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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Eine glänzende Parodie auf den zeitgenössischen Literaturbetrieb und seine Hypes
Eingestellt am 12. 05. 2017 09:47


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Winfried Stanzick
Routinierter Autor
Registriert: Aug 2011

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Rezension zu:

David Foekinos, Das geheime Leben des Monsieur Pick, DVA 2017, ISBN 978-3-421- 04760-1

In seinem neuen wunderbaren und spannenden Roman entführt der französische Bestsellerautor David Foenkinos seine Leser hinein in die Welt der Bücher, in das Verlagswesen und seine Mythen und Geheimnisse.

Die in Paris lebende französische Lektorin Delphine Despero macht zusammen mit ihrem Partner, dem eher erfolglosen Schriftsteller Frederic, Urlaub im Finistere. Sie kehrt zurück zu ihren Eltern in das kleine Dorf Crozon. In der dortigen Bibliothek hat der ehemalige, inzwischen verstorbene Bibliothekar Jean-Pierre Gourvec, einem amerikanischen Vorbild folgend, eine ganz besondere Bibliothek erstellt. Über eine lange Zeit hat er Romane gesammelt, die von einem oder mehreren Verlagen abgelehnt und von ihren Autoren bei ihm sozusagen endgelagert wurden.

Als Delphine und Frederic diese Bibliothek besuchen, finden sie ein Manuskript mit dem Titel „Die letzten Stunden einer großen Liebe“ von einem Autor namens Henri Pick. Delphine erkennt als erfahrene Lektorin sofort dessen literarische Qualität und wittert auch einen großen Erfolg für sich. Große Rätsel aber gibt ihr auf, wie Henri Pick, bis vor seinem Tod zwei Jahre zuvor, jahrzehntelang Pizzabäcker in Crozon, den niemand auch nur eine Zeile hat schreiben sehen, so etwas geschrieben haben könnte.

Delphine ficht das nicht an. Sie bringt das Buch bei ihrem Verlag unter, erntet massig Lob und Anerkennung und das Buch verkauft sich phantastisch. Schon bald deutet Foenkinos immer wieder zart an, dass der Rolle von Delphine etwas Mysteriöses anhaftet, ohne näher darauf einzugehen. Ein Journalist, der sich von einer Hintergrundstory neuen Erfolg erhofft, will Licht in die Widersprüche bringen, die nur der sensationelle Erfolg des Buches immer wieder übertüncht.

Wer war es nun wirklich, der dieses Buch schrieb? Wie David Foenkinos diese Frage subtil vorantreibt, ist meisterhaft erzählt, spannend zumal. Und so ganz nebenbei betreibt er eine glänzende und ironisierende Parodie auf den zeitgenössischen Literaturbetrieb und seine Hypes.

So viel kann man verraten, weil der Leser schon nach etwa 100 Seiten einen immer bohrenderen Verdacht bekommt: nichts ist so, wie es scheint.

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Ciconia
Routinierter Autor
Registriert: Jul 2012

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Auch nicht unwichtig: Die deutsche Übersetzung dieses Romans stammt von Christian Kolb.

Ciconia

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