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Leselupe.de > Ungereimtes
Einen Strauß Lupinen
Eingestellt am 01. 07. 2004 17:42


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heike von glockenklang
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Einen Strauß Lupinen
für Mama



Die Abendsonne neigt sich über die Dächer.
Zersauster Lockenkopf, ungekämmt.
Knopf - Augen funkeln. Ein Kirschmund singt:
"Hänschen klein ging allein
in die weite Welt hinein..."
Bunte Tupfen des Kleides wippen mit jedem Schritt.
Ein Blumenmeer leuchtet farbig an den Gleisen.
Flinke Hände pflücken geschwind,
einen Strauß Lupinen,
für Mama.

Die Eisenbahnbrücke neigt sich über den säuselnden Bach.
Auf halb verwittertem Schild: „Betreten verboten!“
Frohlockende Windspiele in verträumter Trauerweide.
Kleine Füße in zu große Gummistiefel gesteckt,
tasten über algenbehaftetes Bachgestein.
Es raschelt das Laub, in der Ferne bellt ein Hund.
Angst erschüttert die Wonne,
sie fällt ins Wasser, mit ihr die Freude für Mama.
Kindliches Glück fließt mit salzigen Tränen dahin.
Noch gerettet, hastig herausgefischt,
ein paar ertrinkende Blütenstiele.

In der Dämmerung leuchtet schummrig die Mondsichel.
Wasserschwere Stiefel schlurfen heimwärts, ins Dorf.
Der Bach trieft aus dem Tupfensaum, wie viele Male schon.
Bange Schlangenfragen, aufgeregt züngeln,
"wird Mama schimpfen?"
Gedanken wirbeln um verbotenes Wasserspiel.
Grollend erdrückt die Sorge.
Herzbeklemmung führt auf geheime Pfade.
Zwischen Bäumen, Verstecke, in fabelhafter Kinderwelt.
Tröstend streichelt der Abendhauch.

Brennende Fackeln ziehen durch das Tal,
gefolgt von schwebenden Schatten.
Stoßgebete zum Himmel gesendet, schwer atmet die Not.
Das Mutterherz glaubt schon verloren, ihr Glück.
Ein Rufen und Suchen,
Finden, hinter dem alten Schuppen.
Gebettet in Blattlaub, derweil schlummert das Kind,
lächelnd, als sei ihm ein Engel erschienen.
Kleine Hand umklammert dürstende Lupinen.
Aus stiller Lichterkette steigt empor,
beglücktes Raunen...

hkeuper-g 1.07.04




__________________
Wenn das Leben dir einen Kinnhaken gibt, kühle dein Kinn und lass dich auf deinem Weg nicht beirren.
H Keuper-g /13.07.06

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Stoffel
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liebe Heike...

hm. Macht... sehr betroffen.

Dennoch hier mal paar Gedanken...textlich gesehen, bis zu dem Punkt wo der Schuppen vorkommt.

lG
Sanne

Lupinen

Die Abendsonne neigt sich über die Dächer.
Zersauste Locken ungekämmt.
Jim Knopf-Augenfunkeln
Ein Kirschmund singt:
"Hänschen klein ging allein..."

Tupfen auf dem Kleid wippen
mit jedem Schritt.
Ein Blumenmeer leuchtet farbig an den Gleisen
flinke Hände pflücken geschwind
einen Strauß Lupinen für Mama
Von zwei dünnen Armen getragen.

Die Eisenbahnbrücke neigt sich sanft
über den säuselnden Bach
Träumende Windspiele (in) der Trauerweide
Füße in zu großen Gummistiefeln stecken,
tasten sich über algenbehaftetes Bachgestein.

Es raschelt das Laub,
in der Ferne bellt ein Hund.
Angst erschüttert die Wonne,
sie fällt ins Wasser,
und mit ihr das Mutterglück,
unter Tränen fießt es fort.


Gerettet, hastig herausgefischt,
ein paar lädierte Blütenstiele.
trieft der Bach aus Tupfensaum
wasserschwere Stiefel schlurfen heimwärts.

Ein langer Schatten zieht bald auf,
verfolgt in seichter Dämmerung.
Leuchtet schummrig Mondessichel,
und ein verbotenes Spiel beginnt.


Ein Rufen und Suchen,
Finden, versteckt hinter dem alten Schuppen.

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heike von glockenklang
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hallo sanne

habe die Schönheitsmängel beseitigt ...
herzlichen dank für deine hilfe ...

und mit ihr das Mutterglück,

unter Tränen fließt es fort.
das war nicht gemeint


Ein langer Schatten zieht bald auf,
verfolgt in seichter Dämmerung.
Leuchtet schummrig Mondessichel,
und ein verbotenes Spiel beginnt.

hier habe ich auch lange überlegt.
das aber möchte ich so nicht übernehmen.
danke nochmal.


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H Keuper-g /13.07.06

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Sandra
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Liebe Heike,

Die Gewichtung der Geschehnisse wird m.E. falsch gelegt. Der Spaziergang um die Lupinen sehr lang (allerdings auch sehr schön). Was dann hinter dem Schuppen passiert. Wer war es? Der eigene Vater? Wo kommt der Jemand so plötzlich her. Das Kind ist verscharrt, also tot. Dann passt der Untertitel "verbotene Spiele" nicht ganz. Dieses impliziert für mich, dass es - zwar ein dreckiges Spiel war - aber das Kind noch lebt.
Hauptkritikpunkt bleibt aber, dass ich keinen Sinnzusammenhang zwischen den Geschehnissen erlese und zudem der letzte Teil zu schnell und undurchschaubar abgehandelt wird.

LG
Sandra

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heike von glockenklang
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Liebe sandra, danke für deine konstruktive klare kritik. ich gestehe ein das du recht hast. ich selbst hing emotional sehr an diesen bildern meiner glücklichen vergangenheit im ersten teil. es ist also kein märchen.ich hatte 2 varianten im kopf zu diesem werk. entschied mich zunächst emotional für das drachenbild. nun aber werde ich diese version teilweise neu erarbeiten und ihm voraussichtlich den titel verbotene spiele geben.

lieben gruß heike
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H Keuper-g /13.07.06

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joyce
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Hallo Heike,

der Text hat was, er berührt mit seiner Tragik, die leider etwas leidet.
Auch ich bin der Meinung die Gewichtigkeit der Geschehnisse falsch gewählt.
Der Anfang ist schön, aber zu blumig für das Ende. die Jim Knopf Augen stören mich besonders.
ein bellender Hund...warum?
der Schluß ist nicht schlecht aber das beglückte Raunen nimmt die Tragik und setzt Fragezeichen.
Alles in Allem glaube ich dass es sich lohnen würde nochmal dranzugehen und zu feilen, zu schneiden und zu überdenken

gruss joyce
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Du musst das Leben nicht verstehen,dann wird es werden wie ein Fest.Und lass dir jeden Tag geschehen so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen sich viele Blüten schenken lässt. (Rainer Maria Rilke)

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