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Leselupe.de > Kurzprosa
Einer geht noch
Eingestellt am 17. 10. 2004 01:38


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arle
Routinierter Autor
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Er f├Ąngt an zu schielen. Das hei├čt: Er hat sein Level erreicht. Von nun an wird er jedes Wort, das er sagt, mit einem Punkt versehen. Es. Tut. Mir. Leid. Dabei verrutscht sein gezwungen ├╝berlegenes L├Ącheln, und er sieht pl├Âtzlich aus wie ein Idiot. Seine Augen, sonst hellblau, sind tiefschwarz von der Anstrengung, den Aschenbecher zu fokussieren. Er h├Ąlt die Zigarette zwischen Daumen, Mittel- und Zeigefinger, wie ein uralter Mann, und schafft es nach einer Ewigkeit, sie auszudr├╝cken. Beifall heischend schaut er sich um. Er r├╝lpst, kichert ├╝ber den langen Furz, der ihm entf├Ąhrt, hustet, rotzt, spuckt. In ein paar Minuten wird er sich m├╝hsam erheben, in Kleidern und Schuhen aufs Bett fallen und zw├Âlf Stunden im hell erleuchteten Zimmer schlafen. Er wird gut erholt aufwachen und sich fr├Âhlich pfeifend ein riesiges Fr├╝hst├╝ck einverleiben. Siehst du, wird er dann zu ihr sagen, ich kann trinken, was ich will. Ich bekomme keinen Kater. Also werde ich auch nicht besoffen, ganz egal, wie viel ich trinke.

Du. Entschuldigst. Mich. Bitte. Er r├╝stet sich f├╝r den Gang zur Toilette. Auf den f├╝nf Metern dorthin verliert er die Orientierung, bleibt stehen, l├Ąsst die Hose herunter und pisst mitten in den Flur.

Sie steht langsam auf, hat ├╝berhaupt keine Angst mehr und schl├Ągt zu. Stellvertretend. F├╝r den, der heulte und lamentierte im Suff. F├╝r den, der nur im Suff potent war. F├╝r den, der zynisch und verletzend wurde im Suff. F├╝r den, der pr├╝gelte im Suff. F├╝r den, der krepierte am Suff.

Raus, sagt sie, wirft die T├╝r hinter ihm zu, dreht den Schl├╝ssel dreimal um, wischt seine Pisse weg, kotzt, geht schlafen.

__________________
Am j├╝ngsten Tag, wenn die Posaunen schallen und alles aus ist mit dem Erdeleben, sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben von jedem Wort, das unn├╝tz uns entfallen. - J.W. Goethe -

Version vom 17. 10. 2004 01:38

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

arle, du kennst dich aus!
auf n├╝chterne wirkt ein besoffener immer wie ein idiot,
volltrottel oder riesenbaby.
ich am├╝sierte mich pr├Ąchtig beim lesen.
ein highlight an diesem tristen sonntagnachmittag.
gut, da├č ich gestern noch bier holen ging.
mit jedem schluck wird dein text besser ...
prost!

bon.

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arle
Routinierter Autor
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Oh ja, ich kenn mich ziemlich gut aus, Bonanza. Und wenn dieser kleine Text wirklich so am├╝sant ist, sollte man ├╝berlegen, ihn in "Humor und Satire" zu verschieben. Ich freu mich, dass er dir den Sonntag vers├╝├čt hat und danke dir f├╝r die gute Bewertung.

arle
__________________
Am j├╝ngsten Tag, wenn die Posaunen schallen und alles aus ist mit dem Erdeleben, sind wir verpflichtet, Rechenschaft zu geben von jedem Wort, das unn├╝tz uns entfallen. - J.W. Goethe -

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arle
Routinierter Autor
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Liebe/r Dreierbewerter/in,

du meinst, dieser Text sei "stark ├╝berarbeitungsbed├╝rftig", sagst aber nicht, inwiefern er das ist. Obwohl ich das noch nie erlebt habe bei unterdurchschnittlichen Bewertungen, finde ich es nach wie vor sehr schade und nicht einsehbar.

Denn warum, wenn nicht um zu lernen, wie man's besser machen k├Ânnte, sollte man in der Lupe ver├Âffentlichen? Also, raus mit der Sprache!
__________________
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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

arle, inzwischen kommt mir dein text g├Âttlich vor.
er ist furchtbar gut aus dem leben gegriffen.
unwahrscheinlich realit├Ątsnah. f├╝r mich speziell.
drum bewertete ich gut. er ist auch super geschrieben.
zumindest bis zur mitte. dann wirst du m├╝de.
du machst kurzen proze├č. eigentlich hattest du bereits
alles ausgesagt. im vorspiel.
da vertr├Ągt das ende schon einen abfall in der qualit├Ąt
der sprache.
ich sehe diesen (besoffenen) mann bildlich vor mir.
er ist ein furzender halbgott.
und es gibt doch tats├Ąchlich frauen, die immer auf
dieselben typen fliegen. um sie schlie├člich vor die t├╝r
zu setzen.
okay, ich m├Âchte die aussage deiner kleinen prosa nicht
├╝berdehnen. daf├╝r reicht auch mein pegel noch nicht.

├╝ber die kommentarlosen miesbewerter w├╝rde ich mich nicht
├Ąrgern. mitunter gibt es sehr ├Ątzende n├╝chterne zeitgenossen.

bon.

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AlexanderrednaxelA
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Bonanzas G├Âtter hin, unerkl├Ąrte Punktph├Ąnomene her, liebe arle, hier ist dir, insbesondere in den ersten beiden Abs├Ątzen, gelungen, mit nicht mehr Worten, als erforderlich sind, einen typischen Ausschnitt aus einem der in vielen Details so erschreckend gleich ablaufenden Alkoholikerleben in der deinem Schreiben eigenen Einpr├Ągsamkeit zu schildern. Auch der Fortgang der Geschichte, in gewisser Weise ein Happy End, das es nicht immer gibt, er├Âffnet eine interessante Perspektive, k├Ânnte doch diese Szene auch beispielhaft aus einem anderen Blickwinkel auf den Niedergang des Trinkers betrachtet werden - f├╝r "sie" eine l├Ąngst ├╝berf├Ąllige Befreiung, f├╝r ihn eine weitere zwingende Konsequenz, von denen es so viele gibt und die er nurmehr hinzunehmen in der Lage sein wird. Ein kurzer Text also, der viel er├Âffnet, was will man mehr.

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