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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Eine seltsame Sache
Eingestellt am 30. 12. 2000 07:24


Autor
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Alex
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Dec 2000

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Also normalerweise w├╝rde ich nie auf die Idee kommen, euch mit meinem schlechten Stil, den Rechtschreibfehlern und allem anderen auf den Geist zu gehen, aber mir ist etwas so seltsames passiert, dass muss ich einfach erz├Ąhlen.
Es begab sich, dass ich eine Freundin hatte. Schreibt man das so? Begab scheint mir ein seltsames Wort zu sein, vielleicht w├Ąre es besser einfach 'ich hatte eine Freundin' zu sagen. Aber dann denke ich doch wieder, begab ist das bessere Wort, weil haben eigentlich zu wenig ausdr├╝ckt, denn es war aus mehreren Gr├╝nden etwas Besonderes und Einzigartiges. Einer dieser Gr├╝nde war, dass ich neunzehn war und sie meine erste richtige Freundin, ein anderer dass man Melanie einfach nicht haben konnte, daf├╝r war sie viel zu selbstsicher. Ist doch so, haben entspricht in etwa besitzen, w├Ąre somit der absolut falsche Ausdruck.
Vielleicht hatte sie mich, aber bei mir begab es sich einfach, dass ich eben in einer Beziehung steckte. Nicht nur mit der Zehe, sondern mindestens bis zum Hals. Wenn wir mit ihren Freunden zusammenwaren, dann war ich einfach nur Melanies Freund, was irgendwie nicht ganz das gleiche wie Robert ist, aber das st├Ârte mich damals nicht. Sie war immer Melanie, nie weniger, lag wohl daran, dass sie eine Pers├Ânlichkeit hatte, ich aber nicht.
Ist nat├╝rlich Bl├Âdsinn, jeder hat eine Pers├Ânlichkeit, aber ihre war irgendwie, nun ja, gr├Â├čer. Als logische Folge daraus wurde meine immer mehr aufgefressen, bis ich nur noch ein Teil von ihr zu sein schien. Kann ganz angenehm sein, weil man ja nicht mehr selbst denken und entscheiden muss, aber manchmal ist es auch ziemlich unangenehm.
Besonders wenn man ganz alleine ist und der Rest von einem fehlt. Was schreibe ich da eigentlich? Der Rest von einem fehlt, da muss man mich ja f├╝r bescheuert halten, aber genau so f├╝hlte es sich an.
Dann war ich ungl├╝cklich, konnte aber nicht viel dagegen machen, weil Melanie nicht so empfand. Sie konnte es nicht ausstehen, st├Ąndig mit mir Zeit zu verbringen, wenn wir uns zwei, dreimal in der Woche trafen war ihr das genug.
Jetzt denkt ihr wahrscheinlich, dass sie mich nicht geliebt h├Ątte, aber dass stimmt nicht. Oder vielleicht doch? Eigentlich kann ich mich darauf nicht so ganz festlegen, jedenfalls liebte Melanie was sie in mir sah und was sie aus mir machte.
Je l├Ąnger wir zusammenwaren desto mehr brauchte ich Melanie, womit ich genau dass war, was sie brauchte.
War das zu undeutlich? Melanie brauchte nicht mich, sondern dass ich sie brauchte. Wo der Unterschied ist? Dazu komme ich noch, zumindest werde ich es versuchen.
Richtig gl├╝cklich schien sie mit mir eigentlich nur zu sein, wenn ich so richtige Probleme hatte, die sie dann f├╝r mich l├Âsen konnte. Ihr ging es immer gut, zumindest behauptete sie das. Besonders erinnere ich mich an das eine Mal, ich rief sie auf dem Handy an, weil ich sie schon seit Tagen nicht hatte erreichen k├Ânnen, sie versicherte mir, alles w├Ąre in Ordnung und wir w├╝rden uns am Wochenende sehen. So ganz glaubte ich ihr nicht, also rief ich ihre Eltern an und erfuhr dass sie mit einer Gehirnersch├╝tterung im Krankenhaus lag.
Nat├╝rlich war ich geschockt wie sonst was, war praktisch schon aus der T├╝r und dort. Ihr war das Ganze unglaublich peinlich, das w├Ąre doch gar nichts, was wiederum mir ziemlich peinlich war.
Da es ja doch nichts brachte, glaubte ich ihr ab da einfach immer, womit unsere Beziehung wieder im Lot zu sein schien.
Nur stellte ich fest, dass ich immer weniger Probleme hatte, die sie f├╝r mich l├Âsen konnte und dass war ziemlich schlecht, weil es ihr doch so gefiel mich aus den Schwierigkeiten zu holen. Je schlimmere desto gl├╝cklicher war sie.
Zu Anfang klappte alles ja noch ziemlich gut, aber mit der Zeit bestimmte sie mein Leben derma├čen, dass ich nicht mal mehr Schwierigkeiten erfinden konnte.
Nicht einmal eine Woche nachdem sie mein Leben komplett in Ordnung gebracht hatte, begann sie sich immer weniger f├╝r mich zu interessieren.
Es kam wie es kommen musste, am Ende verlie├č sie mich mit einem Typen, der sie wirklich brauchte.
Was f├╝r Probleme da auf mich zukamen, alleine denken, entscheiden, h├Ątte ihr sicher gefallen mir dabei zu helfen.
Aber da war sie ja schon fort.







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Ralph Ronneberger
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Mensch Alex,

die Geschichte fand ich echt toll! Warum? Weil in ihr das erkannt und verst├Ąndlich geschildert wird, was es in vielen Beziehungen zu geben scheint. Allein schon der Satz "Sie liebte, was sie in mir sah und was sie aus mir machte" ist inhaltlich schon die halbe Miete. Und stilistisch? Da kann man sicherlich streiten. Wenn ich deinen Stil gut finde, dann vor allem deshalb, weil du Allt├Ągliches auch in einer weitgehend allt├Ąglichen Sprache r├╝ber bringst. Leute, die in Metaphern verliebt sind, kommen da weniger auf ihre Kosten. Aber, wenn ich lese, will ich verstehen und mich nicht laufend mit gek├╝nstelten Text-Bl├Ąhungen auseinander setzen. Zugegeben, manche beherrschen diesen Stil hervorragend (z.B. Marcus Veith) und da liest sich das auch gut. Wem es aber nicht so liegt, der sollte sich nicht unn├Âtig damit qu├Ąlen. Man merkt es den Texten zu sehr an.
Was schreibe ich hier eigentlich alles f├╝r ein Zeug? Ich wollte doch nur sagen, da├č mir dein Stil gef├Ąllt. Na, manchmal gehen die Tasten mit mir durch.

Gru├č Ralph
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Alex
Wird mal Schriftsteller
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Danke Ralph,
Nix Tasten durchgehen, so ein Feedback ist Klaaase!
Da drehe ich einfach Loopings . Ich bl├Ąhe meine Texte nie, nicht nur weil ich ein Leser mit Neigung zum ├ťberlesen bin, sondern weil ich es einfach nicht gut kann.
'(z.B. Marcus Veith)', kenn ich nicht, aber ich kann mir vorstellen, was du meinst.
Bei mir w├╝rde es gek├╝nstelt aussehen, also reduziere ich alles auf das Wesentliche und einfache Sprache.
Der Text beschreibt ├╝brigens die erste Beziehung, Ehrlichkeit die Zweite.

Gru├č zur├╝ck


Alex

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