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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Eine von meinen Teekesselgeschichten
Eingestellt am 12. 11. 2004 10:43


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Nina K
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Heute hat er gekocht. Der Gr√ľnkohlgeruch f√§ngt mich ein, als ich heim komme Die Pfanne auf dem Herd knistert den Zucker um die Kartoffeln braun. "Ich m√∂chte bitte nur Tee", bringe ich err√∂tend hervor. Langsam dreht er sich um: "Das macht doch nichts."

Er war beim Friseur, nun schimmert wieder am Hinterkopf die bläuliche Narbe hervor. Gebogen zieht sie sich fast bis in den Nacken, verliert sich dann schmal. "Starr nicht so hin", bittet er leise. Das Pfeifen des Wasserkessels lenkt uns beide dann ab.

Auf der Wiese zwischen den Wohnblocks h√§ngt W√§sche im Wind. Gr√ľngebl√ľmt beutelt sich verwaschen ein Bettbezug. "Wir sollten mal rausfahren zum See, so wie fr√ľher", geht es mir durch den Kopf. Als ich mich nach ihm umsehe, kratzt er gerade den Gr√ľnkohl aus dem Topf in den M√ľlleimer. "Ein schlechter Moment", denke ich und stelle das Radio an.

Im Badewasser l√∂st sich der Tag. M√ľde schlie√üe ich die Augen und la√ü den Kopf unter die Wasseroberfl√§che sinken. Wieder auftauchend sehe ich ihn vor der Wanne stehen. "Willst Du mit rein?", frage ich vorsichtig. Da nickt er und streift seine Kleider ab. Erst als sein vernarbter Kopf in den Schaum auf meiner Brust sinkt, w√§re ich lieber alleine.

Sorgsam k√§mmt er nach dem Bad mein Haar. Mit der linken Hand wische ich den beschlagene Spiegel etwas frei, erkenne dann sein Gesicht hinter dem meinem. "Zieh Deinen Bademantel an, damit Du nicht k√ľhl wirst", sagt er noch und l√§sst mich alleine. Nur z√∂gernd trete ich n√§her an den Spiegel, um Creme unter den Augen zu verteilen.

Im Schlafzimmer sitzt er verkr√ľmmt auf dem Bett. Als er aufschaut, flackert der Schmerz in seinen Augen. "Es geht nicht anders", pre√üt er hervor. Dann steht er vor mir, der erste Schlag trifft mein Gesicht und schleudert mich an die Bettkante. Kurz br√ľllt er w√ľtend auf und rei√üt mich an den Haare wieder hoch. Ich konzentriere mich auf die Notenbl√§tter meiner Gedanken und lasse ihn mit meinem K√∂rper alleine.

Sp√§ter versuchen wir aneinander geschmiegt einzuschlafen. Sanft k√ľhlt sein Atem meine brennende Schulter. "Die Narbe pocht jetzt nicht mehr", murmelt er dankbar und rutscht noch ein wenig n√§her.



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knychen
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eine sehr gute story hast du da geschrieben. klar gegliedert, sorgf√§ltige wortwahl und ein abruptes ende, das viel raum f√ľr eigene gedanken l√§√üt. zwei winzige stellen fand ich, weil beim lesen ein kurzes stocken eintrat.
wer schon mal gr√ľnkohl gekocht hat, der wei√ü, da√ü er mehrmals aufgew√§rmt erst so richtig schmeckt. hat wohl mit der struktur des kohls zu tun. deswegen fand ich das wegwerfen der mahlzeit ein wenig √ľbertrieben. anders w√§re es vielleicht gewesen, wenn sich die beiden gestritten h√§tten.
und weiter unten: "kurz br√ľllt er w√ľtend laut auf".
das "br√ľllen" in verbindung mit "w√ľtend" ist deutlich genug. das "laut" erkl√§rt nichts weiter und ist zu viel. aber das kann mit eigenen lesegewohnheiten zu tun haben und wird von anderen sicher auch komplett anders empfunden.
ansonsten: klasse.
gruß aus berlin von knychen
__________________
kny

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Nina K
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Hallo knychen,

danke f√ľr Lob und Verbesserungsvorschl√§ge.

Es macht ihn schon w√ľtend, umsonst gekocht zu haben. Er zeigt es ihr durch das Wegwerfen, nicht durch Worte und da auch nicht durch Gewallt. Diese staut sich nur heimlich an.

Bzgl. des "laut" hast Du Recht, ich hab es geändert.

Lieben Gruß
Nina

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flammarion
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es

tut mir leid, ich kann dieser story keinen geschmack abgewinnen.
lg
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Old Icke

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Nina K
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Tut mir ebenfalls leid, flammarion, denn da Dein Nichtgefallen so ohne weshalb-warum-wieso da steht, w√ľ√üte ich daran auch k√ľnftig nichts zu √§ndern. Smile, was bezweckst Du also mit Deinem Kommentar?

Lieben Gruß
Nina

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flammarion
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nun,

f√ľr mich stellt sich die sache so dar: wenn ein mann eine bl√§uliche narbe hat, hat er das recht, eine frau zu verpr√ľgeln. die bleibt dann auch brav bei ihm und ist nicht im geringsten sauer. das ist doch humbug!
abartig und widerwärtig.
__________________
Old Icke

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