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Leselupe.de > Horror und Psycho
Eine kleine Gruselgeschichte
Eingestellt am 17. 10. 2001 22:45


Autor
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Aditu
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2001

Werke: 4
Kommentare: 0
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Alptraum

Ich betrat die Wohnung. Mein zuhause. Ich blickte nach links.In der K├╝che bereitete meine Mutter das Abendessen vor. Rechts lag das Wohnzimmer. Es war dunkel. Ich konnte die Uhr ticken h├Âren. Meine Mutter fragte ob ich gro├čen Hunger h├Ątte, was ich verneinte. Ich ging den Flur entlang. Vor mir lag mein Zimmer. Ich ging hinein ohne das licht anzumachen und legte meinen Rucksack auf den Boden. Danach schloss ich die T├╝r wieder und blieb eine weile gedankenverloren im dunklen Flur stehen. Ich lauschte den Ger├Ąuschen die aus der K├╝che zu mir drangen. Meine Mutter schien gerade zwiebeln zu schneiden. Ich f├╝hlte mich eigenartig. In meinen Kopf schwirrten Gedanken, die ich nicht ganz fassen konnte. Immer wenn ich glaubte sie zu verstehen, entglitten sie mir wieder. Mir war als w├Ąre ich nicht ganz da, als w├╝rde ich alles, was geschah von au├čen beobachten. Ich konnte kaum atmen und f├╝hlte mich schwindlig. Also beschloss ich wieder in mein Zimmer zu gehen. Ich legte mich auf mein Bett und starrte an die decke. Ich lies meine Gedanken kreisen und lauschte ihnen in der Hoffnung zu verstehen warum ich mich so eigenartig f├╝hlte, warum ich dauernd an tot und sterben, an Visionen und Prophezeiungen denken musste. Eine weile sp├Ąter rief mich meine Mutter zum essen. Ich verdr├Ąngte meine tr├╝ben Gedanken vorerst.

Als ich in der Nacht in meinem Bett lag und einzuschlafen versuchte h├Ârte ich es zum ersten mal. Ein schaben , kratzen und schlurfen aus dem Zimmer neben dem meinem. Dem Bad. Ich setze mich auf um besser h├Âren zu k├Ânnen. Es klang als w├╝rde etwas gro├čes und schweres m├╝hsam versuchen zu laufen. Als m├╝sste es es erst wieder lernen. Nach einer weile wurden die schlurfenden schritte sicherer. Etwas lief von links nach rechts durchs Badezimmer. Ich wagte nicht mich zu bewegen, geschweige denn zu atmen. Ich hatte furchtbare angst. Als ich glaubte es nicht mehr aushalten zu k├Ânnen verstummten die schritte pl├Âtzlich. Ich stieg leise aus dem Bett und schlich zur Wand. Dort legte ich meinen Kopf an die wand, doch ich konnte nichts h├Âren. Nichts au├čer meinem Herzschlag, der mir dumpf und laut in die Ohren drang, als w├╝rde ich in einem Baum sitzen und ein ├╝berdimensionaler Specht klopfte ein Loch in denselben.
Ich legte mich wieder hin und zog die decke ├╝ber den Kopf. So lag ich f├╝r den Rest der Nacht ohne zu schlafen oder mich auch nur zu bewegen.

