruf ein.
Eben diese H├╝tte in dieser vornehmen Gegend brannte lichterloh. Die Feuerwehr r├╝ckte aus und schaffte es, den Brand unter Kontrolle zu bringen und zu l├Âschen, bevor er auf den angrenzenden Park ├╝bergreifen konnte.
Es wurde alles abgesperrt, damit niemand in die N├Ąhe der H├╝tte gelangen konnte. Ein Polizist bewachte den Brandort.
Die Anwohner hatten sich alle versammelt und das L├Âschen beobachtet. Eine schweigende Mauer von Menschen.

Am n├Ąchsten Vormittag, nachdem der Rauch und Qualmgeruch einigerma├čen abgezogen war, kamen einige Polizeibeamte, um den Brandort nach Spuren abzusuchen, die einen Hinweis auf die Brandursache geben konnten.
In der H├╝tte machten die Polizisten eine grausige Entdeckung. Die Leichen von vier Obdachlosen lagen in der H├╝tte, alle verbrannt bis auf die Knochen.

... Es wurde zun├Ąchst angenommen, da├č einer der H├╝tten-Bewohner aus Unachtsamkeit den Brand verursacht hatte, etwa durch das Wegwerfen einer noch brennenden Zigarette.
Die Beamten wollten die Spurensuche schon abbrechen und ihren Bericht schreiben, als in einiger Entfernung zu der H├╝tte ein leerer Benzinkanister gefunden wurde....
(( Erfahrene Feuerwehrleute/Polizisten merken sofort, ob ein Brandbeschleuniger verwendet wurde oder ob eine Zigarette einen Schwelbrand verursacht hat. Zudem haben wir es hier mit vier Toten zu tun. Da kommt automatisch die Mordkommission nebst Spurensicherung - und die fahren gaanz schweres Gesch├╝tz auf.))

Einer der Polizisten hob ihn auf, nachdem er Handschuhe angezogen hatte, um eventuelle Spuren und Fingerabdr├╝cke nicht zu verwischen und verstaute ihn in einer Plastikt├╝te.
Dieser Benzinkanister w├╝rde von einem Labor untersucht werden m├╝ssen.


... Es wurden auch weitere Ermittlungen angestellt und dabei erfuhren die Polizisten von dem erbitterten Widerstand der reichen Bewohner gegen diese Obdachlosen-H├╝tte, die aber immer ergebnislos verlaufen war, weil die Stadtverwaltung auf ihrem Vorhaben bestanden hatte, den Wohnungslosen eine Unterkunft zur Verf├╝gung zu stellen.
Dieser Vorgang f├╝llte mehrere Aktenordner.
Sofort ├Ąnderten die Polizisten ihre Meinung und nahmen nun an, da├č einer der Anwohner aus den Villen vors├Ątzliche Brandstiftung begangen hatte....
(( Aktionen, wie die der Anwohner, sind normalerweise stadtbekannt. Jeder Polizist/Feuerwehrmann/Kripobeamter h├Ątte sp├Ątestens beim Auffinden des Benzinkanisters daran gedacht. ))

Schon am n├Ąchsten Tag fingen sie an, alle Anwohner der Reihe nach zu vernehmen, auch das Hauspersonal der einzelnen H├Ąuser. Vorsorglich wurden die Fingerabdr├╝cke aller Personen genommen.
(( Macht nur Sinn, wenn auf dem Kanister oder sonstwo Spuren aufgetaucht w├Ąren. ))
Aus keinem von ihnen war etwas herauszubekommen. Angeblich hatte keiner etwas gesehen oder geh├Ârt. Jeder hatte ein Alibi, das ein anderer Nachbar best├Ątigen konnte.

... Auch den anonymen Telefonanruf bei der Feuerwehr wollte keiner get├Ątigt haben! Also kam keiner als T├Ąter in Betracht. Aber wer war es dann?
Jemand, der nur zuf├Ąllig an der H├╝tte vorbeigekommen war und gar nicht in dieser Stra├če wohnte? Ein anderer Obdachloser, der in der H├╝tte vielleicht keinen Platz mehr gefunden hatte und die H├╝tte dann aus Neid angesteckt hatte? Und wer hatte denn nur die Feuerwehr angerufen?
Die Polizei tappte v├Âllig im Dunkeln....
(( Anrufe bei der Polizei werden aufgezeichnet. Man h├Ątte nur von allen Anwohnern nebst Personal Stimmproben aufnehmen und sie mit der Aufnahme vergleichen m├╝ssen.

Ein paar Tage sp├Ąter kam das Untersuchungsergebnis aus dem Labor.
... Als die Beamten dies lasen, waren sie fassungslos. Der Bericht besagte, da├č jeder der m├Ąnnlichen Hausbewohner den Benzinkanister in der Hand gehabt haben musste, denn von jedem waren die Fingerabdr├╝cke auf dem Kanister gefunden worden....
(( Wirklich ├╝bertrieben. Das erinnert zu sehr an den "Mord im Orient-Express". ))

... Die Beamten r├╝ckten nochmals aus, um jetzt alle die Herren der gehobenen Schicht noch einmal zu vernehmen.
Als die Beamten sie mit dem Untersuchungsergebnis des Labors wegen der Fingerabdr├╝cke, konfrontierten, brach ihre Verteidigung zusammen.
Sie gestanden, dutzende von Antr├Ągen bei der Stadtverwaltung gestellt zu haben, da├č die H├╝tte abgerissen wurde und die Obdachlosen aus ihrer sch├Ânen Stra├če verschwanden. Als alles abgelehnt wurde, hatten sie in einer geheimen Sitzung beschlossen, dann dieses "Problem" ein f├╝r alle Mal selbst aus der Welt zu schaffen.
Diese Obdachlosen seien ein Schandfleck f├╝r ihre Stra├če, sagten sie, und mussten deshalb verschwinden.

Da├č sie damit aber den Tod von vier Menschen auf dem Gewissen hatten, lie├č die M├Ąnner kalt. Schlie├člich hatten sie erreicht, was sie wollten...
(( Ich w├╝rde einen v├Âllig anderen Schluss w├Ąhlen. Wie w├Ąre es mit dem klassischen Zufallszeugen, der einen der ach so braven B├╝rger beim Z├╝ndeln beobachtet hat? ))


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