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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Eine einfache Geschichte
Eingestellt am 22. 05. 2007 21:23


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kamkama
Hobbydichter
Registriert: May 2007

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Anna ist.
Mehr kann sie nicht sagen.
Ihre Worte haben an Bedeutung verloren
und auch die W├╝nsche und auch die Hoffnung.
Ihr Ged├Ąchtnis ist verloren gegangen.
Wenn sie noch empfinden k├Ânnte, w├╝sste sie
vielleicht,
ob Verlust oder Gnade.

Manchmal hatte sie eine zarte Geduld mit sich und der Welt.
Der Wunsch, mit einem gewebten L├Ącheln nieder zu knien.
So wie ein Kind einen Marienk├Ąfer beobachtet.
Staunend und vorsichtig. Bed├Ąchtig.
Eine Verbeugung vor dem Leben.

Aber sie hat ihr Ged├Ąchtnis verloren.
Nur die Zartheit einer alten Frau sp├╝rt sie hin und wieder.
W├╝rde ohne Zweifel mit ihrem Leben
einstehen - f├╝r manche ÔÇô W├ťRDE
aber
sie hat vergessen f├╝r sich zu hoffen.

Sie hat auch vergessen,
wie das W├╝nschen geht.
Sie wei├č nur noch,
dass sie sich das Vergessen
gew├╝nscht hat.
Und jetzt kann sie es nicht mehr r├╝ckg├Ąngig machen.

Jetzt ist sie Bl├╝tenstaub geworden,
den der Wind treibt.
Es hat auch Leichtigkeit.
Mit dem letzten
Gedankenrest
fragt sie sich, ob diese Wunschlosigkeit schlecht ist.
Alle wollen.
Wollen hierhin
oder dorthin.

Aber sie hat wohl zu schnell ihre Kr├Ąfte verbraucht.
Unwiderruflich.
Die Richtung bestimmt nicht mehr sie selbst.
Aber wer wei├č das schon. Ist der Wunsch wichtig?



An einem anderen Ort.
Zur gleichen Zeit.
Es keimt ein Stern.
Und seine Gr├Â├če ist nicht wichtig.
Er schickt ihr ein Geheimnis.
Und er weint um sie. Nur Sterne k├Ânnen das,
denn Menschen sind ein bisschen zu klein dazu.

Er weint um jede kleine Sekunde, die in ihrem Herzen gest├Ârt hat. Er ruft ihren Namen. Immer wieder und die Tr├Ąnen sind wie Perlen. Ach du! Ich wei├č, dass du es nicht erkennen darfst. Die Welt w├╝rde aufh├Âren, wenn du es t├Ątest. Und doch kann ICH alles sehen. Und meine N├Ąhe ist dein Licht. Deine Nacht hat mich geboren und ich bin so sch├Ân, dass ich es verbergen muss.

Anna geht.
Sie trinkt und schl├Ąft.
Der Traum ist l├Ąnger geworden und breitet seine Arme f├╝r sie aus.
Anna. Liebchen- ach ja, lach nur... Ich geb┬┤ dir Namen so lang der Tag ist und so lang meine Liebe dauert. Meine Worte sind so leicht f├╝r dich. Musst du lachen? Nein, du brauchst keinen Grund... Lach einfach. Trink ein Glas Wein f├╝r mich mit. Rotwein. Rot, rot, rot. Ich tanze so lang um dich, bis dir schwindlig wird. Alles ist so einfach! Nein Anna... Wirklich nicht! Ja, Ja, ich wei├č- du suchst die H├Âhe, aber ich will mit dir lachen wie ein kleines Kind. Komm. Gib mir deine Hand!

Anna kommt mit (das ist noch ein Rest aus der Zeit, als sie noch mehr war). Sie gehen beide an Orte, die ihr einmal wichtig waren. Sie sieht und h├Ârt. Aber noch immer ist sie nicht traurig... Warum? Ich versteh sie nicht. Du?
Glaubst du, wenn er k├Ąme ginge es ihr besser? W├╝rde sie wieder aufwachen? Glaubst du, sie w├╝rde ihre Stimme wiederfinden und ihre Sinne? W├Ąre es doppelt schlimm, wenn er nicht ihr Herz w├Ąrmen kann? W├Ąre es schlimmer als zuvor?

Ich wei├č es nicht. Aber wir werden sehen. Wir werden spielen.
G├Âtter haben keine Gef├╝hle wie Menschen.
Also spielen wir. Wir werden ihr
das Geheimnis zugestehen.
Es nicht vom Kurs
abbringen.
Eine Reise
erlauben.
Beinahe sp├╝re ich Interesse.

Sie entscheiden sich f├╝r einen Ort. Sie wollen sich vorher nicht sehen. Keine Bilder wollen sie sich machen. Beseelt von der Hoffnung, dass dieses eine Mal unter tausend ihre Worte gen├╝gen.

Der Ort ist gut gew├Ąhlt f├╝r zwei, die sich in der Zeit verirrt haben. Alte Steinmauern, die ehrw├╝rdige K├╝hle ausstrahlen und ein geordneter Garten, der den Augen gut tut. Sie brauchen diese Entspannung und wissen, wie zerbrechlich ihre Tr├Ąume sind, die sie sich in ihrer Ungeduld geschmiedet haben. Schon wieder ein Schritt zu weit. Eine hungrige L├Âwin ist nicht w├Ąhlerisch. Aber auch der Hunger erlaubt nicht alles.

Anna hofft. Ist erstaunt. Wie oft kann ein Mensch denn hoffen? Und der Stern wei├č, dass die wage Hoffnung die einzige Form des W├╝nschens ist, die sie verkraften kann. Also hofft sie ein bisschen. Und weil wir G├Âtter sind, schreiben wir ein M├Ąrchen:

Anna trifft A. Und es geht gut.
Er ist ein Held und sie ist ger├╝hrt.

Das war nat├╝rlich nur eine Geschichte. Deswegen l├Ąsst sie sich so gut in wenige Worte fassen.

Das Geheimnis?
Das Geheimnis ist,
dass alles lebt,
auch,
wenn es namenlos
geworden
ist.



__________________
k.

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Haremsdame
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Hallo kamkama,

auch von mir ein herzliches Willkommen hier auf der Leselupe.

Deine "einfache Geschichte" zeigt mir, wie unterschiedlich Menschen den Ged├Ąchtnisverlust erleben k├Ânnen...

Was ich am Besten nachvollziehen konnte, war der Schluss:

quote:
Das Geheimnis?
Das Geheimnis ist,
dass alles lebt,
auch,
wenn es namenlos
geworden
ist.

Damit hast Du alles auf einen Punkt gebracht.

Gr├╝├če
Haremsdame
__________________
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

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