Als es einige stunden nach Sonnenaufgang war, h├Ârte ich wie meine Mutter aufstand und ins Bad und anschlie├čend zur K├╝che ging. Da beschloss ich aufzustehen. Ich suchte mir etwas zum essen und zog mich an. Auf die Toilette ging ich nicht. Sp├Ąter in der schule dachte ich ├╝ber mein n├Ąchtliches Erlebnis nach. Je l├Ąnger ich mir dar├╝ber den Kopf zerbrach umso abstruser kam es mir vor und schlie├člich sagte ich mir dass es ein Traum war.
Als ich nach hause kam, war meine Mutter nicht da. Ich ging ins Wohnzimmer um etwas fernzusehen. Gerade hatte ich mich in den Sessel gesetzt, als ich dieselben Ger├Ąusche wie ich sie in der Nacht geh├Ârt hatte wieder wahrnahm. Auch diesesmal kamen sie aus dem Badezimmer. Ich sa├č da wie erstarrt. Ich konnte mich nicht r├╝hren. Meine Augen waren weit aufgerissen und meine Finger krallten sich in die Sessellehnen links und rechts von mir. Nach einer Ewigkeit wurden die laute leiser und verklangen dann ganz, aber ich konnte mich noch immer nicht r├╝hren. Meine Mutter fand mich so, als sie ein paar stunden sp├Ąter nach hause kam. Sie fragte was los sei, doch ich brachte keinen Ton heraus. Sie ging in die K├╝che um abzusp├╝len. Ich stand im Flur und blickte auf die Badezimmert├╝r. Was mochte wohl dahinter sein? Ich wusste, was auch immer es war, es war etwas b├Âses, schreckliches. Ich ballte die H├Ąnde zu F├Ąusten. Was sollte ich tun? Hineingehen? Noch so eine Nacht w├╝rde ich wahrscheinlich nicht ├╝berstehen, dachte ich mir. Also legte ich eine Hand auf die T├╝rklinke, wobei mir das Herz bis zum halse klopfte und das Blut in den Ohren rauschte. Ich h├Ârte nichts anderes mehr. Langsam dr├╝ckte ich die klinke nach unten und lie├č die T├╝r einen Spalt offen stehen. Ich versuchte etwas dahinter zu erkennen, aber es war zu dunkel. Ich musste um die Ecke fassen und nach dem Lichtschalter tasten. Aber das brachte ich nicht ├╝ber mich. Mit dem Fu├č stie├č ich die T├╝r weiter auf, so dass nun das licht vom Flur einen Teil des Zimmers erhellte. Ich bemerkte, dass aus der Badewanne ein gelblich flackernder Schein aufstieg. Wie von einer Kerze. Ich betrat den Raum und bet├Ątigte den Lichtschalter. Langsam ging ich auf die Wanne zu. Und dort mochte ich meinen Augen nicht trauen. Die Wanne war voll Wasser und auf dem Grund standen drei umgedrehte Totensch├Ądel.In jedem von ihnen stand eine rote Kerze und (!) brannte. Wie war das m├Âglich? Ich drehte mich um, um nach meiner Mutter zu rufen, aber die Worte blieben mir im halse stecken. In der T├╝r stand ein Skelett. Es grinste mich mit gelben z├Ąhnen an und in seinen leeren Augenh├Âhlen flackerte ein b├Âses Feuer. Von seinen schmutzigen Knochen hingen fetzen von etwas herab, das wahrscheinlich einmal Kleidung gewesen war. In der Hand hielt es eine rote Kerze. Ich rieb mir die Augen. Ich hoffte so sehr, dass ich tr├Ąumte. Aber als ich wieder nach oben blickte, stand dieses Scheusal noch immer da. Ich schaute zur Badewanne neben mir. Die Kerzen in den Sch├Ądeln waren verschwunden. Stattdessen sah ich, dass in der Mitte nun kleine runde Bilder klebten. Ich wollte mich gerade n├Ąher hinabbeugen um zu erkenne, was darauf abgebildet war, als ich aus den Augenwinkeln eine fl├╝chtige Bewegung wahrnahm. Ich drehte mich blitzschnell um und sah dass sich das Skelett auf mich zubewegte. Es grinste teuflisch und hielt seine leere rechte Hand ausgestreckt um mich zu packen. Ich z├Âgerte nicht lange und griff mir das erst beste was mir unter die Finger kam. Ein F├Âhn. Ich warf ihnauf das Skelett. Und der Wurf war perfekt
Er traf den Kopf des Gerippes und schlug ihn herunter. Das ganze Wesen brach in sich zusammen, bis nur noch ein Knochenhaufen ├╝brig blieb. Die Kerze erlosch mit ihrem Besitzer. Ich starrte noch eine weile auf das, was von dem Skelett ├╝brig war, doch dann besann ich mich und rannte in die K├╝che. Dort erwartete mich ein noch makaberes Schauspiel.
Meine Mutter f├╝hrte einen komischen Tanz auf. Sie sah mich mit schreckgeweiteten Augen an. Ihr Gesicht war eine Maske des Grauens. Ihre Arme bewegten sich ruckartig. Es sah so aus, als wollte sie sich an einer Stelle des R├╝ckens kratzen, an die man nicht rankommt, es doch aber immer wieder verzweifelt versucht.
