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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Einer, der loszog, um der Lüge zu entfliehen!
Eingestellt am 16. 07. 2001 22:59


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AndiDLX
Wird mal Schriftsteller
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Da sitzt er im Gras, sieht die Welt sich offenbaren, aufblühen und gibt sich ganz dem Sinnen hin. Merkt den leisen Wind am Wipfel seines Fühlens, erspäht die hellen leichten Wolken ihren Reisen sich hingebend, auch das Duften des wudersamen Pflanzengeflechts bleibt ihm nicht verborgen. Ach, wie schön ist diese Welt, denkt er sich ins Innere hinein und schwelgt im Hier und Jetzt. Was bedarf ein Mensch zum Leben, doch nur Luft und ein Häufchen schöner Liebe, das sich im Herzen zu einer samtweichen Masse wundersamster Gedanken und Gefühle ausbreitet, nichts weiter ist wichtig, nichts anderes hat Bedeutung oder Wert. So liegt er da und ist sich in diesem Moment nichts anderem Bewußt, als dem Schönen und dem Lieblichen in der Welt und träumt sich weiter in die Natur und dem Loslassen von allem Unnützen. Nimmt nicht mehr die nahen Autobahnen wahr, die allesamt voll Dreck und Abfall sind, eingereicht von dumpf schallenden Maschinen, die Spucken und Zucken, nichts innehalten, was nicht herausgehört, auch nicht die Fabriken, in denen alle wie röchelnde Roboter schuften und schwitzen und hitzen, um ihr Häuschen und etwas Stückchen Land zu bewahren, ebenso nicht die Verkleidungen und Maskierungen des aufgewirbelten Momentes in Stratosphären aus Lug und Trug. Ihm gehören die schönsten Flecken allem Daseins, dem lüstern Spiel der Biene um den Duft der blühend Pracht, das endlose Schöpfen aus Raum und Zeit, um zu Beschreiben, was unter schimmernd Steinen steckt, was sich im Dunkeln der Tiefe verwahrt, einfach, den Schätzen allen Lebens auf der Spur zu sein. Da wandern die anderen alle um ihren gesicherten Kreis, werfen ihr Fühlen und Wahrnehmen in den Teich der Sessigkeit und erkaufen sich in ihrem Konsumwahn einen falschen Schleier um das Meer der Wirklichkeit. So leben sie und sitzen auf ihren ergötzendem Haufen an Mist und Nichtigkeit, den sie in Karat messen, verkriechen sich in ihren selbst erbauten Panzerschrank zurück, vertrauen nur sich selbst und führen im Schein ihres mikrigen Lebens einen endlosen Krieg gegen die für sie unvertraute Fremde. Wie arm sie sind, diese Marionetten der Angst, die sich nicht hingeben können, sich behaupten müssen im Reigen der vorgegeben Muster, sich passend machen und abschneiden, was nicht hinzugehört.
Die Welt blüht noch stetig weiter und ist immerzu in Reinheit geprägt, störten diesem wahren Lauf der Dinge nur die grauen Türme des Gestanks, die Fiktion am Rande, die man in die Schublade Wirklichkeit zu zwängen versucht, um das schon Hervorgebrachte zu billigen und allem dem Stempel der Richtigkeit aufzudrängen, auch die Sucht, alles zu beherschen, einzufangen,dann zu archivieren, sezieren, sammeln, einem Namen zu geben und oft zu töten. Leicht schimmerte nun aus weltaufgeblähter Fülle der seichte Schein des Mondes hervor, sanft fröstelnd entwich der junge Mann im Grase dem Ganzem, sich räkelnd und streckend in Gewißheit zu wissen, daß beim Einschalten des Handys alles Schöne zu Ende sei, daß er wieder eintauchen müsse in die schwer zu öffnende Schublade, in der er leben mußte, in der er sich einfügen mußte, doch mit lieblichem Gedanken vermählt, alsbald auf einer Wiese allem wieder entfliehen zu können und einfach zu leben.



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visco
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Einer, der loszog, um ...

Hallo AndiDLX!

Ein paar der mindestens 35 Adjektive sind mir persönlich einfach zu viel. (Ich kenne das Problem; muß selber auch erst mit der Nase ´drauf gestoßen werden .)
Es wäre auch für die Rhythmik besser, nicht nur für den Lesefluß.
Ansonsten sehr schön beschrieben.

Vielleicht noch etwas zum Titel:
a) Klassischerweise müßte es heißen: "Von einem, der loszog, ...".
b) mit "losziehen" verbinde ich "weggehen", "unterwegs sein", "etwas anstreben", usw.. Dein Held aber sitzt im Gras, sinniert, und dann kehrt er in seine Welt zurück, der er nur vorübergehend entflohen war.

Es sind dir ein paar (wenige) Tippfehler unterlaufen (wudersamen, Bewußt, mikrigen, beherschen und einzufangen,dann). Würde ich sonst nie ´drauf aufmerksam machen, aber es schien mir, als legtest du großen Wert auf Feinheiten.

Was bedeutet eigentlich "hitzen"?
Und was bedeutet "Sessigkeit"?

Viele Grüße,
Viktoria.



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Ich hatte eine Lösung gefunden, nur passte sie nicht zum Problem.

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AndiDLX
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jul 2001

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Hallihallöchen

Danke für die netten Tips, die du mir gabst. Ich werde sie berücksichtigen und bei Gelegenheit, die Geschichte in der Form etwas aufbessern.
Würde mich natürlich noch über andere Meinungen bezüglich meiner Geschichte freuen. Ist aber nicht so schlimm, die wichtigste Kritik kommt von einem selbst, ist aber trotzdem nicht vergleichbar mit Stimmen Aussenstehender, die die Gedankengänge nicht genau vor sich haben, die man zu seinem Aufschrieb verwendet hatte.
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Guten Appetit und bitte nicht kleckern!

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