Dann sah ich es. Ich sah, warum ihr Gesicht in schrecken erstarrt war. An den Schultern meiner Mutter klammerte sich ein modrig gelbes Skelett fest. Seine F├╝├če waren um ihre Taille geschlungen. Ein b├Âser Totensch├Ądel grinste mich an. Mir stockte der Atem. Ich konnte nicht glauben, was ich da sah. Mittlerweile hatte meine Mutter den ersten Schrecken ├╝berwunden. Nun fing sie an zu schreien. F├╝rchterlich zu schreien. Ich hielt mir die Ohren zu. Dann st├╝rmte ich in die K├╝che und packte diesen vermoderten Knochenhaufen, der auf dem R├╝cken meiner Mutter ritt. Ich schlug immer wieder auf ihn ein. Schlie├člich lockerte sich der Griff dieses Scheusals. Dann fiel es auf den Boden. Inzwischen waren noch mehr Skelette in die K├╝che gekommen. Ich hielt das nicht mehr aus. Ich kniff die Augen zusammen und st├╝rmte aus dem Zimmer, zur Wohnungst├╝r. Mir war alles egal. Meine Mutter schrie noch immer. Aber langsam wurde sie deutlich leiser. Ich mochte nicht daran denken, woran das wohl lag.
Ich rannte die 64 Stufen in Windeseile herunter. Dann war ich endlich drau├čen.
Doch wo waren die vertrauten B├Ąume, H├Ąuser, Wiesen, Stra├čen? Das Bild, das ich seit Jahren kannte, war nun durch ein neues ersetzt worden. Da waren keine Geb├Ąude mehr, auch keine Menschen. Nur noch tote, h├Ąssliche, kahle B├Ąume waren zu sehen. Nebel wabberte am Boden entlang. Und alles war schrecklich still. Kein Laut war zu h├Âren. Nur mein eigener keuchender Atem. Als ich mich umdrehte war auch das Haus, in dem ich seit 15 Jahren lebte verschwunden.
Ein unbestimmtes bedrohliches Gef├╝hl ergriff Besitz von mir. Scheu blickte ich um mich. Dann lief ich los. Doch die Panik in mir wurde immer gr├Â├čer, je schneller ich rannte.
Pl├Âtzlich sah ich einen gro├čen Ast vor mir auf dem Boden. Ich wusste, ich durfte nicht auf ihn treten, weil das Brechen des morschen Holzes, ÔÇÖDingeÔÇÖ welcher Art auch immer, anlocken w├╝rde. Aber der Ast zog mich magisch an. Schlie├člich traf ihn mein rechter Fu├č genau in der Mitte. Er schlug ihn entzwei. Das Krachen drang unglaublich laut durch die Stille. Doch jetzt war es nicht mehr still. Ich konnte ÔÇÖLauteÔÇÖ h├Âren. Keuschen, st├Âhnen, Hecheln. Von ├╝berall, aus allen Richtungen um mich rum.
Ich drehte mich, wie verr├╝ckt im Kreis um etwas zu sehen. Aber da war nichts. Nur diese schrecklichen Laute. Sie waren viel zu nah. Ich >musste< doch etwas erblicken k├Ânnen! Aber nur der tote, kahle Wald, in dem sich nichts regte, war da. Die Ger├Ąusche waren inzwischen ohrenbet├Ąubend. Ich kauerte mich auf den Boden. Ich war halb verr├╝ckt vor Angst.
Dann zwang mich etwas meinen Blick zu heben. Ich versuchte zu widerstehen, aber es gelang mir nicht. Meine Augen wurden unweigerlich zu ÔÇÖetwasÔÇÖ hingezogen. Ich wusste, dass ich nicht mehr allein war im Wald. Etwas stand vor mir und wollte, dass ich es ansah. Von einer fremden Macht gesteuert, glitten meine Augen langsam nach oben. Ich sah einen schwarzen Fu├č mit furchtbar langen Krallen und dann........
Das ist das letzte woran ich mich erinnere, denn dann wurde alles schwarz um mich rum.

........





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Josef
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Nov 2001

Werke: 4
Kommentare: 9
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Der Titel der Geschichte pa├čt wirklich gut. Ein Alptraum, wie man ihn durchaus haben kann. Gut ist, wie das Grauen zunehmend Besitz ergreift und sich steigert.
Eine Geschichte, nicht unbedingt vor dem Zubettgehen zu lesen.
Nebenbei: die arme Mutter.
Viele Gr├╝├če von Josef

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
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ja,

ein ganz furchtbarer albtraum. gut, da├č du wieder aufgewacht bist und uns das so packend erz├Ąhlen konntest. ganz lieb gr├╝├čt
__________________
Old Icke

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Michael Schmidt
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jan 2002

Werke: 43
Kommentare: 1979
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Kerze

Tolle Geschichte, sehr spannend, man sp├╝rt die Angst f├Ârmlich.

Nur : Erst verschwinden die Kerzen, dann erlischt sie mit dem Besitzer?

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sevenstar
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Jun 2002

Werke: 6
Kommentare: 2
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Bravo

Da l├Ąuft es einem ja eiskalt den R├╝cken herunter!

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